CorbisDieser Befund verblüfft: In keiner Altersgruppe sind Depressionen in Deutschland so weit verbreitet wie unter den 18- bis 29-Jährigen - das hat eine groß angelegte Patientenbefragung des Robert Koch-Instituts ergeben. Nicht einmal die Hälfte der Kranken wird überhaupt behandelt.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...838843,00.html
Aber das Resultat, z.b. die Bezahlung, ist doch mit entscheidend. Es bringt nichts -bzw. wird genau das hier thematisiert- daß man "Arbeitsplätze" um jeden Preis schafft, aber die Arbeitnehmer in finanziell, prespektivisch und psychisch miserable Verhältnisse zwingt. D.h. geringen Lohn, unbefristete Anstellung etc etc. Die Jungen leisten natürlich etwas und bringen sich ein; was einseitig aufgekündigt wird, ist die Belohnung, die Anerkennung des Einsatzes und daß eine Perspektive eröffnet wird. Das fehlt doch komplett. Haltung und Einsatz sind zweifellos vorhanden, anders kann man sich die massenhaften prekären Arbeitsverhältnisse, den boomenden Zeit-/ Leiharbeitsmarkt, "Generation Praktikum" usw nicht erklären. Sowas macht niemand aus Jux.Zitat von albert schulz
Das ist das Thema. Und wer "in existenzieller Not" rennt zum Staat, erpreßt und bettelt um Geld, Vorteile etc? Genau die "Alten", die eingesessenen Unternehmen, Konzerne, Bankimperien. Nur ja nichts abgeben, die eigenen Posten und Vermögen retten lassen (klingelt es da bei Ihnen? DAS Thema seit nunmehr 4 Jahren). Zynischerweise ist es genau diese "Schicht"/ zum Teil auch Altersgruppe, die die Jungen so runterputzt und ein Robinson Crusoetum abverlangt, während sie selbst keinerlei Konsequenzen oder Einschnitte zu tragen bereit ist.Es muß erst eine existentielle Not herrschen, bevor sich ein umsorgter Jüngling am Riemen reißt, und er muß das, weil er ein Leben vor sich hat.
Depression ist heute die Ausrede für alles.
daß genau diese Generation sich eine Arbeitswelt, Finanzwelt Umwelt und Politik schaffen, deren zunehmenden Druck sie niemals werden standhalten können. Heute trifft es die Alten, Schwachen, Kranken - morgen Euch, denn dann seid Ihr alt, schwach oder krank. Denkt darüber nach, ehe Ihr von "liberalen" Arbeits-, Gesundheitsgesetzen nachblabbert.
Von welchen Alten schreiben Sie? Die aktiven Verursacher, Teilnehmer und auch Opfer des 2. Weltkriegs sind inzwischen meist tot. Vielleicht rechnen Sie mal: Jemand, der 1940 zwanzig Jahre alt war, wurde 1920 geboren. Heute schreiben wir 2012. Den Rest überlasse ich Ihrer Intelligenz bzw. Ihrem Taschenrechner.
Da sprechen Sie ein wirklich wichtiges Thema an. Einen wirklich guten Therapieplatz zu ergattern - speziell als Kassenpatient - ist hierzulande eh eine Glücksspiel, dazu halt auch noch ein sehr langwieriges. Das ist so wie "Oh, Sie verbluten? In drei Monaten hat unser Chirurg Zeit für Sie."
Einige der Kommentare (wie "nur doch Mal zusammenreißen!"), die ich hier lese, sind so ekelhaft sozialdarwinistisch, dass sie durchaus bei einigen Lesern einen Suizidversuch triggern könnten! Dessen sind sich die Damen und Herren Verfasser entweder nicht bewusst oder es ist ihnen egal. Ignoranz gemischt mit Selbstgefälligkeit.
Ich sage dazu nur, dass ich das Glück habe, mich nicht mehr im doch ziemlich kritischen Behandlungsbeginn mit Venlafaxin (SSNRI) zu befinden...