DPAEin jahrelanger Rechtsstreit geht zu Ende: Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat Jan Ullrich wegen Dopings verurteilt. Sein dritter Platz bei der Tour de France 2005 wird gestrichen. Der frühere Rad-Profi darf jetzt offiziell als Dopingsünder bezeichnet werden.
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,814191,00.html
Ich finde es manchmal etwas seltsam, dass wir in Deutschland immer ein Gerichtsurteil benötigen, um etwas sicher zu wissen. Auch Gerichte machen Fehler und gerade in der Causa Ullrich war doch schon länger klar, dass er ohne Doping nicht mal 3/4 der Tour auf diesem Niveau hätte fahren können.
Kein Grund, sich zu echauffieren.
Doping im Profiradsport ist aus Sicht des Aktiven vernünftig (jedenfalls, solange er sich nicht erwischen lässt).
Denn wie es aussieht, verlieren die Dopingfahnder das Katz- und Mausspiel regelmäßig, der saubere Radsport ist eine gutgemeinte Chimäre. Ergo dopen alle, deren Auskommen von ihrer Leistung abhängt.
Es kommt für den Einzelnen also nur darauf an, nicht zu den wenigen Unglücklichen zu zählen, die erwischt werden. Oder aber, er sucht sich ganz einfach einen anderen Job.
Wem die "rollende Apotheke" mißfällt, der schaut halt nicht mehr hin und entzieht den Veranstaltern so Werbeeinnahmen.
Leider, leider gehört Doping zum Leistungssport sowie eine gute Tasse Kaffee zum Frühstück. Es geht zwar auch ohne Kaffe am Morgen, aber eben nicht so gut.
Alles sehr, sehr traurig, aber ein perfektes Spiegelbild unserer ziemlich kranken Leistungsgesellschaft.
Dem Verfasser des Artikels muss ich leider in der Hinsicht kritisieren, dass er die Konsequenz dieses Urteils nicht begriffen hat. Als Wiederholungstäter droht Jan Ullrich eine lebenslange Sperre für alle Tätigkeiten im Radsport - somit auch bei Jedermann-Veranstaltungen und Charity-Touren. Die Veranstalter profitierten vom Namen"Jan Ullrich". Es ist also nicht nur ein Nehmen des Sportlers, was ihm hier einige unterstellen.
Leute wie Sie (deutsche Michel, wie einer der Foristen sich hier bezeichnenderweise selbst nennt) hegen gewiß auch Sympathien für die Herren Wulff und Guttenberg.
Man faßt es nicht: "Er hat keinen betrogen, weil alle betrogen".
Sie sollten Berater des BP (auch "jemand fürs Herz") werden.