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Deutsches Ackerland: Agrarminister kämpfen gegen Bodenspekulanten

dapdKaufkräftige Investoren legen ihr Kapital seit der Finanzkrise zunehmend in Ackerland an - das ist wertvoll und knapp. Jetzt schlagen die Landwirtschaftsminister Alarm: Um die Spekulation vor allem in Ostdeutschland zu stoppen, müsse die Bundesregierung endlich handeln.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...829510,00.html
  1. #20

    richtig, aber ...

    Zitat von snickerman Beitrag anzeigen

    Wenn das Land wegen kurzfristiger Gewinnerwartungen brach liegt oder die Produkte nach Übersee gehn (China kauft überall auf der Welt Ackerland, weil deren Fläche nicht mehr reicht), wird das Heulen und Zähneknirschen groß sein, spätestens, wenn Sie im Supermarkt an der Gemüsetheke stehn...
    ... es sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass beispielsweise der Deutsche Bauernverband als sehr aktive Lobbyvereinigung bemüht ist, den Fleischexport Deutschlands deutlich zu erhöhen (natürlich hoch subventioniert mit Steuergeldern und natürlich mit billigen Futtermitteln aus Übersee)!
    So gehen insbesondere die Fleischreste wie Chickenwings in fragwürdigen Kühlketten in die armen afrikanischen Länder. Dort gelangt das hoch subventionierte Fleisch aus Deutschland oder Europa billig auf den Markt und der afrikanische Bauer wird seine eigenen Hühner nicht mehr los. Das gleiche gilt für andere Agrarprodukte.

    Was will ich damit sagen? Wer globale Kapitalspielchen betreibt und anderen das Leben erschwert, muss sich nicht wundern, wenn er selbst auch Opfer dieses Systems wird.
  2. #21

    der Weg ist absehbar

    Zitat von rl1972 Beitrag anzeigen
    Gerade weil die Weltbevölkerung jährlich um 80 Mio wächst sollte fruchtbares Land keinesfalls an ausländische Investoren verkauft oder verpachtet werden. D hat genug fruchbares Land um die Versorgung der eigenen Bevölkerung 100%tig sicherzustellen , und dabei muss es auch bleiben. Auf keinen Fall darf eine Abhängigkeit bei der Nahrugsversorgnung entstehen und aufgrund der immer weiter fortschreitenden Bevölkerungsexplosion ist fruchtbares Land bald nicht mehr in Gold aufzuwiegen. Keinesfalls darf es verkauft werden, sondern lediglich der Ertrag und das auch nur in befreundete Staaten. Nahrung wird bald eine Wirtschaftswaffe werden , und dieses Land anderen vorzuenthalten ist der beste Weg um sicherzustellen das diese sich schön brav verhalten
    nachdem sich Deutschland über Generationen an die Finanzmärkte versklavt hat (ESM und Co. werden es kurzfristig auch dem dümmsten zu verstehen geben), machen wir unaufhaltsam weiter.
    Ein Großteil der deutschen Unternehmen sind bereits in ausländischer Hand, der KnowHow-Transfer nach Osten wird freudig gefördert (leider auch von den renditegetriebenen Unternehmen selbst).
    Nun folgt der letzte Sargnagel. Wir verkaufen das Land das uns ernährt. Und an wen verkaufen wir? Richtig an die Finanzmärkte.
    Die Geschichtsbücher werden über unsere eigene Dummheit berichten.

    Wenn man nüchtern darüber nachdenkt fragt man sich wer diesen irrsinnigen Geldschöpfungsprozess erfunden hat. Wer Banken die Lizenz gegeben hat, frei erfundenes Geld (indirekt der Bürger) anzunehmen und dafür Zinsen zu verlangen. Im aktuellen Fall mit diesem frei erfundenen Geld, das Land der Bürger Deutschlands zu kaufen.
    Der Lobbyismus steckt so tief in Berlin und Brüssel, das er so einen Irrsinn überhaupt möglich macht. Inzwischen spielt sogar die Presse munter mit.
  3. #22

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaufkräftige Investoren legen ihr Kapital seit der Finanzkrise zunehmend in Ackerland an - das ist wertvoll und knapp. Jetzt schlagen die Landwirtschaftsminister Alarm: Um die Spekulation vor allem in Ostdeutschland zu stoppen, müsse die Bundesregierung endlich handeln.

    Deutsches Ackerland: Agrarminister kämpfen gegen Bodenspekulanten - SPIEGEL ONLINE
    Die armen Landwirte... mal ne kleine Rechnung:
    1000ha Land (im Osten klein) mit Weizen bestellt bringen auf schlechtem Boden etwa 8000t Weizen.
    Der Erlös liegt etwa bei 180 EUR pro Tonne (wenn er über das Jahr verteilt gesichert hat), die Kosten etwa bei 150 EUR. Macht alles in allem etwa 240 TEUR, die dieser Betrieb vor Steuern erlöst. Ein wenig was in die Rücklage, denn nicht jedes Jahr läuft gut, ein wenig was für Kredittilgung für die Solaranlage.

    Die kleinen Bauern mit 50 ha Land haben da sicherlich ganz andere Probleme. Aber dort ist es vielleicht angebracht, die 20 TEUR pro ha zu nutzen und zu verkaufen. (und das ist je nach Lage billig, in SH zahlt man gerne 4-5 EUR den m2, kein Bauerwartungsland)
  4. #23

    > PeterShaw heute, 17:48 Uhr
    > Das interessiert mich - ich möchte mehr wissen.
    Ich weiß nicht, wie es den Bauern in MeckPom geht! Eigentlich müßte es denen ganz gut gehen, da dort meines Wissens nach viele Großbetriebe aus Holland investiert haben!

    In dem Artikel wird aber von Kleinbetriebe gesprochen! Und da wo ich herkomme, sind die meisten Betriebe zu klein, um noch wetbewerbsfähig zu sein.

    Landwirte leisten aber mehr, als nur "persönlichen Gewinn durch unternehmerisches Handels" zu erzielen!

    Das fiel zu Zeiten der stillgelegten Ackerflächen auf: wenn in D die Landwirte dicht machen, weil's sich nicht lohnt, sieht die Landschaft einfach etwas anders aus :)

    Oder man muß - wie zu DDR-zeiten - die Flächen so groß machen, dass es sich wieder lohnt! Das wird aber nicht in ganz D klappen! Wo schon zersiedelt, da zuspät. Außer, man betreibt Flurbereinigung und "bereinigt" auch schon mal das ein-oder-andere Dorf mit :)
  5. #24

    Boden ist keine Ware!

    Es wird heute von kaum jemandem begriffen, dass Boden nicht verkäuflich sein darf. Wer als Mensch geboren ist, hat ein Recht auf die Luft, das Wasser und auf den Boden. Ohne diese Dinge bzw. die Früchte dieser Dinge (Nahrung) müsste er schlicht verrecken!

    Kauf und Verkauf sind in Bezug auf den Boden völlig irreale Vorgänge. Der Boden ist nämlich keine Leistung eines Menschen und keine geleistete (d.h. hergestellte) Ware. Er ist zunächst mal einfach nur da. Wenn man ihn sich bezahlen lässt, ist dass so, als ließe man sich für den Mond bezahlen. Klar, kann man dafür Geld verlangen. Das Geld kann man anschließend verfuttern und hat dafür nichts geleistet als den Mond "besessen" zu haben. Sowas ist dann eben Konsum ohne Gegenleistung. Der gesamte Handel mit dem Boden ist dadurch entstanden, dass irgendwann in der Vergangenheit mal einer die Behauptung aufgestellt hat, er "besäße" den Boden und irgendein Dummer hat ihm das im wahrsten Sinne des Wortes abgekauft.

    Das heißt jetzt NICHT, dass der Boden ein nebulöses "Kollektiveigentum" werden muss oder dass jeder ein Bruchteil Bodenfläche zugesprochen bekommt und dann da selber wirtschaften soll. Das ergäbe eine ziemlich inoptimale Nutzung des Bodens. Aber es muss z.B. sichergestellt werden, dass der Boden im Sinne aller genutzt wird, weil eben alle gemeinsam auf ihn angewiesen sind! Wer Boden besitzt, muss ihn eigentlich entweder für die Gemeinschaft nutzen (z.B. als Bauer) oder eine Gebühr abführen dafür, dass er ihn der Gemeinschaftsnutzung entzieht! Und die Verteilung des Bodens müsste in irgendeiner Weise demokratisch-rechtlich geregelt sein.

    Der Bodenbesitzende Spekulant ist ein reiner Parasit, der mit dem Boden nichts zu tun hat außer dem auf dem Papier festgeschriebenen Eigentumsrecht. Er entzieht unter Umständen anderen (den Bauern) die Möglichkeit auf dem Boden für Dritte (den Konsumenten) Nahrungsmittel anzubauen und verdient damit auch noch saftig Geld! Was tut er selber dafür? Nichts, außer von dem ergaunerten Geld die angebauten Nahrungsmittel wieder wegzufressen!

    Das ist ein völlig irres System! Und unser "Rechtsstaat" deckt sowas! Es gibt übrigens gute Vorschläge, das besser zu machen (abseits irgendwelcher polititschen Standardfarben), man müsste nur endlich einmal die Unbefangenheit entwickeln über sowas abseits eingehämmerter Glaubenssätze nachzudenken, siehe auch z.B.: Grundlos Boden los - Wie aus Unrecht Kapital wird
  6. #25

    Nachfrage

    Zitat von marc0815 Beitrag anzeigen
    es gibt keinen vernünftigen Grund Ackerland überhaupt zu privatisieren ...
    Sollte also Ackerland verstaatlicht werden? Oder sollen von der Privatisierung lediglich diejenigen profitieren, die die Vermaisung durch Biogasanlagen vorantreiben und schicke subventionierte Drehstadl in die Prärie setzen?
  7. #26

    Ursachen

    Mitte März lief eine passende Sendung beim NDR - vielleicht auch nicht uninteressant für die Autoren des SPON-Beitrags.

    Goldrausch auf dem Acker: Streitfall Biogas | NDR.de - Regional

    Streitfall Biogas | NDR.de - Fernsehen - Sendungen A - Z - 45 Min - Videos
  8. #27

    *

    Zitat von nilsss Beitrag anzeigen
    Mir ist klar, dass Liberalismus momentan nicht en vogue ist. Allerdings sehe ich keine Gefahr des brachliegens, denn sie würden ja auch nicht in ein Finanzprodukt investieren, dass ihnen keine Zinsen gibt, allein um ihr Geld zu parken. Und wenn dann nur für kurze Zeit.
    Die parken das Geld nicht, sondern fangeln langsam an ihr wertloses FIAT-Geld gegen Sachwerte zu tauschen.
  9. #28

    Boden hat Wert

    Zitat von s_oe Beitrag anzeigen
    ...es muss z.B. sichergestellt werden, dass der Boden im Sinne aller genutzt wird...Wer Boden besitzt, muss ihn eigentlich entweder für die Gemeinschaft nutzen (z.B. als Bauer) oder eine Gebühr abführen dafür, dass er ihn der Gemeinschaftsnutzung entzieht!...
    Schonmal das Wort GRUNDSTEUER gehört?
  10. #29

    So mancher Kommentar (z.b. #5) erinnert recht unangenehm an "Wir fordern eine unseren nationalen Bedürfnissen angepaßte Bodenreform, Schaffung eines Gesetzes zur unentgeltlichen Enteignung von Boden für gemeinnützige Zwecke. Abschaffung des Bodenzinses und Verhinderung jeder Bodenspekulation" (Punkt 17 des Parteiprogramms der NSDAP)...


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