Forum


 

Doktorpfusch: FH-Professorin unter Plagiatsverdacht

Die Plagiatsjäger von VroniPlag haben eine neue Doktorarbeit im Visier: Diesmal ist kein Politiker der mutmaßliche Übeltäter, sondern eine Hochschullehrerin. Den Doktortitel hat sie aus Polen. Die*dortige*Uni zeigt sich über die Vorwürfe*entsetzt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...779693,00.html
  1. #1

    Man sollte in diesem Zusammenhang

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Plagiatsjäger von VroniPlag haben eine neue Doktorarbeit im Visier: Diesmal ist kein Politiker der mutmaßliche Übeltäter, sondern eine Hochschullehrerin. Den Doktortitel hat sie aus Polen. Die*dortige*Uni zeigt sich über die Vorwürfe*entsetzt.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...779693,00.html
    etwas besser recherchieren und nicht das Hochschulgesetz nur auszugsweise zitieren. Der Satz:

    "Ihr Titel stützt ihre wissenschaftliche Karriere - auch wenn FH-Professoren keine Promotion vorweisen müssen."
    ist missverständlich. In den Hochschulgesetzen der Länder wird für Professoren (egal ob FH oder Uni) als Grundvoraussetzung eine wissenschaftliche Qualifikation verlangt, die in der Regel durch eine "überdurchschnittliche" Promotion nachgewiesen wird. Es können aber (nur in begründeten Ausnahmefällen) auch andere Nachweise erbracht werden, insbesondere in den Fächern, wo Promotionen unüblich sind (z.B. in manchen künstlerischen Fächern oder Architektur usw.)

    Die im Text angesprochene mehrjährige Tätigkeit ist eine zusätzliche Voraussetzung um berufungsfähig zu sein.
  2. #2

    Ich verwette meine rechte Hand...

    dass in einer großen Anzahl von Doktorarbeiten (und auch Diplom- und Examensarbeiten) plagiierte Stellen zu finden sind. Grade diese Woche hat mir ein Freund von seinem Informatik/IT-Prof erzählt, in dessen Arbeit er viele 1:1 abgeschriebene Stellen gesehen hätte...
    Ein grundlegendes Problem ist aber auch, dass einerseits viele Profs nie richtig zitieren gelernt haben und es andererseits auch ihren Studenten nie richtig beigebracht haben. In meinem Studium z.B. wurde das nicht ein einziges mal behandelt! (Einer der vielen Gründe, warum ich hier im Forum auch immer so über die miese Qualität des Studiums und der Lehre in Deutschland rumpoltere.) Aber zum Glück gibt es ja hervorragende englische Fachliteratur zu dem Thema, mit der ich dann als Lehrkraft in den USA vertraut gemacht wurde. Denn dort wird das in die Köpfe der nachwachsenden Wissenschaftler regelrecht reingeprügelt!
  3. #3

    Schuld haben immer die anderen

    Wie heißt es in ihrer Presserklärung vom 15.08.11:
    "Ein Verfahren, das über anonyme Hinweise in Gang gesetzt und dann über Medien verbreitet wird, dient vorrangig dazu, Menschen zu ermuntern missliebige Personen anzuzeigen, um sie dann über eine Medienjagd zu beschädigen."

    Wer ist so freundlich, ihr zu erklären, dass eine Doktorarbeit KEINE Privatangelegenheit ist, sondern (idealerweise) dem wissenschaftlichen Diskurs dienen soll?
  4. #4

    !

    Zitat von wilko0070 Beitrag anzeigen
    Wie heißt es in ihrer Presserklärung vom 15.08.11:
    "Ein Verfahren, das über anonyme Hinweise in Gang gesetzt und dann über Medien verbreitet wird, dient vorrangig dazu, Menschen zu ermuntern missliebige Personen anzuzeigen, um sie dann über eine Medienjagd zu beschädigen."

    Wer ist so freundlich, ihr zu erklären, dass eine Doktorarbeit KEINE Privatangelegenheit ist, sondern (idealerweise) dem wissenschaftlichen Diskurs dienen soll?
    Ganz falsch ist die Aussage jedoch nicht.
  5. #5

    Auch Hochschullehre sind nicht sakrosankt.

    Zitat von anin Beitrag anzeigen
    etwas besser recherchieren und nicht das Hochschulgesetz nur auszugsweise zitieren. Der Satz:

    "Ihr Titel stützt ihre wissenschaftliche Karriere - auch wenn FH-Professoren keine Promotion vorweisen müssen."
    ist missverständlich. In den Hochschulgesetzen der Länder wird für Professoren (egal ob FH oder Uni) als Grundvoraussetzung eine wissenschaftliche Qualifikation verlangt, die in der Regel durch eine "überdurchschnittliche" Promotion nachgewiesen wird. Es können aber (nur in begründeten Ausnahmefällen) auch andere Nachweise erbracht werden, insbesondere in den Fächern, wo Promotionen unüblich sind (z.B. in manchen künstlerischen Fächern oder Architektur usw.)

    Die im Text angesprochene mehrjährige Tätigkeit ist eine zusätzliche Voraussetzung um berufungsfähig zu sein.
    Nein und nochmals nein. Ihr Zitat exkulpiert die FH - Professorin ganz und gar nicht. Zum einen hat sie Opus um nicht zu sagen Machwerk vorgelegt und so etwas hat auf jeden Fall sauber und makelos zu sein! Wir wollen uns doch nicht auf dem Basar begeben. Da gilt nur das Prinzip ganz oder garnicht. Sie kann auch in Ausland promovieren, aber ihre Bemühungen müssen, wenn sie hier lehren will unseren Standarts genügen! Wie es Polen, Italiener oder Griechen halten wollen ist deren Sache. Die müssen dann natürlich auch selbst tätig werden.
  6. #6

    sdfgwretg

    Zitat von Dumme Fragen Beitrag anzeigen
    dass in einer großen Anzahl von Doktorarbeiten (und auch Diplom- und Examensarbeiten) plagiierte Stellen zu finden sind. Grade diese Woche hat mir ein Freund von seinem .....
    Ich weiß ja nicht, wann und was Sie studiert haben, aber meiner Erfahrung nach ist korrektes Zitieren fundamentaler Bestandteil eines jeden Proseminars... Diese sind obligatorisch, daher kann sich da auch niemand herausreden.

    Aus den bisherigen Berichten über Plagiate schließe ich jedoch, dass vor allem im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich die korrekte wissenschaftliche Vorgehensweise nicht unbedingt mit großer Wertschätzung bedacht ist. Wundert mich allerdings auch nicht, Wirtschaftswissenschaft ist eh ein Wortwitz an sich.
  7. #7

    FH Professorin

    Reichen die bisher gefundenen 19% nicht aus?

    Wieviel prozent dürfen wir denn nun in Zukunft bei unseren Hausarbeiten, Bachelor -und Masterarbeiten abschreiben ?
    Frau Scott war wohl auch erst als Professorin in Krakau tätig und nicht schon früher Studentin dort. Wäre ja auch schade für finanzielle Spenden nach Krakau wenn von dort keine Wertschätzung der Arbeit erfolgt.....
  8. #8

    VroniPlag, die (gefühlt) Millionste...gähn

    @wilko: Was hat der Durchschnittsbürger mit dem wissenschaftlichen Diskurs am Hut?

    Allein dieser "süffisante" Name "VroniPlag" lässt meiner Ansicht nach vermuten, um was für einen Schlag Menschen es sich dabei handelt. Um was anderes geht es denn bei dieser Sache, als die persönliche Genugtuung und Geltungssucht auf Kosten anderer? Ich finde es reicht und mich ärgert es, dass die Medien weiter darüber berichten.

    Diese Herrschaften könnten ihre Freizeit und Energien für weitaus Sinnvolleres einsetzen, für Dinge, die in der Welt tatsächlich einen Unterschied machen würden. Lieber wird kritisiert, zerstört, gemotzt, gemobbt. So krank ist unsere Gesellschaft also schon, dass Menschen, auf welche Art auch immer, geschädigt werden müssen, damit andere sich besser fühlen oder einen "Kick" bekommen!

    Und das aus der Anonymität heraus. Was für eine Leistung!
  9. #9

    ...

    Zitat von schwarzbraun Beitrag anzeigen
    Reichen die bisher gefundenen 19% nicht aus?

    Wieviel prozent dürfen wir denn nun in Zukunft bei unseren Hausarbeiten, Bachelor -und Masterarbeiten abschreiben ?
    Frau Scott war wohl auch erst als Professorin in Krakau tätig und nicht schon früher Studentin dort. Wäre ja auch schade für finanzielle Spenden nach Krakau wenn von dort keine Wertschätzung der Arbeit erfolgt.....
    Man darf nahezu 100% abschreiben, wenn das richtig zitiert wird und nicht als eigene Erkenntnis ausgegenben wird. Ob dann der wissenschaftliche Anspruch bei einer doktorarbeit noch gegeben ist steht auf einem anderen Blatt.

    In einer Studienarbeit/Bachalorarbeti kommt es ja auch häufig (ja nach Fachrichtung) darauf an, das Spektrum der wissenschaftlichen Meinung zusammenzustellen (und durch zitieren zu belegen) und bestenfalls daraus einen eigenen Schluss zu ziehen.

    Anders bei einer Doktorarbeit, die (auch je nach Fachrichtung) Ergebnis eigener Forschung sein soll....

    Bei den erkannten 19% scheint es sich um die Stellen zu handeln, die das Programm als aus der Literatur bekannt gescannt hat.
    Das heißt aber noch nicht, dass das auch unerlaubt ist, wenn alles richtig zitiert wurde.

    Wenn nicht, und erst dann stellt sich die Frage: handelt es sich um "Zitierfehler", oder Plagiate - die Begriffe werden durcheinandergebracht. Also hat jemand wissentlich abgeschriebene Stellen nicht erwähnt, oder beim zitieren Formfehler gemacht.

    Zitierfehler hat JEDER in seinen Arbeiten, da wette ich drauf!
    Da die meisten Arbeiten unter Zeitdruck fertiggestellt werden, lässt sich das gar nicht vermeiden!


TOP



TOP