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Doping-Urteil zu Ullrich: Ein erledigter Fall

DPAErst Alberto Contador, jetzt Jan Ullrich: Der Internationale Sportgerichtshof hat mit diesen Urteilen den Anti-Doping-Kämpfern wieder Hoffnung gemacht. Für den Ex-Radstar ist der Richterspruch dagegen der Schlusspunkt eines beispiellosen Absturzes - für den er selbst verantwortlich ist.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,814299,00.html
  1. #1

    schlecht

    dieser artikel tut ja grad so, als wäre die zeit von ullrich und co. im besonderen maßen von doping geprägt gegenüber anderen zeiten. in wirklichkeit war das was zu seiner zeit passierte ein kindergeburtstag ggü. dem doping in den jahrzehnten davor. nur wurde bei merckx und konsorten nicht so viel brimborium gemacht. unschuldiger sind sie dennoch nicht.
  2. #2

    D'accord

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst Alberto Contador, jetzt Jan Ullrich: Der Internationale Sportgerichtshof hat mit diesen Urteilen den Anti-Doping-Kämpfern wieder Hoffnung gemacht. Für den Ex-Radstar ist der Richterspruch dagegen der Schlusspunkt eines beispiellosen Absturzes - für den er selbst verantwortlich ist.

    Doping-Urteil zu Ullrich: Ein*erledigter Fall - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport
    Mit diesem Artikel ich zu fast 100% d'accord gehen.

    Nur eines nicht - an den legendären ersten Toursieg, an JUs Duelle mit Armstrong, da werde ich ziemlich ungetrübt zurückdenken. Das war einfach nur spannend, da hat man mitgefiebert, sich gefreut oder geärgert.

    Das dabei betrogen wurde - klar. Das ist ja nun auch hinreichend festgestellt. Dass es unter Gleichen (alles Doper) dennoch herausragende sportliche Leistungen waren steht dennoch außer Frage.

    Ullrich wird das alles nichts mehr nützen, er macht immer noch nicht den Eindruck, als hätte er seinen Frieden geschlossen. Selbst dann, wenn es nichts mehr zu verlieren gibt, wenn er sagen könnte "Ja, ich habe gedopt, war halt so, sorry" und man es zur Kenntnis nehmen würde und nichts sonst. Selbst in einer solchen Situation hält er noch an seiner Wahrheit fest. Schon a bisserl traurig.
  3. #3

    Hervorragend

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst Alberto Contador, jetzt Jan Ullrich: Der Internationale Sportgerichtshof hat mit diesen Urteilen den Anti-Doping-Kämpfern wieder Hoffnung gemacht. Für den Ex-Radstar ist der Richterspruch dagegen der Schlusspunkt eines beispiellosen Absturzes - für den er selbst verantwortlich ist.

    Doping-Urteil zu Ullrich: Ein*erledigter Fall - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport
    Der Artikel beschreibt hervorragend die Situation und das Verhalten der Doper: Kurz gesagt betrügen/betrogen sie und sind auch dann noch zu feige, es zuzugeben, wenn sie erwischt werden. Ein Menschenschlag der zu allem anderen als zum Idol taugt.
  4. #4

    Ich finde den Artikel ziemlich albern...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst Alberto Contador, jetzt Jan Ullrich: Der Internationale Sportgerichtshof hat mit diesen Urteilen den Anti-Doping-Kämpfern wieder Hoffnung gemacht. Für den Ex-Radstar ist der Richterspruch dagegen der Schlusspunkt eines beispiellosen Absturzes - für den er selbst verantwortlich ist.

    Doping-Urteil zu Ullrich: Ein*erledigter Fall - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport
    ja natürlich, wie schön wäre doch die Illusion eines sauberen Profiradsports, so lange Ullrich und andere sich nicht erwischen lassen, lasst ihr Presseleute euch doch nur zu gern auf diese Illusion ein. Warum drescht ihr auf Ullrich ein? Weil er sich erwischen ließ und er eure Illusion damit zerstörte?
    Es gibt auch Gerüchte, dass auf der Liste des Doktor Fuentes Fußballer des CF Barcelona auftauchten... dennoch preist uns auch SPON dieses Team an als "überirdisch" "perfekt" etc. etc. Insgeheim hofft jeder, dass es den absolut sauberen Sport gibt, aber es ist nur eine Illusion, eine Illusion von der die Sportpresse nur zu gern profitiert. Wehe dem der sie zerstört...
  5. #5

    ein Artikel tut so . ...

    Zitat von future-trunks Beitrag anzeigen
    dieser artikel tut ja grad so, als wäre die zeit von ullrich und co. im besonderen maßen von doping geprägt gegenüber anderen zeiten. in wirklichkeit war das was zu seiner zeit passierte ein kindergeburtstag ggü. dem doping in den jahrzehnten davor. nur wurde bei merckx und konsorten nicht so viel brimborium gemacht. unschuldiger sind sie dennoch nicht.
    Ganz klar ist mir nicht, was sie mit ihrem Beitrag ausdrücken wollen (ahne aber, daß sie zu denen gehören, deren Verehrung für Herrn Ullrich ungebrochen ist).
    Abgesehen davon, daß Praktiken aus früheren Zeiten nichts mit dem Schuldvorwurf an Herrn Ullrich zu tun haben, scheint mir der, von ihnen erwähnte Unterschied doch vor allem darin zu bestehen, daß sich das Doping quantitativ vielleicht verringert, aber qualitativ gewaltig verändert hat. Und sich weiter in bedenklichem Maße verändern wird - Stichwort Gendoping.
    Aus ihrem Vergleich mit einem "Kindergeburtstag" (<muss ich das klein schreiben?) ziehe ich den Schluss, daß sie kaum ahnen, was sich Athleten wie Herr Ullrich und Mitgenossen in ihre Blutbahnen gespritzt haben und welche Risiken sie unter anderem damit eingegangen sind.
    Solche Praktiken zu überwachen und den einen oder anderen Sportler damit sogar vor verfrühtem Ableben zu bewahren (es gibt etliche Beispiele) ist für sie "Brim . .. pardon "brimborium" ?
  6. #6

    Naiv

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Botschaft dieser Woche, wie sie von dem Gerichtshof in Lausanne ausgeht, muss denn auch lauten: Wer dopt, kommt nicht davon. Irgendwann bekommt jeder Athlet seine Strafe - und wenn es Jahre nach dem Karriereende ist wie bei Ullrich.
    Wie naiv. Als ob Lance Armstrong oder Miguel Indurain noch etwas zu befürchten hätten.
  7. #7

    -

    Jaja, der liebe Spiegel. Damals zusammen mit Ulrich im Teambus geschlafen und heute dämlich auf ihn eindreschen. Als hätte damals nur irgendjemand mit ein wenig Ahnung vom Radsport geglaubt, die Spitze würde sauber fahren. LÄCHERLICH! Doping hin oder her - die Leistungen waren einfach Wahnsinn und reichen zum Idol. Und jeder, der etwas anderes sagt, sollte einmal per Rennrad den Col de la Madeleine bezwingen. Ohne Training fängst Du nach 20 Minuten an zu heulen, auch mit Epo und Clenbuterol im Blut.
  8. #8

    In guter Erinnerung

    Zitat SPON: <<<<
    Der grandiose Tour-Sieg 1997, die Duelle mit Armstrong auf den 21 Kehren von L'Alpe d'Huez - man würde sich als Sportfan so sehr wünschen, dies als unschuldige Erinnerung an Ullrich im Gedächtnis zu behalten. Aber Ullrich wird stattdessen in die Sportgeschichte als Beispiel für eine Radprofi-Generation eingehen, die erst manipulierte und dann nicht in der Lage war, dazu zu stehen, als sie erwischt wurde. Um Sponsorenverträge nicht zu verlieren, um Preisgelder behalten zu können, wurde bestenfalls geschwiegen, schlechterenfalls gelogen.>>>

    So ist das Geschäft, da können auch die üblichen deutschen Weltverbesserer-Funktionäre, Jounalisten, Dopingjäger und die ganze Korona nichts daran ändern. A l l e profitieren von dem Geschäft - der Sieger, der D-Jäger und die massenhaften Storyschreiber, die "Experten", die speziellen Institute. eine ganze Armada, das muss sich ein Staat eben leisten können.
    Was bleibt? Ich erinnere mich gern an den Tour-Sieg von Ullrich, an seine Zweikämpfe mit Lance, der auch gedopt war. Das waren tolle Kämpfe, ohne Hilfsmittel nicht denkbar. Fahrerisch Extraklasse!
    Es zeichnet die Vorbild-Deutschen aus, dass sie alles exakter, genauer, besser als die übrige Welt machen, ob nun Anti-Doping-Kampf, Kernenergieausstieg oder eine klinisch reine Gesellschaft ohne alles was den Anschein erweckt, Rechts zu sein. So zuverlässig sind sie nun mal, die Deutschen! Und wenn es sein muss und hilft, machen sie sich vor der Welt entweder unbeliebt oder lächerlich. Geliebt werden sie nie, und wenn sie nicht sofort zahlen, darf man sie beleidigen. Past nicht zum Fall Ullrich? Oh, doch, das sind einfache Zusammenhänge in der deutschen Nachkriegsgesellschaft.
  9. #9

    Objektivität?

    Die Verurteilung von Jan Ullrich ist berechtigt, dennoch fehlt mir von Seiten der CAS, der UCI und des Autors jede Objektivität. Die CAS und UCI bewertet die Fälle mit unterschiedlicher Vorgehensweise und Strafmaß.
    1996 verzichtet ein deutsches Radsporttalent auf die Olympiade und wird zweiter bei der "Tour de France". Aber erst in der dritten Woche der "Tour" 1997 wird Jan Ullrich durch Sonderberichterstattungen des späteren Co-Sponsor ARD medienwirksam zum neuen Volkshelden erhoben. Radsport wird auf einmal salonfähig wie früher Tennis.
    "Keiner wollte damals laut nachfragen, wie die Leistungen der Profis zustande gekommen sind, wie die Fahrer es fertigbrachten, noch im Berg bei zwölf Prozent Steigung ihre Tempo-Attacken zu starten." - Den Sportredakteuren sollte dennoch nicht entgangen sein, dass es immer Dopinggerüchte um Protagonisten der "Tour de France" in den Vorjahren (Indurain, Bugno, Chiappucci, Rominger etc.) gab. Aber Erfolg macht bekanntlich auch blind.

    "Es ist der Endpunkt eines Absturzes, wie ihn ein Sportler in Deutschland noch nicht erlebt hat." - Der "Bomber der Nation", Gerd Müller und langzeitige WM-Torschützenkönig, musste in der Wurstfabrik von Uli Hoeneß arbeiten. Das Leben in der Schweiz kann demnach nicht schlimmer sein.
    "Selten ist im deutschen Sport Liebe dermaßen in Enttäuschung umgeschlagen." - Ich weiß momentan nicht mal, welcher Sender den Davis Cup im Tennis überträgt.
    "Aber Ullrich wird stattdessen in die Sportgeschichte als Beispiel für eine Radprofi-Generation eingehen, die erst manipulierte und dann nicht in der Lage war, dazu zu stehen, als sie erwischt wurden." - Es gab auch immer Gerüchte um Jacques Anquetil und Eddy Merckx in den 1960er und 1970er. Tom Simpson starb am Mont Ventoux durch den Missbrauch von Amphetaminen, die man später in seiner Trikottasche fand.

    "Spitzensportler, die sich der verbotenen Leistungssteigerung bedient haben, taugen nicht mehr als Vorbilder." - In den USA zahlt man Millionen für Baseballspieler, Basketballer und Footballspieler, die als Vorbilder dienen. Karl Malone (Basketball) und Mark McGwire (Baseball) standen während ihrer Karriere immer unter Verdacht, ihren Körperbau durch den Missbrauch von Anabolika gefördert zu haben. Barry Bonds (Vielfacher Rekordhalter der MLB) ist im BALCO Skandal verwickelt.
    Also diese Art der Berichterstattung hätte ich gerne nach dem Freitod von Robert Enke gesehen. Mit so wenig Feingefühl wird man von Jan Ullrich nie die Wahrheit erfahren.
    So einfach kann man auch nicht auspacken. Ich erinnere nur and die Situation der 18. Etappe der "Tour" 2004. Filippo Simeoni wurde vor den Fernsehkameras von Lance Armstrong vorgeführt, weil er gegen dessen "Trainingsplaner" Michele Ferrari vor Gericht ausgesagt hatte.








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