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Dramatische Bildungsstudie: Deutschland gehen die Akademiker aus
DPADer Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...817938,00.html
- #180 29.02.2012 14:00 von
[QUOTE=sysop;9732518]Der Bundesrepublik fehlen in Kürze Zehntausende Akademiker. Das geht aus einem Gutachten für die Regierung hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Studienautoren empfehlen eine Radikalreform: Die Unis sollen für Gesellen und ältere Arbeitnehmer ohne Abitur geöffnet werden.
Nun, einer meiner Söhne hat im Englischsprachigen Raum promoviert, Wirtschaftwissenschaften/BWL und arbeitet dort in research und als jun. Prof. Im Juni 2011 folgte er einer Einladung nach Berlin u.a. des Bundespräsidenten. Man sprach die Notwendigkeit der Rückkehr Deutscher Akademiker an. Es wurden im Schnitt 4.800 Euro Bruttegehalt geboten, ein befristetes Arbeitsverhältnis , 1 Jahr. Diese Angebote lösten nur müdes Lächeln aus. Wohlgemerkt es wurden nur besonders geeignete Deutsche Promovanten , eingeladen. Ferner wurde an den Patriotismus appeliert. Mein Sohn, zieht seinen Job an seiner Universität, im Englischsprachigen Raum zu doppelten Einkommen und halben Steuersatz auch in Zukunft vor. Die über 100 geladenen Deutschen Akademiker fragten sich was diese Veranstlatung sollte. Meines Wissens hat keiner einen job an einer Deutschen Uni angenommen. Wahrscheinlich fehlt allen Patriotismus. Übrigens, ein Dachdecker oder Instalateur (alles wichtige Berufe) verdienen mehr als das Angebot der Deutschen Unis und des Wirtschafts- und Bildungsministerium. Noch Fragen?? - #181 29.02.2012 14:04 von
Mitarbeiterausbildung bei den Unternehmen? Nein Danke!
Im Klartext bedeutet es doch nichts anderes als dass die Industrie die Unternehemne, also die Wirtschaft die kostenbelastete Aufgabe der Weiterbildung von Mitarbeitern an den Staat übergeben soll. Es ist schon seit Längerem das Prinzip von Unternehmen, die Ausbildung dorthin auszulagern, wo man die Dienstleistung "Ausbildung" umsonst bekommt. Heutzutage werden Leute mit abgeschlossenem Hochschulstudium aus den Bereichen BWL, VWL, Germanistik, Anglistik usw. als Bürohilfe eingesetzt. Diese Leute sind für diese Aufgabe völlig qualifiziert (genau genommen völlig überqualifiziert), und für deren Ausbildung musste das entsprechende Unternehmen absolut nichts investieren! Diese Ausbildung bezahlt schließlich der Steuerzahler. Toller Deal, aber eben nur für die Unternehmen.
Vieles davon lässt sich sicherlich auch auf eine unüberlegte Wahl des Studienfachs zurückführen, aber Ingenieure gibt es genug. Viele davon müssen nur noch von den Unternehmen gemäß spezieller Bedürfnisse ein wenig weitergebildet werden, und schon sind diese einsatzbereit. Eben das scheuen die Unternehmen. Anstatt einen Ingenieur einzustellen, der nicht perfekt auf das hochspezielisierte Anforderungsprofil passt, und den man dann ensprechend anlernt, sollen die Unis Ingeniere produzieren, die möglichst allen hochspezielisierten Anforderungsprofilen entsprechen. Nur ja nicht selbst in die eigenen Mitarbeiter investieren. En passant soll der Staat bitte auch noch die nichtakademische Ausbildung der Mitarbeiter überhemen.
Die Hochschulen müssten ihre neue "Rolle und Mission" entschieden annehmen, und die heißt: "Weiterbildung von Bildungsaufsteigern" und Einrichtung "berufsbegleitender Teilzeitstudiengänge". Dass die Gutachter nicht ganz falsch liegen, zeigt sich daran, dass auch die Unternehmen beginnen, Arbeitnehmer über 40 gezielter fortzubilden.
Mein Gott, die Unternehmen fangen also an, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter in die Hand zu nehmen, sogar solche, die schon über 40 Jahre alt sind. Das muss ja unbedingt verhindert werden! Wo kämen wir denn hin, wenn Unternehmen in die Verbesserung der Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter investieren würden? Das würde man vielleicht noch aushalten, aber bei älteren Mitarbeitern geht das entschieden zu weit. Hier muss der Staat Abhilfe schaffen.
Herrgott Ihr spinnt ja wohl! Genau das ist doch das ersehnte Ziel, dass Unternehmen endlich wieder gezielt und eigenverantwortlich für den Nachwuchs bei den Mitarbeitern / Fachkräften sorgen. Insbesondere auch bei älteren Mitarbeitern, anstatt diese loszuwerden, als ob es sich um abgelatschte Schuhe handeln würde, die man in den Müll wirft. - #182 29.02.2012 14:06 von
Bedenken sie auch, dass man als Hochgebildeter auch nur seine Möglichkeiten nutzt.
Die Welt ist groß und es gibt viel zu sehen. Wenn man mit einem Hochschulabschluss so gut wie überall etwas tun kann, macht man dies auch. Gerade in der globalisierten Welt, wo die Grenzen insgesamt offener denn je sind.
Das gleiche tun auch Studierende anderer Länder, sodass man sich über kurz oder lang einfach mit "Fremden" anfreunden muss. In meiner Umgebung sehe ich fast nur noch Chinesen... - #183 29.02.2012 14:09 von
Professoren fehlen!!!
Was soll denn das für eine Studie sein? Ist die am Schreibtisch entstanden? Bevor ich solche Prognosen abgebe, wäre es empfehlenswert, sich erst einmal von den übervollen Studiengängen an den Universitäten zu überzeugen. Es fehlt nicht an Studenten, es fehlt an Professoren. Alles andere ist Spinnerei.
- #184 29.02.2012 14:09 von
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[QUOTE=jensjavea;9734336] Dass ihr Sohn den besser dotierten Job vorzieht ist vollkommen verständlich - dazu möchte ich absolut nichts sagen.
Dass aber ein Gehalt von EUR 4.800 hier als allgemein zu gering angesehen wird, finde ich schonstark. Ebenso bezweifle ich den Vergleich, dass ein Dachdecker im Allgemeinen genauso viel oder noch mehr verdient; das entspricht in Steuerklasse 1 sicher etwas mehr als EUR 2750 netto und über diesen Verdienst würden die wenigstens schimpfen.
Gute Leute sollten auch gutes Geld bekommen - keine Frage. Aber dass jeder Akademiker im Billiglohnsektor arbeitet (diese These kam jetzt nicht von ihnen) ist doch anzuzweifeln und mit manchen Geldbeträgen kann man schon sehr gut leben. - #185 29.02.2012 14:27 von
Realität
Ich studier im Moment an der LMU München und kenne einige die schon eine abgeschlossene Ausbildung haben und mit 25-30 nochmal angefangen haben zu studieren.
Ich kenn einen sogar mit Hauptschulabschluss, der musste sich bei den mathematischen Grundlagen schon richtig durchbeißen obwohl das nur eine Wiederholung des Abi-Stoffes ist.
Ich kann mir das eigentlich nicht vorstellen wie das gehen soll, wenn man weder korrekt umformen noch ableiten kann. Aber es geht wohl irgendwie.
Ist ja klar, dass es zum Fachkräftemangel kommt, bei dem demographischen Wandel. Die Unis haben aber garnicht die Kapazitäten um das aufzufangen. Dafür müsste man schon massiv investieren, neue Gebäude bauen etc. Es herrscht einfach Platzmangel.
Es gibt auch massive Unterstützung für Studenten mit abgeschlossener Berufsausbildung. Das ist wirklich extrem, die studieren mit 30 und haben spezielle Stipendien, sodass die im Monat 1500-2000€ zur Verfügung haben. Als Student! Ich bekomm nicht mal Bafög und normale Stipendien sind schwer zu bekommen ausserdem darf man bei normalen Stipendien nicht nebenbei arbeiten. - #186 29.02.2012 14:27 von
Standesdünkel?
Nur weil jemand in seiner Jugend nicht auf dem Gymnasium war, ist er nicht fähig für ein Studium?
Was gluben Sie wie viele Meister oder Techniker Abitur haben?
Sie sind auch jemand der glaubt, alle Nichtabiturienten sind blöd, oder?
Viele gelernte Facharbeiter haben weit grössere Kenntnisse als 18jährige Abiturienten!
Ausserdem bekommt man heute das Abi eh nachgeworfen.
In meinem Ausbildungsberuf 3x10 Wochen Abendkurs, nebenbei zur Ausbildung, an der Berufsschule. (Blockunterricht) - #187 29.02.2012 14:32 von
- #188 29.02.2012 14:33 von
Das hilft nicht. Das Problem mit akademischen Berufen ist, dass man erst spät ins Berufsleben eintritt und dann ab 40 als nicht vermittelbar und nicht auf der Höhe der Zeit betrachtet wird.
Schauen Sie sich mal die Stellenanzeigen an: "..junges Team ", aha, und Sie werden nicht älter??
Ich kann niemanden ernsthaft zu einem (technisch) akademischen Beruf raten. Diese Berufe sind zu schlecht bezahlt weil man da nur 15-20 Jahren darin arbeiten kann. Die bessere Bezahlung überbrückt nicht die restlichen Leer- oder Schlechtzeiten.
Dazu kommen häufig noch extrem familienfeindliche Arbeitsorts. Flexibel in der BRD oder gar EU sollte der MA einsatzbar sein.
In der Summe ist es für die meisten besser den Meister in einem Handwerksbetrieb zu machen. - #189 29.02.2012 14:34 von
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Und womit widerlegen sie jetzt die Studie? Kann es nicht sein, dass es an beidem fehlen kann?
Wenn sie lediglich ausdrücken wollen, dass zur sinnvollen Umsetzung der in der Studie empfohlenen Maßnahmen auch die Anzahl der Professoren erhöht bzw. die allgemeinen Bedingungen der Lehre verbessert werden sollen, dann stimme ich ihnen zu.
Aber dadurch, dass es zu wenige Professoren gibt, gibt es noch nicht genug Fachkräfte.
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