DPADer Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...817938,00.html
Teilweise haben Sie recht. Aber nicht wegen der wenigen Fragen, sondern weil erfahrungsgemäß nur diejenigen Fragen, die der Vorlesung im Normalfall noch ganz gut folgen können. Die abgehängten fragen seltener oder erst dann kurz vor der Klausur wenn sie Panik bekommen.
Aber auch als Dozent ist man dann verunsichert, wenn dann in der vorletzten Vorlesung Fragen kommen die viel früher gestellt werden müssten. Schliesslich hat man dann monatelang an einigen Stundenten vorbeigeredet. Das ist heute so und damit kann ich leben, weil zwei Drittel der Leute dem Stoff einigermassen folgen können.
Wenn man nicht den Fehler macht das Niveau abzusenken erledigt sich das problem in den unteren Semestern. Da werden dann die Automechaniker und Schlosser aussortiert, die glauben, dass man mit Mittelstufenmathematik und Fachrechnen auch ein Maschinenbaustudium angehen kann.
das ist entweder ein insuffizientes Gutachten, oder - wahrscheinlicher - ein höchst insuffizienter Artikel dazu.
In dem Artikel wird von den Forderungen der "Weisen" berichtet, die Hochschulen für Auszubildende und für die Weiterbildung von "älteren Arbeitnehmern" ( wie sind die denn definiert???) zu öffnen.
Tolle Forderung, die die dafür notwendigen Voraussetzungen einfach links liegen lässt :
- erhebliche Aufstockung des Lehrpersonals,
- Entwicklung eines Prüfverfahrens für die Eignung der potentiellen Studiosi,
- Entwicklung eines dem Bafög ähnlichem Unterstützungssystems,
- Regelung der Rückkehrmöglichkeit in die alte Arbeitsstelle, falls der Kandidat aufgeben muss/aufgibt.,
- Entwicklung eines - zwangsläufig völlig - neuen Lehrsystems.
Und für alle, die es gern ironisch mögen: Definition des Studienganges: "Akademiker"....
Mein Topfavorit ist allerdings dieser Satz:
" Dass die Gutachter nicht ganz falsch liegen, zeigt sich daran, dass auch die Unternehmen beginnen, Arbeitnehmer über 40 gezielter fortzubilden."
Den Zusammenhang muss man erst einmal herstellen... ganz grosses Kino!
D
Aber um diesen hochmotivierten Quereinsteiger geht es doch offensichtlich gar nicht.
Hier ist die Rede von 10.000en fehlenden "Akademikern" (was keine Berufsbezeichnung ist...) , die angeblich fehlen, wenn man so weitermacht wie bisher.
Offensichtlich glauben diese "Experten" ( wenn sie das wirklich glauben, haben sie die Anführungszeichen verdient!), dass man diese fehlenden Studenten aus dem Pool der "Gesellen und ältere(n) Arbeitnehmer(n) ohne Abitur" rekrutieren kann.
Wieviel hochmotivierte Quereinsteiger wohl darunter sind ? 10%?
D
1) Zunächst können wir noch gar nicht wissen, ob die Abbrecherquote von Nicht-Abiturienten höher ist, als jene von Abiturienten.
2) Man kann Eignungstest zur Studienzulassung durchführen (dann aber für alle).
3) Zu Beginn eines Semesters eine Matheklausur mit ultimativen Konsequenzen bei Underperformance kostet nichts und bewirkt Wunder (nicht nur in Köln).
Try and Error Methoden würde ich im Übrigen Jahrhundertreformen, die dann im Zweifel gegen besseres Wissen bis zum bitteren Ende durchgezogen werden, vorziehen. Ausprobieren ist eine feine wissenschaftliche Methode.
Dr. Jennings
Dafür wäre ich sehr. Zwar hat man dafür bereits mit viel Aufwand schon ein System installiert, das das leisten soll (man nennt es 'Abitur'), aber offenkundig tut es das nicht.
Das Problem ist nur, dass es niemandem, erst recht keinem einschlägigen Minister, zu verklickern sein wird, wieso man Eignungstests durchführt in einem Fach, in dem rechnerisch genügend Studienplätze für alle Interessenten vorhanden sind.