Doppelte Staatsbürgerschaft: Ausländerpolitik wird Wahlkampfthema

DPAKann man gleichzeitig Deutscher und Türke sein? Ja, sagen SPD und Grüne - und auch die FDP will mehr doppelte Staatsbürgerschaften zulassen: Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will die bisherige, strikte Regelung überprüfen. In der Union regt sich Widerstand.

Justizministerin will mehr doppelte Staatsbürgerschaften zulassen - SPIEGEL ONLINE
  1. #260

    Das eigentlich absurde, was bei diesem Thema gar nicht angesprochen wurde:

    Wer die deutsche Staatsangehörigkeit im Nachhinein erwirbt, hat kein Recht, danach eine andere Staatsangehörigkeit mehr anzunehmen, nur noch die alte wiederzuerlangen.

    Sprich: Wenn ich nun nach ein paar jahren nach China ausreise, mich dort ansaessig mache, mich dort integriere, und der chinesische Staat mir das Recht gibt, Chinese zu werden, darf ich das gar nicht.

    Erst muss ich die "Deutsche" verlieren, zur "Türkischen" zurückkehren, und dann erst darf ich Chinese werden. Das verstehe nun jemand.

    Es werde Licht!!!
  2. #261

    hmmm

    Zitat von atilla Beitrag anzeigen
    ...soweit ich weiß, hatte die Juden nur die deutsche Staatsbürgerschaft und kein Land, dass sie beschützen konnte.
    stimmt schon, ähnlich ist es wohl den Armeniuern gegangen. Schutz hätten sich wohkl auch zahlreiche Völker gewünscht die von den Osmanen überfallen und systematisch massakriert wurden.
  3. #262

    Doppelte Staatsbürgerschaft

    ist juristisch nur in Ausnahmefällen vertretbar.

    Aber ehe man das zum Wahlkampfthema macht, sollte man erstmal grundsätzlich über eine vernünftige Ausländerpolitik nachdenken. Die hat es nie gegeben und war stets von zeitweiligen Momenteinflüssen geprägt.
  4. #263

    nachvollziehbar aber irrelevant

    Zitat von atilla Beitrag anzeigen

    Aber mein wichtigster Vorteil ist die Sicherheit für meine Nachfahren, wenn es in Deutschland wieder zu einer Eskalation kommen sollte (die Beiträge hier zeigen, was für ein Hasspotenzial besteht), soweit ich weiß, hatte die Juden nur die deutsche Staatsbürgerschaft und kein Land, dass sie beschützen konnte.
    durchaus nachvollziehbares argument.

    nur kann der deutsche staat sich dies nicht zu eigen machen und sich durch das gewähren umfänglicher doppelter staatsbürgerschaften als gefährdet von rassismus und erneutem nazi-terror zu outen, sozusagen an sich selbst zweifeln.

    jeder ausländer der sich in diese "no-go-zone" deutschland begibt sollte wissen was er tut und wenn ihm das zu gefährlich erscheint lieber anderswo hingehen.

    deutschland kann seine gesetze nicht nach befindlichlkeiten ausländischer mitbürger ausrichten.
  5. #264

    Koch's Populismus entsorgen

    Die jetzige, konservierte Lage ist dem Populisten Koch zu verdanken. Wir erinnern uns noch an 1999 und seinen Xenophopen Wahlkampf.
    Dass die Realität schon weiter ist beweisen nicht nur diverse Doppelstaatsbürger (auch in der CDU), sondern auch vom Staat initierte Aktionen wie die Deutsch-französische Doppelstaatsangehörigkeit im Sinne von Nr. 22 der gemeinsamen Erklärung zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrages.
    Es ist an der Zeit zumindest für den EU-Raum pragmatische Lösungen zu finden. Auch dieses trägt zu Integration bei.
  6. #265

    Zitat von m.ohler Beitrag anzeigen
    Ich kann nur jedem empfehlen, sich diesbezüglich die relativ aufwändige Vergleichsstudie von Ruud Koopmans - "Der Zielkonflikt von Gleichheit und Diversität" - zu Gemüte zu führen.

    Überall dort, wo die Erlangung der Staatsbürgerschaft, insbesondere durch Zulassung der Mehrstaatigkeit, leicht ist, sind die empirischen Integrationsergebnisse bez. integration in den Arbeitsmarkt, Kriminalität und lebensweltliche Segregation SCHLECHT.
    Die bloße Tatsache, dass ein Staat Mehrstaatigkeit zulässt, sagt doch noch überhaupt nichts darüber aus, wie einfach oder schwer es ist, dessen Staatsbürgerschaft zu bekommen? Die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft z.B. ist an eine ganze Reihe von Voraussetzungen geknüpft, die erst mal erfüllt werden müssen, um überhaupt deutscher Staatsbürger werden zu können. Wie hoch oder niedrig diese Anforderungen sind, hat nichts mit der Frage zu tun, ob man nebenbei auch noch seine alte Staatsbürgerschaft behalten kann.

    Zitat von m.ohler Beitrag anzeigen
    ganz abgesehen von grundsätzlichen Einwänden gegen Mehrstaatigkeit (wie würde sich Deutschland eigentlich zukünftig zum Konflikt zwischen der Türkei und Armenien bzw. und Israel verhalten, wenn türkische Staatsbürger ZUGLEICH deutsche Staatsbürger wären und keinerlei Notwendigkeit bestünde, nach Jahren des Aufenthalts hier auch die Perspektive auf bestimmte Themen zu verändern)
    Deutschland verhält sich gegenüber *jedem* Land immer so, wie es der Politik jener Parteien entspricht, die gerade momentan die Regierung stellen. Natürlich steht es Menschen mit türkischen Wurzeln frei, eine eigene Partei zu gründen, die z.B. speziell zur Armenien-Frage eine andere Meinung vertritt. Dann müssen sie dafür, wie jede andere Partei auch, um Mehrheiten werben. Derartiges ist aber 1.) im Moment nicht mal ansatzweise absehbar und 2.) hat das nichts damit zu tun, ob diese Menschen nun eine oder zwei Staatsbürgerschaften ihr eigen nennen.
  7. #266

    Junkies suchen Junkies

    Um Ihr eigenes Elend zu relativieren. Aber ich kann Sie da nicht beruhigen, es gibt nichts Vergleichbares in der Geschichte!