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Digitale Lebenswelt: Am Tag nach der Arbeit

Was bedeutet die digitale Vernetzung für die Arbeitswelt? Das Angestelltendasein gilt in Deutschland noch immer als einzig wahre Form des Broterwerbs. Doch die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei. Jetzt heißt es: Aufwachen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...830734,00.html
  1. #1

    Endlich wird das auch mal hier im Mainstreet-Medium postuliert und nicht wie sonst als utopisches Hirngespinst abgetan. Danke dafür !!!
  2. #2

    Digitale Arbeitswelt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was bedeutet die digitale Vernetzung für die Arbeitswelt? Das Angestelltendasein gilt in Deutschland noch immer als einzig wahre Form des Broterwerbs. Doch die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei. Jetzt heißt es: Aufwachen.

    Digitale Lebenswelt: Am Tag nach der Arbeit - SPIEGEL ONLINE
    Die Cloud gibt es schon seit es Server gibt und Arbeitsplätze im Intra-, wie im Extranet (per VPN) auf die gleichen Ressourcen zugreifen können. Jetzt versucht man dem User auch noch den Blödsinn Vloud zu verkaufen. Was ein Schritt in die Zukunft!!
    Endlich kann jeder Hacker, jeder Cloudanbieter und jeder Geheimdienst ohne große Umwege auf die Daten von einigen technologieaffinen Deppen ohne allzugroße Umwege zugreifen! Weiter so! Ich und mein Umfeld halten nichts davon und werden die Karteikarte wieder auspacken wenn die großen Softwarekonzerne uns keine Alternativen läßt.
  3. #3

    Zitat von Leberwurstpizza Beitrag anzeigen
    Endlich wird das auch mal hier im Mainstreet-Medium postuliert und nicht wie sonst als utopisches Hirngespinst abgetan. Danke dafür !!!
    Leider wurde meine Überschrift unterschlagen. "Das" ist das bedingungslose Grundeinkommen.
  4. #4

    Interessante und teilweise auch richtige Gedanken. Warum dann aber begründungslos und logikfrei der Linksklassiker vom bedingungslosen Grundeinkommen plötzlich und ansatzlos aufkommt, kann ich mir nur damit erklären, dass die moderne hier für alte Ziele usurpiert werden soll. Lieber Herr Lobo, auch hier entlarvt Sie die Cloud unerbittlich.
  5. #5

    Zitat von Niamey Beitrag anzeigen
    Ich und mein Umfeld halten nichts davon und werden die Karteikarte wieder auspacken wenn die großen Softwarekonzerne uns keine Alternativen läßt.
    Das mag für kleine Frickelbuden möglicherweise in Teilbereichen eine Alternative sein, für Großunternehmen und Behörden aber wohl kaum.

    Darüber hinaus wird bis auf weiteres wohl noch jedes Unternehmen selber entscheiden können, ob und welche Server es selbst betreibt.
  6. #6

    Och Joh!

    Zitat von Niamey Beitrag anzeigen
    Die Cloud gibt es schon seit es Server gibt und Arbeitsplätze im Intra-, wie im Extranet (per VPN) auf die gleichen Ressourcen zugreifen können. Jetzt versucht man dem User auch noch den Blödsinn Vloud zu verkaufen. Was ein Schritt in die Zukunft!!
    Endlich kann jeder Hacker, jeder Cloudanbieter und jeder Geheimdienst ohne große Umwege auf die Daten von einigen technologieaffinen Deppen ohne allzugroße Umwege zugreifen! Weiter so! Ich und mein Umfeld halten nichts davon und werden die Karteikarte wieder auspacken wenn die großen Softwarekonzerne uns keine Alternativen läßt.
    Die Wolke (Cloud) gibt es in der IT schon fast seit Anbeginn. Irgendwelche Wichtel, verkaufen dies seit ein paar Jahren allerdings als neue sensationelle Entwicklung. Bullshit!

    Ebenso ist die Aussage des Oberwichtels Lobo "Die Wirklichkeit ist: die allgemeine Fixierung auf das Normalarbeitsverhältnis war eine Notlösung des 20. Jahrhunderts." völlig absurd und hanebüchen. Seit Jahrhunderten waren die Arbeitsverhältnisse durch lebenslange Bindung an zumeist einen Arbeitgeber gekennzeichnet.

    Sie plakativen Sprechblasen von Lobo, sind an inhaltlicher Lehre und unbewiesenen Hypothesen gekennzeichnet. Die einzige Tatsache, die die Wolke tatsächlich bietet, ist die der möglichen Verfügbarkeit der eigenen Unternehmensdaten für andere. Betriebsgeheimnis ade!
  7. #7

    Wir sind noch nicht ganz soweit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was bedeutet die digitale Vernetzung für die Arbeitswelt? Das Angestelltendasein gilt in Deutschland noch immer als einzig wahre Form des Broterwerbs. Doch die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei. Jetzt heißt es: Aufwachen.

    Digitale Lebenswelt: Am Tag nach der Arbeit - SPIEGEL ONLINE
    An einigen Antworten im Forum sieht man, dass wir noch nicht in diesem Zeitalter angekommen sind. Es herrscht noch viel Diskussions- und Entwicklungsbedarf.

    Bis ein BGE kommt, - wenn überhaupt - werden noch viele Jahre vergehen. Auch wenn die Gedanken, dass es immer utopischer wird, eine lebenslange Arbeitsstelle inne zu haben, richtig ist.

    Eine Tatsache ist immer weniger zu leugnen: Um die Bevölkerung zu versorgen, braucht es immer weniger Menschen. Alles wird ständig effizienter, transparenter und in der Arbeitswelt verdichtet. Nicht wenigen Leistungsträgern ist diese Entwicklung unangenehm, da sie sich selber wegrationalisieren und dadurch dauerhaft ihren Status nicht aufrecht erhalten können. Heute ist es doch so, dass ein Mensch über 45, wenn er nicht einen gewissen Karrieresprung geschafft hat, fest damit rechnen kann, mit 50 - 55 in großen Unternehmen entsorgt zu werden. Aber auch die, die den Sprung geschafft haben, dürfen nicht unbedingt damit rechnen, bis 67 dort arbeiten zu dürfen.

    Nicht umsonst gibt es eine ganze Reihe H4-Empfänger in dieser Altersgruppe, die aus dem System herausgefallen sind. Und die Summe wird durch die oben geschriebene Effizzienzsteigerung (nichts anderes bietet z.B. die Cloud) eine weitere Beschleunigung bewirken.

    Von daher ist es durchaus legitim, über andere Gesellschaftsmodelle nachzudenken und wie wir zukünftig unser Zusammenleben gestalten. Ich sehe es z.B. nicht als erstrebenswert an, unser H4-System mit der bekannten Gängelung und Auswirkungen als Modell für Deutschland beizubehalten. Auch wenn die Leistungsfetischisten und Befürworter geringer Löhne mit staatlicher Zuzahlung (Mini-BGE?) immer wieder aufjaulen, dass es nicht finanzierbar wäre. Aber genau hier sollte sich unsere Gesellschaft Gedanken machen, wie wir als Gesamtheit möglichst gut leben können mit dem zusätzlichen Anreiz, dass die Ehrgeizigen ihr Zubrot bekommen können und dadurch die Gesellschaft irgendwann soweit bringen, dass Erwerbsarbeit im klassischen Sinne nicht mehr notwendig ist. Das fände ich ein würdiges Ziel für unsere Zukunft.
  8. #8

    klingt alles gut und richtig, aber wenn man nr in lebensphasen arbeitet in denen es "gerade passt" dann seh ich das aus der im endeffekt gemeinkasse finanzierte, bedingungslose grundeinkommen als recht gering an. sicher kann man dem modernen leben an vielen stellen unterstellen dass es der laune des menschen nicht zuträglich ist, wohl aber dem geldbeutel der gesellschaft. ich denke nur wenn man bereit ist auf bestimmte wohlstände zu verzichten ist so eine gesellschaft vorstellbar : und ganz ehrlich, ich weiss nicht welches modell ich besser finde.
  9. #9

    Packen wir die notwendigen Veränderungen an!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was bedeutet die digitale Vernetzung für die Arbeitswelt? Das Angestelltendasein gilt in Deutschland noch immer als einzig wahre Form des Broterwerbs. Doch die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei. Jetzt heißt es: Aufwachen.

    Digitale Lebenswelt: Am Tag nach der Arbeit - SPIEGEL ONLINE
    Das Angestelltenverhältnis der Arbeitnehmer resultiert unmittelbar aus dem kapitalistischen Produktiionsverhältnis, das sich durch Privatbesitz an Produktionsmitteln auszeichnet. Arbeitgeber stellen ein, geben Arbeitsinhalt und -umfang vor, kontrollieren den Arbeiter bzw. Angestellten und entlassen ihn ggf..

    Digitalisierte und vernetzte Arbeit erhöht vor allem die Effizienz bestimmter Tätigkeiten und erhöht so die Konkurrenzfähigkeit und den Mehrwert für den Unternehmer. War früher die Produktions- Kontrollmöglichkeit an räumliche Konzentration gebunden, so ist das heutzutage in vielen Bereichen auch dezentral zu bewerkstelligen: Zentral arbeiten dann nur noch die Server bzw. Clouds, nicht unbedingt räumlich, aber organisatorisch. Da die Kontrollmöglichkeit wie Lobo richtig ausführt eher noch zunimmt, werden in Zukunft immer mehr kostengünstige vernetzte Heimarbeitsplätze die Bürotätigkeit ablösen.

    Die digitalisierungsbedingte Effizienz- unf Produktivitätssteigerung in der Arbeitswelt wird allerdings immer mehr Arbeiter und Angestellte freisetzen und für Produktion und Dienstleistung dauerhaft überflüssig machen. Auf diesen paradigmatischen Umbruch ist unsere Gesellschaft bisher nicht eingestellt, obwohl er längst in vollem Gang ist. Noch immer wird das Ideal der Vollbeschäftiging propagiert. Weil sich die Realität dem immer weniger fügt - auch in der momentanen wirtschaftlichen Boomphase -, wird die tatsächliche, hohe Arbeitslosenzahl verschwiegen bzw. schöngerechnet, und viele Menschen werden mit prekären Teilzeitjobs abgespeist. Das ist verlogen, ungerecht und inhuman.

    Mit Lobo ist festzustellen, dass wir uns der veränderten Wirklichkeit stellen müssen, sowohl die Beachteiligten als auch die Profiteure des Systems. Es geht nicht an, dass die zunehmende Zahl von Freigesetzten ins Prekariat angeschoben werden und zum Lohndumping instrumentalisiert werden, wie das seit Jahren geschieht.

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen, von dem unsere Bürger auch ohne Lohnarbeit menschenwürdig (materiell ausreichend und zwangfrei) leben können, ist das Gebot der Stunde! Dazu muss freilich der massive Widerstand der egoistischen Profiteure in Wirtschaft und Politik überwunden werden: Wir brauchen also einen grundsätzlichen gesellschaftlichen Umbruch, der unsere gespaltene Gesellschaft zu wesentlich mehr Solidarität und Gerechtigkeit verhilft.
    Packen wir die Herausforderung zusammen mit allen fortschrittlichen politischen und medialen Kräften an!


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