DFB-Urteil zum Skandalspiel: Hertha hat den Abstieg verdient

DPADas DFB-Sportgericht hat den Einspruch von Hertha BSC abgewiesen, das Skandalspiel bei Fortuna Düsseldorf wird wohl nicht wiederholt. Gut so, denn die Ausraster von Fans und Spielern müssen bestraft werden. Mit ihrer juristischen Taktiererei schaden sich die Berliner selbst.

http://www.spiegel.de/sport/fussball...834282,00.html
  1. #220

    Vergangenheit ausgeblendet

    Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren, ach was, Jahrzehnten zu Platzstürmen am Saisonende vor Abpfiff gekommen. Egal, ob es um Klassenerhalt, Meisterschaft oder erreichtem UEFA-Cup-Platz ging. Das ist zwar nach wie vor unverantwortlich, natürlich kritik- und ahndungswürdig, aber keinesfalls neu oder gar wirklich dramatisch.

    Viel besorgniserregender ist doch, dass Spieler den Schiedsrichter bedrohen und körperlich angreifen. Was für Signale werden da ausgesendet? Für mich müssen solche Attacken mit mindestens einer Saison Spielsperre bestraft werden. Plus empfindliche Geldstrafe.

    Schiedsrichter Stark hat zudem einen erstklassigen Job gemacht. Er hätte das Spiel auch schon vorher abbrechen können, als die Berliner Fans Bengalos auf den Rasen warfen. Wutschnaubende, enttäuschte Fans, die auf den Abstieg der eigenen Mannschaft reagieren als hätte man ihre Kinder entführt und das Eigenheim angezündet, machen mir aber am meisten Sorge. Wer solche Tiefpunkte im Leben eines Fans nicht ertragen kann, sollte aus dem Stadion wegbleiben und erst mal einen Psychotherapeuten aufsuchen.
  2. #221

    Zitat von kayoo Beitrag anzeigen
    Berlin, Berlin, Berlin .... ich dachte es wäre die Hauptstadt der Deutschlands. Stattdessen kommen von da die besten Provinzpossen.

    Die Hertha hat den Abstieg nicht in Düsseldorf besiegelt, sondern bereits in der Spielzeit der Saisson 2011/2012. Dagegen hat Düsseldorf nur den unglücklichen 3.Platz in der 2. Liga erzielt und musste dazu noch um den Aufstieg kämpfen.

    Diese Relegationsspiele sind reine Geldmacherei. Abschaffen. 3 steigen ab, 3 steigen auf. Damit wäre so ein Theater ausgeschlossen.
    Ich lach mich weg - unglücklicher 3. Platz - hätten sie in der Rückrunde nicht schlapp gemacht, wären sie 1. oder 2. geworden.
  3. #222

    Zitat von infolega Beitrag anzeigen
    Der Kommentar ist einseitig. Hertha und Fortuna haben nach den bisherigen Erkenntnissen beide die erste Liga nicht wirklich verdient. Sportlich ist Düsseldorf ebenso wie Berlin nur bedingt für die erste Liga tauglich, denn Düsseldorf hat ja auch "nur" den Relegationsplatz in der zweiten Liga erreicht, während Hertha "immerhin" nicht .....
    dem kann ich nur zustimmen!
  4. #223

    Zitat von spon-facebook-661109244 Beitrag anzeigen
    Nein, nicht Äpfel und Birnen. Wenn es um die Frage geht, ob ein Spiel regulär beendet wurde, spielt der Spielstand keine Rolle. Oder gelten in Ihrer Welt bei deutlichen Ergebnissen andere Regeln als bei knappen? Ich hoffe doch nicht.
    Für mich war dieses einzelne Spiel keineswegs regelkonform! Ich betrachte das Ganze einfach mal als "Gesamtkunstwerk" beider Clubs, angefangen bei den erfolgreichen Schauspieleinlagen der Fortunamannschaft bishin zur Abreise der Hertha-Fans.

    Hat mit Sport wenig zu tun. Beide Teams haben sich für Liga 1 disqualifiziert.
  5. #224

    Ach ist der Rasen schön grün

    Herrlich, was es hier so alles zu lesen gibt.
    Da soll Hertha absteigen, weil es einen unfähigen Manager, gewaltbereite Fans, eine schlechte Saisonrückrunde und einen Schuldenberg sein eigen nennt. Oder weil es seine ihm zustehenden juristischen Möglichkeiten nutzt. Oder weil einige Herthaspieler offensichtlich Sport mit Straßenkampf verwechseln.

    Und all das - bis auf die bengalowerfenden Idioten - hat nichts mit der Verhandlung über die Regelkonformität des Spieles zu tun.

    Richtig - das Spiel hätte bereits nach 70 Minuten abgebrochen werden können. Da war Hertha eine Fortsetzung mehr als recht. Richtig - das Spiel hätte auch beim Sturm der Düsseldorfer Fans abgebrochen werden können. Gegen diese mindestens genauso fragwürdige Fortsetzung geht Hertha jetzt vor. Wie auch immer - regelkonform war der Ablauf dieses Spieles in keinem Fall.
    Bleibt die jetzige Entscheidung bestehen, wäre die Wirkung auf den Spielbetrieb und das Zeichen an die Chaoten verheerend.
  6. #225

    Man merkt das SirJazz kein Fußballfan ist

    Hallo SirJazz wenn man keine Ahnung hat, dann sollte man die Klappe halten und kann es mit dem Verstand auch nicht weit her sein. Ich kann nur sagen schlecht recherchiert in punkto Spielabbrüche und Wiederholungen:
    7. Dezember 1963: Hamburger SV - Borussia Dortmund, Grund: Nebel; Spielstand nach 61 Minuten 1:2, Wiederholungsspiel 2:1

    2. Dezember 1967: VfB Stuttgart - Borussia Neunkirchen, Grund: Nebel; Spielstand nach 54 Minuten 0:0, Wiederholungsspiel 2:1

    3. April 1971: Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen, Grund: Bruch des Torpfostens; Spielstand nach 88 Minuten 1:1, Wertung 0:2

    31. Oktober 1972: Eintracht Braunschweig - Eintracht Frankfurt, Grund: Nebel; Spielstand nach 45 Minuten 3:0, Wiederholungsspiel 2:1

    27. November 1976: 1. FC Kaiserslautern - Fortuna Düsseldorf, Grund: Flaschenwürfe der Zuschauer; Spielstand nach 76 Minuten 0:1, Wertung 0:2

    -11. April 2008: 1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg, Grund: widrige Platzverhältnisse nach Dauerregen, Spielstand zur Halbzeit 1:0
  7. #226

    Abgekartet

    Ds Urteil war doch ein abgekartetes Spiel: Seit Samstag stand die Entscheidung gegen Berlin bereits im Netz: http://citynet-mv.de/content/dfb-sportgerichturteil-gegen-hertha-bsc-war-schon-zwei-tage-bekannt
  8. #227

    Spielbetrieb aufrecht erhalten

    Leider rutscht dieses Forum zu sehr in die Polemik von Fans ab, die nur die Fahne ihres Vereins hochhalten wollen. Schade.

    Zur Sache: In der medial vermittelten Diskussion der vergangenen Tage wird fast völlig ausgeblendet, dass der DFB einen Modus verfolgen muss, der den Spielbetrieb aufrecht erhält. In der Spielordnung steht, dass ein Spiel, falls nötig auch aus nicht-sportlichen Gründen unterbrochen und nach Behebung der Gründe wieder fortgesetzt werden kann. Das ist dann keine irreguläre Spielfortsetzung, sondern gerade von der Spielordnung vorgesehen - und an sich kein Grund für einen Protest.

    Man nehme nur ein Allerweltsereignis: Gewitter. Wenn es im Umfeld des Sportplatzes blitzt, muss das Spiel sicherheitshalber unterbrochen werden, bis sich das Gewitter verzogen hat. Würde man jedes dieser Spiele wiederholen, käme man auf keinen grünen Zweig.

    Auch über die Dauer einer erlaubten Unterbrechung macht sich manch einer falsche Vorstellungen. Dafür gibt es kein festes Zeitlimit à la "5 Minuten Unterbrechung sind erlaubt, 20 Minuten sind nicht erlaubt"). Vielmehr hat der Schiedsrichter nach 30 Minuten lediglich zu entscheiden, ob er das Spiel abbricht oder - weil ein Silberstreif am Horizont ist - die Unterbrechung noch etwas verlängert.

    Daraus ist abzulesen, dass auch eine 30-minütige Unterbrechung aus Verbandssicht nicht automatisch zu einem irregulären Spielverlauf führt. Diese Vorgaben sind unabhängig (und müssen unabhängig sein) von Spielstand und verbleibender Spieldauer. Dass vielleicht eine Mannschaft gut aufgewärmt und bei Sonnenschein die Führung herausgeschossen hat und die andere dann auf nassem Rasen und mit kalten Muskeln dem Rückstand hinterherläuft, wird dabei in Kauf genommen, da die äußeren Bedingungen für beide Mannschaften gleich sind.

    Perfekte Bedingungen können nicht garantiert werden, nur gleich müssen sie sein für beide Mannschaften.
  9. #228

    optional

    Bla, bla, bla,
    ständig wird davon geredet, dass Hertha doof ist und der Preetz sowieso und Berliner sind alles Harzer und überhaupt Hertha ist selbst schuld...
    Ich bin kein Hertha-Fan und Fußball interessiert mich nicht wirklich aber die Argumentation in vielen Foren, wäre einer wunderbare Inspiration für soziale Studien.

    Wenn sich jeder die Mühe machen würde einfach die Fakten zu beurteilen und sich an der hiesigen Rechtssprechung zu orientieren, bleibt nur die Schlußfolgerung, dass das Urteil eines Rechtsstaates nicht würdig ist und die Urteilsbegründung eher zum Eulenspiegel als zu einem Gericht passt.

    Ob Hertha-Spieler den Schiedrichter verbal und/oder körperlich angegangen haben, steht nicht fest. Auch für Profis muss die Unschuldsvermutung gelten. Davon abgesehen selbst wenn es schon feststehen würde, wäre es eher eine Argumentation für den wider Hertha. Wenn mich jemand gezwungen hätte, da noch mal rauszugehen... ich kann mir gut vorstellen, dass ich der Person gegenüber recht feindselig eingestellt wäre. Für den einzelnen Menschen macht es nämlich erstmal keinen Unterschied ob der Mob fröhlich auf mich zu stürmt oder in feindseliger Absicht. Der Mensch reagiert da instinktiv (sowie Herr Stark übrigens, der als einer der ersten in den Katakomben war). Und alle die jetzt wieder aufschreien, dass Hertha nur peinlich ist und kein Charakter hat, bitte ich inständig mir als Fußball-Laien zu erklären wieso es ein Zeichen von Charakterlosigkeit ist und wieso peinlich, wenn jemand sein Rechte in Anspruch nimmt und es nicht hinnimmt wenn mit zweierlei Maß Recht gesprochen wird. Mir dünkt so manches Werk von Heinrich Mann ist wahrlich zeitlos.


    Mit freundlich Grüßen


    Ich hoffe sehr, dass Hertha wenn nötig auch vor ein ordentliches Gericht zieht. Dieses Urteil darf so nicht Bestand haben. Der DFB hat ein eigenes Regelwerk welches wenn auch oft seltsam anmutend auch für den DFB gelten muss.
  10. #229

    Zitat von m.breitkopf Beitrag anzeigen
    Das Urteil ist aus zwei Gründen falsch:

    1. Dass die Berliner um ihre letzte Chance gebracht wurden ist eine Tatsache, die sich nicht leugnen lässt. In zwei Minuten können ganze Meisterschaften entschieden werden, wie man an England sieht.

    2. Von dem Urteil geht ein.....
    Sorry das ist doch nicht richtig.
    Natürlich hatten die Berliner alle Chancen, den die Spielzeit wurde komplett gespielt, incl. der 7 Minuten Nachspielzeit.

    Streitpunkt ist doch, dass die Herthaspieler nach der langen Pause nicht mehr regulär weiterspielen konnten. Mumpitz, sie konnte es nach der erdten Unterbrechung auch!
    Und das die Fans aufs Feld konnten, lag weder an Fortuna, noch an der Düsseldorfer Polizei, sondern an den Bestimmungen des DFB.
    Warum sind Zäune in den Stadien nicht mehr Pflicht?
    Hertha hat es zweimmal sportlich nicht geschafft, eine dritte Chance wäre absolut unfair!