CorbisGestresst, genervt, dauererschöpft: Selbst bei deutlichen Burnout-Signalen ignorieren viele Arbeitnehmer ihre Leiden - sie laufen im Job wie im Privatleben auf zu hoher Drehzahl. Was treibt Menschen in die Überforderung? Vier Fallgeschichten aus dem Arbeitsleben.
Diagnose Burnout: Gelbe Karte für den Körper - SPIEGEL ONLINE
wenn Sie Ihren eigenen Link richtig gelesen hätten, würden Sie sehen, dass das Zitat sich auf die momentane Diskussion in der Gesellschaft und NICHT auf den Fachdiskurs bezieht.
In Ihrem Link wird geschrieben:
1. zum Thema "Gleichstellung von Burnout mit jeglicher Form einer psychischen Krise und Erkrankung im zeitlichen Zusammenhang mit einer Arbeitsbelastung":
Damit bleibt das international geltende Klassifikationssystem
psychischer Erkrankungen (ICD-10, F-Gruppe) der
Weltgesundheitsorganisation unbeachtet, das eine solche
undifferenzierte Betrachtungsweise nicht zulässt."
2. zum "Gebrauch des Begriffs Burnout ersatzweise für Depressionen von arbeitenden Menschen":
Bei der Berichterstattung in den Medien wird zum Teil eine Krankheitsdefinition gefördert, die den Begriff Burnout mit einer Erkrankung der Leistungsträger und der „Starken“ gleichsetzt, den Begriff Depression dagegen mit einer Erkrankung der (anlagebedingt) „Schwachen“ verknüpft. Diese Bewertung trifft nicht zu und bringt zudem die Gefahr einer neuen Stigmatisierung depressiv erkrankter Menschen mit sich."
Wie Sie sehen, ist auch die DGPPN meiner Meinung, dass es unsinnig ist, jede Störung im Zusammenhang mit berufl. Belastung als Burnout zu klassifizieren und auch sie sehen die Gefahr einer Stigmatisierung der "schwachen" Depressiven. Natürlich kann man jeden, der die gleiche Meinung hat, wie sie irgendwo steht, auswendig lernen vorwerfen. Aber ich kann ja nix dafür, dass es mir plausibel erscheint. Ich bin auch der Meinung dass es Fehlbelastungen im Beruf gibt und das der Ursprung für psych. Krankheiten sind. Aber psychische Krankheiten werden nunmal anhand von gemeinsam auftretenden Symptomen und nicht nach ihrem Ursprung klassifiziert, was auch sehr viel Sinn macht.
So, so... Herr "Vorsitzender" (das glaube ich Ihnen in 100 Jahren nicht), Sie sind also der Ansicht, dass man auch als Angestellter gerne 12 oder mehr Stunden taeglich arbeiten geht, wenn man sich denn nur im Management befindet?
Vielleicht lesen Sie sich nochmals Ihre eigenen Beitraege zu diesem Thema durch, und stellen diese dann in den von Ihnen selbst postulierten Kontext. Wenn das fuer Sie dann einen Sinn ergibt, dann ist es ja gut.
Sicher, Arbeit muss nicht unbedingt Spass machen. Entweder aus persönlichen Gründen oder weil die Umgebung nicht stimmt.
Für mich so etwas allerdings wie Sport. Es macht sau viel Spass und man will mehr.
Ich bin jetzt mühevoll meine Beiträge durchgegangen aber ich weiss nicht wo da der Sinn fehlen sollte. Weil ich vor der Arbeit Sport treibe? Weil ich sage, dass Abteilungsleiter surfen?
Sehen Sie, das interessiert mich nicht weil die Leute auf der Basis von Vertrauenarbeitszeit arbeiten. Stunden werden nicht erfasst. Allerdings Ergebnisse. In Realität ist es allerdings so, dass Mitarbeiter in Vertrauensarbeitszeit im Endeffekt mehr arbeiten! Ja und ich denke dass sie sogar Spass dabei haben. Die fürstliche Bezahlung hilft allerdings auch :-)
Es freut mich für Sie, dass Sie Spaß an Ihrer Freitzeitbeschäftigung wie auch an Ihrer Beschäftigung zum Bestreiten des Lebensunterhaltes haben. Udn dann auch noch gut bezahlt. Gibt es leider nicht überall.
Es sollte aber auch nachvollziehbar sein, dass nicht jegliche Arbeit Spaß macht, die dennoch getan werden muss. Kanalreiniger haben sicher auch lustige Momente, aber insgesamt wird das eine Arbeit sein, die man eben macht. Man muss ja von irgendwas leben.
Vertrauensarbeitszeit kann eine Methode sein, die Mitarbeiter zu unbezahlten Überstunden zu bringen. Man setzt sich dabei gegenseitig unter Druck. Im Kreativbereich (und gutem Umgang, ohne Druck untereinander) ist das sicher dennoch ein gutes Mittel zur Mitarbeitermotivation und -flexibilisierung. Im Schichtbetrieb funktioniert das allerdings nicht.
Dürfte in den meisten Fällen auch einfacher wenn nicht gar sinnvoller sein, nach Stunden statt nach Ergebnis zu zahlen. Dieses lässt sich nämlich häufig ncht quantifizieren.
1. Richtig. Aber der Kanalarbeiter ist ein extremes Beispiel. Auch Assistentinnen können Spass haben. Ich bin früher zwischen Schule und Studium Pakete gefahren und hatte Spass dabei. Ich kenn auch super bezahlte Manager, die das Glas immer halb leer sehen. Es hat auch etwas mit der eigenen Lebenseinstellung zu tun.
2. Es geht nicht darum um Mitarbeiter zu Überstunden zu zwingen sondern darum Manschen zu ermöglichen ihr Leben flexibler einzurichten. Keine Kinderbetreuung? Man arbeitet von zu Hause. Was privates zu erledigen? Man kommt um 11.00 Uhr ins Büro. Gleittage werden einfach genommen ohne dass man die Stunden dafür gezählt hat. Für die Schicht funktioniert das natürlich nicht. Aber auch in der Produktion/Logistik haben wir flexible Lösungen die allerdings etwas langfristiger geplant werden müssen.
3. Trugschluss. Selbstverständlich haben Mitarbeiter ein fixes Gehalt, basiererend auf einer definierten Stundenzahl. Allerdings zählen wir die nicht. Wenn jemand von 07:30 bis 21:00 Uhr arbeitet bewertet man zuerst einmal die "Anwesenheit" aber was macht der Mitarbeitern in der Zeit? Besser ist es da nach ganz klar definierten Zielen zu bewerten.
Ich sehe Zielvereinbarungen mittlerweile sehr kritisch. Meiner Erfahrung nach werden sie dazu benutzt die Anforderungen immer höher zu schrauben, ohne dass man sich so richtig dagegen wehren kann.
Außerdem ermöglichen sie es Vorgesetzten Druck und Verantwortung von ihrer Ebene auf die darunter abzuwälzen, ohne das diese dafür bezahlt wird. Mit einer der Gründe für Burn-out.
Letztlich verringern sie den eigenen Gestaltungsspielraum am Arbeitsplatz, anstatt ihn zu vergrößern. Die Arbeit wird immer mehr fremdbestimmt und perverser Weise kann man kaum dagegen protestieren, weil einem gesagt wird:"Wieso? Sie haben doch selber zugestimmt!"
.... sind es die Mitarbeiter, die ihre Ziele SELBER vorschlagen und formulieren. Umsatz und Profitabilitätsziele machen nur etwa 15-30% der Prämie aus. Der Grundsatz ist, dass sinnvolle Projekte das Ergenbis vebessern.
Davon abgesehen ist es aus meiner Sicht Blödsinn Burn Out nur auf die Arbeit zu beziehen. Die Praxis meiner Frau ist voll mit solchen Patieten und keiner hat ein Arbeitsproblem aber glückliches Privatleben. Es ist also eher eine Lebenskrise. Daher ist Work-Life-Balance auf eher ein Mythos. Was zählt ist Life-Balance alleine....
Ich kenne die Grundsätze und finde daher, dass es eben eine perfide Art ist die Leute dazu zu bringen sich selber unter Druck zu setzten.
Das ist ein Instrument was meiner Meinung nach auf die Management Ebene gehört und nicht auf die der Sachbearbeiter.
Die Ursachen sind sicherlich vielschichtig und das Privatleben muss ja nun auch nicht immer der sichere Hafen sein, in dem man so richtig Abschalten kann.