DNA-Analyse auf Krankheitsrisiken: "Das ist ja kein Todesurteil"

CorbisDer Biologiestudent Bastian Greshake, 27, traute sich etwas, was vielen Angst macht: Er ließ sein Erbgut auf Krankheitsrisiken untersuchen. Jetzt weiß er, dass er Prostatakrebs bekommen könnte. Im Interview verrät er, warum er das nicht schlimm findet.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...830951,00.html
  1. #10

    Kostenloser einfacher Test

    Man nehme die eigenen Vorfahren und schaue mal was die denn so hatten. Damit hat man die wesentlichen genetischen Risiken schon abgedeckt, bleiben noch die Risikofaktoren des eigenen Lebenswandels.
    Am Ende sterben die meisten dann doch an Krebs, einer Herz-Kreislauferkrankung, etwas neurologischem oder einer Infektion.
  2. #11

    immer ruhig Blut

    Zitat von wadoe2 Beitrag anzeigen
    Einfach nur idiotisch!

    In den Aufnahmebedingungen der privaten Krankenversicherungen stehen Fragen, die eine Herausgabe solcher Erkenntnisse unabdingbar machen. Kommt es zu Komplikationen ... kann der Patient sich ja in der Selbsthilfegruppe ausweinen.

    So einfach ist das.

    Darüber hinaus können Krankheiten festgestellt werden, die erstens zu 100 Prozent eintreten und zweitens zu einhundert Prozent tödlich verlaufen. Welcher Dummkopf will schon wissen, dass er in 15 Jahren im Rollstuhl sitzt, obwohl die nächsten 10 Jahre sehr wahrscheinlich beschwerdefrei sind?

    Der kleine Student hat aber ein wirtschaftliches Interesse an der Sache. Daher findet er jeden Blödsinn gut, der ihm mehr Geld einbringt.
    Ich fürchte, Ihnen fehlt es ein wenig an der Gelassenheit dieses Foristen
    Zitat von diplpig Beitrag anzeigen
    Kostenloser einfacher Test

    Man nehme die eigenen Vorfahren und schaue mal was die denn so hatten. Damit hat man die wesentlichen genetischen Risiken schon abgedeckt, bleiben noch die Risikofaktoren des eigenen Lebenswandels.
    Am Ende sterben die meisten dann doch ...
    Und die Frage schließt sich an: Welcher Anteil an dieser Gelassenheit (bzw. dessen Fehlen) ist genetisch bedingt? Welcher durch Prägung und Sozialisation? Und was kann man heute daran noch beeinflussen?

    Zu ersteren könnten Genanalysen bzw. Anamnesen sicher beitragen. Und zu letzterem würde ich z.B. vorschlagen:
    - Private Krankenversicherungen meiden, gegebenenfalls sich politisch dafür einsetzen, dass private Krankenversicherungen ganz verschwinden
    - Sich vergegenwärtigen: "Sterben muss jeder". Einmal nicht mehr da zu sein, ist doch wirklich nichts, das Angst und Schrecken verbreiten kann.
    - Sich weiter vergegenwärtigen: "Genetik ist keinesfalls ein Automatismus für die Zukunft". Es sind lediglich Chancen und Risiken. Und wenn ich meine Chancen und Risiken kenne (und akzeptiere!), kann ich doch erfolgreicher und besser leben.
    - Und zu guter letzt sollte man mal kritisch nachdenken über das Totschlagsargument gegen die klassiche Schulmedizin, dass mit all dem auch Geld verdient wird. Anstoß und Quelle dieser Behauptungen sind in der Regel ausgerechnet esotherisch angehauchte Quacksalber, denen es neben ihrem "Wahn statt Wissenschaft" vor allem um eines geht: Mit unseriösen Heisversprechen Geld zu verdienen.

    Natürlich gibt es auch mal vorschnelle Komerzialisierungen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Z.B. wird die Amen-Clinik (Amen Clinic - Wikipedia, the free encyclopedia) in Quackwatch geführt. Aber nicht weil Daniel G. Amen, M.D. Phantasieprodukte verkauft, sondern weil die Verifizierung jener neuen Methoden durch die wissenschaftliche Community einfach noch fehlt. Die Blogs zur Entstehung von openSNP (http://www.scilogs.de/wblogs/blog/bi...opensnp-ist-da) sprechen aber eigentlich nicht dafür, dass es sich hier um einen ähnlich gelagerten Fall handeln würde. Auf eine substanzielle Begründung Ihres Kommerz-Vorwurfes wäre ich gespannt.

    Ich bin sicher, viele Foristen haben diesbezüglich noch viele weitere gute Ideen. Aber wer sich unbedingt seine Lebensqualität in der Gegenwart vermiesen will, der muss wirklich nicht erst auf Genanalysen warten. Der Alltag bietet ihm genug Gelegenheit dazu.
  3. #12

    Zitat von schuetze11 Beitrag anzeigen
    Es ist ziemlich sinnlos, zu jedem Gen die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung anzugeben ohne Hinweis, welche speziell für dieses Gen wirksamen Kofaktoren den Verlauf beeinflussen. Wenn ich das Schicksal nicht beeinflussen kann, dann will ich's lieber nicht wissen.
    Aber natürlich kannst Du das Schicksal beeinflussen (Vorsorgeuntersuchungen, Ernährung, Bewegung, usw.), deshalb werden solche Gentests ja empfohlen.

    Abgesehen davon werden die Gentest sehr umfangreich dokumentiert, inkl. Literaturverweise für jedes Allel/Gen zu den Studien auf denen die errechneten Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Krankheiten basieren.
  4. #13

    Zitat von diplpig Beitrag anzeigen
    Am Ende sterben die meisten dann doch an Krebs, einer Herz-Kreislauferkrankung, etwas neurologischem oder einer Infektion.

    Vollkommen richtig. Der eine stirbt allerdings mit 65 daran, der andere mit 95. Etweder weil er 'bessere' Gene hat, oder weil er seinen Körper pfleglich behandelt hat.
  5. #14

    Ich würde gerne mal wissen was openSNP besser kann als 23andme.

    Auf dem ersten Blick scheint die Idee zu sein, dass die Daten der Öffentlichkeit, speziell der Wissenschaft für Auswertungen, zugänglich sind. Da aber scheinbar theoretisch jeder irgendwas hochladen kann, frage ich mich ob die Qualität des Datenmaterials für wissenschaftliche Zwecke noch ausreichen werden wird.
  6. #15

    Schwarm statt Schmarrn

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    .... der Bubi tritt mal eben so nebenbei alles in die Tonne, was man seit vielen Jahren erfolgreich und heilsam in der Humangenetik im klinischen Alltag für richtig hält und was sich bewährt hat. Mit 27 kann man die Welt noch als Quellcode mit Sicherheitslücken sehen - und als Biologe den Mensch als Gesamtheit aus den Augen verlieren. Reicht ja wenn man auf den Bildschirm kuckt. Da steht schon alles, denkt er sich.

    Spätestens dann wenn er die ersten Klagen auf dem Schreibtisch hat oder sich einer seiner Kunden im Bad erhängt hat, wird er auch einsehen, dass der Eintritt in die menschliche Reife vom Quellcode unabhängig ist.
  7. #16

    Sie sagen es. Aber warum

    Zitat von super_nanny Beitrag anzeigen
    Aber natürlich kannst Du das Schicksal beeinflussen (Vorsorgeuntersuchungen, Ernährung, Bewegung, usw.), deshalb werden solche Gentests ja empfohlen.

    Abgesehen davon werden die Gentest sehr umfangreich dokumentiert, inkl. Literaturverweise für jedes Allel/Gen zu den Studien auf denen die errechneten Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Krankheiten basieren.
    um alles in der Welt braucht es dafür die Gensequenzen? Sie haben die Lösung schon genannt: Bewegung, Früherkennung (nicht Vorsorge, das Wort ist irreführend) und Ernährung.

    Oder glauben Sie etwa, sie kriegen Spezialrezepte für diverse Erkrankungen?

    1 Std Handball/Woche = 45% geringeres Herzinfarktrisiko?
    Schwimmen gegen Alzheimer?

    Ich werde mich doch nicht mit Problemen befassen, die ich gar nicht habe und eventuell kriegen könnte. Ich gehe solange in den Garten und genieße die Arbeit an meinem Gemüsebeet. Wenn ich dort oder bei irgendeiner Beschäftigung in den Flow komme, habe ich mehr für ein langes, schones Leben getan.
    PS: ich bin kein Verdränger, ganz im Gegenteil, ich kenne alle gängigen Erkrankungen und Sterbeprozesse aus der Praxis.

    Machen Sie doch einfach, was Ihnen Spaß macht, dann profitieren Sie noch von den körpereigenen Highmachern.
  8. #17

    Es gibt mehr als Statistik

    Zitat von super_nanny Beitrag anzeigen
    Aber natürlich kannst Du das Schicksal beeinflussen (Vorsorgeuntersuchungen, Ernährung, Bewegung, usw.), deshalb werden solche Gentests ja empfohlen.
    Allgemeine Regeln für eine gesunde Lebensweise zu beachten ist immmer gut; dafür benötigt man keinen Gentest.

    Zitat von super_nanny Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon werden die Gentest sehr umfangreich dokumentiert, inkl. Literaturverweise für jedes Allel/Gen zu den Studien auf denen die errechneten Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Krankheiten basieren.
    Ich hatte dafür plädiert, zusätzlich zum statistischen den kausalen (biochemischen, metabolischen) Zusammenhang zwischen Gen und körperlichen Wirkungen zu berücksichtigen. Gene kann man kaum beeinflussen, aber ggf. die Kofaktoren.