mich würde zunächst mal interessieren ob sich da nicht einfach die Diagnosehäufigkeit erhöht hat, sprich ob heute deswegen mehr Betroffene zum Arzt gehen
CorbisDieser Befund verblüfft: In keiner Altersgruppe sind Depressionen in Deutschland so weit verbreitet wie unter den 18- bis 29-Jährigen - das hat eine groß angelegte Patientenbefragung des Robert Koch-Instituts ergeben. Nicht einmal die Hälfte der Kranken wird überhaupt behandelt.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...838843,00.html
mich würde zunächst mal interessieren ob sich da nicht einfach die Diagnosehäufigkeit erhöht hat, sprich ob heute deswegen mehr Betroffene zum Arzt gehen
"Die Wahrnehmung vieler Menschen sei, dass eine Depression nur denjenigen krank macht, der sowieso zu schwach für die Anforderungen der Welt ist. Ein Burnout dagegen ..."
Nanu? Was fordert die Welt denn? Sind es nicht vielmehr aufdringliche Menschen, die etwas fordern können? So ist es schon etwas konkreter.
So mancher versucht es mit Angeboten, die nicht gewünscht waren. Im Informationszeitalter wird man davon geradezu zugeschüttet: "Wir wollen Ihnen schon wieder etwas schenken!" usw.
Therapeuten müssen sicher konkret herangehen. Aber mir scheint es oft ein grundsätzliches Orientierungsproblem zu sein, wenn sich junge Menschen derart verzetteln und von allen möglichen Leuten zu immer neue Zielen verführen lassen.
Was will ich selber mit meinem Leben anstellen? ist doch die eigentliche Frage, von der sich andere ableiten.
Recht beneiden kann man junge Menschen derzeit nicht, weil ihre Perspektiven oft düster gemalt werden, als wenn diese jungen Menschen nur Spielbälle sind, mit denen man alles machen kann.
Medien essen Selbstbewustsein auf? Ihre verquasten Thesen können sie doch ohnehin nicht belegen!
Der für sie ideale Lebenslauf für "normale gesunde weiße Jugendliche" ist allerdings klar geworden: Gut verdienende Ingenieure mit nett ausehenden Frauchen daheim. Sehr nett. Zum Glück aber weit weg von jeder Realität.
Falls es ihnen noch nicht aufgefallen ist: diese Art Gesellschaft existierte noch nicht mal in den 50ern. Ihr offener Abscheu Menschen gegenüber, die in ihr Weltbild nicht passen, wäre damals allerdings nicht aufgefallen.
[Zitat][QUOTE=sysop;10365620]Dieser Befund verblüfft: In keiner Altersgruppe sind Depressionen in Deutschland so weit verbreitet wie unter den 18- bis 29-Jährigen - das hat eine groß angelegte Patientenbefragung des Robert Koch-Instituts ergeben. Nicht einmal die Hälfte der Kranken wird überhaupt behandelt.[Zitat]
Als ältere Betroffener(manisch-depressiv) kann ich nur bestätigen was ich in meinen Klinikaufenthalten gesehen habe. Junge Leute, geplagt von Stress in verschiedenen Formen, haben sich Innerlich zurück gezogen und leider gibt es nicht genügend gut ausgebildete Therapeuten die dieses erkennen.
Oft führt das nur über den Umweg z.B. Alkohol dann Therapie.
Wenn man Glück hat geräht man an die Richtigen, so wie ich, und es kann geholfen werden.
Ich bin regelmäßig in der Klinik und ich sagen die meißten Jungen kommen nicht wieder. Ein Trost denn wer einmal durch das Tal der Tränen gegangen ist weis wie wichtig und schwer ein Neuanfang ist.
Was das Burnout betrifft, wer will schon zugeben, dass er/sie depressiv ist? Ausgepumpt von der Arbeit? Wenn diese Spaß macht und Erfüllung bringt bekommt man kein Burnout, meine Meinung.
Wer sich abrackert, sich nur der Arbeit unterordnet, keine Erfolgserlebnisse hat, ja der nur dauernd Drangsaliert wird, wird Krank!
Menschen die nur noch als Kostenfaktor gesehen werden werden krank! Ist so einfach1 Aber unsere Gesellschaft lässt ein verlieren nicht zu, wer krank wird ist selber Schuld oder zu schwach!
Gruß HP
Die Forschung ist richtig, die Schlussfolgerung ist es nicht: es wird gern von "verzärtelter Jugend" gesprochen, von "Verwundbarkeit".
Das ist schlichtweg falsch!
Es werden die gesellschaftlichen Ursachen völlig ignoriert: fehlende Perspektiven. Die einzige Zukunft, welche diese Generation als auch meine eigene - ich bin '82er Jahrgang - noch hat, ist für die Schulden der Eltern aufzukommen in einem Staat, dass Besitzstandswahrung auf Kosten der Zukunft übt und einen Schuldenberg auftürmt, den nichtmal die Enkel unserer Enkel werden abbauen können.
Ganz deutlich ausgedrückt: alle ab mitte der 70er Geborenen dürfen den Scherbenhaufen aufkehren, den die Alt-68er verbockt haben. Und darauf haben wir (!) einfach keine Lust, für die Sause heute die Zeche morgen zahlen zu müssen; ich hab keine Lust, Kinder in diese Welt zu setzen, ich hab keine Lust, bis 75 oder länger an der Drehmaschine zu stehen. Ich hab schlichtweg keine Lust, irgendwas in diese Gesellschaft einzubringen, die absolut nichts mehr bietet als eine trostlose Zukunft. Ändern könnte dies ein bisschen Opferbereitschaft der Besitzstandswahrer. Aber da erwarte ich zu viel.
Ohne hetzen zu wollen: Ist es nicht auch so, dass in früheren Zeiten ,der Rücken' zur Erlangung eines Krankenscheines und damit freier Tage herhalten musste?
Ich befürchte, dass - nachdem ,Rücken' out ist, man sich jetzt in weiterhin nur schwer ,zu beweisende' Krankheiten flüchtet.
,Burn out' und Depressionen eignen sich einfach zu gut dafür, als dass
so mancher Arbeitnehmer nicht in Versuchung geriete, davon recht gerne und häufig Gebrauch zu machen.
Nur keine Aufregung - ich nehme ausdrücklich diejenigen von meiner Kritik aus, die ernsthaft und real krank sind. Denen gelten meine besten Genesungswünsche. Die anderen sind für mich nichts als Sozialbetrüger.
rette sich wer kann !
wer noch von pflichtgefühl geplagt wird weil er wegen einer läppischen erkältung noch arbeiten geht weil sonst andere für ihn arbeiten müßten, der sollte diese eingebung schnellst möglich entsorgen.
wer arbeitet geht ist psychisch auffällig wo alle welt sich in depressionen und burn-out ergeht.
seht wo ihr bleibt, der letzte macht das licht aus.
versucht wird in unserer Gesellschaft die Ausnahme als die Regel erscheinen zu lassen.
Man legt - meiner Meinung nach - über die Maßen und fernab jedweder natürlichen (kommt von Natur) Vorgehensweise viel zu viel Gewicht auf das seelische Wohlbefinden von Minderheiten. Die ,gesunde, natürliche' Mehrheitsseele muss dieses als Komplott und Angriff empfinden.
Vielleicht - trotz aller willigen Minderheiten - Gesetzgebung, wird sich dieses auf ganz natürliche Art und Weise auch wieder ,zurechtentwickeln'.
So, wie es jetzt ist, ist es mir auch bei weitem zu eindimensional, schrill, modernistisch und - ja auch das - unappetitlich.
Sie sind also depressiv, da sie von morgens bis abends an die Staatsschulden denken? Es gab Generationen junger Menschen vorher, die hatten ganz andere Sorgen: zum Beispiel in einem Krieg zu krepieren, grundlos inhaftiert zu werden, zu verhungern. Ihr Beispiel riecht viel eher nach Wohlstandsverwahrlosung, Faulheit und Selbstüberschätzung. Wie wäre es, wenn sie wenigstens für sich selbst etwas aufbauen würden? Ach, sorry, sie haben ja keine Lust. Keine Lust zu nichts.