Helge ist junger Vater und hat Arbeit. Am Montag musste er trotzdem*in eine Kaserne der Bundeswehr einrücken, genau wie gut 12.000 andere junge Männer. Helge und seine Kameraden haben das historische Pech, die letzten Wehrdienstpflichtigen zu sein.*
http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...738008,00.html
Deshalb studieren auch alle Offiziersanwärter an den beiden Bw-Unis in HH und M in Trimestern statt in Semestern. Der einzige Grund: da hat man keine Zeit, das selbständige Denken zu verlernen und sein Gehirnzellen durch übermäßigen Alkoholgenuss zu zerstören....
Was hat eigebtlich bei Ihnen zur Zerstörung einiger Ihrer Zellen geführt?
Was Sie beschreiben, ist ein weiteres Kapitel des Zerfalls einer gesellschaftlichen Diskussion über Wehrpflicht und Verteidigung.
Tatsächlich gab es über Jahre hinweg eine zunehmend schizophrene Situation, dass die Beamten und Angestellten der Kreiswehrersatzämter von BMVg und Bundeswehrverwaltungsamt zur Strenge angehalten wurden (nebenbei: auch um die gelegentlichen Fälle von Korruption einzudämmen!), aber diejenigen, die sich da amtlich besonders ins Zeug gelegt haben, dann bei jeder erstbesten Gelegenheit den freundlichen Onkel gespielt haben, der dann mal eben auf die Schnelle einen Gnadenakt erlässt oder initiiert.
Das ging so weit, dass man nicht einmal das sprichwörtliche Vitamin B brauchte. Ein Anruf bei dem eigenen Wahlkreisabgeordnenten, und schon gingen formularmäßig die üblichen vorgedruckten Schreiben hin und her. Derselbe Abgeordnete, der sich für strenge Regeln ins Zeug geworfen und z.T. völlig unsinnige Gesetze mitverabschiedet hat, war dann mal nebenbei behilflich, die Wehrpflicht zu unterhöhlen. Die Bediensteten der KWEAs, die noch eben weisungsgemäß den ablehnenden Bescheid gefertigt hatten, standen wie die dummen Jungs da und waren doppelt frustriert. Ergebnis: Auch die haben mit der Zeit aus lauter Hilflosigkeit nach allen Regeln der Kunst gemauschelt und damit das System der Wehrpflicht immer intransparenter gemacht.
Am Ende war der Eindruck für die Öffentlichkeit: Es ist reines Glücksspiel, wer gezogen wird.
Das ist das Ergebnis einer nicht geführten öffentlichen Diskussion über Sinn und Zweck der Wehrpflicht.
Es wäre ohne Weiteres möglich gewesen, diesen Sinn auszuweisen und die Regeln transparent zu machen, nach denen sie umgesetzt wird.
Aber wie sich gezeigt hat, hatten die meisten Abgeordneten und sonstigen politischen Funktionäre bis tief in die Ministerien und die Behörden hinein den Sinn dessen, was sie jahrzehnte lang formelhaft und Gebetsmühlenartig gepredigt und vor sich hin geplappert hatten, selbst nicht verstanden.
Das kann auf die Dauer nur schiefgehen und dann bricht ein derartiges System bricht beim ersten Wind wie ein morscher Schuppen zusammen. Nur ganz wenige haben begriffen, welche Barrieren, die Deutschland 40 Jahre vor Krieg bewahrt haben, da mal eben schnell mit entsorgt worden sind.
Armes Deutschland! Du hättest in einer so wichtigen Frage wie Krieg und Frieden besseres verdienst!
Natürlich läuft die "Weisung" über den "ordentlichen" Weg des Bundesamtes für Wehrverwaltung - was denn sonst. Aber eben so ist es in den vergangenen Jahren immer und immer wieder passiert.
Die Zahl der Fälle, in denen dann von höchster Stelle und unter demonstrativ vorgehaltener Hand ("Aber sagen Sie bloß nicht, von wem Sie das wissen!") die sog. "Geheimtips" gegeben wurden, wurde immer größer.
Das alles waren Signale eines verrottenden Systems, für das gewiß nicht die Wehrpflichtigen die erste Verantwortung tragen!
Er hat ja explizit nur von den "Waffennarren unter den Sportschuetzen" gesprochen, also nicht notwenidgerweise alle "Sportschuetzen" einbezogen, sondern nur eine Teilgruppe der "Sportschuetzen" angesprochen.
In Anfuehrungszeichen hat er den Begriff wahrscheinlich benutzt da man mit guten Recht bestreiten kann, dass es sich bei dem Herumschiessen mit Mordwaffen um einen Sport handelt.