...was Herr Moroder über sich erzählt, im Unterschied zur verbreiteten popkulturellen Großmäuligkeit. Aber wenn man alles gehabt hat... Hut ab!
Getty ImagesAlles klar zum Abtanzen? Aber sicher, bei ihm immer. Giorgio Moroder prägte mit Donna Summer den Disco-Sound wie kein zweiter. Jetzt spricht der legendäre Produzent im Interview über den Tod der großen Sängerin, seine Arbeit mit Daft Punk - und den Wahnwitz der Pop-Branche.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...841166,00.html
...was Herr Moroder über sich erzählt, im Unterschied zur verbreiteten popkulturellen Großmäuligkeit. Aber wenn man alles gehabt hat... Hut ab!
Da dem Artikel nur das Bild eines Ferrari beigefügt ist, poste ich hier mal den Link zum Cizeta-Moroder:
Cizeta V16T
Ein 16 Zylinder V-Motor quereingebaut mit 6 Liter Hubraum und 540 PS bringen den Mittelmotorsportwagen auf bis zu 328 km/h!
Für die damalige Zeit geradezu brachiale Werte.
Meine Frau und ich waren mit Moroder und seiner damaligen Lebensgefährtin befreundet, als er noch Anfang der 70er Jahre in München lebte und dort erfolgreich sein Tonstudio "Musicland" im Arabellahaus betrieb. Schon damals war er ein Autonarr, fuhr einen Rolls oder Ferrari. Aber im Grunde blieb er bescheiden. An eine lustige Episode erinnere ich mich. Giorgio besuchte uns gelegentlich und brachte einmal als Geschenk seine 1975 erschiene LP "Einzelgänger" mit. Die war zu dem Zeitpunkt noch nicht in den Läden zu kaufen. Ich mochte zwar Giorgio, aber mit seiner Musik konnte ich als Jazzfan überhaupt nichts anfangen. Ich habe kurz in die Platte hinein gehört und sie dann unserer damaligen Babysitterin geschenkt, die sich mit Verkäufen auf dem Flohmarkt ein kleines Zubrot verdiente. Ich konnte nicht voraussehen, dass das dazu führte, dass Giorgio seine noch unveröffentlichte LP bei ihr ein paar Tage später auf der "Auer Dult" entdeckte. Er war ziemlich konsterniert, roch aber den Braten und stellte mich zur Rede. Das war ziemlich peinlich. In meiner Not habe ich die arme Babysitterin, die er zum Glück nicht kannte, als Diebin denunziert. Giorgio hat mir das wohl abgenommen. Ich muss heute schmunzeln, wenn ich mir Giorgios Reaktion ausmale, als er sein progressives und pressfrisches Werk auf dem Flohmarkt zurückgekauft hat.
Bildhauer, Musiker, Goldschmied - die Moroders waren und sind eine beeindruckende und gleichzeitig bescheidene Künstlerfamilie. Ich kann nur jedem einen Besuch bei Patrik Moroder ("Schmuck-Objekt") in Düsseldorf empfehlen. Einer der genialsten Goldschmiede unserer Zeit.
Auf die Frage von SPON, wo die Hommage aufhöre und das Plagiat anfange, antwortet Moroder:
"Für mich sind das alles Hommagen. Wenn ich denken würde, dass es geklaut ist, müsste ich dauernd vor Gericht gehen, das wäre doch sehr anstrengend. Ich kenne Hunderte Lieder, in denen die Bassfigur von "I Feel Love" fast komplett übernommen ist, vielleicht um ein, zwei Noten verändert. Aber das heißt für mich, dass dem Produzenten oder dem Komponisten der Song von Donna und mir gut gefallen hat."
Ein netter Kerl, könnte man meinen, der nimmt's nicht so genau. Tatsächlich aber handelt es sich bei der Bassfigur nur um einen leicht aufgebohrten Standard, siehe Wechselbass . In seiner einfachsten Form ist er ein ständiger Wechsel zwischen Grundton und Quinte, in der "I feel love"-Tonart also c - g. Moroder wiederholt das c und fügt die (kl.) Septime b hinzu: c - c - g - b. Diese Figur wird dann allen anderen Akkorden (Es, F, G - übrigens auch einfach nur eine gängige modale Wendung) (entsprechend transponiert) unterlegt. Auch der Rhythmus der Figur hat nichts Auffälliges, einfach nur Achtelnoten.
"...vielleicht um ein, zwei Noten verändert": Der Unterschied würde bei einem Ton 25%, bei zwei Tönen 50% betragen. Das sollte Moroder dann auch dazu sagen.
Herr Kedves, bereiten sie sich beim nächsten mal besser vor wenn sie eine legende wie diese interviewen. fragen die auf halbwahrheiten und hörensagen basieren sind sehr unprofessionell.
Note 6- hinsetzen.
Meine Mutter schilderte Giorgio Moroder stets als sehr netten und angenehmen Menschen. Sie war damals in den 70ern in seinem Haushalt angestellt, als er noch im "Arabella" in München wohnte.
Als es mal abends später wurde und sie ihre S-Bahn zu verpassen drohte, ließ er sie von seinem schwarzen Butler, der auch als Chauffeur fungierte, per Rolls Royce an die Station fahren...ich finde, eine nette kleine Annekdote.