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Deutsche Touristen: Mein Heim ist meine Strandburg

Da können Jogis Jungs noch so leichtfüßig dribbeln - im Ausland gelten deutsche Touristen als wenig trittsicher: Die Dänen wundern sich über teutonische Sandburgen, die Spanier über Paella-Partys mitten in der Nacht. Aber sollen wir jetzt wirklich alle Streber-Touris werden?

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...709750,00.html
  1. #30

    Strandburg

    Wir sollten über die Urteile unserer Gastgeber im Urlaub schmunzlen. Ich glaube, dass wir deutsche im allgemeinen nicht schlechter auftreten als der Rest der Welt. Eher im Gegenteil. Das mit den Handtüchern nervt mich bei meinen Landleuten auch. Um das zu registrieren, muss ich nicht ins Ausland gehen, da reicht schon ein deutsches Hallen-oder Freibad. Wir scheinen immer etwas mehr unter "Dampf" zu sein als andere, wenn es um "Besitz" geht. Auch wenn es nur eine Liege ist.
  2. #31

    auch wenn ich den artikel ziemlich dämlich finde, so sind manche deutsche touristen doch etwas peinlich.
    diese jahr in frankreich waren in der internationalen gruppe, die sich dort traf, auch ein paar aus dem osten unserer republik.
    das schöne an frankreich ist wirklich das gemeinsame essen, bei dem man sich zeit lässt.
    das essen wird dann auch nicht auf einzelnen tellern serviert, sondern, bei grösseren gruppen, in schüsseln.

    an sich ist das weiterreichen des essen ein schöne und auch kommunikative sache.
    unsere ossis sassen beim essen grundsätzlich unter sich und wenn eine schüssel in deren hände geriet war klar, dass nix zurück kommt - obwohl es für mehr leute gedacht war.
    auf höfliche nachfrage, die schüssel weiterzureichen, haben die ossis dann den restlichen inhalt auf ihre noch vollen teller gehäuft und dann weitergereicht, obwohl die schüssel oder der käseteller oder die vinaigrette dann leer war oder bestenfalls ein mickriger rest für die anderen leute übrig war.

    sicherlich wussten alle, dass die weniger üppige zeiten in der ddr hatten, aber das ist ja schon über 20 jahre her.

    da war fremdschämen angesagt, auch wenn wir versucht haben, dieses verhalten humoristisch zu betrachten.


    was essen angeht habe ich auch mit deutschen (und österreichern) in japan peinliche erfahrungen gemacht.
    als ich nach einiger zeit unter japanern in einem hotel zum erstenmal beim frühstück wieder deutschen touris begegnet sind, war das schon ein kulturschock und mir war klar, warum es für japaner und deutsch-österreichische reisegruppen in dem hotel getrennte frühstücksräume gab.

    ich bin heute noch dankbar, ab dem zweiten tag bei den japaner frühstücken konnte.
    so ein gezeter und egoismus war fast unerträglich.
    es war doch genug für alle da - auch wenn man mal kurz warten muss und der andere früher etwas bekommt.

    da führte der vergessene toast zu lauten ehestreitigkeiten, anstelle das extra noch einer geholt wurde oder als die orangenschnitten alle waren und neue nachgefüllt wurden, wanderten alle (ca 10 stück) vollständig auf dem teller des deutschen, der in der reihe vorne stand.

    hätte man nicht erst zusehen können, dass alle ein oder zwei bekommen ?
  3. #32

    ohne titel

    ach ja,


    .....und genau die deutschen in frankreich, die am tisch nicht genug bekommen konnten, haben sich nach jedem essen über das schlecht gekochte gemüse beklagt :)
  4. #33

    Isses nicht schön?

    Wo ist das Problem, daß es in Europa offensichtlich immer noch typische Eigenarten gibt? Statt sich darüber zu mokieren könnte man es doch nett finden. Außerdem gibt es bei allen auch außerordentlich charmante und liebenswerte Eigenschaften.

    Soll ich es jetzt typisch deutsch finden, daß man es hierzulande schafft, sich gegenseitig schlecht zu machen?
  5. #34

    Autsch ^^

    Zitat von Horst Mueller, Montreal Beitrag anzeigen
    Vor mir war eine Gruppe junger Deutscher, und ein Maedchen sagte zu ihrer Freundin,
    "Du, wie heisst eigentlich Ketchup auf English?"
    So Verdenglisched sind die Deutschen heute, dass sie denken ein Wort wie Ketchup ist Deutschen Urprungs. - Fuerchterlich, wie die Deutsche Sprache zerhackt wird, auch vom Spiegel.
    Denglish macht a lot of Sinn because, manche Dinge sind no more aus der german Sprache wegzuthinken, for example ist es viel easier zu sagen, ich bin online oder on, as zu sagen man ist auf der Leitung was es transelated bedeutet, genauso is das word hi ein fester part der Deutschen speak wie Schnitzel with Pommes. Und everybody kann Denglish understand, if er kann English.

    Am geilsten finde ich immer noch den Sat-1-Spruch "Powerd by Emotion" mit der Übersetzung "Kraft durch Freude".
    Kennt ihr schon das Powerd-by-Emotion-Schiff Wilhelm Gustloff?
  6. #35

    so sieht es leider aus

    Zitat von mm01 Beitrag anzeigen
    Sie haben den Vorurteilswahn unserer Links/Grünen vergessen!
    NUR wir benehmen uns ganz schlecht!
    Habe nichts zu zufügen.
  7. #36

    Titel

    Zitat von Gabri Beitrag anzeigen
    Ich finde es eigentlich schade, dass das Strandburgenbauen so verpönt und als unangenehm typisch deutsch gebrandmarkt wird. An engen Stränden hat es eindeutig seine Nachteile und die Sylter fürchten um ihren kostbaren vorgespülten Sand, der ja stärker davonfliegen könnte. Aber im Grund war es eine nette sportliche und höchst kreative Beschäftigung mit Wettbewerbscharakter, weitaus angenehmer als die oft belästigenden Ballspiele und eine wunderschöne Kindheitserinnerung. Und was ist daran so schlimm, dass man sich an weiten Stränden ein kleines Stückchen für kurze Zeit "erobert"?
    Einige dieser "nationalen Gewohnheiten" haben sich aus gewissen Notwendigkeiten entwickelt.

    Eine Strandburg bietet einen guten Windschutz bei kaltem Wind im norddeutschen Sommer und der weit höhere Anteil von Menschen mit Laktoseintoleranz in Südeuropa, erklärt warum man in Italien Probleme mit zu viel Cappuccino mit Milch hat.
  8. #37

    haha

    davon abgesehen, mit den Handtüchern liegt doch in der Hand der Hoteliers... wenn die sagen, es gibt keine Handtuchreservierungen am frühen Morgen, dann gibt es eben keine... dann bekommt der ne Liege der zuerst kommt, sagen wir mal bis 10 Uhr Morgens... und wenn er sich nicht mehr im Poolbereich aufhält, ist die Liege weg und sein Handtuch wird fein säuberlich in einem Raum aufbewahrt...
  9. #38

    Bild.de?!

    dieser artikel ist hoechstgradig peinlich. frau voigt, das ist bild-niveau!
  10. #39

    »Ein Ehepaar fehlt noch!«

    Natürlich sind deutsche Touristen bei denen beliebt, die von ihrem Geld leben. Trotzdem kann man sich ja mal — in aller Liebe — über sie lustig machen.
    Ein Beispiel aus New York: Ich laufe auf dem Heimweg von der Arbeit durch die Mott Street im Herzen Chinatwons. Dort ist, wie üblich, alles konstant in Bewegung: auf der schmalen Fahrbahn, den noch schmaleren Fußwegen und den winzigen Eingängen zu den unzähligen Geschäften und Restaurants sowieso. Ich achte auf den Trubel nicht weiter und bin in Gedanken schon zu Hause (oder noch auf der Arbeit). Plötzlich merke ich, dass irgendwas nicht stimmt. In dem Chaos gibt es einen Fremdkörper, der da nicht hingehört.

    Noch ein paar Schritte und die Anomalie liegt direkt vor mir: vielleicht zwei Dutzend Paare mittleren bis gehobenen Alters und offensichtlich mitteleuropäischer Herkunft stehen, korrekt in Zweierreihen angetreten, am Fahrbahnrand. Um sie herum wuseln die Einwohner, Angestellten und (sonstigen) Besucher Chinatowns. Der Kontrast war ist absurd, dass ich spontan lachen muss. Und gleich darauf kommt dann noch das I-Tüpfelchen — eine deutsche Stimme brüllt (in bester Feldwebelmanier): »Ein Ehepaar fehlt noch!«

    Sekunden später fährt ein Reisebus vor, die deutschen Paare steigen geordnet und flink ein und im Handumdrehen ist der Bus mit ihnen verschwunden. (Das säumige Paar hat sich offenbar doch noch gerade rechtzeitig eingefunden.)

    So komisch die Episode war (oder zumindest mir so vorkam), so effizient war sie auch. Hätte es sich um Touristen fast aller anderen Nationen gehandelt, hätte der Bus da sicher noch Ewigkeiten den Verkehr aufgehalten, eh alle da gewesen wären. In der Beziehung waren die Deutschen also äußerst pflegeleicht. (Man braucht wohl nur einen Reiseleiter, der sie ordentlich anschnauzen kann. Dann spuren sie schon. ;-))

    --==--

    Generell haben natürlich alle Nationen so ihre Macken — und längst nicht alle Vertreter einer Nation bedienen die Klischees über ihre Proll-/Rentner-/Bildungsbürgertum-Touristen.


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