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Deutsche Wirtschaftspolitik: Rohe Stoffe, rohe Sitten

AFPDeal mit einem Autokraten: Kanzlerin Merkel hat mit Kasachstans Präsident Nasarbajew ein Handelsabkommen unterzeichnet. Um Zugang zu den Rohstoffen des Landes zu bekommen, sieht die Bundesregierung über Menschenrechtsverletzungen des Regimes hinweg. Eine Politik mit Zukunft.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...814083,00.html
  1. #1

    Es mag zynisch...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deal mit einem Autokraten: Kanzlerin Merkel hat mit Kasachstans Präsident Nasarbajew ein Handelsabkommen unterzeichnet. Um Zugang zu den Rohstoffen des Landes zu bekommen, sieht die Bundesregierung über Menschenrechtsverletzungen des Regimes hinweg. Eine Politik mit Zukunft.

    Deutsche Wirtschaftspolitik: Rohe Stoffe, rohe Sitten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    ...aber irgendwann müssen die Menschen lernen, ihre Rechte selbst zu erkämpfen. Das tut weh, das kostet Blut und Leben, aber alle die gut genährt und gewärmt fordern, man müsse überall intervenieren, sind selbst Nutznießer einer blutigen Entwicklung.
  2. #2

    Es ist eine Gratwanderung in der internationalen Politik, das steht außer Frage. Deutschland ist aber nicht geholfen, wenn Frau Merkel nur mit solchen Ländern Handel betreibt, die lupenreine Menschenrechtler sind. Dann beschränkt sich der Handel künftig auf Skandinavien und.... ja und wen? Einige kleine Länder, aber ich bin mir sicher, in den zweistelligen Bereich werden wir garantiert nicht kommen. Amerika, Afrika und Asien können wir jedenfalls getrost von der Liste der Handelspartner in toto streichen.

    Sicherlich, Politiker stehen in besonderer Verantwortung (Entwicklungsprojekte, etc.). Genauso klar ist es aber, dass die Menschheit seit je her im Konkurrenzkampf steht, wer das nicht sieht oder einfach verteufelt, ist naiv und verschließt die Augen vor der Realität. Es ist leicht, dieses Verhalten einfach als "typisch", "moralisch absolut verwerflich" etc. zu brandmarken; ich finde es auch richtig, dass die Presse hier eine Informationspflicht erfüllt und die Problematik deutlich wird. Warum Deutschland letztlich überhaupt Gestaltungsspielraum hat oder Einfluss ausüben kann: Wirtschaftliche Stärke. Verzichten wir auf Ressourcen, die Deutschland nunmal braucht, da es ja alle Bergbauarbeiter und Kohleschürfer, nun auch Stahlwerksmitarbeiter wegrationalisiert und lieber alles importiert, verzichten wir auf die wirtschaftliche Stärke und damit auch auf unseren Einfluss. Geholfen ist dem Deutschen damit jedenfalls nicht.

    Sehen wir der Realität ins Auge: Welcher Deutsche will denn noch unter Tage arbeiten? Da importiert man lieber die Basisprodukte und sitzt dann hinter einem schönen Schreibtisch auf einem ergonomischen Stuhl mit Bandscheibenpolsterung.

    Andere Länder werden von anderen Leuten regiert, zu glauben man könnte jedem Land von außen helfen, muss ad acta gelegt werden. Das sieht man in Syrien, Irak, Afghanistan, die USA wissen es mittlerweile ebenfalls.
  3. #3

    Hach ja....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deal mit einem Autokraten: Kanzlerin Merkel hat mit Kasachstans Präsident Nasarbajew ein Handelsabkommen unterzeichnet. Um Zugang zu den Rohstoffen des Landes zu bekommen, sieht die Bundesregierung über Menschenrechtsverletzungen des Regimes hinweg. Eine Politik mit Zukunft.

    Deutsche Wirtschaftspolitik: Rohe Stoffe, rohe Sitten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ...die "neuen Gestaltungsmächte".....Guido kann uns immer noch am besten die Welt erklären. Eine einzigartige Leistung.

    Wo sind eigentlich die ganzen Freiheitleistungsschreiber mit integrierter Links- und Sozialphobie abgeblieben? Stimmt...ich vergaß, das Motto lautet ja "Rohe Stoffe, rohe Sitten" und nicht "Rote Stoffe, rote Sitten". Und ne Geburtstagskarte abzuschicken ist ja schliesslich auch ein ungeheuerlicher Vorgang....oder so ähnlich.

    Im Zweifel einfach nur dumm gelaufen bzw. selbst schuld..... hat hier ja bereits schon jemand zynischerweise bemerkt.
  4. #4

    Politik der kleinen Schritte

    Frau Dr. Merkel hat sich einmal für die Politik der kleinen Schritte ausgesprochen. Bevor die Bundesregierung die Menschenrechte in Zentralasien durchsetzt (wie soll sie das tun?), wäre ich schon sehr zufrieden, wenn der sehr viel näher liegende kleinere Schritt vollzogen würde, die Menschenrechte der zweiten Generation in Deutschland zu repektieren. Die Defizite sind wohl hinlänglich bekannt.
  5. #5

    Na und?

    Wir Deutsche stehen in der Welt mit unseren Befindlichkeiten eher alleine.
    Weder China,USA oder sonstige Industriestaaten haben Skrupel ihren Rohstoffbedarf auch bei Diktatoren zu Sichern.
    Und wenn Deutschland da nicht aufpaßt,wird es in absehbarer Zeit endgültig abgehängt werden.In Afrika hat China schon fast das Monopol.

    Zumal man sich bei Öl-und Gas da auch bisher wenig Gedanken gemacht hat.
    Achso,hatte ja ganz vergessen,Putin ist ja ein Lupenreiner Demokrat....
  6. #6

    Ok

    Seltene Erden sind absolut unverzichtbar für eine moderne Industrie.

    Wer jetzt den Deal kritisiert, der muss dann schon auch sagen wo diese Rohstoffe sonst herkommen sollen.
    Der eigentlich einzige alternative Anbieter China ist bezüglich der Menschenrechte nicht besser als Kasachstan.

    Wer meint, das wir auf diese Rohstoffe verzichten sollten, der möge bitte sofort seine PC/Laptop/Iphone etc herunterfahren. Da sind nämlich genau solche Rohstoffe (zu 99% aus China) drin.
  7. #7

    Totaler Schwachsinn

    Zitat von salamicus Beitrag anzeigen
    ...aber irgendwann müssen die Menschen lernen, ihre Rechte selbst zu erkämpfen. Das tut weh, das kostet Blut und Leben, aber alle die gut genährt und gewärmt fordern, man müsse überall intervenieren, sind selbst Nutznießer einer blutigen Entwicklung.
    aber das würde bedeuten dass Waffenverbot sofort aufzuheben und ein freies Recht auf Bewaffnung. Wollen Sie das?
    Das Recht auf ein menschenwürdiges und nicht durch die Drahtzieher ausgebeutetes Leben zu führen, es soll also der Lebensinhalt sein sich dieses Recht erkämpfen und dafür bluten zu sollen. Nun gut dann bring ich morgen mal jemand vom Finanzamt um.
  8. #8

    Zitat von heinz4444 Beitrag anzeigen
    Wir Deutsche stehen in der Welt mit unseren Befindlichkeiten eher alleine.
    Weder China,USA oder sonstige Industriestaaten haben Skrupel ihren Rohstoffbedarf auch bei Diktatoren zu Sichern.
    Und wenn Deutschland da nicht aufpaßt,wird es in absehbarer Zeit endgültig abgehängt werden.In Afrika hat China schon fast das Monopol.
    Tja, Moral ist Luxus. Irgendwann flattert auch dafür die Rechnung ins Haus.


    Zitat von heinz4444 Beitrag anzeigen
    Zumal man sich bei Öl-und Gas da auch bisher wenig Gedanken gemacht hat.
    Achso,hatte ja ganz vergessen,Putin ist ja ein Lupenreiner Demokrat....
    Wenn wir endlich die transatlantische Nabelschnur durchtrennen, die NATO zu Grabe tragen und mit Russland als gleichwertigem Partner reden würden, könnten wir langfristig wohl mehr für eine echte russische Demokratie tun als jetzt.

    Ebenso Kasachstan. Als zuverlässiger Handelspartner würden unsere Bedenken eher gehört als von einem Nörgler von außen. Und Diktatur oder nicht - von steigendem Wohlstand durch voranschreitende Industrialisierung wird auch das kasachische Volk profitieren. Vielleicht nicht zu gleichen Teilen, aber was ist schon perfekt? Es dürfte die Situation im Land in jedem Fall verbessern.
  9. #9

    `Alle Tiere sind gleich, manche Tiere sind jedoch gleicher als die anderen`

    Zitat von L_P Beitrag anzeigen
    Frau Dr. Merkel hat sich einmal für die Politik der kleinen Schritte ausgesprochen. Bevor die Bundesregierung die Menschenrechte in Zentralasien durchsetzt (wie soll sie das tun?), wäre ich schon sehr zufrieden, wenn der sehr viel näher liegende kleinere Schritt vollzogen würde, die Menschenrechte der zweiten Generation in Deutschland zu repektieren. Die Defizite sind wohl hinlänglich bekannt.
    `Alle Tiere sind gleich, manche Tiere sind jedoch gleicher als die anderen` das ist ein Zitat aus George Orwells Roman `Animal Farm` . Nun sind wir als moralisch verpflichtete Nation dank Merkels Aussenpolitik auf `Menschenrechte der zweiten Generation` herabgesunken. Sicher, seltene Erden sind für die Produktion in der Wirtschaft durchaus wichtig wie während des zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter für Kruppstahl um ja genügend Panzer für den Russlandfeldzug zu haben. Die deutsche Wirtschaft zeigt in diesem Deal mit Nasarbajew ihr wahres kaltes, menschenverachtendes Gesicht nach dem Motto `was kümmert uns das Blut anderer solange der Rubel rollt`. Ich wünsche mir eine weltweite Wirtschaftskrise die 1929 übertrifft und die gesamte Weltwirtschaft den Bach heruntergeht. Dann wird den Menschen erst bewusst werden dass sie nur einander haben und Geld keine Menschenrechte erkaufen kann.








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