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Deutscher Burschentag: Rechtsextreme gewinnen Machtkampf

DPAEntscheidung in Eisenach: Auf dem Deutschen Burschentag scheiterte die Abwahl eines hohen rechtsextremen Funktionärs. Jetzt steht der Dachverband vor der Spaltung. Liberale Burschenschafter räumen ihre Posten, sie rechnen mit einer Austrittswelle.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...836442,00.html
  1. #10

    Zitat von _wajakla_ Beitrag anzeigen
    Faschistoid sind wir, haben fette Wänste vom Saufen und Fressen und hübsche Püppchen an der Seite, soso ...
    Abgesehen davon, dass rein objektiv betrachtet die letzten beiden Punkte wirklich nichts fürchterlich Verwerfliches darstellen müssen, ist es doch nur mehr ein stumpfes Wiederholen alter Phrasen und völlig ohne realistischen Bezug.
    Es kommt nicht von ungefähr, dass nur ein verschwindend geringer Bruchteil der heutigen Studenten überhaupt noch Mitglied einer Burschenschaft sind. Die meisten haben erkannt, dass selbst die meisten sich als liberal bezeichnenden Burschenschaften eigentlich stockkonservative Männervereinigungen sind, die sich hauptsächlich mit Saufen beschäftigen.

    Als ich in Jena studiert und promoviert habe, bin ich einmal ziemlich zu Anfang auf Einladung eines Bekannten als Gast im Haus einer der dort ansässigen Burschenschaften gewesen. Die hatten da auf der Toilette nicht nur Pinkelbecken und Toilettenschüsseln, sondern sogar spezielle Kotzbecken nur für diesen Zweck. Das hat mir dann auch schon gereicht mit den Burschenschaften.
    Wirklich ausnahmslos alle Studenten, die ich in den ganzen Jahren kennengelernt habe, haben nur abgewunken, als man sie auf die Burschenschaften angesprochen hat.
  2. #11

    Ja!

    Zitat von Wildes Herz Beitrag anzeigen
    Mal ganz abgesehen davon, dass "liberal" im Zusammenhang mit Burschenschaften ohnehin ein geradezu absurder Begriff ist.
    Richtig, auch wir hatten zu meiner Zeit in den 80ern zwei Jusos in der Aktivitas, aber keinen einzigen Jungliberalen.
    Nur an Fechten, Feten, Disco und Mädchen interessiert, jetzt sind beide seriöse Rechtanwälte, aber auf den Stiftungsfesten immer noch gut drauf ...
  3. #12

    Zitat von fiutare Beitrag anzeigen
    Alleine schon die militärisch anmutenden Uniformen und die komischen Hütchen sind nicht nur anachronistisch, sondern in höchstem Maße lächerlich. Die Riten, die wir hier in Coburg jedes Jahr an Pfingsten bestaunen dürfen (Coburger Convent), sind absurd bis ekelhaft.

    Dieses Jahr gab es eine Feuerkatastrophe in der Coburger Altstadt, die von diesen besoffenen Massen begrölt wurde. Am Schluss stand eine peinliche Spende von 5.000.- Euro - ein Betrag, den eine Burschenschaft an einem Tag versoffen haben dürfte.

    Burschenschaften können mir gestohlen bleiben - und ein gewisser Hang zu rechtsradikalem Gedankengut schwingt eben immer mit, ob bei Kriegshelden-Verehrung oder Kommentaren zu aktuellen politischen Ereignissen.
    Sie haben vom Verbindungswesen absolut keine Ahnung, oder wie kommt es, dass Sie den CC mit Burschenschaften in einem Atemzug nennen? Und Sie meinen also, dass eine (!) "Burschenschaft" (ich gehe von ca. 10-20 Aktiven aus) an einem (!) Tag 5000,- Euro versäuft??? Das sind ca 50 Fass a 50 Liter Bier, also 2500 Liter oder 125 Liter bis 250 Liter pro Person. Sie traen "Verbundenen" erstaunliche Leistungen zu ;)
  4. #13

    @Whitejack: " fortschrittsfeindlich, rückwärtsgewandt, kompromisslos, frauenfeindlich und mit einem nicht einmal geleugneten Hang zur Vetternwirtschaft " ?? Ok von vorne:

    Fortschrittsfeindlich: Wenn Fortschritt das ist, was dafür sorgt, dass Sitten verrohen, Kultur verschwindet und Prinzipien und Moralvorstellungen nichts mehr wert sind.. Dann ja! Ansonsten entbehrt diese Behauptung jedweder Grundlage!

    Rückwärts gewandt: Ich weis wirklich nicht was Sie mir damit sagen wollen aber ich nehme jetzt einfach mal an, Sie meinen damit den Umstand, dass sich Burschenschaften in der Tradition einer Bewegung sehen, welche Anfang und Mitte des 19ten Jahrhunderts entstand.. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich als Burschenschafter die Zustände von damals herbeiwünscht. Die grundlegenden Ideale der Burschenschaft sind auf deutschem Boden erst seit 1949 umgesetzt.

    Kompromisslos: Ich würde eher behaupten "Konsequent"! Ich finde den Ansatz "Das ist unsere Meinung und wir stehen dazu" gar nicht so verkehrt. Das beweist immerhin Rückrat.

    Frauenfeindlich: Ich bin selbst seit 5 Jahren Mitglied in einer Burschenschaft. Ich kenne persönlich einige Damen, welche gern gesehene Gäste auf unserem und anderen Häusern sind. Ich wage sogar zu behaupten, dass einige Bünde nicht so gut funktionieren würden, ohne einige Ehefrauen und Freundinnen der Alten Herren und Aktiven.

    Vetternwirtschaft: Ich kenne Sie zwar nicht, aber ich wage zu behaupten, dass auch Sie ihre Beziehungen spielen lassen würden um einem guten persönlichen Freund zu helfen oder?

    Es bleibt zu hoffen, dass die Burschenschaft dieses Erdbeben langfristig übersteht und verarbeiten kann um auch in Zukunft junge Menschen und weltoffenen und aufrichtigen Bürgern mit einem gesunden Bewusstsein für Politik herauszubilden.
  5. #14

    Coburg

    Zitat von fiutare Beitrag anzeigen
    Alleine schon die militärisch anmutenden Uniformen und die komischen Hütchen sind nicht nur anachronistisch, sondern in höchstem Maße lächerlich. Die Riten, die wir hier in Coburg jedes Jahr an Pfingsten bestaunen dürfen (Coburger Convent), sind absurd bis ekelhaft.

    Dieses Jahr gab es eine Feuerkatastrophe in der Coburger Altstadt, die von diesen besoffenen Massen begrölt wurde. Am Schluss stand eine peinliche Spende von 5.000.- Euro - ein Betrag, den eine Burschenschaft an einem Tag versoffen haben dürfte.

    Burschenschaften können mir gestohlen bleiben - und ein gewisser Hang zu rechtsradikalem Gedankengut schwingt eben immer mit, ob bei Kriegshelden-Verehrung oder Kommentaren zu aktuellen politischen Ereignissen.
    Komisch, die Coburger mit denen ich Pfingsten gesprochen habe, hatten eine ausgesprochen positive Meinung von uns, und ich hab schon mit einigen gesprochen - bis auf die verhüllten "Demonstranten" natürlich, aber die werden zum Glück Jahr für Jahr weniger.

    Der Großbrand wurde "begröhlt"?! Woher haben Sie denn den Schmarrn? Das mag vielleicht Ihrem Wunschdenken entsprechen.
    Ich habe nur Freudenschreie von Demonstranten gehört "Hurra, hurra, die Lore brennt" (Die Loreley ist eine beliebte Gaststätte unter den CC-Studenten und war auch ein Opfer des Brandes).
    Und falls Sie die Rede zum Totengedenken gehört haben - was Sie garantiert nicht getan haben -, sollte Ihnen auch klar sein, dass es dabei nicht um Kriegsheldenverehrung ging ...
  6. #15

    Zitat von spon-facebook-1370664028 Beitrag anzeigen

    Es bleibt zu hoffen, dass die Burschenschaft dieses Erdbeben langfristig übersteht und verarbeiten kann um auch in Zukunft junge Menschen und weltoffenen und aufrichtigen Bürgern mit einem gesunden Bewusstsein für Politik herauszubilden.
    Leider gibt es aber unter dem Dach der DB eben auch Bünde, die den gängigen rechtsradikalen Klischees entsprechen, oder wie ist es zu erklären, dass an meiner damaligen Uni Greifswald ein Burschenschafter häufig mit "Legion Condor" rumgelaufen ist und mir auch mal ein "S.H." in einer hitzigen politischen Debatte entgegenschmetterte?
    Ich kann der DB nur wünschen, dass sie zu den alten burschenschaftlichen Werten zrückfindet, ansonsten ist eine Aufspaltung wohl unausweichlich.
  7. #16

    Ekelhaft

    Zitat von fiutare Beitrag anzeigen
    Alleine schon die militärisch anmutenden Uniformen und die komischen Hütchen sind nicht nur anachronistisch, sondern in höchstem Maße lächerlich. Die Riten, die wir hier in Coburg jedes Jahr an Pfingsten bestaunen dürfen (Coburger Convent), sind absurd bis ekelhaft.

    Dieses Jahr gab es eine Feuerkatastrophe in der Coburger Altstadt, die von diesen besoffenen Massen begrölt wurde. Am Schluss stand eine peinliche Spende von 5.000.- Euro - ein Betrag, den eine Burschenschaft an einem Tag versoffen haben dürfte.

    Burschenschaften können mir gestohlen bleiben - und ein gewisser Hang zu rechtsradikalem Gedankengut schwingt eben immer mit, ob bei Kriegshelden-Verehrung oder Kommentaren zu aktuellen politischen Ereignissen.
    Na da will ich doch hoffen, daß Sie wenigstens 100 Euro angewiesen haben !
  8. #17

    Zitat von spon-facebook-1370664028 Beitrag anzeigen
    Frauenfeindlich: Ich bin selbst seit 5 Jahren Mitglied in einer Burschenschaft. Ich kenne persönlich einige Damen, welche gern gesehene Gäste auf unserem und anderen Häusern sind. Ich wage sogar zu behaupten, dass einige Bünde nicht so gut funktionieren würden, ohne einige Ehefrauen und Freundinnen der Alten Herren und Aktiven.
    Das selbst Nazis auf Frauen angewiesen sind hat ja gar niemand bestritten...
  9. #18

    ...

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    Es kommt nicht von ungefähr, dass nur ein verschwindend geringer Bruchteil der heutigen Studenten überhaupt noch Mitglied einer Burschenschaft sind. Die meisten haben erkannt, dass selbst die meisten sich als liberal bezeichnenden Burschenschaften eigentlich stockkonservative Männervereinigungen sind, die sich hauptsächlich mit Saufen beschäftigen.

    Als ich in Jena studiert und promoviert habe, bin ich einmal ziemlich zu Anfang auf Einladung eines Bekannten als Gast im Haus einer der dort ansässigen Burschenschaften gewesen. Die hatten da auf der Toilette nicht nur Pinkelbecken und Toilettenschüsseln, sondern sogar spezielle Kotzbecken nur für diesen Zweck. Das hat mir dann auch schon gereicht mit den Burschenschaften.
    Wirklich ausnahmslos alle Studenten, die ich in den ganzen Jahren kennengelernt habe, haben nur abgewunken, als man sie auf die Burschenschaften angesprochen hat.
    Ein "Kotzbecken" bei einer Burschenschaft? ^^ Sicher, dass es auch wirklich eine `Burschenschaft´ war? Aber wie auch immer, jedem steht es zu, sein Leben nach eigenem Gutdünken zu führen.
    Ich will gar nicht abstreiten, dass in Verbindungen viel Bier (!) getrunken wird und auch des Öfteren wieder schnell den Weg nach Draußen findet. Jeder muss selbst wissen, wie er lebt - oder sehen Sie mich Leute kritisieren, die keinen Tropfen Alkohol trinken?

    Glücklicherweise stimmt ihre Behauptung vom Anfang nicht, zumindest bei uns ist in letzter Zeit wieder ein verstärktes Interesse junger Studenten an dem Verbindungswesen aufgefallen.
    Wie es jetzt genau bei Burschenschaften aussieht, kann ich nicht sagen, aber die CC-Bünde verzeichnen wieder Zulauf.
  10. #19

    Zitat von brandyandy Beitrag anzeigen
    wen störts? Burschenschaftler waren schon zu meinen Studentenzeiten, in den 80ern als faschistoide Saufköppe bekannt. Immer schön protegiert von den Alten Herren hatten sie immer im wahrsten Sinne des Wortes nichts sagende Hübschchens als Freundinnen und frühzeitig nen Wanst vom Saufen und Fressen.
    Haben Sie das tatsächlich mal live auf einem Verbindungshaus erlebt oder beziehen Sie ihr Expertenwissen aus einem der zahlreichen "ASTA-Burschireader"?

    Zitat von brandyandy Beitrag anzeigen
    An der Uni eher Durchschnitt landeten sie trotzdem in irgendwelchen Kanzleien und auf irgendwelchen Pöstchen - kein Wunder, dass es mit der Wirtschaft bergab geht!
    Diese Beschreibung dürfte auch auf so manchen Verbindungskritiker zutreffen.

    Zitat von brandyandy Beitrag anzeigen
    Braucht kein Mensch, solche Vereine...
    Na, offensichtlich besteht doch ein gewisser Bedarf und ausserdem wird niemand gezwungen dort einzutreten.


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