Englisch muss man können. Aber auch nur zur Haelfte, nicht wahr, Pilgrim?
The dos and don'ts
CorbisKurz vor der Klausur büffeln viele Studenten Tag und Nacht - dabei wissen Hirnforscher längst, wie wenig das tatsächlich nützt. Buchautor Markus Reiter zeigt die drei größten Fehler beim Lernen auf - und erklärt wie sie sich vermeiden lassen.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...828738,00.html
Englisch muss man können. Aber auch nur zur Haelfte, nicht wahr, Pilgrim?
The dos and don'ts
Wenn man jetzt böswillig wäre, könnte man als Grund dafür feststellen, dass der Segellehrer noch nie in seinem Leben an einem Kurs, geschweige denn an einer Prüfung in „Pädagogik“ oder „Didaktik“ teilgenommen hat.
Wenn man etwas Erfahrung in dieser Branche hat, weiß man allerdings, dass diese Begründung vollkommen richtig ist.
Dass viele Studenten erst kurz vor der Prüfung mit dem Lernen anfangen, hat neben den straffen Stundenplänen noch einen weiteren Grund, den die Lerntheoretiker hier scheinbar vergessen haben:
Wer kann und will sich 2 Monate vor der Prüfung schon länger als 15 Minuten auf trockenen Lernstoff konzentrieren, wenn drinnen wie draußen Ablenkung lockt? 2 Tage vor der Prüfung schafft man dann dagegen deutlich länger als eineinhalb Stunden...
Das Beispiel mit der Maschinenbedienung halte ich zudem für schlecht vergleichbar. Lernstoff an der Hochschule ist oft unzusammenhängend in verschiedene Kapitel eingeteilt, die nicht zwingend aufeinander aufbauen. Einige machen dann den Fehler, nach dem Lernen eines Abschnitts diesen als abgeschlossen zu betrachten - aber wenn man etwas zwei Wochen vor der Prüfung gelernt und nicht ausreichend wiederholt hat, ist am Prüfungstag das meiste schon wieder vergessen. Am Ende hat dann doch derjenige die bessere Note, der sich panisch erst wenige Tage vor der Prüfung alles auf einmal in die Birne geprügelt hat. Tatsache, oft beobachtet.
......macht es uns Studenten wirklich nicht gerade leichter, wenn es um "gutes Lernen" geht. Nichtmal in dem Fach, aus dem diese Erkenntnisse stammen (in meinem Fall: Psychologie & Neurowissenschaften).
Besonders das Sommersemester - kürzer und trotzdem mit mehr Stoff vollgepackt, als das Wintersemester - ist an Stress kaum zu überbieten.
Im April, Mai und Juni ist man schwer beschäftigt, mit:
1. Referaten. Bei uns sind das 90 Minuten in denen man - je nach Seminargröße - zu zweit oder alleine über ein Thema referiert. Die Ansprüche sind hoch. Möglichst wenig Text auf den Folien, möglichst viele Bilder und Grafiken, aber bitte ohne Karteikarten = Der Inhalt des Referates muss auswendig perfekt beherrscht werden. Bitte schön mit ausführlich geplanten Interaktionen. Und Diskussionen. Und zusätzlich noch Literatur zu suchen, die der Dozent nicht bereit gestellt hat. Wird ebenfalls als Notwendig angesehen (unter dem Stichwort: "Weitergehende Beschäftigung mit der Thematik"). Mir persönlich machen Referate viel Spaß - aber sie erfordern intensive Vorbereitung, teilweise über Wochen.
2. Hausarbeiten. In diesem Seminaren wird dann halt kein Referat gehalten, sondern ein "akademisches Gespräch" zwischen Studenten und Dozenten gepflegt. Löblicher Ansatz - auch das macht viel Spaß und fördert eigenes Denken. Aber: 50 Seiten Text pro Woche, der gelesen sein will. Abgabetermin der Hausarbeiten: Meistens im Mai oder Juni, damit "die stressige Klausurphase umgangen wird".
3. Blockseminare. Gerne Samstags oder Sonntags, gerne von 9 bis 20Uhr. Dafür halt nur 2, 3 Termine insgesamt. Auch hierfür: Texte, teilweise mehrere 100 Seiten. Die Woche vor den Blockterminen ist man mit wenig anderem beschäftigt.
4. Praktische Seminare. Testkonstruktion. Durchführung von Experimenten. Experimentdesign, Experimentdurchführung & Datenerhebung, Datenauswahl, Datananalyse, Bericht und Präsentation und Poster am Ende. Für den Bericht natürlich Literatursuche.
5. Im Falle von Gruppenarbeiten (Testkonstruktion oder Referate): Vorbesprechungen, Gruppenbesprechungen, Besprechungen der Besprechungen. Blabla halt. Frisst auch Zeit.
Wenn ich jetzt noch alle Vorlesungen besuche, dann habe ich meine 40 bis 50 Stunden die Woche voll. Ohne Nach- oder Vorarbeiten der Vorlesungen. Ohne Zeit für Zusammenfassungen/Wiederholungen.
Es ist schon absurd in den Vorlesungen zu sitzen, in denen einem unter anderem erklärt wird, welche Auswirkungen Lernen unter Stress auf Leistung und auch Gehirn hat - und kaum einen Weg zu sehen, wie man sich das Bulimielernen am Ende des Semesters selbst ersparen kann. Jedenfalls sofern man noch vorhat auch während der Vorlesungszeit eine Art Leben außerhalb der Uni zu führen...
Ohne mich falsch zu verstehen: Jedes Seminar, jede Übung, jede Vorlesung ergibt Sinn und ist sicherlich wichtig und richtig um mir das zu vermitteln, was ich am Ende meines Studiums brauche. Es macht ja Sinn, dass wir in Blockseminaren Gesprächsführung üben oder dass wir intensiv Lernen, Berichte zu schreiben und Experimente durchzuführen.
Trotzdem: Mein Tag hat nur 24 Stunden.
Natürlich ist das nicht in jedem Studium so. Und ich könnte das ganze ja auch entspannter angehen. Es muss ja nicht immer die Super-duper-top-Note sein, oder?
Mhm. Wenn da nicht die Zulassungsbeschränkung für den Master wäre.
Gut, dass ich mein Fach so liebe.
Wir sind kein Produkt der Wirtschaft, also lernt für das Wissen und nicht für die WIrtschaft.carpe diem