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Deutscher Filmpreis Lola 2012: Krank, deutsch, großartig

REUTERSGehirn-Tumore, Nazi-Furunkel, Stasi-Geschwüre: Bei der Lola 2012 wurden mal wieder schwere Stoffe wie Andreas Dresens "Halt auf freier Strecke" gefeiert - völlig zu Recht: In Sachen krankes Kino sind die Deutschen einfach Weltmarktführer. Ein Lob auf eine Veranstaltung voller Tränen und Häme.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,830313,00.html
  1. #1

    Mal ganz unabhängig vom Inhalt:

    Ist es nicht problematisch zu sehen, dass ein Regisseur diesen Preis gewinnt, der durch seinen mindestens eigenwilligen Arbeitsprozess große Aufmerksamkeit erreicht? Andreas Dresen, der sich rühmt, ohne Drehbuch zu arbeiten - weil seiner Ansicht nach die Dialoge realistischer erscheinen, wenn man sie zum ersten Mal ausspricht. Andreas Dresen, der mit einem sehr kleinen Team dreht, wahrscheinlich zu einem Bruchteil branchenüblicher Budgets.

    Barbara, der einen Preis für die besten Produktionsbedingungen bekommen hat (den "Hoffnungsschimmer") wird auf den zweiten Platz verdrängt. Soll das ein Zeichen für die Zukunft der Filmbranche sein?
  2. #2

    Im Namen der Grundversorgung

    Das Fernsehen bestimmt die deutsche Filmlandschaft, also konkret die GEZ-Apparatschiks. Schon der kleinste Versuch, einen unkonventionellen Film zu drehen, wird im Keim erstickt. Es wäre beispielsweise völlig undenkbar, dass so ein spießiges Subventionsgremium so was wie „Pulp Fiction“ produzieren würde. Ironischerweise bekommt aber Tarantino von den selben Leuten Zuschüsse, weil es ja um „große Filmkunst“ geht und ein wenig von Tarantinos Erfolg auf die peinlichen Herren der Geldtöpfe abfärben soll.

    Großes Kino ist immer auch Ideologie, also politisch. Da vertraut man bei uns wohl eher auf Rambo&Co. Nicht politisch wirksam ist hingegen der deutsche Ansatz, durch „politische Problematisierung“ totgekauter Inhalte das Publikum zu belehren. Man überlässt also das „große Kino“ den Angelsachsen und gelegentlich den Franzosen.
    Die Aufgabe der Parteigenossen in den Gremien ist ja die Versorgung mit dümmlich-korrekten Serien und betulichen Schmonzetten, eine ABM für abgehalfterte Revue-Stars aus besseren Zeiten. Inzwischen verpulvert die GEZ-Mafia Milliarden für den politischen Auftrag, die „Privaten“ an dämlichen Inhalten zu übertreffen.

    Kurz gesagt sind die Milliarden danach im Auftrag der „Grundversorgung“ vernichtet, das Kino ist ruiniert und die Gehirnwäsche durch dämliche Polizeiserien nimmt kein Ende. Wer immer sich eine derartige Entwicklung wünscht: der mündige Bürger jedenfalls nicht. Der schaltet die Glotze sowieso nur noch dann ein, wenn politische Magazine oder Hollywood-Blockbuster gesendet werden. Bei mir jedenfalls hat sich längst ein Automatismus entwickelt, den GEZ-Unterhaltungs-Schrott und gewisse notorische „Problemfilme“ prinzipiell wegzuzappen. Es ist übrigens kein Wunder, dass wir Kopier-Piraten fördern, weil die interessanten Filme sowieso aus dem Ausland kommen;)
  3. #3

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Das Fernsehen bestimmt die deutsche Filmlandschaft, also konkret die GEZ-Apparatschiks. Schon der kleinste Versuch, einen unkonventionellen Film zu drehen, wird im Keim erstickt. Es wäre beispielsweise völlig undenkbar, dass so ein spießiges Subventionsgremium so was wie „Pulp Fiction“ produzieren würde. Ironischerweise bekommt aber Tarantino von den selben Leuten Zuschüsse, weil es ja um „große Filmkunst“ geht und ein wenig von Tarantinos Erfolg auf die peinlichen Herren der Geldtöpfe abfärben soll.

    Großes Kino ist immer auch Ideologie, also politisch. Da vertraut man bei uns wohl eher auf Rambo&Co. Nicht politisch wirksam ist hingegen der deutsche Ansatz, durch „politische Problematisierung“ totgekauter Inhalte das Publikum zu belehren. Man überlässt also das „große Kino“ den Angelsachsen und gelegentlich den Franzosen.
    Die Aufgabe der Parteigenossen in den Gremien ist ja die Versorgung mit dümmlich-korrekten Serien und betulichen Schmonzetten, eine ABM für abgehalfterte Revue-Stars aus besseren Zeiten. Inzwischen verpulvert die GEZ-Mafia Milliarden für den politischen Auftrag, die „Privaten“ an dämlichen Inhalten zu übertreffen.

    Kurz gesagt sind die Milliarden danach im Auftrag der „Grundversorgung“ vernichtet, das Kino ist ruiniert und die Gehirnwäsche durch dämliche Polizeiserien nimmt kein Ende. Wer immer sich eine derartige Entwicklung wünscht: der mündige Bürger jedenfalls nicht. Der schaltet die Glotze sowieso nur noch dann ein, wenn politische Magazine oder Hollywood-Blockbuster gesendet werden. Bei mir jedenfalls hat sich längst ein Automatismus entwickelt, den GEZ-Unterhaltungs-Schrott und gewisse notorische „Problemfilme“ prinzipiell wegzuzappen. Es ist übrigens kein Wunder, dass wir Kopier-Piraten fördern, weil die interessanten Filme sowieso aus dem Ausland kommen;)
    Es ist selten, daß ich einen fremden Forumsbeitrag Satz für Satz unterschreiben möchte (manchmal nicht mal meine eigenen), aber in diesem Fall soll gelten: hundertprozentige Zustimmung!
  4. #4

    Na ja...

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Wer immer sich eine derartige Entwicklung wünscht: der mündige Bürger jedenfalls nicht. Der schaltet die Glotze sowieso nur noch dann ein, wenn politische Magazine oder Hollywood-Blockbuster gesendet werden. Bei mir jedenfalls hat sich längst ein Automatismus entwickelt, den GEZ-Unterhaltungs-Schrott und gewisse notorische „Problemfilme“ prinzipiell wegzuzappen.
    Na ja, wenn ich an schlechtes Kino denke, fallen mir zuallererst die aktuellen "Hollywoodblockbuster" ein: ideenlos, langweilig, infantil und nichtssagend - zu viele Fortsetzungen von schon im ersten Teil langweiligen und schlechten Filmen, Drehbücher mit Geschichten von einer infantilen Naivität, daß es einem die Fußnägel aufrollt.
    Tarantino etwa ist zwar ein Glücksfall, aber beileibe nicht repräsentativ und gutes amerikanisches Kino (Lynch, Allen etc.) ist auch nicht häufiger anzutreffen als gutes deutsches Kino.
  5. #5

    Achja, bleibt noch eine Frage ... wie kann man für das beste Drehbuch nominiert sein, wenn es keines gab?
  6. #6

    Deswegen ist der deutsche Film kommeriell so erfolglos.
    Ein Film über Krebskranke ist nun mal keine Unterhaltung.
    Der deutsche Film-am Anspruch erstickt.
  7. #7

    "...Hauptdarstellerin Nina Hoss als einzige deutsche Schauspielerin mit internationaler Strahlkraft..."
    Wie bitte? Die meisten ihrer Figuren (Nitribitt!)
    waren so hölzern, daß man damit Feuer machen könnte...








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