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Doktoranden zur Schavan-Affäre: "Seit Guttenberg sind wir abgestumpfter"

REUTERSGegen Guttenberg demonstrierten Tausende Akademiker, im Fall Schavan bleibt die Empörung aus. Im Interview sagt Tobias Bunde, Anführer der Doktoranden-Proteste, warum er und seine Kollegen sich in der aktuellen Affäre zurückhalten - und wie die Plagiatsfälle die Wissenschaft verändert haben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-862017.html
  1. #1

    Und was ist mit dem erhöhten Gehalt nach der Promotion?

    Bei akademischen Plagiaten geht es nur zur Hälfte um die Ehre. Die andere und häufig wichtigere Hälfte des Interesses der Plagiateure ist die höhere Gehaltseinstufung sowohl im öffentlichen Dienst als auch in vielen Bereich der freien Wirtschaft. In dieser Hinsicht ist die Erschleichung eines Doktorstitels der erste Schritt eines qualifizierten Betrugs.
  2. #2

    Enttäuscht?

    Irgendwie habe ich da fast einen enttäuschten Unterton bei Frau Sonnberger vernommen, kann das sein? Herr Bunde hat so gar nicht nach Frau Schavans Kopf verlangt - ist ja langweilig!
  3. #3

    das

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gegen Guttenberg demonstrierten Tausende Akademiker, im Fall Schavan bleibt die Empörung aus. Im Interview sagt Tobias Bunde, Anführer der Doktoranden-Proteste, warum er und seine Kollegen sich in der aktuellen Affäre zurückhalten - und wie die Plagiatsfälle die Wissenschaft verändert haben.

    Schavans Plagiatsaffäre: Doktoranden planen keine Prosteste - SPIEGEL ONLINE
    wundert mich nicht. inzwischen empfindet man es schon als normal, dass wir von betruegern regiert werden.
  4. #4

    "Es war aber nie unser Ziel, einen Politiker abzuräumen." "Frau Schavan möchte ich da allerdings ausklammern, sie scheint das wissenschaftliche Arbeiten ernst genommen zu haben." Der Heuchler...
  5. #5

    Frau Schavan nahm es wohl ziemlich ungenau mit wissenschaftlichem Arbeiten.

    Herr Bunde disqualifiziert sich selbst, wenn er sagt: "Frau Schavan ... scheint das wissenschaftliche Arbeiten ernst genommen zu haben". Angesichts der von Frau Schavan wörtlich übernommenen und nicht als Zitate gekennzeichneten diversen Textstellen kann von "ernsthaftem wissenschaftlichem Arbeiten" wohl kaum die Rede sein.
  6. #6

    Höhere Gehaltseinstufung?

    Zitat von sohst Beitrag anzeigen
    Bei akademischen Plagiaten geht es nur zur Hälfte um die Ehre. Die andere und häufig wichtigere Hälfte des Interesses der Plagiateure ist die höhere Gehaltseinstufung sowohl im öffentlichen Dienst als auch in vielen Bereich der freien Wirtschaft. In dieser Hinsicht ist die Erschleichung eines Doktorstitels der erste Schritt eines qualifizierten Betrugs.
    Höhere Gehaltseinstufung im öffentlichen Dienst? R1 (oder A13) ergeben mit und ohne Doktortitel dieselbe Besoldung.
  7. #7

    abgestumpfter sumpf

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    [...] und wie die Plagiatsfälle die Wissenschaft verändert haben.[...]
    da ist aber einer noch tapfer unterwegs.
    Die auswirkungen sind dramatisch:

    wenn ich heute einem "Doctor" begegne, ist mein erster reflex "na, wie oft hat dieser nixkönner Ctrl-C benutzt?"
    Und ist einer gar "Professor", kriecht der sozialneid hoch: "verbeamteter sesselpupser mit tollem gehalt aus meinen steuergeldern, aber zu blöde, auch nur eins von 60 plagiaten auf 350 zu finden - also ein nixtuer."

    Conclusio: wenn sich nixkönner und nixtuer zusammentun, dann kommt "Elite" bei raus.
    Und auf den schulhöfen sagt man schon längst nicht mehr "kopieren", sondern "guttenbergern".

    Die achtung vor den sog. "Eliten", auch denen in der wissenschaftswelt, versinkt im sumpf - und dann ist noch zu lesen, dass ein selbsternannter oberdoktorand sich für "abgestumpft" hält.
    - Und zack, ist da wieder der reflex: "kein wunder - nixkönner sind nunmal abgestumpfe dumpfbeutel ohne esprit und feuer unter'm hintern!".

    Sorry, tut mir leid, aber inzwischen halte ich das gesamte doctoren- und professorenpack für übersubventionierte sozialschmarotzer.
  8. #8

    Zitat von sohst Beitrag anzeigen
    Bei akademischen Plagiaten geht es nur zur Hälfte um die Ehre. Die andere und häufig wichtigere Hälfte des Interesses der Plagiateure ist die höhere Gehaltseinstufung sowohl im öffentlichen Dienst als auch in vielen Bereich der freien Wirtschaft. In dieser Hinsicht ist die Erschleichung eines Doktorstitels der erste Schritt eines qualifizierten Betrugs.
    Das kann man nicht unbedingt überall so sehen. In Chemie und Biologie ist dank industrieller Meinung ein Promotion nach dem Uni-Diplom nahezu Pflicht. Das treibt eben viele in die Promotion, die eigentlich gar nicht wollen. Eine Promotion ist eine Rückversicherung, dass jemand selbstständig auch komplexe Dinge sich erarbeiten kann. Leider ist das eben nicht in jeder Doktorarbeit der Fall - persönliches Interesse ist bei jedem anders. Aber Deutschland ist nun mal Zertifikate/Titel/Noten-geil, selbst wenn sich in der Probezeit schon herausstellt, dass der Kandidat von der Uni eine Pfeife ist, bleibt man seinen Einstellvoraussetzungen treu und "lobt" den Kandidaten weiter.
  9. #9

    Wer 1 und 1 ...

    zusammenzählen kann, der weiß um die Statusängste der Reichen und Mächtigen und auch um die Notwendigkeit Status zu legitimieren. Dies lässt sich besonders gut mit einem Doktortitel tun, weshalb Papa auch gern etwas Geld springen lässt, um den Kindern etwas auf die Sprünge zu helfen! Mir tut es nur leid, um die Minderheit der ehrlichen und guten Promotionen!








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