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Deutscher in chinesischem Vorstand: "Die behandeln uns wie ein rohes Ei"

dapdGanz oben im Reich der Mitte: Norbert Scheuch sitzt als einziger Deutscher im Vorstand eines chinesischen Großkonzerns. Im Interview erklärt er, warum er lieber einen Chinesen als Chef hat als einen Amerikaner.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...830214,00.html
  1. #60

    Die Zeichen der Zeit verheißen nix gutes

    Zitat von ronomi47 Beitrag anzeigen
    Diese Leserbriefe sollte man in einer grossen chinesischen Tageszeitung veröffentlichen. Sie strotzen mehrheitlich von elitärer Arroganz dekadenter Europäer. Söhne und Enkel von Pickelhaubenträger und Missionaren. Implizit ist viel Rassismus herauslesbar. Der "Kapitalismus" war uns 5o Jahre lang gut und dienlich. Nun, seit andere Kontinente die "Gewinner" sind, ziehen wir uns schmollend in unser feucht-warme sozialistische Schmuddeldecke zurück. Es riecht dann eben auch danach.

    Öffnet die Fenster, liebe Leute!
    Tja Sie damit scheinen Sie richtig zu liegen:
    Nur einen Tag nachdem Sany die vollständige Übernahme von Putzmeister vollendet hatte, kündigte der chinesische Maschinenbauer XCMG am Donnerstag an, die Firma "Schwing", den zweitgrößten Betonpumpenhersteller Deutschlands, zu übernehmen.
    Im Jahr 2008 hatte Zoomlion, ein anderer chinesischer Maschinenbaugigant, den zweitgrößten Betonpumpenhersteller Europas, die Firma CIPA aus Italien, gekauft. Damit ist Zoomlion zum führenden Unternehmen in der chinesischen Betonmaschinenindustrie geworden.

    Wirtschaft - german.china.org.cn - Chinesische XCMG übernimmt deutschen Betonpumpenhersteller Schwing

    Herrn Schwing ist dieser Schritt sicherlich nicht leicht gefallen.

    Hörte von ihm vor ca. 2 Jahren , dass er mit seiner indischen Dependance in Madras (Chennai), wo auch die besten indischen Ingenieure ausgebildet werden, sehr viel bessere Erfahrungen gemacht habe als mit seiner chinesischen Niederlassung.

    Schwing Stetter India Pvt Ltd | LinkedIn

    Es würde mich interessieren, ob diese Firma nun auch mit an den chinesischen Maschinenbauer XCMG verkauft worden ist.
    Wenn China und Indien an einem Strang ziehen, dann gehen hier die Lichter bald wirklich aus.

    BTW
    Sowohl die Aktien von SANY HEAVY EQUIPMENT INTL als auch die von ZOOMLION HEAVY IND werden an deutschen Börsen gehandelt!
  2. #61

    Chinesische Ländernamen

    Zitat von papier_ist_geduldig Beitrag anzeigen
    Die chinesische Übersetzung für Deutschland soll
    "Land der Denker" bedeuten, was auf jeden Fall
    sehr respektvoll ist, ansonsten müssen wir uns weiter
    dem Wettbewerber China stellen.
    Ich korrigiere:
    - Deguo (Deutschland) bedeutet wörtlich "Tugendland".
    Zum Vergleich:
    - Faguo (Frankreich) bedeutet wörtlich "Gesetzesland"
    - Yingguo (England) bedeutet wörtlich "Heldenland"
    - Meiguo (USA) bedeutet wörtlich "schönes Land"

    Aber das sind alles Nettigkeiten der Übersetzer von vor 150 Jahren. Respekt wird das allein niemand in China abnötigen. Aktuelle Nachrichten lesen die schon auch.
  3. #62

    Ha noi,

    Zitat von Sanpat Beitrag anzeigen
    Ich bin mal gespannt ob Herr Scheuch als Vorstand mehr als ein "Dim Sun Fruehstuecksdirektor" wird. In jedem Fall denke ich ist diese Uebernahme hoechst interessant und wegweisend. Nicht selten folgt auf die Faszination in China die Frustration. Ich wuensche ihm in jedem Fall viel Erfolg.

    An seinen Aussagen kann ich nichts verwerfliches finden, dies trifft leider nicht auf so einige Forumsbeitraege zu.

    Sein Geschaeft sind Betonpumpen und diese passen in die "Betonwuesten Chinas" eben besser als zu den Stuttgarter Borkenkaefern. Das er sich fuer Maerkte interessiert in denen gebaut wird ist nachvollziehbar.
    Des isch doch ned `s Borkekäferle, noi, des isch de Juchtekäfer gsai.
    Der mit`m S 21, on so.
    Aber nu Geduld, vielleicht semmer in Bawü bald sooo grüen, dass ons die Chinese als germanische Nationalpark zom Tourischtespektakel omfunktioniere, gelletse Herr Kretschmann.
  4. #63

    Jep

    Zitat von maximixa Beitrag anzeigen
    das habe ich bei einem chinabesuch im dortigen tv gesehen:

    verurteilte menschen mit schildern um den hals auf der ladefläche von lkws wurden in richtung eines stadions gefahren, dann gab's einen länglichen wortbeitrag in der nachrichtensendung, wohl über die "misssetäter", am schluss wurden dieselben lkws auf der rückfahrt wieder eingeblendet - auf der ladefläche waren nun zahlreiche holzsärge zu sehen!
    Noch Fragen? Nicht? Ähem, wann krieget man bei Uns die Schilder?
    (Grübel, gab es da nicht auch mal was mit nem Stern, oder so?)
  5. #64

    Der Hass auf die Chinesen

    Zitat von Illya_Kuryakin Beitrag anzeigen
    Nicht so kompliziert! Bei manchen ist es schlicht und einfach der gute, alte Rassismus!
    ist bei vielen umso grösser, desto weiter Sie von deren hoher Leistungsbereitschaft entfernt sind. Und dabei geht es auch um die soziale Kompetenz, die nur erkennbar ist, wenn man sie persönlich kennenlernt.
    Ich habe inzwischen begriffen, das die Bereitschaft zur (konfuzianischen) Pflichterfüllung kein Ameisenverhalten ist, sondern die Grundlage für soziales Handeln, weil es mit GEBEN zu tun hat.
    Wenn wir heute richtigerweise zwischen den Regierungen und den Völkern unterscheiden, müssen wir dass auch bei den Chinesen machen.
  6. #65

    oh nein ...

    Zitat von freddygrant Beitrag anzeigen
    Was soll diese nationalistische Denkweise, wenn wir uns auf globalen Märkten bewegen wollen, müssen wir uns auch globale Unternehmen und Wettbewerbsstrukturen stellen. Sofern es um Unternehmenskultur und soziale Einbindung
    der Firmen geht können die Chinesen sicher
    nichts von den autokratisch-kapitalistisch geführten Unternehmen des Westens lernen, da sie eine weit höhere soziale Afinität praktizieren als die mit Geiz und Gier nach Macht
    strebenden Kapitalisten......
    ... es gibt kaum machtgierigere Menschen, als die Chinesen. Was immer Sie mit "sozialer Afinität" meinen, erschließt sich mir nicht. Der normale - angestellte - Chinese muß bis zur Selbstaufgabe für das sogenannte Gemeinwohl knechten, dessen Früchte dann aber nur den Chefs und Eignern zustehen. Für bestimmte Phasen ist das ein Modell, das ungeahnte (Produktiv-)Kräfte freisetzen kann. Da allerdings das zarte Pflänzchen Kreativität in solchem Klima nur vor sich hin kümmern kann, hat China seit mehreren Jahrhunderten enorme Schwierigkeiten, seine Probleme zu lösen. Das wird erst ansatzweise gelingen, wenn eine breitere Mittelschicht entstanden ist, deren Selbstverständnis auf eigenem Können basiert und die nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum ausgeschlossen ist.

    M.E. hat die schiere Masse der Menschen und die damit verbundene Gier, diesen gigantischen Markt zu beliefern, den Entscheidern das bißchen Gehirn vernebelt, das sie ihr eigen nennen, und so zu der heute eminent starken chinesischen Werkbank geführt, die jetzt auch direkt fremdes Wissen und fremde Technologie einkauft. Dumm waren die Chinesen nie. Wir sollten auch nicht vergessen, daß sie um 1450 in allen technischen Belangen weltweit führend waren.

    Für die Lösung der heutigen komplexen Probleme braucht es jedoch auch ein gewisses Maß an unkonventionellem Denken, an Erfindergeist u.v.m., das in einer solchen chinesischen Gesellschaft kaum freigesetzt werden kann.

    Das Loblied, das der "Deutsche Vorstand" auf China singt, klingt allzusehr nach bestelltem Jubel.
  7. #66

    Sie begreifen die chin. Dynamik nicht

    Zitat von semaphil Beitrag anzeigen
    ... es gibt kaum machtgierigere Menschen, als die Chinesen. Was immer Sie mit "sozialer Afinität" meinen, erschließt sich mir nicht. Der normale - angestellte - Chinese muß bis zur Selbstaufgabe für das sogenannte Gemeinwohl knechten, dessen Früchte dann aber nur den Chefs und Eignern zustehen. Für bestimmte Phasen ist das ein Modell, das ungeahnte (Produktiv-)Kräfte freisetzen kann. Da allerdings das zarte Pflänzchen Kreativität in solchem Klima nur vor sich hin kümmern kann, hat China seit mehreren Jahrhunderten enorme Schwierigkeiten, seine Probleme zu lösen. Das wird erst ansatzweise gelingen, wenn eine breitere Mittelschicht entstanden ist, deren Selbstverständnis auf eigenem Können basiert und die nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum ausgeschlossen ist.

    M.E. hat die schiere Masse der Menschen und die damit verbundene Gier, diesen gigantischen Markt zu beliefern, den Entscheidern das bißchen Gehirn vernebelt, das sie ihr eigen nennen, und so zu der heute eminent starken chinesischen Werkbank geführt, die jetzt auch direkt fremdes Wissen und fremde Technologie einkauft. Dumm waren die Chinesen nie. Wir sollten auch nicht vergessen, daß sie um 1450 in allen technischen Belangen weltweit führend waren.

    Für die Lösung der heutigen komplexen Probleme braucht es jedoch auch ein gewisses Maß an unkonventionellem Denken, an Erfindergeist u.v.m., das in einer solchen chinesischen Gesellschaft kaum freigesetzt werden kann.

    Das Loblied, das der "Deutsche Vorstand" auf China singt, klingt allzusehr nach bestelltem Jubel.
    Die Inhaber von tausenden kleinen und mittleren Unternehmen, waren zu 99% vorher Arbeiter oder kleine Angestellte. Ich kenne dort keinen, der reich geboren wurde. Und jene, die heute "unten" sind, arbeiten sich nach oben, seit China sich geöffnet hat. Insofern war der Chinese im Herzen noch nie ein Kommunist, weshalb der Kommunismus dort und woanders gescheitert ist.
  8. #67

    Man sollte mal wieder Sun Tse lesen und den Artikel aus Chinesischer Sicht sehen:

    Strategem 35: Die Strategem-Verkettung.
    Strategem 1: Den Kaiser täuschen und das Meer überqueren.
    Strategem 5: Eine Feuersbrunst für einen Raub ausnützen.
    Strategem 8: Heimlich nach Chencang marschieren.
    Strategem 12: Mit leichter Hand das Schaf wegführen.
    Strategem 15: Den Tiger bewegen, die Berge zu verlassen.
    Strategem 18: Um eine Räuberbande zu fangen, muss man den Anführer fangen.
    Strategem 22: Die Tür schließen und die Räuber fangen.
    Strategem 23: Sich mit dem fernen Feind verbünden, um den nahen Feind anzugreifen.
    Strategem 24: Einen Weg ausleihen, um (den Staat) Guo anzugreifen.
    Strategem 30: Die Rolle des Gastes in die des Gastgebers umkehren.
    Strategem 31: Das Strategem des schönen Menschen.

    Ja und zu guter Letzt sollte man immer beim asiatischen Lächeln an folgendes denken:
    Strategem 10: Hinter dem Lächeln den Dolch verbergen.

    Das dürfte die Strategie in etwa umfassend nach Tsun Tse
    wiedergeben, der ja bekanntlich nicht nur in China und in der sowjetischen Nomenklatura zur Standardliteratur zählte
    sondern auch beim amerikanischen Militär und in der Geschäftswelt allgemein heute noch dazu gehört.
    In Deutschland scheinen allerdings nur einige wenige Akademiker davon etwas gehört zu haben.








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