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Digitale Demokratie: Was hat die Krise mit dem Netz zu tun?

Wo findet man Antworten auf alles? Loriot nutzte ein Konversationslexikon, heute gibt es das Internet. Nun kann das Netz die dringlichste Frage beantworten: Was kommt nach der Eurokrise? Eine bessere, digitale Demokratie.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...842246,00.html
  1. #1

    Internet = deus ex machina???

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wo findet man Antworten auf alles? Loriot nutzte ein Konversationslexikon, heute gibt es das Internet. Nun kann das Netz die dringlichste Frage beantworten: Was kommt nach der Eurokrise? Eine bessere, digitale Demokratie.

    Sascha Lobo: Loriot, die Euro-Krise und das Internet - SPIEGEL ONLINE
    Was man nicht alles für Sehnsüchte in das neue Werkzeug/Spielzeug der Menschheit projizieren kann. Nach dem Euro kommt das bessere Gelaber im Internet?
    Nein, nach dem Euro kommt der beinharte Kampf um die Macht im Staate/ in den den Staaten/ global/ und der wurde noch nie nur mit Worten ausgefochten oder war nie nur virtuell, sondern war immer körperlich. In Anlehnung an Mao kann man immer noch davon ausgehen, dass die Macht ganz bestimmt nicht aus dem Internet, sondern viel handfester daher kommt. Wer sich durchsetzt, entscheiden letztlich nicht die vielen Klicks im Internet, sondern ob jene, die ihre Macht verlieren sollen, das einfach kampflos hinnehmen. Die haben bisher immer schon auf "geistig. Kultur" gepfiffen und werden ihr Verhalten aufgrund von Internet-Abstimmungen ganz bestimmt nicht ändern. Die globale Machtelite von heute kann man per Internet nicht einfach wegbeamen und wenn man dabei noch so viel Liquid einsetzt.
    Sorry Lobo, aber der Betrag ist echt naiv!
  2. #2

    Die Krise ist digital verursacht,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wo findet man Antworten auf alles? Loriot nutzte ein Konversationslexikon, heute gibt es das Internet. Nun kann das Netz die dringlichste Frage beantworten: Was kommt nach der Eurokrise? Eine bessere, digitale Demokratie.

    Sascha Lobo: Loriot, die Euro-Krise und das Internet - SPIEGEL ONLINE
    Die Krise ist digital verursacht. Die Krise wird digital bewältigt. Die Voraussetzungen für Entscheidungen in der Krise sind durch Digitalisierung verändert. Die Wahrnehmung der Politik und ihrer Akteure folgt noch vordigitalen Paradigmata.

    Die als Krise bezeichnete gegenwärtige Situation ist als ein Prozess zu verstehen, in dem sich unklare und z.T. sich widersprechende politische Zielsetzungen, intransparente Interessen unterschiedlicher Akteure, Notwendigkeiten der Legitimation und Nachvollziehbarkeit in den Demokratien und totale Wissensverknüpfung der digitalen Kommunikationsrevolution verbinden. Jedem einzelnen dieser Elemente liegen wiederum komplexe Unterprozesse zugrunde.

    Diese Situation ist in ihrer von den Menschen wahrnehmbaren globalen Dimension für die Menschheit historisch beispiellos.

    Deshalb scheinen die gängigen aus vordigitaler Zeit stammenden Pardigmata der Wissenschaft und Politik zur Beschreibung dieser Situation immer weniger zu greifen. Deshalb scheinen die Akteure in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft getrieben und überfordert. Führung und Gestaltung erscheinen erschwert oder sogar unmöglich. Verunsicherung und Angst ergreifen Teile der Funktionseliten der Gesellschaften.

    Vor diesem Hintergrund ist die unaufgeklärte und unmündige und letztlich undemokratische Forderung nach guter Politik und richtiger Entscheidung besonders laut, trifft aber ebenfalls grundsätzlich nicht mehr die Realität.

    Notwendig ist zu erkennen, dass die digitale Kommunikationsrevolution die Voraussetzungen für politische Entscheidungen grundsätzlich verändert.

    Entscheidungen, die durch intransparente Interessen oder durch Ziele der Sicherung ungerechtfertigter Asymmetrien und Privilegien verursacht sind, werden immer weniger Akzeptanz finden. Intransparenz und ungerechtfertigte Privilegien sind leichter zu entlarven. Gegen solche Entscheidungen lässt sich durch die digitale Kommunikation immer schneller, immer unmittelbarer, ein immer wirksamerer Widerstand organisieren.

    Die Entscheidungsprozesse in der digitalen Zeit sind noch nicht gefunden und eingeübt. Klar allerdings ist: Sie werden demokratischer sein, d.h. transparenter, nachvollziehbarer, korrigierbarer, rückholbarer.

    Die Entscheider heute werden auf den zweiten Blick durch diese Perspektive entlastet. Der Anspruch, richtige Entscheidungen zu treffen an den Einzelnen, nimmt ab, der Anspruch, keine falschen Entscheidungen zu treffen nimmt zu.

    Entscheidungen, Interessen, Ziele, digitale Kommunikation, Demokratie, Prozess - Am besten, Sie dchten auf der Stelle selber nach
  3. #3

    Parlare ist nicht lateinisch

    "Parlament , vom lat. parlare, sprechen, reden".

    Parlare ist kein lateinische Wort, sondern ein italienisches. Ich vermute, dass parlare entstanden ist au dem Grichischen Parabole (Vergleich, Gleichnis, Gleichnisrese, Rede), über eine Verbbildung parabolare zu italienisch parlare.

    Vermutlich wird man so etwas im Netz finden, wenn man sucht
  4. #4

    netz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wo findet man Antworten auf alles? Loriot nutzte ein Konversationslexikon, heute gibt es das Internet. Nun kann das Netz die dringlichste Frage beantworten: Was kommt nach der Eurokrise? Eine bessere, digitale Demokratie.

    Sascha Lobo: Loriot, die Euro-Krise und das Internet - SPIEGEL ONLINE
    Soviel Falsches, Plattes und Banales in einem SPON Artikel habe ich selten gesehen:
    -das Universalkonversationslexikon, eine fruehe Form des Internet
    -vermoegen kommt von Vermoegen
    -die Demokratie enstand in Athen, der Parlamentarismus im isl. Althing
    - das Internet "graetscht in die Eurokrise"
    -Island bekommt die erste Social-Media-Verfassung
    usw, usw

    und noch:
    "Die akute Euro-Krise und wohl auch ihre Lösung mag wenig mit dem Internet zu tun haben. Aber was danach kommt, hat sehr wohl mit dem Netz zu tun, denn es kann nach Art des europäischen Hauses nur aus der politischen Diskussion entstehen"
    Soso, aha, sehr erhellend. Ist das nun Ihre Kernaussage?: koennte, waere, sollte?
  5. #5

    Facebookotratie

    was soll daran demokratisch sein, wenn man gezwungen wird ein facebook account zu eröffnen um abstimmen zu dürfen. Hat Zuckerberg nicht schon genug Geld geschäffelt?
  6. #6

    IT-Revolution rechtsstaatlich

    Digitale Demokratie hat bereits begonnen und soll wertorientiert entwickelt werden. Hier stimmt Sascha Lobo in das wichtige Thema IT-Revolution ein. Unser Loriot und unsere Enzyklopädien haben selbst als Aufhübschung der Exposition hier nichts zu suchen. Sie irreführen. Aus meiner Sicht sind die Initiation und eine selbststeuernde Beteiligung an der digitalen Demokratie anzuregen.
    Dazu zähle ich drei organisatorische Hauptprobleme:
    1. Das Selbsterleichterungsverhalten der Individuen innerhalb sozialer Herausforderungen sowie ihre Schreibe- und Leseschwäche.
    2. Die zwangsläufig marktwirtschaftliche Orientierung von Facebook und das Zielsystem von Facebook, das nicht lautet: Digitale Demokratie, sondern Facebook will eigene Marktmacht.
    3. Eine rechtsstaatliche Judikative, die eine solche Digitale Demokratie unabhängig kontrolliert, steuert und moderiert, muss her. Es sollte nicht, wie etwa beim Piraten Liquid-Tool, Datenschutzschwächen oder Manipulierbarkeit geben. Denn Tricksereien kränkeln die Lust mitzumachen an.
  7. #7

    Das Volk darf über Belanglosigkeiten abstimmen.

    Ja Island ist so gross wie Neukölln und wird dann im EU-Bundesstaat etwa auch soviel zu sagen haben wie Neukölln in Deutschland.
    Die wichtigen Entscheidung werden die Mächtigen nie freiwillig dem Volk überlassen. Wir müssen sie uns erkämpfen, momentan noch mit den Mitteln der parlamentarischen Demokratie, indem wir eben nicht mehr Stammwähler sind, sondern Parteien wählen, die mehr direkte Demokratie versprechen. Aber eben die Parteien an ihren Taten messen.

    Rot-Grün hat die Zustimmung zum ESM nicht von einer Volksabstimmung abhängig gemacht, damit sind alle Bekenntnisse zur direkten Demokratie von Rot-Grün Makulatur.
  8. #8

    Die europäische Kultur

    Europa ist nicht Europa für seine Wirtschaftskraft und seine Finanzmärkte. Europa ist Europa vermöge seiner verdammten geistig. Kultur. Also soll es seine verdammten Europaprobleme vermöge dieser Eigenschaft lösen.
    Sie liefern das beste Argument dafür, warum die EU Probleme hat. Europa ist groß, die EU wäre nach dem Wunsch einiger sogar noch größer als Europa, und die kulturellen Unterschiede zerren den Zusammenhalt in alle möglichen Richtungen auseinander. Schon in einzelnen Ländern wie Jugoslavien hat sich gezeigt, dass ein Konstrukt mit zu großen kulturellen Unterschieden nicht halten kann. Wie soll es da erst funktionieren, wenn ein ganzer Kontinent mit etlichen Sprachen und gesellschaftlichen Differenzen zusammengehalten werden soll? Das geht m.E. nur, wenn man den einzelnen Gruppen genug Freiheit lässt, nicht blind expandiert und die Form eines eher lockeren Staatenbundes wählt. Sonst werden die Fliehkräfte bald zu groß.
  9. #9

    Traum einer "digitalen" Revolution ...

    ... mit anschließender "digitalen Demokratie"? Das klingt schon recht verträumt. Ich bin da pessimistisch.

    Warum ich meine, dass so etwas kaum passieren wird? Weil die Voraussetzungen dafür fehlen. Egal ob analoge oder digitale Medien - es sind und bleiben nur Werkzeuge. Was fehlt, ist der "Homo Sapiens Demokraticus". Die Spezies gibt es zwar, aber sie gehört zu den bedrohten Arten.

    Mit digitalen Medien könnte Demokratie zwar bürgernäher und zeitnäher praktiziert werden, aber es fehlt der "Anwender"!

    Ein Demokrat würde seine Demokratie auch mit primitiven Hilfsmitteln gestalten. Warum? - weil er das will und weil er es für wichtig hält. Es gibt davon eben nur zu wenige.

    Nur auf einen demokratischen "gefällt mir"-Button drücken zu können, ergibt noch lange keine "digitale Demokratie".








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