Diagnose Schütteltraumata: Der Kindesmisshandlung auf der Spur

CorbisWar es ein Unfall, oder haben die Eltern ihr Kind geschlagen? Die Diagnose einer Misshandlung ist für Ärzte oft eine schwierige und heikle Angelegenheit. Eine neue Methode soll ihnen helfen, ein Schütteltrauma bei Säuglingen aufzuspüren. Feingefühl und ein gutes Gespür sind trotzdem gefragt.

http://www.spiegel.de/gesundheit/sch...822642,00.html
  1. #10

    Zitat von Westley Beitrag anzeigen
    Ich empfehle die Stichworte
    shaken baby syndrome vaccine
    mal in eine Suchmaschine einzugeben. Schon der erste link ist sehr aufschlußreich:
    Shaken Baby Syndrome or Vaccine-Induced Encephalitis?

    Leider schaut kaum jemand darauf, was Kindern wirklich schadet.
    Was Sie da angeben ist wohl kaum zitierfähig...
  2. #11

    ...

    Zitat von kryptozoon_politikon Beitrag anzeigen
    Außerdem: Elternschaft ist immer stressig.
    Das stellen sicher auch diejenigen nicht in Abrede, die Sie hier so angreifen.

    Zitat von kryptozoon_politikon Beitrag anzeigen
    Auch vollgestillte und tuchgetragene Säuglinge schreien und schauen keineswegs immer soverzückt wie die Babys in der Werbung der Tragetuch-Hersteller (die Ihre Ware wahrlich auch nicht für Gotteslohn anbieten).
    Sie werden lachen. Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, wann ich jemals ein Kind habe schreien sehen/hören, dass gerade im Tuch, oder in einem entsprechenden Industrieprodukt am Körper getragen wurde: Mir wollte kein einziger Fall einfallen.

    Selbst auf Volksfesten, auf denen die Eltern ihre Kinder in den Umzügen im Tuch mittrugen, oder vor laut schallenden Live-Musikbühnen mit den Kindern auf dem Rücken tanzten, waren diese Kinder stets von Gelassenheit geprägt.. Wenn sie nicht ohenhin schliefen.

    Auch in U- und S-Bahnen, Supermärkten usw.: nur ruhgie Kinder in den Tüchern. Vielleicht mal kurz ein Wenig geweint, weil es sich verschluckt hatte. Das wars aber auch schon.. Nebenbei Eltern, die sich permanent in die Kinderwagen beugen mussten, in denen ihre schreienden Kinder lagen.

    Kinder werden nebenan ins Kinderzimmer oder im gleichen Raum in den Wagen abgelegt... damit die Hauskatzen oder die Schoßhunde es sich bei Mutti oder Pappi auf dem Schoß bequem machen können.
  3. #12

    Mir schon

    Zitat von lab61 Beitrag anzeigen
    Das stellen sicher auch diejenigen nicht in Abrede, die Sie hier so angreifen.

    Sie werden lachen. Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, wann ich jemals ein Kind habe schreien sehen/hören, dass gerade im Tuch, oder in einem entsprechenden Industrieprodukt am Körper getragen wurde: Mir wollte kein einziger Fall einfallen.
    zwei höchst angeregt quatschende Mütter, eines mit fürchterlich schreiendem Baby im Tuch. Hat die beiden aber nicht im Geringsten berührt.
    Nach dem ich der Mutter sagte, das ich ihr kleines den Fuß verdreht hatte und deshalb schrie, hat sie die Ursache beseitigt, sich bedankt und ihr Programm fortgeführt. Kind war zufrieden und ruhig.
  4. #13

    Urteile sind fehl am Platz

    Ich bin heilfroh, dass unsere Kinder nicht so viel schrien.
    Hier sollten mal einige weniger überheblich sein, bzw. allwissend tun.
    Warum, wann ein Baby schreit kann so viele Gründe haben, hier ein paar einfache Phrasen loszulassen wird der Problematik nicht annähernd gerecht.
  5. #14

    Schreikinder ... sind meist auch in anderen Dingen "anders"

    Zitat von Bernd_Schmitt Beitrag anzeigen
    Ich bin heilfroh, dass unsere Kinder nicht so viel schrien.
    Hier sollten mal einige weniger überheblich sein, bzw. allwissend tun.
    Warum, wann ein Baby schreit kann so viele Gründe haben, hier ein paar einfache Phrasen loszulassen wird der Problematik nicht annähernd gerecht.
    Richtig. Aber ein "Schreikind" ist leider noch mal eine ganz andere Kathegorie. Es ist ja nicht nur, dass es quasi dauernd ohne Ende und ohne ersichtlichen Grund schreit. Nein es findet dazu noch weder zu einem Rhythmus in der Nahrungsaufnahme noch zu einem im Schlafverhalten. Und darüberhinaus ist auch die Kommunikation mit der Mutter meist gestört.

    All die gut gemeinten Ratschläge von Eltern, deren Babys auch mal heftig geschrieen haben, aber ansonsten ganz "normal" waren, laufen hier ins Leere. Eltern von Schreikindern sollten diese Ratschläge besser ignorieren und dafür umso genauer lauschen, wenn sie u.U. kuriose Vorschläge hören von Eltern, die ebenfalls mal solche Kinder gehabt haben.

    Ja, moderne Tragetücher können dazu genauso gehören wie Schaukelbetten, wie man sie vor 150 Jahren hatte, oder auch kratzige Leinenbettwäsche aus jener Zeit.
  6. #15

    "artgerecht"? - Sind etwa alle Individiuen einer Art bei Geburt gleich?

    Zitat von roseanna Beitrag anzeigen
    Wenn Kinder "artgerecht" leben könnten, ... in ständigem Körperkontakt mit ihren Eltern, würden sie deutlich weniger bis gar nicht schreien
    Was bedeutet denn rein physisch "ständiger Körperkontakt"? Ständige taktile Reize, ständige verstibuläre Reize. Und psychisch? Vor allem wohl ein geradezu embryonales Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

    Wenn man darüber nachdenkt, warum aber ausgerechnet solche Sachen wie Tragetücher, Schaukelbetten oder kratzige Leinenbettwäsche immer wieder als hilfreich berichtet werden, muss man Ihre Ideologie aber vielleicht doch erst einmal vom Kopf auf die Füße stellen:
    Zitat von roseanna
    ... oftmals ist das Dauerschreien keine Kolik, sondern die totale nervliche Überreizung ... =Streß pur
    Bei Schreikindern "keine Kolik" und "Streß pur" dürfte tatsächlich zutreffen. Nur dass dem vermutlich nicht etwa die von Ihnen apostrophierte "totale nervliche ÜBER-reizung" zu Grunde liegt, sondern das Gegenteil, eine "totale nervliche UNTER-reizung".

    Warum sonst sollte denn ausgerechnet die Zufuhr stärkerer sensorischer Reize (Schaukeln=vestibulär, Kratzen=taktil) positive Veränderungen bewirken? Dass Streß, also eine Überreizung des Zentralen Nervensystems mit einer krassen Unterreizung im peripheren Nervensystem einhergehen kann, ist so abwegig nicht. Bei Erwachsenen kennen wir so etwas durchaus, z.B. im Bereich von Bipolaren Störungen oder Depressionen, genauso wie bei größeren Kinden mit ADHS oder autistischen Kindern.

    Übrigens auch ein Rühr-mich-nicht-an-Kind, dass zärtliche Berührungen der Eltern schroff zurückweist, will nicht etwa um keinen Preis angefasst werden. Aber leichte Berührungen führen bei ihm zu sensorischen Irritationen. Kratzen, kräftiges Massieren, etc. aber sehr wohl zu ausgesprochenem Wohlbefinden beim gleichen Kind.

    Weil die Kinder sich uns in dem Alter noch nicht sprachlich mitteilen können, sollten wir m.E. darüber nachdenken, wo wir ähnliches bei Erwachsenen vorfinden. Sensorische Irritationen z.B. bei quietschender Kreide an der Tafel, bei einem nervigen Fabrikatsaufnäher in der Kleidung. Aber auch Angst und Schrecken hat Effekte wie "Gänsehaut".

    Und bei der empfundenen Reizarmut ist es noch schlimmer. Wenn ein Erwachsener sagt "ich spüre nichts, ich fühle nichts" deutet das meist in Richtung Traumata oder gar Depression. Die Vorstufe davon: "Ich fühle mich leer wie ein leeres Fass" oder "ausgequetscht wie eine Zitrone". Und die Vorstufe davon "mir ist unerträglich langweilig", und "Du bist Schuld daran".

    Was ist dann das Motiv des Schreikindes? Nun das dürfte unterschiedlich sein - alles geschilderte ist ja nicht gleichzeitig da. Und was die vestibuläre Stimulation anbelangt, kann das ja auch in beide Richtungen ausschlagen - dem vestibulär überforderten wird schlecht, der kotzt regelmäßig im Auto (bei Erwachsenen "Reisekrankheit").

    Dennoch, hauptverdächtig bleiben Selbststimulation, Aggression und Angst. Dass hier dann Nähe und gute Kommunikation - in dem Alter gerade auch körperliche, z.B. auch durch den Duft und den Herzschlag der Mutter - diesen doch sehr bedrohlichen Gefühlen entgegenwirken kann, versteht sich doch von selbst.

    Und nicht jeder, der einen solchen Vorschlag äußert, sagt damit: "Wenn ihr es nicht tut, verursacht Ihr damit die Probleme Eures Kindes." Nein, die biophysiologischen Ursachen liegen sicherlich vor allem auch im Kind selbst. Aber warum bitte sollte man als Eltern sein Kind damit allein lassen?
  7. #16

    Und die Väter schlagen wieder zu ...

    "Sie verdächtigen Onkel, Nachbar, Trainer oder Erzieher. Oder eine Mutter hat den Eindruck, dass das Kind sich komisch verhält, nachdem es am Wochenende beim Vater war. " … "Vielleicht hat der Vater den Sohn mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen."
    So werden klischees verbreitet. In alle Formulierungen sind es Väter, Onkel oder Erzieher, die die Kinder misshandeln. Statistisch gesehen sind es hauptsächlich die Mütter, die die Kinder schlagen.
  8. #17

    Auch erlebt

    Mein Kind wurde gestillt, wollte sehr viel Körperkontakt, was er auch bekam, wurde den ganzen Tag getragen (beim ablegen wurde sofort geweint), nachts hat er, wenn er geschlafen hat auf meinem Körper geschlafen, und trotzdem, er hat sehr viel geschrien, nicht mehr aufgehört. Ich bin mehrere male zum Arzt aus Verzweiflung. Schlafen war für ihn fast unmöglich, und damit auch für mich. Man kann alles mögliche versuchen und trotzdem die Ursache nicht finden. Ich kann verstehen, dass Mütter dann verzweifelt sind. Bei mir hat geholfen zum Einschlafen ihn ganz fest in den Arm zu nehmen, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Plötzlich konnte er schlafen, und es wurde mit dem Schreien immer besser. Auch ich konnte endlich schlafen. Aber es gibt kein Patentrezept, jedes Kind ist anders.
  9. #18

    Was meinen Sie?

    Zitat von Lorbeerblatt Beitrag anzeigen
    Es ist EIN Schütteltrauma, was diagnostiziert wird. "Diagnose Herzinfarkte" schreibt ja auch keiner. Nur beim Begriff Trauma scheint sehr beliebt zu sein, in den Plural zu gehen.
    Trauma IST das Singular. Traumata wäre das Plural. Oder habe ich nicht verstanden, was Sie meinen?!?
  10. #19

    Aw:

    Zitat von annoo Beitrag anzeigen
    Trauma IST das Singular. Traumata wäre das Plural. Oder habe ich nicht verstanden, was Sie meinen?!?
    Die Überschrift wurde in der Zwischenzeit geändert. Übrigens sind es der Singular und der Plural.