SAT.1Es knistern die Gewänder, es steigen die Quoten: Mit der "Wanderhuren"-Saga kam Sat.1 noch einmal weit über den Senderschnitt: Mehr als acht Millionen schauten zu, wie Alexander Neldel die mittelalterliche Männerwelt becircte - Harald Schmidt verharrte später am Abend trotzdem im Quoten-Verlies.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,818300,00.html
Sie waren nicht der einzige, der diesen seichten Schmarren nicht lange in Erinnerung behalten wird....
Was ihre Frage zur Krone betrifft:
Die deutschen Kaiser wurden üblicherweise von den 7 Kurfürsten (Mainz, Trier, Köln, Pfalz, Brandenburg, Sachsen und Böhmen) in Aachen gekrönt. Sie waren aber darauf erpicht vom Papst gekrönt zu werden um eine göttliche Legitimation ihrer Würde zu erhalten. In diesem Punkt ist der Film nicht falsch. Auch wenn ich mich nicht wundern würde, sollte dieses Zutreffen reiner Zufall sein.
Dietmar Hopp, BVB, ... bei den "Huren-Söhnen" scheint der Begriff dann ja wohl doch etwas anders besetzt zu sein. Ganz zu schweigen von Schwester oder Mutter, die selbst Super-Fußballer wie Zinedine Zidane zum Ausflippen auf dem Platz bringen können.
Und hat es gar etwas zu bedeuten, dass SAT1 die Ausstrahlung dieses Filmes auf einen selbst im Bezahlfernsehen fußballfreien Tag gelegt hat. Die einzige ernsthafte Konkurrenz zur geleichen Zeit war ja wohl der Uralt Schinken "Spiel mir das Lied vom Tod". Nö. Wer gestern zuerst ins Programmheft geschaut hat, hatte eigentlich nur eine Wahl: Den Fernseher einfach mal aus zu lassen.
Vielleicht hat SAT1 den Begriff ja längst geschützt und RTL schaut in die Röhre.
im "mittelalter" der bundesrepublik, bis in die siebziger jahre des vergangenen jahrhunderts, war das vornehmste ziel der "jungen damen" die versorgungsehe, notgedrungen, denn oft hieß es: eine ausbildung brauchst du nicht, du heiratest ja doch, kümmre dich mal um die blagen und ums leckere essen, denn: "angebrannte braten haben wir männer nicht gerne!".
außerdem war (heute immer noch?!) die berufliche unterdrückung der frauen nebst schlechterer bezahlung gegenüber den männern - trotz gleichberechtigungsartikel im grundgesetz - völlig normal.
wenige glückliche unter den bezaubernden weiblichen wesen durften zum trost auf dem standesamt promovieren, wenn ihr galan arzt war - "guten tag, frau doktor".
Man muss hier noch einmal genau unterscheiden. Seit der Goldenen Bulle von 1356 gab es eine Wahlordnung für das Reich, und hier wurden die 7 Kurfürsten festgelegt, nachdem frühere Königswahlen ausgesprochen kompliziert gewesen waren, gerade wegen der Unklarheit, wer eigentlich wählen darf.
Zunächst wählten die Kurfürsten allerdings den deutschen König, der dann - in der Regel - in Aachen gekrönt wurde. Die Goldene Bulle löste die Königswahl von der Zustimmung des Papstes, allerdings war der neue König weiterhin nicht automatisch auch Kaiser. Diese Würde erlangte er erst durch eine zusätzliche Kaiserkrönung, die dann meistens in Rom stattfand. Maximilian I. nahm dann 1508 den Titel Erwählter Römischer Kaiser an und trennte damit auch die Kaiserwürde endgültig vom Papsttum, selbst wenn sein Enkel Karl V. sich noch einmal vom Papst in Bologna zum Kaiser krönen ließ.
Es gibt also:
- Die Königswahl
- Die Königskrönung (meistens in Aachen, später meistens in Frankfurt/Main)
- Die Kaiserkrönung (meistens in Rom)
Ich bin nicht hundertprozentig sicher, aber meiner Kenntnis nach wurde die Reichskrone bereits zur KÖNIGSkrönung (meistens in Aachen) verwendet. Insofern konnte Sigismund als König diese Krone durchaus tragen (wiewohl es fraglich ist, wie oft er sie tatsächlich aufgesetzt hat).
Durch die spätere immer stärkere Verschränkung zwischen König- und Kaisertum ist die Reichskrone letztendlich zur Kaiserkrone geworden, aber eigentlich war es ursprünglich die Königskrone.