Meines Wissens ging es der Aufklärung, zumindest laut Kant, ausschliesslich um die 'selbstverschuldete Unmündigkeit', nicht um eine "unverschuldete Unmündigkeit" (...) Biologische Voraussetzungen und Gegebenheiten haben übrigens nichts mit Mündigkeit zu tun.
Und die Absurdität des Glaubens an die "Hände Gottes", also an ein gottgegebenes und -gewolltes Schicksal, hat vielleicht Diego Maradona am eindringlichsten vorgeführt: (...)Zitat von toskana2Ich habe in der Tat Kant falsch zitiert,
weshalb ich in Demut um Entschuldung bitte.
Sie prügeln mich zum Nachdenken:
biologische Tatsachen sind zugleich die Ursachen aller menschlicher Unmündigkeit.
Das Unheil nahm seinen Lauf in dem Moment,
wo der Mensch als Evolutions-Panne seine Natur verließ,
in dem er derselbigen und sich selbst bewusst wurde.
Was für die These spricht,
die Natur habe den Keim der eigenen Zerstörung in sich gelegt.
Ein Grund übrigens, der an die Existenz eines "allwissenden" Gottes zweifeln lässt.
Aber im Ernst: bitte beachten Sie, dass die Aufklärung keineswegs postuliert, Naturgesetze ausser Kraft setzen zu können oder zu wollen. (...)Zitat von toskana2Nein, Ihr Beispiel ist nicht "läppisch", sondern untauglich.
Die Aufklärung formulierte ausschliesslich Ziele im Bereich der Kultur, nicht der Natur. Es geht um Bildung, um Gedanken- und Redefreiheit, und es geht um eine Gesellschaft, die die Möglichkeit einer solchen Entwicklung der Selbstbestimmung des Individuums ermöglicht (Politik) und garantiert (Recht).Zitat von toskana2Sie hat es nicht postuliert, aber sich redlich darum bemüht,
- mit mäßigem Erfolg!
Es geht nicht zuletzt darum, dass das Individuum als ein soziales Wesen (...)gemäss seines Verstandes und entsprechend seiner Vernunft einwirken und sie (mit-)gestalten kann, ohne von einer angeblich vorgegebenen Ordnung und den Autoritäten, die sie vertreten, bevormundet zu sein.Zitat von toskana2Ich meine, Sie könnten sich irren,
selbst wenn Sie sich in einer großen Glaubens-Gemeinscahft wähnen.
Die Mutter-Natur war zuerst da.
Nicht die Kultur sondern die Natur stellte die Bühne zur Verfügung,
auf der das große Inszenieren stattfindet.
Natürlich brauchen wir Bildung, Gedanken- und Redefreiheit ...,
damit wir nicht in die Barbarei zurückfallen.
Wir brauchen sogar die Einbildung,
es gäbe eine Selbstbestimmung des Menschen.
Womit wir uns bemühen, das eigene Unvermögen zu kaschieren.
Die Bildung ist gut, weil sie dem Menschen ermöglicht,
dieses Unvermögen zu erkennen und in Demut zu leben.
Zitat von toskana2Es stimmt, der Mensch ist ein soziales Wesen.
Weil er in einer Gemeinschaft lebt und wirkt.
Aber ein Vernunfts-Wesen?
- Sie bringen mich zum Lachen!
Gibt es etwa eine "Universal-Vernunft" oder eine in der Natur angelegten Vernunft,
bei der der Mensch abschreiben könnte?
Die Geschichte der Menschheit spricht dagegen.
Die "Gnosis", die Erkenntnis, ist eine griechische Erfindung,
bei dem Versuch, das Welt-Chaos in Ordnung zu bringen
- hat wenig gefruchtet, wenn man sich umschaut!
Der Gipfel der menschlichen Erkenntnis war und bleibt
das Eingeständnis über die eigene Hilflosigkeit
- auch die Hauptursache für die Entstehung aller Religionen.
Was sagte Heidegger in seinem letzten SPIEGEL-Interview?
"Nur ein Gott kann uns retten!"
Dessen Existenz bezweifeln wir hartnäckig!



