CorbisDieser Befund verblüfft: In keiner Altersgruppe sind Depressionen in Deutschland so weit verbreitet wie unter den 18- bis 29-Jährigen - das hat eine groß angelegte Patientenbefragung des Robert Koch-Instituts ergeben. Nicht einmal die Hälfte der Kranken wird überhaupt behandelt.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...838843,00.html
Eine Ursache ist sicher die Gewissheit, dass nichts mehr gewiss ist:
Sicherer Job? Fehlanzeige
Gesundheitsvorsorge? Fehlanzeige
Rente? Fehlanzeige
Soziale Gerechtigkeit? Fehlanzeige
Wirtschaftlicher Wohlstand? Fehlanzeige
Mit Sicherheit trägt auch die Diskrepanz zwischen der Realität und den vermittelten Idealen zu den Problemen bei, sowie die Diskrepanz zwischen dem, was möglich war (das Leben der Eltern), und dem was auf einen zukommt.
Es wird der Eindruck erzeugt, die heute jungen Menschen sowie die folgenden Generationen stehen vor den größten Problemen, die die Menschheit je hatte, zu einem Großteil herbeigeführt durch die Generation der eigenen Eltern und Großeltern.
Dazu gehören die Staatsschulden, das wilde Treiben der Märkte, vor allem aber das ungezügelte Bevölkerungswachstum und der Klimawandel.
Dazu kommen komplett unfähige Politiker, deren Entscheidungen sonstwem nutzen (den Banken, den Reichen, den Alten), aber nie der jungen, arbeitenden Bevölkerung.
Und da kommt irgendwann die Frage auf: Wofür soll man sich jahrelang durch Schule und Studium quälen, nur um hinterher einen mies bezahlten Job zu bekommen, wobei mehr als die Hälfte des Gehalts für Rente und Krankenversicherung der Eltern draufgeht, während man selbst davon nichts mehr haben wird?
Natürlich haben wir derzeit nur Luxusprobleme.
Aber wenn es wirklich um's nackte Überleben geht, hat man gar keine Zeit für Depressionen. Auch während des Krieges war immer die Hoffnung und die Aussicht auf das Kriegsende vorhanden.
Tatsache ist, dass der Ausblick auf längere Zeit schon lange nicht mehr so düster war (oder so dargestellt wurde). Hoffnung ist heute keine mehr vorhanden, außer die, dass es nicht ganz so steil bergab geht wie befürchtet. Dass es bergab geht, ist aber sicher.
Keine Ahnung was daran verblüffend sein soll;Von klein auf mit dreck aus dem TV gross geworden wo nur schlechte Beispiele stundenlang vorgelebt werden,kaputte Familien,
Leistungsdruck und der haarsträubende Beschluss seniler alter Politiker die selber in Ruhe ihre Schulzeit ohne Stress durchleben konnten den immer mehr werdenden Schulstoff in noch weniger Jahren aufzubürden u die Schulzeit von 13 auf 12 zu verkürzen.Dann kommt sowas dabei raus-je höher das Tempo umso mehr fallen raus.
In diesem Lande laufen Leute rum,die dürfte man nicht mal mehr einsperren aber bei uns sind es Entscheidungsträger
Ich leide seit meiner Kindheit (!) an Depressionen. Ich habe nie irgendeine Form von Therapie erhalten und es hat auch niemanden gestört, dass ich jeden zweiten Tag einen Heulkrampf hatte weil ich dieses Leben nicht mehr führen wollte.
Stattdessen war man die "Heulsuse" und die "Spassbremse".
Depressionen sind auch heute noch nicht akzeptiert. Kommt das raus, wird man in eine Schublade gesteckt, ist als Mensch weniger wert.
Ich glaube nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass diese Generation "verwundbarer" ist bzw. "verweichlichter", was die meisten wohl sagen würden, die nie etwas mit Depressionen zu tun hatten.
Schuld sind auch Medien, Zukunftsängste, Mitmenschen...
Die Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu leiden steigt, wenn dies in der Familie bereits auftrat, bei den Eltern zb.
Meine Mutter war lange depressiv, hat uns nie beigebracht ein gesundes Selbst aufzubauen. Wie auch.
Mein Bruder und Ich haben heute mit den Folgen zu kämpfen. Oft geht es gut, manchmal aber auch nicht.
Ich habe in meinem Leben bereits drei Therapeuten kennen gelernt, von denen zwei nichts taugten und meiner Ansicht nach selbst ne Menge Probleme hatten...
Drei Jahre, die ich mir auch hätte schenken können.
Den Mangel an GUTEN Therapeuten halte ich für ein großes Problem.
Menschen, die wirklich dringend Hilfe brauchen, bekommen diese erst nach sehr langer Zeit bzw. gar nicht. Für einige ist der letzte Ausweg dann Suizid. Die Rehas platzen aus allen Nähten.
Ich denke nicht, dass es heute mehr Depressive gibt als damals. Heute trauen sich nur mehr Menschen darüber zu sprechen.
Wir leben in einer Welt, die Menschen hervorgebracht hat. Aber das was diese Menschen mit der Welt gemacht haben, das wird für die anderen Menschen ein immer grösseres Problem. Erst haben wir die Mammuts ausgerottet, dann die Neandertaler zwischendurch Juden, Armenier, Indianer, Aborigines und am Ende gehts Asiaten gegen Kaukasier - Homo homini lupus. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, wobei den armen Viechern Unrecht getan wird - die sind primär Abräumer und Menschen wollen es gern so haben wie sie es haben - clean, safe, lean und effektiv. Wer da stört wird gekillt - so oder so. Heute leben wir in einer Welt, in der es für die meisten Menschen keine ausreichenden Lebensgrundlagen mehr gibt. Weder physisch, noch psychisch. Dafür gibt es dann Pillen, Therapien oder die Taliban. So schmerzhaft das ist, so ist es. Aber so war es schon immer und wenn Menschen nicht schnell dazu lernen, wird es nicht mehr lange welche geben die mir Recht geben werden ;-)
Gaaaanz geeenaaau...
Dass sich mein Übergewicht erst *nach* dem Auftreten meiner Depression, die mich nach dem Abitur fast in den Suizid getrieben hat, entstanden ist, passt wohl nicht in Ihr strammes Weltbild? Dass sich meine ADS-Symptome nach der Diagnose ADS samt damit verbundener Therapie tatsächlich auch gebessert haben und ich folgend sogar ein Studium anfangen konnte, ist wohl ganz utopisch...
Geschätzte Frau Stamm - Holz. Ich gehöre zu den verwöhnten Weicheiern, die die Kriegsgeneration hervorgebracht hat. Ich war faul als Schüler und Student, und bekam im Beruf ordentlich was ab, freie Mitarbeit als billiger Tagelöhner und harte und konsequente Geschäftspartner haben mich gelehrt, daß man eine geldwerte Leistung erbringen muß, um zu bestehen, und in Konkurrenz zu anderen. Es war eine verlustreiche und anstrengende Zeit.
Es gibt sicher noch Ausnahmen im öffentlichen Dienst, oder wenn die Eltern irgendwelchen Seilschaften angehören, egal ob Beziehungen einkömmlicher Art, Partei oder Gewerkschaft, oder wenn der Opa schon bei der Firma war. Aber das wird seltener.
Unsere Jugend steht in Konkurrenz zu zahlreichen gut ausgebildeten und vor allem wahnwitzig ehrgeizigen Leuten aus dem Osten (nah und fern), und die Industrie steht in einem klaren Kampf genau mit den gleichen Konkurrenten. Das läßt sich sehr genau in Mark und Pfennig ausrechnen. Jede Leistung, die hier zu teuer wird, wird stante pede ins Ausland transferiert. Es wird Leistung abgefragt, und zwar konsequent. Darauf ist unsere Jugend nicht vorbereitet.
Toll, daß unsere Jugend es zugibt überfordert zu sein, übrigens nicht ihre Schuld, sondern die Verwöhnpädagogik. Früher gingen die Leute einfach kaputt, auch junge, wenn sie den Anforderungen nicht genügten. Aber das ist keine Krankheit. Sie wuirden überfahren. Und das werden sie weiterhin. Das Klima wird rauher, die Kriege werden heute ökonomisch geführt. Und dabei gibt es jede Menge Verluste.
Fakt ist schlicht, daß heute Absolventen über dreißig sind, wenn sie etwas taugen. Und dann können sie gerade mal zwanzig Jahre Leistung erbringen und Geld verdienen. Das reicht objektiv nicht.
Stimmt, das hab ich vergessen.
Selbstverständlich wird man selbst für das was man macht, kritisiert und beschimpft. Wenn man studiert, ist man ein fauler Student. Klagt man über die schlechte Bezahlung im Job und die Zeitverträge, jammert man zuviel. Geht man nicht zum Bund, ist man ein Drückeberger, etc. pp.
Ich glaube der Kabarettist Volker Pispers hat dazu mal sinngemäß gesagt: Die Alten haben eine verdammt schwere Jugend durchgemacht, und lassen es sich im Alter gutgehen. Die Jungen (damit meinte er wohl seine eigene Generation), hatte eine angenehme Jugend, ein angenehmes Erwerbsleben und muss dann halt im Alter darben.
Ich denke, er hat nicht ganz unrecht, auch wenn die Alten, denen es heute wirklich unverschämt gut geht, nach dem Krieg geboren wurden, und keine wirklich harte Jugend mehr hatten (anders als die Vorkriegsgenerationen, die in Russland ins Dreck gefressen haben).
Wer wirklich in die Röhre guckt, sind alle die heute unter 20 sind.