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Diskriminierungs-Debatte: Piratenchef wehrt sich gegen Sexismus-Vorwürfe

REUTERSRassismus und Sexismus wirft den Piraten ihre eigene Jugendorganisation vor. Der Vorsitzende Sebastian Nerz nennt den Brandbrief zwar "vereinfacht" und "einseitig". Die Verfasserin des Schreibens legt jedoch nach: Sie verlangt eine große Debatte über Diskriminierung in der erfolgreichen neuen Partei.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826299,00.html
  1. #110

    .... teil 3...

    Wie dem auch sein, ich glaube das sich die Politiker der etablierten Parteien warm anziehen können, denn sie haben es mit einer politischen Bewegung und Dynamik zu tun, die sie noch nicht richtig verstehen und Menschen die bisher oft durchs Raster gefallen sind. Die versucht alte verkrustete Strukturen zu brechen und mit etwas besserem, demokratischerem zu ersetzen sind aber der Wunsch einer breiteren Bevölkerungsschicht als man denkt.

    In diesem Sinne noch schöne Ostern

    CosmicGirl
  2. #111

    Zitat von cosmicgirl Beitrag anzeigen
    ...Die versucht alte verkrustete Strukturen zu brechen und mit etwas besserem, demokratischerem zu ersetzen sind aber der Wunsch einer breiteren Bevölkerungsschicht als man denkt.
    Sehr richtig!

    Liebe Piraten, führt ruhig eine Gesinnungsdiktatur mit entsprechenden Tugendwächtern ein. Dann werdet Ihr in kürzester Zeit in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, denn entsprechende Organisationen haben wir schon mehr als genug.

    Nein, es gilt, sich von Parteienunwesen, linksgrüner Medien- und Meinungsmafia und Gouvernantenherrschaft zu befreien und möglichst weitgehend Direkte Demokratie einzuführen. Dann wird's was!
  3. #112

    Zitat von beetlemeier Beitrag anzeigen
    Hallo niska!

    Zunächst hat mir gestern eine Freundin und sehr aktive Piratin sehr deutlich geschildert, das post-gender parteiintern nicht klappt und viele Parteikollegen diesen Begriff für hochgestochen und realitätsfremd halten. ....
    Hallo beetlemeier,
    natürlich gibt es auch bei den Piraten noch einige Menschen, die gedanklich noch nicht so weit sind, dass bei ihnen parteipolitisch das Geschlecht eben gar keine Rolle mehr spielt. Es muss um Inhalte gehen und nicht um Chromosomen.
    Es ist ein Ziel, dass bei den Piraten weit überwiegend gut erreicht wird. Um dieses Ziel zu erreichen ist es aber elementar, dass das Geschlecht nicht immer wieder thematisiert wird. Denn erst durch diese komplett unnötigen Thematisierungen (unnötig, weil es eben keinerlei systemische Diskriminierungen bei den Piraten gibt) durch einzelne Personen klappt post-gender ja nicht vollständig.
    Aber nicht, weil die Vorraussetzungen bei den Piraten nicht gegeben wären, sondern nur weil Luftnummern diskutiert werden.
    Einfacher:
    Das einzige Argument, dass post-gender nicht ganz funktionieren würde ist also, dass immer noch einige lieber über optische Unterschiede als über Inhalte reden.

    Konkrete Beispiele für systemische Diskriminierungen bei den Piraten stehen in dieser Scheindiskussion immer noch aus. Einzelfälle aus dritter Hand sind wenig sinnvoll und keinesfalls ausreichend für derart tiefgreifende Anschuldigungen.
    Es wird geredet des Redens wegen ohne die Anschuldigungen beweisen zu können, geschweige denn das überhaupt zu wollen.
    Unnötiges parteischädigendes Verhalten könnte man das nennen.
    VT-Liebhaber nennen es 'U-Boote der QuotengrünInnen'.
    Zitat von beetlemeier Beitrag anzeigen
    Und ich denke, dass Ihnen ebenfalls die Werte zum Zahlen-Verhältnis von Mann und Frau in den verschiedenen Organisationsebenen der Piraten-Partei bekannt sind. Von daher kann man nicht auf ein gesellschaftliches, parteiübergreifendes Thema wie Gleichberechtigung einfach den Stempel "abgeschafft/geklärt" kleben.
    Innerhalb der Partei ist die vollständige Gleichberechtigung erreicht und die Diskussion kann und sollte deshalb, da es nun wirklich wichtige Aufgaben zu lösen gilt, als geklärt gesehen werden.
    Ob und wieviele Frauen, Christen, Homosexuelle, Ausländer, Geschlechtslose, U-Bahn-Schaffner etc. es bei den Piraten gibt ist irrelevant für gute inhaltliche Politik.
    Diese auf dem GG beruhende Politik beinhaltet z.B. auch, dass Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen durch Quotenregelungen auch ausserhalb der Partei bekämpft werden müssen.
    Eine volle Gleichberechtgung der Gesschlechter muss erreicht werden. Dazu gehören auch 50/50-Scheidungsvereibarungen und geteiltes Sorgerecht als Normalfall, dort wo besondere Mädchenförderung angeboten wird muss auch paritätisch besondere Jungenförderung angeboten werden etc.
    Gerechtigkeit durch echte Gleichberechtigung. Das ist piratige Politik.
    Zitat von beetlemeier Beitrag anzeigen
    Die Realität mit Sprüchen zu bekämpfen hat nie geklappt und wird auch nie klappen, daher auch mein Verweis auf "Im Kommunismus gibt es keine Verbrechen".
    Im Kommunismus gibt es tatsächlich keine Verbrechen, da es sich um einen idealisierten utopischen Optimalzustand handelt. Der realexistierende Sozialismus konnte und vor allem wollte diese Bestrebungen nicht erfüllen.
    Eine mögliche Vergleichbarkeit steht also noch aus.
  4. #113

    Zitat von Eviathan Beitrag anzeigen
    Sonst wäre es ja "Gleichstellung", ein anderes Wort für Diskriminierung.
    Gleichstellung ist ein anderes Wort für Diskriminierung.

    Und das haben die Piraten dem Anschein nach erkannt und halten sich konsequent daran: NIEMAND wird diskriminiert. Auch Männer nicht.

    Das macht sie - im Gegensatz zu den etablierten Parteien - für Männer wählbar.
    So gesehen schon, und deswegen war ich auch Wähler der Piraten. Nun sind diese aber leider aus anderen Gründen ebenfalls unwählbar geworden (Stichwort BGE).
  5. #114

    Ebenen

    Zitat von wohliver Beitrag anzeigen
    Was mich ängstigt sind die Euphoriker die sich 2013 etwas von den Piraten versprechen. Ich finde in Krisenzeiten sollte man solche Experimente unterlassen. Die Piraten sollen sich erst einmal auf kleinerer Ebene bewähren...und finden.
    Sie sind dabei. Die Schlagzeilen aus Berlin und dem Saarland verdecken etwas, dass seit 2009 an die 160 Piraten in kommunale Vertretungen (Stadträte, Kreistage usw.) gewählt wurden, vor allem in Hessen und Niedersachsen. Dort arbeiten sie und sammeln ihre Erfahrungen. (Einige kommunal gewählte Piraten gibt es übrigens auch in der Tschechischen Republik, Spanien und der Schweiz).

    Ein Lackmustest wird sein, wenn die nächsten Wahlen auf diesen Ebenen anstehen - beginnend 2014 mit den Kommunalwahlen in Aachen und Münster. Dann spätestens müssen die Gewählten Rechenschaft ablegen, und dann entscheidet der Wähler.
  6. #115

    Zitat von geishapunk Beitrag anzeigen
    So gesehen schon, und deswegen war ich auch Wähler der Piraten. Nun sind diese aber leider aus anderen Gründen ebenfalls unwählbar geworden (Stichwort BGE).
    Das BGE ist doch noch im inhaltlichen Versuchsstadium.
    Es steht keinesfalls fest, wie und ob es kommen soll.
    Halten Sie Ihren Rückzug aus ideologischen Gründen daher nicht für verfrüht? Pragmatische Ansätze sollten zumindest mal durchgespielt werden.
    Die Piraten versuchen wenigstens neue Dinge um eine Verbesserung der Lebensqualität und damit auch der persönlichen Freiheit aller Bürger zu erreichen.
  7. #116

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Das BGE ist doch noch im inhaltlichen Versuchsstadium.
    Es steht keinesfalls fest, wie und ob es kommen soll.
    Alleine die Tatsache das dies ernsthaft diskutiert wird schreckt mich ab. Inhaltlich wird im übrigen in der "Außendarstellung", insbesondere hier im Forum, schon so agiert/argumentiert als wenn man die Umsetzung des BGE als Ziel hat.

    Halten Sie Ihren Rückzug aus ideologischen Gründen daher nicht für verfrüht? Pragmatische Ansätze sollten zumindest mal durchgespielt werden.
    Halten Sie die Ideologiekeule nicht für ein wenig überzogen? Ich bin nicht Ihrer Meinung, also bin ich ein Ideologe? "Au contraire" könnte ich da entgegnen.

    Aber in der Tat bin ich -mittlerweile- ein Gegner des Konzepts BGE.

    Die Piraten versuchen wenigstens neue Dinge um eine Verbesserung der Lebensqualität und damit auch der persönlichen Freiheit aller Bürger zu erreichen.
    Und das ist auch gut so. Ich frage mich halt nur warum die Piraten sich dann mit dem BGE beschäftigen.
  8. #117

    Bge

    Zitat von geishapunk Beitrag anzeigen
    Alleine die Tatsache das dies ernsthaft diskutiert wird schreckt mich ab. Inhaltlich wird im übrigen in der "Außendarstellung", insbesondere hier im Forum, schon so agiert/argumentiert als wenn man die Umsetzung des BGE als Ziel hat.
    Als BGE-Befürworter würde mich nur interessieren, was genau Sie an der Idee eines BGE stört.

    Zum eigtl. Thema möchte ich nur kurz anmerken:

    1. Die Überschrift ist missverständlich formuliert! Absicht?
    2. Gut, dass die jungen Piraten das Thema ansprechen.
    3. Kann ich jedoch bei uns vor Ort innerhalb der Piraten keine sexistischen Tendenzen erkennen. Männlein und Weiblein diskutieren vorbehaltlos munter miteinander und es gibt keine Probleme.
    4. Das Thema ist kein reines Piratenthema, sondern ein gesellschaftliches. In jeder Partei gibt es Männer, die Frauenwitze erzählen oder mal einen Spruch machen, der Frauen übel aufstoßen kann. Oft sind solche Sprüche aber eher als Scherz gedacht, der mangels entsprechenden Einfühlungsvermögens männlicherseits falsch herüberkommt (unpassende Situation, sei es bzgl Umfeld oder akt. Gefühlslage)...
  9. #118

    Zitat von geishapunk Beitrag anzeigen
    So gesehen schon, und deswegen war ich auch Wähler der Piraten. Nun sind diese aber leider aus anderen Gründen ebenfalls unwählbar geworden (Stichwort BGE).
    Jetzt warten wir doch mal ab ob sie Farbe bekennen und wirklich für mehr Direkte Demokratie eintreten, d.h. auch eigene Macht an den Souverän abgeben.
    Dann spielt das Gedöns, das sonst im Parteiprogramm steht, nicht mehr die große Rolle.
    Es gibt ja sonst keine Partei die für Demokratie eintritt und Chancen hat, über 5% zu kommen.
  10. #119

    BGE und direkte Demokratie

    Zitat von sfb Beitrag anzeigen
    Jetzt warten wir doch mal ab ob sie Farbe bekennen und wirklich für mehr Direkte Demokratie eintreten, d.h. auch eigene Macht an den Souverän abgeben.
    Dann spielt das Gedöns, das sonst im Parteiprogramm steht, nicht mehr die große Rolle.
    Es gibt ja sonst keine Partei die für Demokratie eintritt und Chancen hat, über 5% zu kommen.
    Auf dem letzten Bundesparteitag in Offenbach wurde folgender Stufenplan zum BGE mit 2/3-Mehrheit beschlossen und ins Parteiprogramm aufgenommen:
    1. Bildung einer Enquête-Kommission des Bundestages zur Evaluierung verschiedener BGE-Modelle
    2. Mehrheitssuche zur Verfassungsänderung, um Volksentscheide zuzulassen (2/3)
    3. Durchführung eines Volksentscheids über das von der BGE-Kommission favorisierte Modell

    Das ist zwar sauber und direktdemokratisch. Kurz- bis mittelfristig sind die Chancen für eine 2/3-Mehrheit im Bundestag jedoch sehr gering.

    Zur Motivation des BGE: für alle, die bereits mehr verdienen, wird es wohl etwa ein Nullsummenspiel. Bei denen, die weniger einnehmen (ob prekär Bezahlte, Arbeitslose, Niedrigrentner) wird es wohl auf etwas mehr als Hartz 4 hinauslaufen, jedoch ohne die teilweise entwürdigenden Antragsverfahren, Hausbesuche, "Zumutbarkeiten". Damit stellt es für Hartz 4-Empfänger/Aufstocker eher sicher, "die Würde des Menschen ist unantastbar" (Art. 1(1) GG) - sowohl im Umgang mit dem Jobcenter als auch bei Bewerbungsgesprächen (vgl. Art. 12 GG), der dann eher "auf Augenhöhe" möglich wird.


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