Das Individuum hat sich stets dem Staat, der Masse an Individuen unterzuordnen. Insofern besitzt diese Masse ein enormes gefährliches Potential - und solange die Menschheit nicht lernt, damit gewissenhaft umzugehen, ist sie noch nicht für die Demokratie bereit. Ich habe kein besonderes Problem mit unserem heutigen Staatsverständnis, es ist nicht meines, aber in Ordnung. Ich verlange lediglich, diese Heuchelei, es als "Demokratie" zu bezeichnen, offenzulegen.
Ich bin auch ein großer Verfechter der Meinungsfreiheit, aber selbst in unseren ach so aufgeklärten Landen herrscht noch immer Meinungsfreiheit mit Folgen - das wird gerne unter den Teppich gekehrt. Das ich mit Ihnen diskutieren - und es erfreut mich wirklich, derart nüchtern diskutieren zu dürfen, ohne in Anfeindungen abzugleiten - ist wohl ein sehr gutes Beispiel dafür, dass ich Ihr Recht auf Meinungsäußerung hochhalte.
In der vollendeten Demokratie ist alles gerechtfertigt, solange es von der Mehrheit gebilligt wird. Es kann bis hin zu Ostrakismen und, wenn sie es eher nordeuropäisch wollen, Thingen gehen. Man sollte sich langsam von der Haltung trennen, dass das zwei/drei/x Individuen die gleiche Wertigkeit besitzen wie eines. Ginge man nämlich davon aus, dass ein Individuum den nicht bestimmbaren Wert x hat, so haben zwei den Wert 2x und nach einfachster Mathematik gilt:
2x > x



