Zitat von
semaphil
... es gibt kaum machtgierigere Menschen, als die Chinesen. Was immer Sie mit "sozialer Afinität" meinen, erschließt sich mir nicht. Der normale - angestellte - Chinese muß bis zur Selbstaufgabe für das sogenannte Gemeinwohl knechten, dessen Früchte dann aber nur den Chefs und Eignern zustehen. Für bestimmte Phasen ist das ein Modell, das ungeahnte (Produktiv-)Kräfte freisetzen kann. Da allerdings das zarte Pflänzchen Kreativität in solchem Klima nur vor sich hin kümmern kann, hat China seit mehreren Jahrhunderten enorme Schwierigkeiten, seine Probleme zu lösen. Das wird erst ansatzweise gelingen, wenn eine breitere Mittelschicht entstanden ist, deren Selbstverständnis auf eigenem Können basiert und die nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum ausgeschlossen ist.
M.E. hat die schiere Masse der Menschen und die damit verbundene Gier, diesen gigantischen Markt zu beliefern, den Entscheidern das bißchen Gehirn vernebelt, das sie ihr eigen nennen, und so zu der heute eminent starken chinesischen Werkbank geführt, die jetzt auch direkt fremdes Wissen und fremde Technologie einkauft. Dumm waren die Chinesen nie. Wir sollten auch nicht vergessen, daß sie um 1450 in allen technischen Belangen weltweit führend waren.
Für die Lösung der heutigen komplexen Probleme braucht es jedoch auch ein gewisses Maß an unkonventionellem Denken, an Erfindergeist u.v.m., das in einer solchen chinesischen Gesellschaft kaum freigesetzt werden kann.
Das Loblied, das der "Deutsche Vorstand" auf China singt, klingt allzusehr nach bestelltem Jubel.