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Digitale Erregungszyklen: Die Zeit des permanenten Skandals hat begonnen

CorbisDas digitale Zeitalter hat uns in eine Phase der ständigen Skandale geführt. Heute muss man nicht mehr berühmt sein, um zum Opfer zu werden, gleichzeitig kann jedermann einen Skandal auslösen. Neun Thesen zum Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...829638,00.html
  1. #10

    tatsächlich?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das digitale Zeitalter hat uns in eine Phase der ständigen Skandale geführt. Skandale als digitale Erregungszyklen: Der Kontrollverlust im Netz - SPIEGEL ONLINE
    Hier wird von SPON aufgebauscht - z.B. ist keiner meiner früheren Klassenkameraden bei Fratzenbuch o.ä social networks.
    In meinem Bekanntenkreis läuft nichts, aber auch gar nichts über social networks...
  2. #11

    contra

    Zitat von Emmi Beitrag anzeigen
    Alles, was sog. "Ohnmächtige oder kleine Leute" fabrizieren, sind allenfalls Skandälchen, selbst wenn es noch so schlimm ist. Um einen richtigen Skandal zu fabrizieren, muss man Macht (Geld, Enfluss, Medienwirksamkeit) haben, sonst ist es nicht wichtig genug. Bei den "Mächtigen oder großen Leuten" reichen auch schon kleinere Verfehlungen u.U. für einen handfesten Skandal, da Fehler dieser Leute i.d.R. folgenschwer sind.
    Da gibt es Gegenbeispiele zu. Der 17-jährige, der unschuldig des Mordes und der Vergewaltigung eines Kindes zunächst beschuldigt war und für den sich ein Lynchmob formiert hatte, wird von den Ausmaßen dieses Skandals sicherlich deutlich gezeichnet sein.

    Dagegen war der damalige Seitensprung eines Tennisspielers in der Besenkammer alles andere als "folgenschwer" für die Öffentlichkeit. Dennoch hat diese mit Eifer diesen "Skandal" verfolgt.
  3. #12

    Geschwafel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das digitale Zeitalter hat uns in eine Phase der ständigen Skandale geführt. Heute muss man nicht mehr berühmt sein, um zum Opfer zu werden, gleichzeitig kann jedermann einen Skandal auslösen. Neun Thesen zum Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter.

    Skandale als digitale Erregungszyklen: Der Kontrollverlust im Netz - SPIEGEL ONLINE
    2-3 Gedanken auf neun "Thesen" gestreckt.
    Wo ist denn mal jemand Nicht-Prominentes Gegenstand eines echten "Skandals" gewesen, in dem kein Prominenter mitgespielt hat? Falls jemand drei oder vier Fälle zusammentragen kann, reicht das als Beleg des Geredes der Autoren nicht aus.

    Haupt-Zutat solch dünner Suppen ist immer die Unfähigkeit, sich weiter als drei Jahre zurückzuerinnern und der Glaube daran, wie unglaublich "beschleunigt" und "vernetzt" etc.pp. die Welt doch sei.
    Schauen Sie mal in alte Zeitungen. Alles voller Skandale. Und ganz ohne digital...
  4. #13

    Der Shitstorm

    Los, Geplagte aus den Netzen
    Ändern wir der Dinge Lauf
    Es gibt`s wieder was zu hetzen
    Da zieht ein neuer Shitstorm auf

    Schirme auf und Hosen runter
    Lasst uns bei der Meute sein
    Diesmal treiben wir`s noch bunter
    Keiner ist jetzt mehr allein

    Die Spötter werden beissender
    Warum nicht tun wie sie?
    Bist du erst ein „Scheissender“
    Gehörst du zur Community

    Jeder wird sein Bestes geben
    Posten bis die Tasten glühn
    Lassen wir das Web erbeben
    Wenn wir durch die Foren ziehn

    Irgendeiner muss dran glauben
    Wird blamiert und angeklagt
    Alles kann man sich erlauben
    Wenn der Mob den Sünder jagt

    Worum es geht, ist fast egal
    Wir wollen uns entrüsten
    Jetzt können wir mal ganz legal
    Ein Image voll verwüsten

    Busenblitzer, Umweltsünde,
    Fleischwurst in nem Werbespot
    Es gibt immer ein paar Gründe
    Und viel Spass statt Alltagstrott

    Minister oder Präsident
    Vorstand oder Fernsehgrößen
    Jeder, den ein jeder kennt,
    Lässt sich im Web entblößen

    Zur Not tun es auch Star-Klamotten,
    ein Teen, der sich zum Affen macht
    Die wollen wir mit Lust bespotten,
    Ist der Shitstorm erst entfacht

    Wen der Mob, der virtuelle,
    öffentlich verlacht
    Dem hilft keine Pressestelle
    denn wir sind in der Übermacht
    Los, Geplagte aus den Netzen
    Haun wir nun kräftig drauf
    Heut fliegen wieder mal die Fetzen
    Es zieht ein neuer Shitstorm auf
  5. #14

    Dimension

    Zitat von Gallandor Beitrag anzeigen
    Das der mögliche Skandal im digitalen Zeitalter wie ein Damokles Schwert über den Köpfen einiger weniger hängt...
    Der Artikel weist ja darauf hin, dass das Damoklesschwert eben nicht nur über dem Kopf einiger Weniger hängt, sondern pontentiell über uns allen.
    Denn wo z.B. jederzeit durch jeden x-Beliebingen das Fotohandy gezückt wird, kann jedes unbeholfene Stolpern auf der Straße einen selbst unfreiwillig und unwiederbringlich zur Witzfigur machen.
  6. #15

    Es ist schon erstaunlich wie das Internet mystiziert und gloirifiziert wird, anstelle es darauf zu reduzieren was es wirklich ist: eine neue Methode um zu kommunizieren, wobei es immer Personen mit Namen und Adresse sind, die dort kommunizieren.
    Es ist nur erstaunlich, daß es bislang akzepiert ist, daß sich diese Personen hinter der Anonymität verstecken dürfen um Dinge zu vermitteln, die sie niemals in einem offenen Dialog vermitteln oder sagen würden, zumindest nicht dann, wenn Sie als Person erkennbar wären.
    Zu Recht wollen wir nicht, daß der Staat uns auf Schritt und Tritt überwacht um dann, zu gegebener Zeit, ein Dossier heraus zu ziehen. Und warum wollen wir nicht, daß dem Staat diese Macht zukommt? Auch und vor allem weil der Staat ja letztlich auch nur aus Personen besteht, die durchaus diese Macht für eigene und ungesetzliche Zwecke benutzen können. Wir wollen diese Macht auch keiner Privatfirma oder sonst jemandem geben.

    Das Internet als neue Kommunikationsmethode hat neue Möglichkeiten eröffnet, und all diejenigen, die sich zu Recht über Persönlichkeitsschutz und -rechte erregen, haben bislang nicht verstanden oder erkannt, daß das Internet Verletzung diese Rechte in einem unerkannten Maß ermöglicht, nicht weil es in einem rechtsfreien Raum operiert (denn so rechtsfrei ist er dann doch nicht), sondern weil unser Rechtssystem und auch unser Ethiksystem nicht verstanden haben, daß das Internet eine neue Facette intermenschlicher Kommunikation eröffnet hat die als neu und innovative erfaßt wurde, ohne daß man merkte, daß sie durch die Anonymität nur eine Plattform für Leute schaffte, die ohne sie nur einen begrenzten Wirkungskreis haben.

    Oder wie läßt es sich erklären, daß es offentsichtlich möglich ist, im Internet und den sogenannten sozialen Medien Dinge zu verbreiten, die mit Sicherheit erhebliche juristische Folgen hätten, wenn sie in der lokalen Tageszeitung statt finden würden.
  7. #16

    Das der Spiegel, der sonst jeden zweiten Tag "Eklat!" schreit weil sich jemand nicht nach Drehbuch verhalten hat, diese Story bringt, schiebe ich mal auf Freitag...

    Eklat!
  8. #17

    Völlig unterschätzt

    Zitat von velociraptor Beitrag anzeigen
    Da gibt es Gegenbeispiele zu. Der 17-jährige, der unschuldig des Mordes und der Vergewaltigung eines Kindes zunächst beschuldigt war und für den sich ein Lynchmob formiert hatte, wird von den Ausmaßen dieses Skandals sicherlich deutlich gezeichnet sein...
    ..., gab es auch schonmal, nach dem Motto des Lynch-Mobs "Verbrennt die Hexe" im Mittelalter.
    Das ganz große Problem des anonymen asozialen Verhaltens auf sozialen Netzwerken ist das "ewige" Vorhandensein von Verleumdungen im Netz, die einer Person Ihrem Leben lang digital zugeordnet sind. Eine Boshaftigkeit jemandem - einem "Opfer" - gegenüber lässt sich nicht löschen, bleibt für Jeden jederzeit verfügbar.
    Die scheinbare Harmlosigkeit ist in Wirklichkeit eine tickende Zeitbombe. Spätestens bei der Partnersuche, Jobsuche, Krankenkassenbeiträgen ("Bin immer so müde..."), bei Reisen in ferne Länder, die ein weniger tolerantes Verständnis haben etc. kommt das böse Erwachen.
  9. #18

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das digitale Zeitalter hat uns in eine Phase der ständigen Skandale geführt. Heute muss man nicht mehr berühmt sein, um zum Opfer zu werden, gleichzeitig kann jedermann einen Skandal auslösen. Neun Thesen zum Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter.

    Skandale als digitale Erregungszyklen: Der Kontrollverlust im Netz - SPIEGEL ONLINE
    Soll das Ding ein Witz sein? Fangt bei euch selber an, da wär schon mal geholfen. Wer zu jedem noch so kleinen Pups 5 Artikel mit zugehörigem Thread eröffnet, ist Förderer der hier angeprangerten Strukturen.
  10. #19

    Piraten

    Nun, wir haben ja jetzt eine Partei, die sich ja u.a. genau aus diesem Selbstverständnis heraus definiert. Bloß keine Kontrolle im Internet von gar nix, hier muß die Freiheit grenzenlos sein und Gesetze haben da schon mal gar nix verloren; dazu natürlich garantierte Anonymität, damit das "richtige Leben" da bloß nicht ran kommt. Das ganze hat schon Religionscharakter.
    So können je nach Wunsch "Nachrichten" gepusht oder mit Shitstorms abgeschossen werden - irgendeine annäherende Kontrolle über einen Wahrheitsgehalt oder Herkunft derselben ist unmöglich.
    Diese Freunde sind exakt der Ausdruck dieses im Artikel beschriebenen Verhaltens.


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