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Diagnose Schütteltraumata: Der Kindesmisshandlung auf der Spur
CorbisWar es ein Unfall, oder haben die Eltern ihr Kind geschlagen? Die Diagnose einer Misshandlung ist für Ärzte oft eine schwierige und heikle Angelegenheit. Eine neue Methode soll ihnen helfen, ein Schütteltrauma bei Säuglingen aufzuspüren. Feingefühl und ein gutes Gespür sind trotzdem gefragt.
http://www.spiegel.de/gesundheit/sch...822642,00.html
- #10 25.06.2012 10:22 von
- #11 25.06.2012 11:06 von
...
Das stellen sicher auch diejenigen nicht in Abrede, die Sie hier so angreifen.
Sie werden lachen. Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, wann ich jemals ein Kind habe schreien sehen/hören, dass gerade im Tuch, oder in einem entsprechenden Industrieprodukt am Körper getragen wurde: Mir wollte kein einziger Fall einfallen.
Selbst auf Volksfesten, auf denen die Eltern ihre Kinder in den Umzügen im Tuch mittrugen, oder vor laut schallenden Live-Musikbühnen mit den Kindern auf dem Rücken tanzten, waren diese Kinder stets von Gelassenheit geprägt.. Wenn sie nicht ohenhin schliefen.
Auch in U- und S-Bahnen, Supermärkten usw.: nur ruhgie Kinder in den Tüchern. Vielleicht mal kurz ein Wenig geweint, weil es sich verschluckt hatte. Das wars aber auch schon.. Nebenbei Eltern, die sich permanent in die Kinderwagen beugen mussten, in denen ihre schreienden Kinder lagen.
Kinder werden nebenan ins Kinderzimmer oder im gleichen Raum in den Wagen abgelegt... damit die Hauskatzen oder die Schoßhunde es sich bei Mutti oder Pappi auf dem Schoß bequem machen können. - #12 25.06.2012 14:17 von
Mir schon
zwei höchst angeregt quatschende Mütter, eines mit fürchterlich schreiendem Baby im Tuch. Hat die beiden aber nicht im Geringsten berührt.
Nach dem ich der Mutter sagte, das ich ihr kleines den Fuß verdreht hatte und deshalb schrie, hat sie die Ursache beseitigt, sich bedankt und ihr Programm fortgeführt. Kind war zufrieden und ruhig. - #13 25.06.2012 16:58 von
Urteile sind fehl am Platz
Ich bin heilfroh, dass unsere Kinder nicht so viel schrien.
Hier sollten mal einige weniger überheblich sein, bzw. allwissend tun.
Warum, wann ein Baby schreit kann so viele Gründe haben, hier ein paar einfache Phrasen loszulassen wird der Problematik nicht annähernd gerecht. - #14 25.06.2012 20:18 von
Schreikinder ... sind meist auch in anderen Dingen "anders"
Richtig. Aber ein "Schreikind" ist leider noch mal eine ganz andere Kathegorie. Es ist ja nicht nur, dass es quasi dauernd ohne Ende und ohne ersichtlichen Grund schreit. Nein es findet dazu noch weder zu einem Rhythmus in der Nahrungsaufnahme noch zu einem im Schlafverhalten. Und darüberhinaus ist auch die Kommunikation mit der Mutter meist gestört.
All die gut gemeinten Ratschläge von Eltern, deren Babys auch mal heftig geschrieen haben, aber ansonsten ganz "normal" waren, laufen hier ins Leere. Eltern von Schreikindern sollten diese Ratschläge besser ignorieren und dafür umso genauer lauschen, wenn sie u.U. kuriose Vorschläge hören von Eltern, die ebenfalls mal solche Kinder gehabt haben.
Ja, moderne Tragetücher können dazu genauso gehören wie Schaukelbetten, wie man sie vor 150 Jahren hatte, oder auch kratzige Leinenbettwäsche aus jener Zeit. - #15 25.06.2012 20:52 von
"artgerecht"? - Sind etwa alle Individiuen einer Art bei Geburt gleich?
Was bedeutet denn rein physisch "ständiger Körperkontakt"? Ständige taktile Reize, ständige verstibuläre Reize. Und psychisch? Vor allem wohl ein geradezu embryonales Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Wenn man darüber nachdenkt, warum aber ausgerechnet solche Sachen wie Tragetücher, Schaukelbetten oder kratzige Leinenbettwäsche immer wieder als hilfreich berichtet werden, muss man Ihre Ideologie aber vielleicht doch erst einmal vom Kopf auf die Füße stellen:
Bei Schreikindern "keine Kolik" und "Streß pur" dürfte tatsächlich zutreffen. Nur dass dem vermutlich nicht etwa die von Ihnen apostrophierte "totale nervliche ÜBER-reizung" zu Grunde liegt, sondern das Gegenteil, eine "totale nervliche UNTER-reizung".Zitat von roseanna
Warum sonst sollte denn ausgerechnet die Zufuhr stärkerer sensorischer Reize (Schaukeln=vestibulär, Kratzen=taktil) positive Veränderungen bewirken? Dass Streß, also eine Überreizung des Zentralen Nervensystems mit einer krassen Unterreizung im peripheren Nervensystem einhergehen kann, ist so abwegig nicht. Bei Erwachsenen kennen wir so etwas durchaus, z.B. im Bereich von Bipolaren Störungen oder Depressionen, genauso wie bei größeren Kinden mit ADHS oder autistischen Kindern.
Übrigens auch ein Rühr-mich-nicht-an-Kind, dass zärtliche Berührungen der Eltern schroff zurückweist, will nicht etwa um keinen Preis angefasst werden. Aber leichte Berührungen führen bei ihm zu sensorischen Irritationen. Kratzen, kräftiges Massieren, etc. aber sehr wohl zu ausgesprochenem Wohlbefinden beim gleichen Kind.
Weil die Kinder sich uns in dem Alter noch nicht sprachlich mitteilen können, sollten wir m.E. darüber nachdenken, wo wir ähnliches bei Erwachsenen vorfinden. Sensorische Irritationen z.B. bei quietschender Kreide an der Tafel, bei einem nervigen Fabrikatsaufnäher in der Kleidung. Aber auch Angst und Schrecken hat Effekte wie "Gänsehaut".
Und bei der empfundenen Reizarmut ist es noch schlimmer. Wenn ein Erwachsener sagt "ich spüre nichts, ich fühle nichts" deutet das meist in Richtung Traumata oder gar Depression. Die Vorstufe davon: "Ich fühle mich leer wie ein leeres Fass" oder "ausgequetscht wie eine Zitrone". Und die Vorstufe davon "mir ist unerträglich langweilig", und "Du bist Schuld daran".
Was ist dann das Motiv des Schreikindes? Nun das dürfte unterschiedlich sein - alles geschilderte ist ja nicht gleichzeitig da. Und was die vestibuläre Stimulation anbelangt, kann das ja auch in beide Richtungen ausschlagen - dem vestibulär überforderten wird schlecht, der kotzt regelmäßig im Auto (bei Erwachsenen "Reisekrankheit").
Dennoch, hauptverdächtig bleiben Selbststimulation, Aggression und Angst. Dass hier dann Nähe und gute Kommunikation - in dem Alter gerade auch körperliche, z.B. auch durch den Duft und den Herzschlag der Mutter - diesen doch sehr bedrohlichen Gefühlen entgegenwirken kann, versteht sich doch von selbst.
Und nicht jeder, der einen solchen Vorschlag äußert, sagt damit: "Wenn ihr es nicht tut, verursacht Ihr damit die Probleme Eures Kindes." Nein, die biophysiologischen Ursachen liegen sicherlich vor allem auch im Kind selbst. Aber warum bitte sollte man als Eltern sein Kind damit allein lassen? - #16 26.06.2012 08:07 von
Und die Väter schlagen wieder zu ...
"Sie verdächtigen Onkel, Nachbar, Trainer oder Erzieher. Oder eine Mutter hat den Eindruck, dass das Kind sich komisch verhält, nachdem es am Wochenende beim Vater war. " … "Vielleicht hat der Vater den Sohn mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen."
So werden klischees verbreitet. In alle Formulierungen sind es Väter, Onkel oder Erzieher, die die Kinder misshandeln. Statistisch gesehen sind es hauptsächlich die Mütter, die die Kinder schlagen. - #17 26.06.2012 09:26 von
Auch erlebt
Mein Kind wurde gestillt, wollte sehr viel Körperkontakt, was er auch bekam, wurde den ganzen Tag getragen (beim ablegen wurde sofort geweint), nachts hat er, wenn er geschlafen hat auf meinem Körper geschlafen, und trotzdem, er hat sehr viel geschrien, nicht mehr aufgehört. Ich bin mehrere male zum Arzt aus Verzweiflung. Schlafen war für ihn fast unmöglich, und damit auch für mich. Man kann alles mögliche versuchen und trotzdem die Ursache nicht finden. Ich kann verstehen, dass Mütter dann verzweifelt sind. Bei mir hat geholfen zum Einschlafen ihn ganz fest in den Arm zu nehmen, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Plötzlich konnte er schlafen, und es wurde mit dem Schreien immer besser. Auch ich konnte endlich schlafen. Aber es gibt kein Patentrezept, jedes Kind ist anders.
- #18 26.06.2012 09:31 von
- #19 26.06.2012 10:15 von
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