DPATrotz Euro-Krise und globalem Abschwung: Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich viel besser als gedacht - weil wir von der Krise der anderen profitieren. Nur die Deutschen selbst können ihr Glück noch nicht so richtig fassen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...813534,00.html
Prinzipiell sehe ich das ähnlich wie der Autor des Beitrages. Durch die Eurokrise bzw. Schuldenkrise findet jetzt nicht mehr in dem Maße ein Kapitalexport statt. Stattdessen wird in Deutschland investiert, was für einen nachhaltigen Aufschwung auch sehr wichtig ist.
Die Gefahr die daraus aber erwächst, daß sich jetzt in Deutschland Blasen bilden, weil das im Überfluß vorhandene Geld ja irgendwo investiert werden will und über kurz oder lang zu Fehlinvestitionen führt.
Letztlich wird unser System aus ungedecktem Geld, Geldschöpfung aus dem Nichts und maßloser Verschuldung grandios scheitern.
analog zum Liedtext: "Besuchen Sie Europa, solange es noch steht".
Dabei klingt selbst das: "Konsumieren Sie, solange es noch geht." für viele Millionen Deutsche wie ein Hohn; denn dank drastisch gestiegener Kosten (Energie, medizinische Versorgung, etc.) oder weil schlicht gar kein großes Einkommen vorhanden ist, geht der Konsum voll an diese Gruppen vorbei.
...na endlich mal die Wahrheit auf dem Tisch. Schließlich sind wir es die von den anderen profitieren. Wir haben so die Taschen voll Geld das es uns aus den Ohren rausquillt. Die H4 Empfänger in Deutschland fahren mit der Taxe zur ARGE, die prekär Beschäftigten haben ihren Chauffeur vor der Tür warten und die Mindestrentner-Clique läßt sich die Sonne auf den Mallediven auf den Bauch scheinen...ja so siehts in Deutschland aus....glauben die Griechen und der SPON Artikler...etwas zuviel Ouzo zu sich genommen was?
Der "Konjunkturrausch" wird ein sehr kurzer sein. Der Grund für den gesteigerten Konsum liegt nämlich auf der Hand: Die Leute kaufen, solange der Euro noch was wert ist. Nicht mehr lange, und das ersparte ist nämlich futsch! Dann lieber jetzt noch schnell die eine oder andere Besorgung machen, statt das Geld auf der Bank den Bach runter gehen zu lassen.
Nach dem Rausch kommt bekanntlich die Karterstimmung. Auch beim "Konjunkturrausch"!
Ich wollte so Sachen wie Sie jetzt, eigentlich nicht schreiben, weil sie mir zu subjektiv erscheinen.
In der westdeutschen Kleinstadt in der ich derzeit lebe sieht es so aus:
- rund 40.000 Einwohner im Einzugsbereich. Davon 2300 Arbeitslose. Die offizielle Arbeitslosenquote ist 5,1 %. Man versichert uns, dass wir damit Top im Bundesland wären.
- Die inoffizelle Anzahl der Arbeitslosen liegt um rund 500 Personen höher.
- Monatlich werden im Einzugsbereich durchschnittlich 5 Stellen angeboten. Die Arbeitslosigkeit wird darüber aber nicht abgebaut: Die Anzahl der verlustig gehenden Arbeitsplätze ist höher.
- Die hiesige Tafel wird ihrer Aufgabe kaum noch gerecht. Die Tafelberechtigten stiegen von Dezember 2010 bis Dezember 2011 um fast 30 %.
- Wenn man einen Spaziergang durch die Stadt macht stellt man fest, dass etwa 10 % der Läden leer stehen. Es gibt nur ein deutsches Speiselokal noch (von Arge subventioniert). Alle anderen werden ausnahmslos von Türken und Italiener betrieben.
- Das hiesige Kaufhaus ist zu einem Ramschladen für Konkurswaren verkommen.
- Aufgrund meiner Tätigkeit als Betreuer von Langzeitarbeitslosen in einem dem Jobcenter nahestehenden gemeinnützigen Vereins kenne ich nur Arbeitslose, prekär Beschäftigte und Ausländer.
- Wenn ich durch die Strassen der Stadt gehe, empfinde ich Personen die nach Habitus und Kleidung einer guten Arbeit nachgehen als Wesen aus einer anderen Welt.
Na ja, auf meinem Konto boomt es seit Jahren nicht. Würde mich freuen, wenn meine Pension da mitziehen würde. Von den Unternehmensgewinnen habe ich bislang nichts gespürt.
Ich glaube eher, dass naive Menschen wie Sie, die nach dem "Wirtschaftsaufschwung" 2006 und der anschließenden Finanzkrise diesen Aufschwung wiederum für seriös halten, so ein paar Sachen noch nicht ganz verstanden haben:
Die aktuelle Auftragslage hat nichts mehr mit dem Wohlstand einer Gesellschaft am Hut! Hier gibt es seit dem Platzen der Dotcom-Blase und dem 11. September praktisch Geld zum Nulltarif. Es werden überall Unsummen auf Pump investiert. Ob Immobilienkredite in den USA oder milliardenschwere Geisterstädte in China. Die Aufträge dafür gehen zu einem großen Teil an die deutsche Wirtschaft, die mit staatlich subventionierter Leiharbeit richtig Kasse macht. Profitieren tun hier einzig und allein unsere Vermögenden. Die Lebenserhaltungskosten werden teurer, Löhne steigen nur mäßig; Deutschland weist als einziges Industrieland der Welt in den letzten 10 Jahren einen negativen Reallohnverlust vor.
Stattdessen kristalisiert sich eine unglaublich degenerierte Yuppieschicht aus den Chefetagen heraus, die sich Geld aus Wirtschaftsblasen in die Taschen steckt (wofür später die Allgemeinheit aufkommt) und sich verschwenderische SUVs kauft. Gleichzeitig sind etliche jüngere Generationen (zu denen auch ich gehöre) perspektivlos und kulturell degeneriert. Mit der Gesellschaft geht's weiter bergab, egal wie die Wirtschaftszahlen aussehen. Es ist und bleibt Wirtschaftsfaschismus. Das hier muss man überwinden, nicht genießen.