CorbisDas digitale Zeitalter hat uns in eine Phase der ständigen Skandale geführt. Heute muss man nicht mehr berühmt sein, um zum Opfer zu werden, gleichzeitig kann jedermann einen Skandal auslösen. Neun Thesen zum Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...829638,00.html
Hans R. Beierlein seinerzeit über die Qualität von Nachrichten in Käseblättern sagte: "Es ist völlig egal, ob die Nachricht gut, schlecht, wohlwollend oder verleumderisch ist: Der Werbezweck ist erreicht, wenn der Name richtig geschrieben wurde. " Ein jeder, der meint, Skandale oder Skandälchen oder nur den Reissack öffentlich zu machen, tut damit den vermeintlich Bloßgestellten nur einen Gefallen, denn auf lange sicht bleibt der - hoffentlich richtig geschriebene - Name haften. Ziel erreicht.
Das Phänomen der Skandalisierung gab es auch schon vor dem Internet in den Medien. Das jeder heute einen Skandal lostreten kann ist allenfalls die Adaption der Medienlogik und logische Folge des Web2.0 das generell die Möglichkeit der einfachen Publikation in die Hände der Rezipienten legt. Wie groß der Skandal letztendlich wird hängt jedoch nach wie vor von den analogen Medien ab. Wenn diese nämlich auf den Zug aufspringen kann ein Skandal sich erst flächendeckend ausbreiten. Ansonsten bleibt es in der Regel ein dem natürlichen Lebenszyklus der Nachrichten unterlegener online-only Skandal.