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Doktor-Affäre: Uni-Dekan widerspricht Koch-Mehrin

Der Vorwurf wiegt schwer: Silvana Koch-Mehrin behauptet, ihre Uni habe die Schwächen ihrer Doktorarbeit schon lange gekannt. Jetzt wehrt sich Dekan Manfred Berg im Interview: Formale und inhaltliche Defizite habe man früh entdeckt, die*Plagiate aber erst jetzt - die Technik war damals nicht so weit.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...768933,00.html
  1. #180

    .

    Zitat von sam clemens Beitrag anzeigen
    Ich dachte, das hätte ich deutlich gemacht - hier gehts nicht in erster Linie m mangelnde finanzielle Ausstattung und zu milde Sanktionen, sondern darum, dass die - wahrlich gut bezahlten - Professoren ihre Arbeit tun müssen.
    Am Ende bleibt es dann doch wieder bei Allgemeinplaetzen. Nicht sehr ueberraschend. Weder hat jemand (inklusive Ihnen) den Plagiatsfindetest hier
    im Forum bestanden, noch beschaeftigen Sie sich mit der Frage wie sich gehobene Gehaelter in der Wirtschaft versus Unis in den letzten 10 Jahren entwickelt haben ==> wieviel man da an unbezahlten neuen Jobs auf die
    Profs draufladen kann (versuchen Sie mal eine Leistungsvereinbarung und
    Leistungszulage auf der Basis von Plagiatsjagen abzuschlieszen/zu vereinbaren)
    ohne sich wundern zu muessen, wo der gute Nachwuchs bleibt.

    Wie gesagt, die paar Faelle sind bei der Gesamtzahl deutscher Promoventen
    statistisches Rauschen (eher macht mich die Haeufung in unserer politischen
    Elite nervoes). Also
    - vielleicht wirklich mal etwas mehr Daten diesbezueglich sampeln
    bevor man wieder mal einen Berufstand anpinkelt
    - hoffe KM geht vor Gericht, die alten Gutachten werden rausgeholt
    und es wird klar, ob die heute bekannten Plagiate damals als
    kleine Schluderein durchgewinkt wurden oder damals unerkannt
    waren. (Seit ihrem Fernsehauftritt zum Schuldenwachstum
    denk ich mir aber sowieso, dass die Frau kein VWL-Diplom haben
    duerfte)

    Rest ist Sommerloch
  2. #181

    Anpinkeln?

    Ich hatte glücklicherweise Gutachter, die selbst Standardliteratur verfasst hatten. Und glücklicherweise konnte ich mich in weiten Teilen auf Neuland bewegen, so dass weder große Gefahr noch Versuchung bestanden. Also ersparen Sie mir bitte diese Invektiven - ich komme Ihnen ja auch nicht so.

    Abgesehen davon ist Professor kein Beruf, sondern das Ergebnis einer Berufung, durchaus auch in weiterem Sinne. So blöd Autoritätsbeweise sind - glauben Sie mir bitte, dass ich mich in beiden Bereichen - Unis/ Hochschulen und "Wirtschaft" - einigermaßen auskenne. Deshalb wage ich auch die Rede von der guten Bezahlung der Professoren.

    Zur "Wirtschaft" (schon der Begriff ist falsch): Eine Diskrepanz besteht doch wohl nur in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen. In diesen existiert jedoch seit langem eine enge Verflechtung zwischen Unis und Industrie, die Spitzenwissenschaftler durchaus an den Gehaltssegnungen der Industrie teilnehmen lässt. Also Ball flach halten - auch die Profs tun gut daran, nicht nur nach denen zu schielen, die mehr überwiesen bekommen, sondern auch nach denen, die weniger haben. Ist auch typisch deutsch - allen anderen gehts besser, nur ich hab nicht das, was ich verdiene.
    Aber gut - ich glaub, alles Wichtige ist gesagt. Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!
  3. #182

    Das Argument...

    Zitat von HerrDerSchatten Beitrag anzeigen
    Ja und wie viele dieser Softwares waren in Deutschland im Einsatz? Vermutlich nahe Null. Den meisten GW Fakultäten fehlt das Geld für genügend Sekretärinnen, da ist so eine Software dreimal nicht drin.
    ... lasse ich nicht gelten!
    Es gehört zu einem Prüfungsprozess dazu, dass die entscheidenden Mittel zur Verfügung gestellt werden. Ansonsten kann man sich Prüfungen eben gleich schenken. Es kann nicht sein, daß man die Kandidaten eben nur mit Strafe bedenkt und selbige so gut wie gar nicht prüfen kann. Wo sollte denn auch der Wesenszug einer Prüfung sein, als das die Kommission prüft und bewertet? Abgeschrieben wird seit Seneca - ich halte das Argument für eine billige Ausrede (auch wenn ich weiss, dass leider unsere Herren Politiker sehr gern an der Ausbildung und Lehre sparen bis zum Pazumpelfest!).
  4. #183

    tut mir leid

    [QUOTE=sam clemens;8104519]Ich hatte glücklicherweise Gutachter, die selbst Standardliteratur verfasst hatten. Und glücklicherweise konnte ich mich in weiten Teilen auf Neuland bewegen, so dass weder große Gefahr noch Versuchung bestanden. Also ersparen Sie mir bitte diese Invektiven - ich komme Ihnen ja auch nicht so.
    [\QUOTE]
    wenn jemand aus dem Fall KM (der 1. noch nicht aufgearbeitet, 2. statistisch
    irrelevant) ist, die Schlussfolgerung zieht, dass die Professoren endlich mal
    arbeiten sollen - dann finde ich diese Argumentation viel drastischer
    als meine Wortwahl

    Abgesehen davon ist Professor kein Beruf, sondern das Ergebnis einer Berufung, durchaus auch in weiterem Sinne. So blöd Autoritätsbeweise sind - glauben Sie mir bitte, dass ich mich in beiden Bereichen - Unis/ Hochschulen und "Wirtschaft" - einigermaßen auskenne. Deshalb wage ich auch die Rede von der guten Bezahlung der Professoren.

    Zur "Wirtschaft" (schon der Begriff ist falsch): Eine Diskrepanz besteht doch wohl nur in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen. In diesen existiert jedoch seit langem eine enge Verflechtung zwischen Unis und Industrie, die Spitzenwissenschaftler durchaus an den Gehaltssegnungen der Industrie teilnehmen lässt. Also Ball flach halten - auch die Profs tun gut daran, nicht nur nach denen zu schielen, die mehr überwiesen bekommen, sondern auch nach denen, die weniger haben. Ist auch typisch deutsch - allen anderen gehts besser, nur ich hab nicht das, was ich verdiene.
    Aber gut - ich glaub, alles Wichtige ist gesagt. Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!
    Prof ist kein Beruf, aber aus Sicht der Politik sind die Professoren sehr wohl eine Berufsgruppe und ein Einsparpotenzial. Die ganze W-Besoldung wurde
    eingefuehrt nachdem in der Presse erstmal ein-zwei Jahre jeder Fall eines
    faulen Professors breitgetreten wurde. Ob die neue Besoldung etwas verbessert ist nicht klar, einsparen tut sie auf alle Faelle. Und damit reiszt sie
    ein Loch in die Nachwuchsgewinnung, das die paar Spitzenwissenschaftler
    bald recht isoliert aussehen lassen wird (wobei mich schon interessieren wuerde, wie ein theoretsicher Physiker sich mit der Industrie verflechten soll).
    Moralische Aufforderungen wer wohin schauen soll, bringen nicht viel - die
    jungen Leute sind nun mal nicht sehr angezogen von einer Perspektive wo man nach 10&mehr Jahren auf einer W2-Stelle weniger als ein gleichalter Lehrer kriegt...von den nicht ganz so guten Studenten, die in die Wirtschaft
    (die Freiheit nehm ich mir) gingen, ganz zu schweigen.

    Mag sein, dass Sie in & ausserhalb der Uni taetig waren, die Versuche alles was Ihnen nicht gefaellt als typisch deutsch abzutun zeigt, dass Ihnen zumindest der internationale Ueberblick fehlt.

    Egal, man wird kriegen was man bezahlt...

    In diesem Sinne, auch Ihnen ein frohes Schaffen
  5. #184

    Steine im Glashaus

    Zitat von kjartan75 Beitrag anzeigen
    Schon kurios: Koch-Mehrin argumentiert: Ihr habt meinen Betrug nicht aufgedeckt, also seid ihr Schuld, dass ihr mir einen Doktor-Titel gegeben habt. Da der Betrug nicht entdeckt wurde, habe ich weiterhin Anspruch auf einen Doktortitel. Diese Einstellung ist ein wenig krank. Sollten daher alle Diebe auf freien Fuß kommen, wenn sie nachträglich erst durch Videoaufnahmen als Diebe entdeckt worden sind und nicht durch den Detektiv im Kaufhaus sofort festgesetzt worden sind?

    Ganz schön verkommene Gedankengänge, die diese Frau da hat. Aber man lernt ja im Politikerleben schon, wie man sich rhetorisch wappnet und dadurch zu (Achtung!) absurdesten Gedankengängen kommt. Dass ihr jegliches Rechtsempfinden aber fehlt, das sollte doch zu denken geben.
    Wer nicht nur den Umgang mit der deutschen Sprache pflegt, sondern sich überdies in Sachen Sprachgebrauch auskennt, weiß um das ihr innewohnende Baukastenprinzip in Gedenke, Gerede und Geschreibe. Alles, was nicht über auf Handbuchdaten komprimierte Kenntnis oder auch Erkenntnis hinausreicht, unterliegt auch in der Kombination von Worten üblichen Verläufen und wird dabei nicht einmal als Zitat, geschweige denn als Plagiat wahrgenommen. Dass mehr als hundert in der universitären Begründung zur Aberkennung des Doktortitels verwendete Wörter allein in Goethes Faust vorzuentdecken sind, ließe sich auf derselben Argumentationsebene als ebensolche Fülle an unterlassenen Zitaten (und somit Plagiaten) mit maßloser Empörung beantworten. Dies unterlasse ich an dieser Stelle mal, um mich nicht selbst zu disqualifizieren. Der Universität empfehle ich allerdings, auf Steine im Glashaus zu achten.








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