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Die erste Globalisierung: Der Fluch des Silbers

Die Ausplünderung der Neuen Welt nach ihrer Entdeckung durch Kolumbus beschleunigte Europas Aufstieg, hat das Schicksal Lateinamerikas aber nicht so ausschließlich geprägt, wie linke Kritiker behaupten. Dennoch trägt der Kontinent bis heute schwer an seinem kolonialen Erbe.

http://www.spiegel.de/spiegelgeschic...638682,00.html
  1. #1

    Leider ist dies ein menschlicher Zug sich zu bereichern und korrupt zu sein, auch heu

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Ausplünderung der Neuen Welt nach ihrer Entdeckung durch Kolumbus beschleunigte Europas Aufstieg, hat das Schicksal Lateinamerikas aber nicht so ausschließlich geprägt, wie linke Kritiker behaupten. Dennoch trägt der Kontinent bis heute schwer an seinem kolonialen Erbe.

    http://www.spiegel.de/spiegelgeschic...638682,00.html
    Egal wie das Regim beschaffen ist, ob freie,kapitalistische Wirtschaft wo in der Regel die Regale voll sind,

    oder Kommunisten, mit leeren Regalen (bei regulierter Planwirtschaft) die Versuchung sich zu bereichern lockt und wird oft umgesetzt wo Kontrollinstanzen fehlen oder ebenfalls korrupt sind.

    Der SED Staat war da keine Ausnahme, im Gegenteil die Topgenossen und hoeheren Funktionaere konnten auch in Sonderlaeden zugreifen auf sog. Westartikel, von denen das gemeine Volk nur traeumen konnte.

    Die Hypokratie konnte im klassenlosen Arbeiter und Bauernstaat nicht ueberboten werden.
    Einige deren Nutzniesser mit Stasivergangenheit, schwimmen auch heute in der Bundesrepublik wieder oben mit.
  2. #2

    Hijos de algo

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Ausplünderung der Neuen Welt nach ihrer Entdeckung durch Kolumbus beschleunigte Europas Aufstieg, hat das Schicksal Lateinamerikas aber nicht so ausschließlich geprägt, wie linke Kritiker behaupten. Dennoch trägt der Kontinent bis heute schwer an seinem kolonialen Erbe.

    http://www.spiegel.de/spiegelgeschic...638682,00.html
    An seinem post-kolonialem Erbe trägt er weitaus schwerer, angesichts absurder Potentaten und Potentätchen, die sich nur mit Hilfe diverser ausländischer Sponsoren und dem Raubbau an den vorhandenen Bodenschätzen des jeweiligen Landes (einschließlich des Bodens selbst) an der Macht und den Fleischtöpfen halten konnten und können.

    Ironischerweise ist das angestrebte Ideal dabei der koloniale Großgrundbesitzer, als post-kolonialer Hidalgo natürlich, von dem sie sich so glorreich befreit zu haben meinen...
  3. #3

    welche Eliten, ueber Ausbeutung zu Wohlstand

    "doch ihre eigenen Eliten trugen zum Elend der Massen bei"

    denn ihre eigenen "Eliten" sind fast allesamt nachfahren von Europaer. Die Spanier, Italiener und Deutsche sehen sich bis heute nicht als Lateinamerikaner. Es gibt keinen sozialen Zusammenhalt, die anderen sind Indios, Schwarze oder "gemischt", und werden als minderwertig betrachtet.

    Mir ist nirgends so viel Rassimus und Scheinheiligkeit begegnet wie in Lateinamerika.

    Das Europaer ueber Jahrhunderte einen gewaltiges Konjunkturpacket aus Amerika erhalten hat, und damit auch in der Lage war die Forschung, Ausbildung und Militaer zu finanzieren, sollte dem Spiegel mal ein Beitrag wert sein.
  4. #4

    Trauriger Eintrag

    Es ist echt schon traurig was der Spiegel in Herrn Glüsing für einen schlechten Südamerika Korrespondenten hat.
    Haben Sie das Buch welches Sie zu hinterfragen suchen, dessen Thesen Sie laut Ihrer Einleitung auf ihre Standhaftigkeit hin untersuchen wollen überhaupt gelesen?
    Wenn, dann haben Sie entweder nicht mitbekommen wollen was Sie lesen oder Sie haben einfach weit vor der Hälfte aufgehört!
    Eduardo Galeano zeigt eindeutig auf wer die tatsächliche Herrschaft übernahm als die spanische Krone zu schwach war um selbst genügend Unterdrückung auszuüben, von Europa gesteuerte Eliten die sich fast ausschließlich aus Nachkommen der Conquistadoren zusammensetzten.
    Nach Ihrer Unabhängigkeit wurden die lateinamerikanischen Staaten von ihren europäischen und nordamerikanischen "Geschäftspartnern" in ein Freihandelssystem gezwungen, von dem sie auf Grund ihrer zurückgebliebenen Wirtschaftsstrukturen nur weiter in den Abgrund getrieben worden.
    Eine kleine Elite konnte von diesem System aber weiter profitieren und sich mit dem Geld welches sie zur Unterstützung der Ausbeutung von ihren "westlichen" Partnern bekamen konnten sie die Massen unterdrücken.

    Dies ist die "direkte Linie von der Conquista zu den ökonomischen und politischen Interventionen der USA in Mittelamerika. So wie die Spanier die Indios unterwarfen, so beute im 20. Jahrhundert ein Unternehmen wie die United Fruit Company die Arbeiter auf seinen Bananenplantagen aus."
    Und die mehrfach genannten Eliten waren und teilweise sind eben immer noch die örtlichen Statthalter der United Fruit, der Standard Oil oder der Shell.
    Es sind die selben Eliten die 2002 den Putsch in Venezuela versuchten, die vor einem Jahr die Massaker im bolivianischen Tiefland anrichteten und die jetzt den Putsch in Honduras anführen.
  5. #5

    ...

    Zitat von mark anton Beitrag anzeigen
    Leider ist dies ein menschlicher Zug sich zu bereichern und korrupt zu sein, auch heute... Egal wie das Regim beschaffen ist, ob freie,kapitalistische Wirtschaft wo in der Regel die Regale voll sind,

    oder Kommunisten, mit leeren Regalen (bei regulierter Planwirtschaft) die Versuchung sich zu bereichern lockt und wird oft umgesetzt wo Kontrollinstanzen fehlen oder ebenfalls korrupt sind...
    Einige deren Nutzniesser mit Stasivergangenheit, schwimmen auch heute in der Bundesrepublik wieder oben mit.
    Aber dann stampfen Sie bitte auch die angeblich überlegene christlich-abendländische Moral ein. Überlegen ist/war sie in lediglich ausbeuterischer Hinsicht, hat durch Zwangsmissionierungen die Versklavung gefördert.

    Sie haben Recht, wenn Sie anmerken, auch der Kommunismus nicht zur nachhaltigen Gerechtigtkeit führte. Doch hat wer das Recht die SED-Nutznießer vom Wohlstand auszuschliesen?
    Wenn man nur den Splitter im Auge (System) des Anderen betrachtet, übersieht man leicht den Balken im eigene Auge.
  6. #6

    Globale Unordnung

    Die Bestrebungen der katholischen Herrscher über Spanien und Portugal galten eher der Sklavenhaltung. Wie in dem Artikel erwähnt wird erstarkt andernfalls eine derart große Kolonie sonst sehr schnell und macht sich sogar unabhängig, wie das den Engländern im Gebiet der späteren USA passiert ist. Manche sagen, dass der Katholizismus eher humane Züge trägt und die "Wilden" eher bekehren als ausrotten will. Ich halte das für Quatsch. Es waren lediglich verschiedene Konzepte der Kolonisation.

    Die damaligen Päpste als reale Machthaber wollten die Edelmetalle gegen den Protestantismus verwenden, der eine reale Gefahr ihrer Macht darstellte. Das ist ja auch gelungen. Andererseits wollten die Protestanten, speziell die englische Krone, als Folge ihrer einzigartigen Seemacht die Weltherrschaft für sich. Insgesamt gesehen ist das ja auch gelungen, das „Neue Rom“ befindet sich zweifellos in Washington. Die braven amerikanischen Siedler haben einfach die Indianer massakriert. Genau so wäre das in Südamerika auch gekommen, dort hatten aber die Kolonialmächte andere Interssen: Billige Sklaven.

    Prinzipiell ist sich die „überlegene Rasse“ stillschweigend darin einig, dass sich nichts daran ändert, an den Jahrhunderte alten Prinzipien der Ausplünderung der „drittklassigen Welt“. Die Mechanismen sind nur raffinierter als früher. Der Kaffeepreis ist beispielsweise sein Jahrzehnten nicht gestiegen, er ist inflationsbereinigt sogar gesunken. Eine neue Weltordnung wäre zweifellos wünschenswert, falls dies nicht in eine angloamerikanische Oligarchie ausartet, So sieht es aber zur Zeit aus, und die schönen Reden dürfen unsere Politiker gern behalten. Faktisch gesehen stehen wir unter moralischen Aspekten betrachtet auf der Stufe der Neandertaler oder tiefer.
  7. #7

    Genozid an Ureinwohnern

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Die Bestrebungen der katholischen Herrscher über Spanien und Portugal galten eher der Sklavenhaltung. ...
    Die braven amerikanischen Siedler haben einfach die Indianer massakriert. Genau so wäre das in Südamerika auch gekommen, dort hatten aber die Kolonialmächte andere Interssen: Billige Sklaven. ...
    Dank den akribischen Aufzeichnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert der Mönche in Bahia wissen wir, dass zu dieser Zeit viel mehr Indios in Brasilien massakriert wurden als Indianer in Nordamerika.

    Die Sklaven kamen danach, als man an der Küste Brasiliens keinen arbeitsfähigen Indio mehr einfangen konnte. Glüsing verbreitet auch die uralte Mär, dass die afrikanischen Sklaven eingeführt werden mussten, weil die Indios zu faul und zur Arbeit ungeeignet seien, obwohl deren handwerkliche Fähigkeiten legendär sind.

    Die Chroniken berichten minutiös, dass die Indios nachdem die arbeitsfähigen Männer von ihren Familien getrennt und diese als Geiseln festgesetzt wurden, zu hunderten Selbstmord begingen.

    Dieser Teil der Geschichte Brasiliens ist bis heute nicht aufgearbeitet, im Jahre 2000 sollte in Brasilien ein Jahr lang die Entdeckung Brasiliens gefeiert werden. Bei der Eröffnungsfeier in Salvador da Bahia ging eine Gruppe von Kaziken auf die Rednertribühne und verlangte, dass der anwesende hohe Klerus und der Staatspräsident, damals F.H.Cardoso, sich in aller Form für das Genozid an den Ureinwohnern entschuldigen sollten.

    Damit waren die einjährigen Feiern beendet und die nachgebaute Entdecker-Karavelle ging bei der Jungfernfahrt unter. So gern die Brasilianer auch feiern, ich habe niemanden vernommen der sein Bedauern zum Ausdruck gebracht hätte, dass die langangekündigten Festivitäten ausgefallen sind.
  8. #8

    Dann kennst du...

    Zitat von ofelas Beitrag anzeigen

    Mir ist nirgends so viel Rassimus und Scheinheiligkeit begegnet wie in Lateinamerika.
    ... Deutschland nicht! Wesentlich schlimmer als z. B. hier in Peru, Ecuador oder Kolumbien.
    Chilenen sind da etwas rassistischer, aber im Vergleich zu dem allgegenwärtigen, teilweise unterschwellig gärenden Rassismus in Deutschland eher Pipifax.








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