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Deutscher Unternehmer in Pjöngjang: "Mama hat immer Angst, dass ich verhaftet werde"

Die Arbeitnehmer sind diszipliniert, gut ausgebildet und verschwiegen: Deshalb lässt ein deutscher Unternehmer seine Software in Pjöngjang entwickeln. Er wittert einen Aufschwung in Nordkorea - und nimmt in Kauf, dass er sich den Spielregeln der Diktatur unterwerfen muss.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...805044,00.html
  1. #30

    Zitat von Das Grauen Beitrag anzeigen
    Pfui.
    Nee, wirklich, der Typ lügt sich doch selbst in die Tasche. Dadurch daß seine Tätigkeit dem Regime Devisen einbringt festigt er nur die Zwangsherrschaft und tut "seinen" Leuten damit langfristig keinen Gefallen. Und, machen wir uns doch nichts vor, im Grunde geht es ihm doch nur um den Profit. Andre Werte zählen da doch offenichtlich nicht. Geschieht ihm ganz recht, daß er hier schief angeschaut wird, ich möchte mit so einem auch nix zu tun haben.
    Wenn alle so eine hehre Auffassung von Geschäftsbeziehungen hätten, wäre die Welt ja wunderschön, hätte aber wohl nichts mit der Realität zu tun. Warum, glauben Sie, investieren alle großen Unternehmen in China? Bestimmt nicht wegen der vorbildlichen Standards in Sachen Menschenrechte oder Umwelt. Eigentlich dürften Sie bei Ihren Ansprüchen an eine humane Produktion kein Spielzeug, keinen Fernseher, keinen Computer oder Handy kaufen - sie werden heute überwiegend in China hergestellt. Natürlich sind die sehr niedrigen Lohnkosten in Nordkorea ein großer Standortvorteil - und es ist richtig - ein Teil der Lohnkosten wird direkt an den Staat bezahlt. Zahlreiche große Unternehmen haben sich bereits seit Jahrzehnten in den Sonderwirtschaftszonen Nordkoreas niedergelassen - von Samsung bis General Motors. Trotzdem halte ich es für richtig, dass dort investiert wird, weil es beiden Seiten hilft - auch den Menschen in Nordkorea.
  2. #31

    Omg

    Ich bin bestürzt, dass hier einige das auch noch gutheissen.
    Der Artikel schreibt hier im Plauderton über die Banalität des Bösen.
    Das ist keineswegs Entwicklungshilfe und leitet auch sicher keinen positiven Wandel ein. Vielmehr wird damit eines der grausamsten Systeme unterstützt, das die Welt je gesehen hat. Davon zu profitieren ist das Allerletzte und mich wundert sehr, dass es nicht verboten ist.

    Eine Besserung sehe ich übrigens nicht. Um Kim Jong-un Respekt zu verschaffen wurde erst mal Südkorea angegriffen. Ich hoffe, er verzichtet in Zukunft auf so eine Machtdemonstration.

    Nordkorea hat eine extrem starke Armee und ist eine Atommacht. Damit ist es von außen nicht angreifbar. Nach innen ist es so stabil und skrupellos, dass selbst Millionen Tote es nicht erschüttern können. Ein Wandel ist also leider nicht in Sicht. Wir sind dazu verdammt zuzusehen. Das rechtfertigt aber keinerlei Unterstützung oder Profitieren.
  3. #32

    Typisch Deutsch, diese Verlogenheit

    Bei Nord-Korea lässt man gern den Gutmenschen raus hängen und bei der Vorzeigedemokratie China kauft man gern seine Produkte, weil dort die Mitarbeiter wesentlich besser behandelt werden und China eine lupenreine Demokratie ist!
  4. #33

    Und das

    Zitat von Artikel
    Für die Nordkoreaner, meint Eloesser, sei er "systemstabilisierend"
    ist das Problem.
    Dieses System geheort nicht stabilisiert sondern abgeschafft.
    Typen wie der unterlaufen den Sinn saemtlicher Sanktionen gegen dieses Regime.
    Dass seine Kunden Wert auf Geheimhaltung legen, ist auch voellig klar. Welcher Endkunde will schon Nordkorea finanzieren?
  5. #34

    Nichts ist bei einer Unternehmung schleierhaft

    Zitat von Der Pragmatist Beitrag anzeigen
    Es gibt ca 200 Laender auf dieser Welt, wovon wohl weit mehr als 100 fuer Investitionen geeignet sind. Warum jemand ausgerechnet in einem KZ Staat eine Firma betriebt, ist mir schleierhaft.
    Nun tun Sie, Der Pragmatist, doch nicht so unwissend naiv wie sie sich fragend geben.
    Nichts ist schleierhaft an einer privatkapitalen Unternehmung - weder in Nordkorea noch in China noch in Saudi-Arabien oder sonst welchen Diktaturen in der Welt - wenn man das absolute sprich das alles unterordnende Ziel solcher Unternehmung begreift:
    Profitmaximierung und nachmals Profitemaximierung.
  6. #35

    ... Dann kommen mir doch sehr starke Zweifel an der Geschichte der "qualifizierten Programmierer" und ...

    kann mir nicht vorstellen, dass raketen und nukbomben alle mit bleistift und papier errechnet wurden....n paar mensche die mit computern umgehen können wirds da schon geben......
  7. #36

    Zitat von manschu Beitrag anzeigen
    Ich bin bestürzt, dass hier einige das auch noch gutheissen.
    Der Artikel schreibt hier im Plauderton über die Banalität des Bösen.
    [...]
    Nordkorea hat eine extrem starke Armee und ist eine Atommacht. Damit ist es von außen nicht angreifbar.
    Nach der Theorie, dürften wir dann aber mit vielen Staaten keinen Handel betreiben. (USA, Rußland, China, Israel...)
  8. #37

    Zitat von Growling Mad Scientist Beitrag anzeigen
    Nach der Theorie, dürften wir dann aber mit vielen Staaten keinen Handel betreiben. (USA, Rußland, China, Israel...)
    Sie vermischen hier etwas: Die Unangreifbarkeit bzw. die Atomwaffen sind für mich kein Argument gegen einen Handel. Wohl aber gegen einen Angriff auf das Land. Und die genannten Länder würde ich keinesfalls angreifen. Ich meinte vielmehr, dass praktisch alle Mittel ausgeschöpft sind, um Druck auf dieses Regime auszuüben.

    So schlimm in China auch Vieles ist, es ist kein Vergleich zu Nordkorea.
    Die anderen Länder erst recht nicht.
  9. #38

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Arbeitnehmer sind diszipliniert, gut ausgebildet und verschwiegen: Deshalb lässt ein deutscher Unternehmer seine Software in Pjöngjang entwickeln. Er wittert einen Aufschwung in Nordkorea - und nimmt in Kauf, dass er sich den Spielregeln der Diktatur unterwerfen muss.

    Deutscher Unternehmer in Pjöngjang: "Mama hat immer Angst, dass ich verhaftet werde" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ein typischer Mitläufer, der sich keiner (Mit)schuld bewusst ist.
    Der Persilschein wird hierbei schon im Voraus ausgestellt - in Form des Titels "Entwicklungshelfer".
  10. #39

    Zitat von manschu Beitrag anzeigen
    Ich bin bestürzt, dass hier einige das auch noch gutheissen.
    Der Artikel schreibt hier im Plauderton über die Banalität des Bösen.
    Das ist keineswegs Entwicklungshilfe und leitet auch sicher keinen positiven Wandel ein. Vielmehr wird damit eines der grausamsten Systeme unterstützt, das die Welt je gesehen hat. Davon zu ......
    Sehe ich genauso. Man Entwickelt letzten Endes das falsche System.

    P.S.: Ich habe einmal ein Feature im DLF (Deutschlandfunk) über Hannah Arendts Buch gehört. "Banalität des Bösen" bezog sich darin eher auf "Beschränktheit" des eigenen Denkens in der Weise, dass man ins Mitläufertum gerät. Man versteckt sich hinter Entscheidungen Anderer anstatt selber zu reflektieren was man tut.
    Von daher passt hier der Begriff recht gut.








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