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Dieter Zetsche im Interview: "Jammern hilft nicht"

dapdDie Autoindustrie ist im Umbruch. Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche muss Milliarden in Technologien investieren, die sich vielleicht nie durchsetzen. Im Interview spricht er über Chancen und Risiken der neuen Mobilität, das "verlorene Jahrzehnt" von Daimler - und sagt, warum die Herdprämie Unsinn ist.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...838097,00.html
  1. #60

    Zitat von OWL-Dirk Beitrag anzeigen
    Sie widersprechen sich hier z.T. selbst.
    Nö.

    Brennstoffzellen machen (wenn überhaupt) eben nur als Teil einer geschlossenen Wasserstoffwirtschaft (oder alternativ z.B. Methan-, Methanol- Wirtschaft) Sinn.
    Richtig. Genau die meinte ich natürlich. Und die gibt es auch längst, sie haben nur momentan einen schlechteren Wirkungsgrad als die H2-betriebenen, bei leider genauso exorbitant hohem Preis.

    Ob das effizienter ist, als die direkte Umsetzung von Wasserstoff (Methan, Methanol) in V-Motoren, muss sich zeigen.
    Richtig. Aber die direkte Umsetzung von Methan in einem Verbrennungsmotor hat andere Nachteile: Notwendigkeit der Krücke "Getriebe" wegen der völlig unzureichenden Drehzahlbereiche, dito Kupplung, da diese Motoren nicht aus dem Stand anzufahren in der Lage sind, Gewichtsprobleme etc.

    So wie bei der Bahn wird sich (wenn man jetzt mal von der Oberleitung absieht, die prinzipbedingt unmöglich ist bei Autos) das Prinzip durchsetzen, dass zuerst ein flüssiger Energieträger in Strom gewandelt, und mit dem Strom elektrisch gefahren wird. Dazu eine Pufferbatterie und wir können auch noch die Rekuperation machen.

    Dass die Verwendung von Wasserstoff, der aus oder durch fossile Energieträgern erzeugt wurde, ökologisch keinen Sinn macht, ist selbstverständlich und wird auch wohl nicht ernsthaft behauptet, oder?
    Doch, von Herrn Zetsche!

    Der verschweigt die zu 95% praktisch ausschließlich fossile Herkunft seines Wasserstoffs...
  2. #61

    ??

    Zitat von kainkommentar Beitrag anzeigen
    Da würde ich den Tausend-Sitzer ICE nehmen. Dauert 2h10. Die 370km schafft kein Einsitzer bei unseren Strassenverhältnissen in der Zeit.
    1. sind es von Bochum nach Frankfurt über A45/A5 nur 240 km
    2. bin ich von Ludwigshafen nach Essen (315 km) in 2h15 gefahren, o.k.: morgens um halb vier ;-)

    Da kommt der 1000-Sitzer (ICE, 1000 Sitze?) nicht hinterher, der hält nämlich viel zu oft!
  3. #62

    Zitat von thepunisher75 Beitrag anzeigen
    ...werter Forist ! Es werden keine 'Lebensmittel' angebaut, um E10 herzustellen, das hat ihnen nur die Presse versucht zu verkaufen, damit ja die Benzinlobby nicht ihre Einnahmen verliert. Die Produkte um E10 herzuzstellen, sind NUR für dies gezüchtet worden und werden auch nur dafür benutzt ! Aber man sieht, die 'Marketing-Masche' der Deutschen Benzinlobby funktioniert wunderbar !

    Falls sie wissen wollen, woher E10 kommt und wie gut es funktioniert, gucken sie mal nach Brasilien oder Amerika, da werden Fahrzeuge schon seit Jahren damit angetrieben. Und in der Indycar Serie wird es sogar als Racingfuel benutzt.

    Mein Motor verträgt E10 bestimmt. Da habe ich keine Zweifel dran.

    Was aber auch stimmt ist, dass sich die Preise für Lebensmittel (vor allem in den Entwicklungsländern) durch den Biosprit erhöht haben. Z. B., weil Anbauflächen statt für Reis, Hirse, Weizen oder was auch immer nun für Raps verwendet werden.
  4. #63

    Zeit sparen durch Auto fahren???

    @ Schlumpf, Pirate & Co.:

    Ob man mit dem Auto Zeit sparen kann, hängt natürlich sehr von den Lebensumständen ab.

    Wenn man in einer Großstadt lebt und arbeitet, dann ist ein Auto vor allem eines: Eine extreme Verschwendung von Lebens- und Arbeitszeit. Innerhalb der Stadt kommt man mit Fahrrad oder U-Bahn meist schneller von A nach B als mit dem Auto. Auf Fernstrecken ist der ICE schneller, selbst wenn man die Wege von und zum Bahnhof dazu rechnet.

    Was noch viel wichtiger ist: Die Zeit im Zug ist nicht verloren, man kann arbeiten, lesen oder im Speisewagen Wein trinken. Wenn man mit dem Rad zur Arbeit fährt, hat man schon sein tägliches Fitnessprogramm absolviert und muss nicht mehr extra ins Fitnessstudio. Die Zeit, die man im Auto verbringt, ist dagegen definitiv verloren. Und Zeit ist für viele Menschen sehr kostbar.

    Der Faktor Zeit ist vor allem für gut ausgebildete Berufstätige entscheidend. Die meisten “Besserverdiener”, die ich kenne, fahren kaum mehr mit dem Auto, viele besitzen gar kein eigenes Auto mehr. Sie können sich zentrale Wohnungen und teure ICE-Tickets leisten und fahren bei Bedarf mit dem Taxi.

    Für den Lagerarbeiter, der in einem abgelegenen Industriegebiet arbeitet, zwischen kurzfristigen Minijobs pendelt, und sich keine zentrale Wohnung leisten kann, sieht die Lage natürlich anders aus. Er ist 100% auf das Auto angewiesen.
  5. #64

    Aktionäre durch Verluste zufriedengestellt?

    Wie sollen denn bei Daimler die Aktionäre zufriedengestellt worden sein? Die Aktie steht tiefer als vor 12 Jahren, nicht einmal nominal hat man da etwas verdient! Gleichzeitig bedient sich das Daimler-Management zulasten der Aktionäre mit stark steigenden Gehältern und Pensionsansprüchen.
  6. #65

    Genau

    Zitat von bembel71 Beitrag anzeigen
    Für den Lagerarbeiter, der in einem abgelegenen Industriegebiet arbeitet, zwischen kurzfristigen Minijobs pendelt, und sich keine zentrale Wohnung leisten kann, sieht die Lage natürlich anders aus. Er ist 100% auf das Auto angewiesen.
    Der Lagerarbeiter ist das Argument... Ich wohne auch gerne im Grünen und einige Unternehmen sitzen auch gerne im "Grünen".

    Natürlich sitzen Unternehmen dort, weil es dort "billiger" ist.

    Wenn es nach Ihnen ginge, dann würden wir jedes Unternehmen an den HBF legen, damit es erreichbar ist. Gleichzeitig müssten alles Zulieferer an den HBF rücken, damit sie dem Kunden schnell und günstig liefern können.

    So eine Welt würde auch ich mir wünschen.

    Aber leider kämpfen derzeit (fast) alle Branchen um ihr Überleben.

    Und der Grund? Es werden Unternehmen "gefördert", die sich nicht halten können. Sehen Sie doch mal zum Thema Bergbau nach. Oder Agrar.

    Ist ja klar, dass ein Liter Milch weniger kosten muss als ein Liter Cola.
  7. #66

    Ein paar Zahlen...

    Zitat von OWL-Dirk Beitrag anzeigen
    Das wäre nur dann so, wenn Ihr Verbrennungsmotor einen mechanischen Wirkungsgrad von 100% (bezogen auf den Brennwert des Benzins/Diesels) hätte. Marktübliche Automotoren erreichen unter realen Einsatzbedingungen einen durchschnittlichen Wirkungsgrad von ca. 25%, gewinnen aus einem Liter Treibstoff also rund 2,5kWh Antriebsenergie.
    ...
    Das erscheint duchaus machbar und selbst mit heute üblichen Energiedichten wären akzeptable Reichweiten realisierbar. Das Problem ist weniger die mangelnde Energiedichte, sondern noch zu hoher Preis, mangelnde Zyklenfestigkeit, zu lange Ladezeiten, zu große Temperaturempfindlichkeit usw.
    Die besten Batterien schaffen 140-150 Wh/kg als Batteriezellen. Als Batteriesystem (also mit Thermomanagement, Elektronik) kann man eher von 80 -90 Wh/kg ausgehen.

    Der Renault Fluence brauchte im ADAC Test 25 kWh/100 km, der i-miev laut Spritmonitor ca. 13.

    Ein Elektromotor ist KEIN Antriebsstrang. Zieht man Akku, Lader, Inverter, Motor zusammen kommt amn auf etwa 66% Energieffizienz, was praktisch nicht mehr steigerbar ist, da alle Einzelkomponenten in der Gegend von 90% Energieeffizienz liegen.
  8. #67

    NAja...

    Zitat von saarpirat Beitrag anzeigen
    Mein Motor verträgt E10 bestimmt. Da habe ich keine Zweifel dran.

    Was aber auch stimmt ist, dass sich die Preise für Lebensmittel (vor allem in den Entwicklungsländern) durch den Biosprit erhöht haben. Z. B., weil Anbauflächen statt für Reis, Hirse, Weizen oder was auch immer nun für Raps verwendet werden.
    Da aber die allermeisten Rohstoffe für Biokraftstoff in den USA, Brasilien und der EU angebaut werden, würden diese Produkte bei uns als Überproduktion anfallen und ihr Export in die dritte Welt wäre alles andere als unstrittig.

    Btw. steigende Lebensmittelpreise in der dritten Welt heißt übrigens auch, dass die dortigen BAuern wieder mehr verdienen, ganz so einfach sind diese ganzen kreisläufe nun mal doch nicht
  9. #68

    Zitat von der_pirat Beitrag anzeigen
    Der Lagerarbeiter ist das Argument... Ich wohne auch gerne im Grünen
    Das mit dem "Haus im Grünen" war vor 30 Jahren mal der Traum der Mittelständler. Heute ist es ein Alptraum - nicht nur wegen der Benzinkosten, sonder vor allem wegen der Zeit, die man im Auto verschwendet. Wenn man auch noch Kinder hat, dann ist ein Elternteil ca 20 Jahre lang als unbezahlter Chauffeur tätig. Keine attraktive Perspektive für gut ausgebildete Akademiker. Das Dumme ist: Das Haus im Grünen wird man nicht mehr los, weil dort kaum mehr jemand wohnen will. In ehemals begehrten Lagen stehen heute die Doppelhaushälften leer.


    Wenn es nach Ihnen ginge, dann würden wir jedes Unternehmen an den HBF legen, damit es erreichbar ist. Gleichzeitig müssten alles Zulieferer an den HBF rücken, damit sie dem Kunden schnell und günstig liefern können.
    Wieso HBF? Eine U-Bahn- oder Straßenbahnhaltlestelle genügt doch!
  10. #69

    Dornröschenschlaf

    Das nenne ich doch mal ein Gefälligkeitsinterview.
    Wo sind denn die kritischen Fragen zum Formel1 Engagement?? zum aktuellen Aktienkurs??
    Am Ende des Interviews mit Herrn Zetsche bleibt der Nachgeschmack, dass auch der Nachfolger von Herrn Schrempp ( leider ) nicht die Kurve kriegt, das Image des ehemals bekanntesten deutschen Konzerns wieder aufzurichten. Bald wird er ein Fernglas brauchen, um die Rücklichter der davonfahrenden Konkurrenz zu erkennen.
    In der Spitzengruppe ist der Konzern nur noch bei den am schlechtesten gemanagten DAX-Konzernen, meiner Meinung nach. Das wollte ich mal loswerden, weil es mich extrem ärgert.


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