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Digitale Lebenswelt: Am Tag nach der Arbeit

Was bedeutet die digitale Vernetzung für die Arbeitswelt? Das Angestelltendasein gilt in Deutschland noch immer als einzig wahre Form des Broterwerbs. Doch die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei. Jetzt heißt es: Aufwachen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...830734,00.html
  1. #10

    Kein Titel

    Willkommen im 21. Jahrhundert. Hier gilt es, den Arbeitsbegriff und -inhalt neu zu definieren. Es gibt immer mehr Maschinen, die eintönige oder auch andere Arbeiten übernehmen. Wir könnten uns anderen Dingen und Ideen zuwenden, wenn wir unsere Grundsicherung hätten. Welche Arbeit wird bezahlt und welche nicht? Wenn ich alles als Arbeit bezeichne, ist die Hausfrauenarbeit eine Arbeit? Das ist nur ein Beispiel, das sich fortsetzen läßt. Wenn ich nicht alles als Arbeit bezeichne, was ist es dann und warum wird einiges bezahlt und anderes nicht?
    Wir könnten im 21. Jahrhundert kreativer leben und Prozesse mit gestalten in der Politik und in der nicht Politik, wenn man es trennen möchte. In dem Artikel wird der Beruf erwähnt, ich fasse diesen noch weiter, als eine Berufung, die man gerne tut. Das wäre möglich, wenn wir uns trennen vom Althergebrachten, das seinerzeit eine Berechtigung hatte, aber heute nicht mehr.
    Einen schönen 1. Mai noch,
    Agiles (fast immer selbständig)
  2. #11

    "Die digitale Vernetzung verändert die Arbeitswelt dramatisch. Aber weil das in Deutschland nicht ins Konzept passt, wird es ignoriert."

    Aha. & wo soll das jetzt groß anders sein, in welchem Land?
  3. #12

    Zitat von Dr. Fuzzi Beitrag anzeigen
    Sie plakativen Sprechblasen von Lobo, sind an inhaltlicher Lehre und unbewiesenen Hypothesen gekennzeichnet.
    Was an "Sascha Lobo"...?
  4. #13

    Zum 1. Mai ein Lob auf das Analoge

    Herr Lobo, ich hätte da mal ein paar Fragen:
    Wie werden digital Kranke und Alte gepflegt?
    Wie werden digital Häuser und Strassen gebaut?
    Wie werden digital Brötchen gebacken?
    Wie werden digital die Schornsteige gereinigt?
    Wie werden digital Menschen mit Handikap betreut?
    Wie werden digital Räume, Strassen und Plätze gereinigt?
    Wie werden digital Opern aufgeführt?
    Wie werden digital Regale im Einzelhandel aufgefüllt?
    Wie wird digital ein Ochester dirigiert?
    Wie werden digital Schweine geschlachtet?
    Wie wird digital Fussball gespielt?
    Wie wird digital gekocht?
    Wie werden digital Fenster gefertigt und eingebaut?
    Nur mal so ein paar Beispiele. Handwerks-, Dienstleistungs- und Kreativtätigkeiten.
    Beispiele: Gut, zum Teil hat auch hier der Rechner Einzug gehalten. In Pflegeberufen nicht unbedingt zum Vorteil der Klienten. Zertifizierung erhöht die Bürokratie und geht zu Lasten der Arbeit am Menschen.
    Oder: Häuser und Strassen werden am Rechner entworfen, gepkant und die Logistik wird abgewickelt. Dann braucht es aber Menschen, die anpacken.
    Oder: die Bühnenmaschinerie einer Oper kann rechnergesteuert ein. Doch es bracht auch Bühnenarbeiter. Und Musiker, Chorsänger und Solisten. Völlig analog.
    Oder: der Koch kann seine Küche digital verwalten - kochen tut er selber.
    Und so weiter und so fort.
    Mir scheint, Herr Lobo, Sie haben den digitalen Tunnemblick.
    Ja, das viel belächelte Normalarbeitsverhältnis ist erodiert. Die lebenslange Ausübung des einen Jobs bei dem einen Arbeitgeber ist auch nicht mehr garantiert.
    Dann stellt sich eigentlich auch die Frage, worin der Sinn einer Ausbildung besteht.
    Ich bin für das Anerkennen von Realitäten - allerdings nicht alternativlos. Flexibilität in Masen ja. Flexibilitätsterror nein.
    Ich habe drei Berufe erlehrnt und übe den Einen seit über 30 Jahren aus. Zuerst analog und seit gut 20 Jahren digital mit vielen analogen Einsprengsel. Ich gehe z.B. noch in Bibliotheken. Im Netzt finde ich nicht alles, was ich suche. Das auf Papier geschriebene Wissen in älteren Büchern ist mir wichtig. Und meine Frau übt seit 40 Jahren den einen erlehrnten Beruf aus - sie tut Dienst am Menschen ganz analog. Sie leidet unter der Bürokratie und stöhnt über die Zeit, die sie am Rechner verbringen muss. Weil sie sich dabei vom Menschen entfremdet.
    Ich bin sehr dafür, das Menschen Berufe ergreifen, zu denen sie sich "berufen" fühlen und die Ausübung somit zur Profession wird. In der Regel sind das zufriedene Menschen.
  5. #14

    Der beste Artikel bisher hier von Lobo. Und ein längst überfälliges Thema. "Abhängig Beschäftigte" - was für in Horrorbegriff. Ich frage mich schon lange, wo der gesellschaftliche oder zivilisatorische Fortschritt liegt, wenn immer noch die Mehrheit der Bevölkerung Tag für Tag, Jahr für Jahr ihr Haus verlässt, um fremdbestimmt an einem fernen Ort in einer fremden Umgebung Frondienst zu verrichten. Und das den größten Teil ihrer Lebenszeit. Und zunehmend ohne die soziale Sicherheit vergangener Jahre und ohne reale Lohnsteigerungen. Ein Albtraum.

    Aber Lobo hat Recht. Das Thema ist so tief in unserer Lebenswirklichkeit verankert, dass es kaum bewusst wird und nicht nur die Schäfer, sondern auch die Schafe können sich nichts anderes mehr vorstellen. Ich hoffe, da ändert sich bald was. Denn die Sklaverei ist doch eigentlich abgschafft, oder. Auch die Selbstversklavung in den Köpfen?
  6. #15

    Mal unabhängig von der Cloud

    Zitat von olafs. Beitrag anzeigen
    Warum dann aber begründungslos und logikfrei der Linksklassiker vom bedingungslosen Grundeinkommen plötzlich und ansatzlos aufkommt, kann ich mir nur damit erklären, dass die moderne hier für alte Ziele usurpiert werden soll.
    Aha! Jetzt ist es wieder der "Linksklassiker".

    Schon mal bemerkt, dass sich namhafte Liberale wie John Stuart Mill oder Milton Friedman, beides ja nicht Personen, die man dem linken Spektrum zuordnet, für das Grundeinkommen ausgesprochen haben? Der Liberalismus in seiner eigentlichen Form postuliert ja, SEHR vereinfacht gesagt, dass jeder seinem Eigennutz folgen soll und dadurch letztendlich jeder gewinnt. Dies geschieht dann in der freien Marktwirtschaft, welche auf Privateigentumsbasis. Der Staat soll möglichst klein bleiben, soll aber dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen gegeben sind, damit dieses System funktioniert. Dazu gehört auch, dass er für eine gleiche Ausgangssituation sorgt, auf Grund derer dann jeder mit gleichen Chancen am Markt teilnehmen kann. Ein Beispiel ist z.B. die Schulbildung usw. Diese Ausgangssituation hat aber noch kein Staat zufriedenstellend hergestellt. Und deshalb gibt es auch soziale Strukturprobleme (vereinfacht: die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer). Die Marktwirtschaft wie sie mal gedacht war, hat es noch nie gegeben, stattdessen haben wir den Raubtierkapitalismus. Genauso wie es die liberale Utopie nie gegeben hat, sondern nur eine makelbehaftete Variante, die nicht funktioniert, hat es auch nie den echten Kommunismus gegeben. Die realsozialistischen Staaten waren ja auch nicht grade das, was Sozialismus eigentlich sein sollte. Jede Wirtschaftsideologie verspricht halt erstmal ein Utopia, an dessen Ende Reichtum für alle steht. Um das zu erreichen muss aber dann hart gefeilt werden.
    Das BGE ist ein Beitrag zur Erfüllung des liberalen Konzepts, denn es ermöglicht den Akkumulation von Kapital durch Arbeitslohn, ohne, dass dieser für die Grundsicherung draufgeht und Arbeitskraft zwecks Überleben zum Dumpingpreis verkauft wird (Stichwort: Lohnsklaverei). DAS ist warum auch Lieberale das Konzept befürworten. Den Kommunismus wird es nicht herbeiführen.
    Was passiert denn wenn nicht mehr gearbeitet wird, um zu überleben, sondern um über das Grundmaß hinausgehenden Luxus zu verdienen? Erstmal werden alle abwägen ob ihr Job/Lohn den Aufwand wert ist. Man MUSS ja nicht. Dann werden harte, aber schlecht bezahlte Jobs unattraktiv, typische "Unterschichtenjobs" wie Putzfrau, Bauarbeiter, usw. Da es weniger Angebot an Arbeitskraft auf diesen Feldern gibt, wird der Lohn angepasst um erhöhte Nachfrage zu schaffen. Andersherum werden Jobs, die jeder machen möchte, weil sie angenehm sind, schlechter bezahlt werden, da es ein Überangebot an Arbeitskräften geben wird. Jeder muss nun also kalkulieren, ob er den unangenehmen aber gut bezahlten oder den angenehmen aber schlechter bezahlten Job annimmt, statt so wie heute, wo miese Jobs auch mies bezahlt werden. Er kann auch nichts tun, hat dann aber weniger Geld. Ergo: Angebot- und Nachfrageprinzip, reine Marktwirtschaft, auch auf dem Arbeitsmarkt. Davon abgesehen, dass durch das Zusammenlegen vieler Einzelleistungen des Staates in eine Leistung, die für alle gleich ist, der Staat auch massive Verwaltungskosten spart, was ja auch zum möglichst kleinen Staat des liberalen Konzepts passt. Also nix linke Spinnerei, in der Schweiz wird das BGE von Bänkern gefordert.
  7. #16

    Die Forderungen klingen alle simpel - und richtig, aber sie werfen doch traditionsgemäss erstmal viele Fragen auf. Was ok ist..
    Soll es denn demnach 24Std-Kitas & Schulen geben ?
    Alle 3 Stunden wird Mathe gelehrt ?? Samstags Sport ? Wenn man nicht "pünktlich" kommt, nicht schlimm ? Oder Mo-So Kitas, die auch innerhalb normaler Ladenöffnungszeiten geöffnet haben - bis 19h z.B. ? Das wäre SUPER !!!
    Aber wenn gleichzeitig Kita-Plätze für alle Kinder ab Geburt gefordert werden sollen, wie soll man sowas beim Besten Willen denn ausrechnen ? ?
  8. #17

    Die Forderungen klingen alle simpel - und richtig, aber sie werfen doch traditionsgemäss erstmal viele Fragen auf. Was ok ist..
    Soll es denn demnach 24Std-Kitas & Schulen geben ?
    Alle 3 Stunden wird Mathe gelehrt ?? Samstags Sport ? Wenn man nicht "pünktlich" kommt, nicht schlimm ? Oder Mo-So Kitas, die auch innerhalb normaler Ladenöffnungszeiten geöffnet haben - bis 19h z.B. ? Das wäre SUPER !!!
    Aber wenn gleichzeitig Kita-Plätze für alle Kinder ab Geburt gefordert werden sollen, wie soll man sowas beim Besten Willen denn ausrechnen ? ?
  9. #18

    Total Normal

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was bedeutet die digitale Vernetzung für die Arbeitswelt? Das Angestelltendasein gilt in Deutschland noch immer als einzig wahre Form des Broterwerbs. Doch die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei. Jetzt heißt es: Aufwachen.

    Digitale Lebenswelt: Am Tag nach der Arbeit - SPIEGEL ONLINE
    Hallo,

    was mir in dem artikel fehlt ist das das ganze zu schlechteren arbeitsbedingungen führt und zu weniger lohn bei einem viel mehr an arbeit.
  10. #19

    Arbeit für Alle - Nein zum BGE

    Mal davon abgesehen, dass die Grundidee des BGE aus der Feder des Vaters des Neoliberalismus, Milton Friedman, stammt - also kein linkes Projekt ist -, verstehe ich die Debatte nicht. Im Endeffekt soll doch - ähnlich wie bei Hatz IV - das Nichtstun alimentiert werden. Hartz IV ist Hilfe in einer Notlage. Das BGE wäre eine Subvention für Freizeit und Freibier.
    Arbeit ist genug da! Zuviele arbeiten zuviel. Umbau der Arbeitswelt wäre doch viel sinnvoller. Seit Jahren gibt es von verschiedenen Wissenschaftler - konservativen wie linken - Berechnngen, nach denen eine Wochenarbeitszeit von 25 bis 30 Stunden ausreichend ist, um hierzulande alle Menschen zu fairen Löhnen in Arbeit zu bringen. Warum diskutieren wir nicht hierüber? Meines Erachtens lenkt die Debatte über das BGE von den echten Problemen ab.








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