Deutscher U-Boot-Deal: Griechischer Ex-Minister wegen Korruptionsverdacht in Haft

Schwerer Verdacht gegen Ex-Verteidigungsminister Tsochatzopoulos: Der griechische Politiker soll Bestechungsgelder beim Kauf von deutschen U-Booten kassiert haben. Die Ex-MAN-Tochter Ferrostaal hatte sich einen Teil des Auftrags durch Bestechung gesichert. Ein Athener Gericht erließ Haftbefehl.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...826870,00.html
  1. #1

    Da kann man einmal sehen, wie "rigide" in Deutschland gegen Korruption vorgegangen wird: zwei Jahre auf Bewährung sowie Geldstrafen von 36.000 beziehungsweise 18.000 Euro.

    Korruption und Vetternwirtschaft sind hier allgegenwärtig und werden als Kavaliersdelikte behandelt.

    "Weil sie aber dank ihrer - durch Schmiergeld erzielten - Erfolge wirtschaftliche Vorteile hatten, werde dieser Gewinn durch die Geldstrafen wieder abgeschöpft."

    Bei dem Umfang des Deals (angenommener Gewinn von umgerechnet 100 Millionen EUR) und den üblichen Provisionen und Boni kann man davon wohl kaum sprechen. Ebenso unberücksichtigt bleiben Kursgewinne aus Aktien durch die Deals, von denen die beiden ebenfalls profitiert haben dürften.

    Für das Unternehmen besteht die Strafe im Wesentlichen aus Abschöpfung des erzielten Gewinns. Worin sollte hier eigentlich noch eine Abschreckung für andere Täter bestehen ?

    Ich hoffe, dass wenigstens die griechische Justiz hier abschreckendere Strafen als die deutsche verhängt.
  2. #2

    Also wenn ich dem deutschen Steuerzahler keine Panzer und U-Boote verkaufen kann, dann verkaufe ich sie mit ein wenig Fakelaki an ein südeuropäisches Land auf Pump, weil ich weiß, dass der deutsche Steuerzahler dann für den südeuropäischen Steuerzahler einspringt. Auch eine Art, sich aus dem deutschen Steuertopf zu bedienen, nur dass man da die Südeuropäer und ihre Fakelaki-Mentalität vorschieben kann und selber nicht am Pranger steht. Clever!
  3. #3

    Ein Aktivposten

    im Rennen um den Titel "Exportweltmeister". Die Pflege der Gunst
    der Entscheider ist nicht neu und auch nicht unbekannt.
    Nur, zum Teufel nochmal, die Sünde ist das Auffallen und nicht die
    Pflege. Auf diesem Feld können wir uns mit den anderen Bananenrepubliken aber auch messen, nur ist da kein Titel drin.
  4. #4

    T schatzopoulos...

    bei dem Namen mussten doch die Jungs von Ferrostaal automatisch zahlen.


    Zitat von micziegler Beitrag anzeigen
    Worin sollte hier eigentlich noch eine Abschreckung für andere Täter bestehen ?
    "Andere" Täter ( z.B. die VW Mischpoke ) kommen bei uns wenigstens vor Gericht und werden auch dementsprechend der Gesetzgebung
    abgeurteilt.

    Zitat von micziegler Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, dass wenigstens die griechische Justiz hier abschreckendere Strafen als die deutsche verhängt.
    Ist schon klar.
    In einigen, südlichen EU Ländern wurden Richter/Staatsanwälte die gewissen Kreisen zu Nahe kamen bis vor Kurzen noch von der Strasse gebombt oder geschossen.
    Die Verhaftung oder eine eventuelle ( drastische) Strafe ist ausschleißlich dem finanziellen Staatsbankrott geschuldet und nicht dem sensibler gewordenen Rechtssystem vor Ort.
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  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schwerer Verdacht gegen Ex-Verteidigungsminister Tsochatzopoulos: Der griechische Politiker soll Bestechungsgelder beim Kauf von deutschen U-Booten kassiert haben. Die Ex-MAN-Tochter Ferrostaal hatte sich einen Teil des Auftrags durch Bestechung gesichert. Ein Athener Gericht erließ Haftbefehl.

    Deutscher U-Boot-Deal: Griechischer Ex-Minister wegen Korruptionsverdacht in Haft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ein griechisches Gericht erläßt Haftbefehl wegen Korruptionsverdachts... das ist nun wirklich neu. Wenn es jetzt noch zur Verurteilung kommt...
  6. #6

    Fast überlesen

    Dieser Artikel wäre mal ne große Schlagzeile wert gewesen, lieber SPON. Andererseits weiß man ja von diesen Schweinereien schon länger - insofern passt es dann doch.

    Ferrostaal ist 100 % MAN SE und MAN SE zu 55,2% VW. Immer schön das große Ganze im Auge behalten.
  7. #7

    Geschäft ist Geschäft

    Lächerliche Vorwürfe. Ein Exportweltmeister kann nicht zulassen, daß Engländer oder Franzosen ein höheres Bakschisch bieten und den Auftrag bekommen, und da muß auch die Regierung ran. Bei der Abnahme von zehn Zügen von Siemens gibt es zwei Panzer gratis oder eine Million Schulbücher. Und zwei drei gepanzerte Benz für die Regierung. Das nennt sich Service, Freundschaftsdienst, Landschaftspflege, Entwicklungshilfe. Absolut normal, um deutsche Exporte und Arbeitsplätze zu sichern. Wie oft schon wurden deutsche Geschäftsleute von ausländischen Geschäftemachern abgehängt, die bekanntlich nur ihrer maßlosen Gewinnsucht frönen und keineswegs den Erhalt deutscher Arbeitsplätze als einzigen Lebenszweck betrachten. Wegen ihrer hohen moralischen Ansprüche werden deutsche Exporteure auch nur symbolisch bestraft.

    Geschäfte ohne Gegenleistungen, Provisionen oder Gefälligkeiten gibt es nicht. Inkompetente Anfänger wie Kohl etwa arbeiten mit Bargeld. Versiertere Organisationen wie die Gewerkschaften bekommen Jobs oder sogar Posten, absolut bargeldlos. Das Feld der bargeldlosen Vorteilsnahme ist riesig. Man hätte den Minister ohne weiteres zum Generalvertreter von Toilettenpapier im gesamten Mittelmeerraum machen können, und ihn gleichzeitig von allen Pflichten entbinden. Oder seine ganze Verwandtschaft im Konzern beschäftigen. Oder seiner Frau irgendwelche wertlose Optionen schenken, die über Nacht plötzlich ungeheuer wertvoll werden.

    Das eigentliche Problem ist doch Siemens. Eine Interpretation besagt, daß sie so inkompetent vorgegangen ist, daß sie erwischt werden mußte. Um von Behörden erwischt zu werden, muß man ziemlich tölpelhaft vorgehen. Ohne zweckdienliche Hinweise passiert gar nichts. Und die kommen im Regelfall von Eingeweihten, wie beim Abschuß von Parteigenossen. Zumeist ist der Provisionsgeber unzufrieden über die Gegenleistungen, oder er verlangt weitere Zusagen, etwa den Auftrag, das Athener U –Bahnsystem zu sanieren, und das wollte der fiese Minister nicht ohne weitere Eigentumsübertragungen. Und da mußte sich Siemens selber anzeigen. Gierige Politiker werdeen nur angefüttert, dann muß es gut sein.
  8. #8

    Zitat von bildungsarbeiter Beitrag anzeigen
    Dieser Artikel wäre mal ne große Schlagzeile wert gewesen, lieber SPON. Andererseits weiß man ja von diesen Schweinereien schon länger - insofern passt es dann doch.
    DER SPIEGEL*13/2010 - Schmutzige Vermittler

    Zitat von bildungsarbeiter Beitrag anzeigen
    Ferrostaal ist 100 % MAN SE und MAN SE zu 55,2% VW. Immer schön das große Ganze im Auge behalten.
    Nur, wie im o.g. Artikel zu lesen ist waren die Ferrostaal Herzchen mit ihrem Crocodile funding schon offenherzig unterwegs als die VW Beteiligung noch unter 20 % lag.

    Erinnere mich das das zu meiner Zeit vor Ort auch das die Runde machte, hinter vorgehaltener Hand. ( War halt Indonesien und wer da generell nicht 10% übrig hatte war eh weg vom Fenster )

    Muss bei denen trotzdem wohl ein Teil ihrer Corporate Identity sein.
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  9. #9

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Lächerliche Vorwürfe. Ein Exportweltmeister kann nicht zulassen, daß Engländer oder Franzosen ein höheres Bakschisch bieten und den Auftrag bekommen, und da muß auch die Regierung ran.

    Geschäfte ohne Gegenleistungen, Provisionen oder Gefälligkeiten gibt es nicht. Inkompetente Anfänger wie Kohl etwa arbeiten mit Bargeld. Versiertere Organisationen wie ....
    Mal sachte, die Inkompetenz haben wir nicht gepachtet. Siehe Frankreich. Die Schmiegeldzahlungen an pakistanische Militärs, unsere Verbündeten im WOT charmant gestoppt und schwupps sprengte ElKaida die eingeflogenen, französischen Techniker in die Luft:
    DER SPIEGEL*48/2010 - Im Reich der Fabeln

    Das nenne ich dumm gelaufen.
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