Forum


 

Deutsche Sozialpolitik: Der Hartz-IV-Irrtum

Nirgendwo wird so beständig Mitgefühl mit Sentimentalität verwechselt wie in der Sozialpolitik. Bislang ging das gut. Weil Deutschland ein reiches Land ist.

Jan Fleischhauer: Der Hartz-IV-Irrtum - SPIEGEL ONLINE
  1. #960

    Zitat von munkelt Beitrag anzeigen
    Der eine oder andere H4-Bezieher könnte sich auch selbst um Weiterbildung kümmern, wenn er ohne nicht in der Lage ist, sein Geld zu verdienen.
    Es handelt sich schließlich nicht um Kranke oder Behinderter, sondern um gesunde arbeits- und geschäftsfähige Menschen.
    Hallo,
    ich meinte damit, nicht unbedingt erwachsene Menschen, denen er Nachhilfe geben soll.
    Es soll allerdings genug Kinder geben (z.B. von den erwähnten Rumänen, Bulgarien), deren Eltern nicht in der Lage sind, entsprechendes zu leisten.

    nur damit sich diese Spirale nicht weiter fortsetzt, da sich ja angeblich alle darin eingerichtet haben. Und über Generationen dieses Lebensgefühl kultiviert wird.

    Dass alle Hartz4 Bezieher gesund sind, darf bezweifelt werden, dort werden auch Alkoholiker versorgt, die man nicht in die Grundsicherung abschieben kann, und denen so wie es die Idee war von hartz 4 (sog. allumfassende Versorgung) gerade mal Termine bei entsprechenden Ärzten unterbreitet werden, da der Alkoholabusus schon soweit fortgeschritten ist, dass ohne Entzug eh nix mehr zu erwarten ist.
    zumindest nichts Langfristiges.
    ansonsten sorgt ja die arge bei nicht vermittelten, vermittelbaren Empfängern selbst für entsprechende Bildungsangebote.

    Und die, die es von sich aus können und tun, tun es sowieso, werden allerdings evtl. auch zu in ihrem Fall recht sinnlosen Maßnahmen verdonnert und von Herrn Fleischhauer trotzdem mit den anderen in einen Topf geworfen.
  2. #961

    Zitat von diskutant16 Beitrag anzeigen
    Auch wenn einiges aus dem Artikel zutrifft: allen, die hier so gerne auf die Gutmenschen und "Sozialschmarotzer" eindreschen, empfehle ich einen Besuch in amerikanischen Großstädten. Obdachlose, Kriminelle, verwaiste Innenstädte. Sozialer Frieden hat eben seinen Preis und ist blankes Eigeninteresse.
    Wann waren sie zuletzt in einer amerikanischen Großstadt? Ich finde es da nicht schlimm.
  3. #962

    ..

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Das Bundesverfassungsgericht hat nichts zur Höhe der Transferleistungen gesagt sondern lediglich zur Methodik wie sie festgelegt werden.
    Über die Methodik kommt man automatisch zu einem bestimmten Satz.
    Ist das BVerG nicht toll? Und Sie, wie viele andere auch, sind drauf reingefallen.
  4. #963

    ....

    Zitat von salamist Beitrag anzeigen
    Leidensdruck schafft Einsicht, den Unsinn kennen Sie von Psychotherapeuten?
    Das ist kein Unsinn, sondern tagtäglich erlebte Praxis. Einem Patienten mit Herzinsuffiziens oder COPD brauchen Sie nicht ins Gewissen zu reden, das er was machen muß, das merkt der bei jedem Schritt selbst. Einem Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes, beides Erkrankungen, die sie in der Anfangsphase kaum bemerken, dem müssen Sie engmaschig betreuen, das er das richtige tut...
  5. #964

    Zitat von alexkie Beitrag anzeigen
    Was für Hartz-IV-Familien, die aus vier oder mehr Personen bestehen, kennen sie denn und wie stellen sich deren Einkünfte im Detail dar?
    1.800 Euro pro Monat sind für eine vierköpfige Familie ein realistischer Hartz-IV-Wert. Falls Sie das nicht glauben (warum auch immer?), bedienen Sie einen Hartz-IV-Rechner. Ich habe jetzt den auf Sozialhilfe24 gefüttert und bekomme bei zwei Kindern im Teenager-Alter als Ergebnis 1984,60 Euro.
    Dann haben Sie den Computer falsche Daten eingegeben und bestimmt vergessen, das Kindergeld mit einzugeben, denn dieses Kindergeld wird beim Bedarf gegengerechnet, d.h. vom Bedarf als Einkommen abgezogen. Auch wird nicht jede Miete voll übernommen.

    Also die Familie mit 2 Kindern, die 1.800 Euro bekommt, die muss erst noch geboren werden.
  6. #965

    ...

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Ach, Sie wollen den Menschen im sozialistischen Sinne umerziehen?
    Nein, Sozialismus ist ja die Abgabe des Verstandes. Da gibt es ja immer jemanden, der einem sagt was richtig und falsch ist. Ich will ja, das man seinen Verstand gebraucht.
  7. #966

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Auch wenn man Ende das gleiche unterm Strich steht, der Fakt das man es dann selbst verdient hat und nicht einfach von der Allgemeinheit einfordert sollte Grund genug sein.
    Und wieder ein Kommunist, der die Menschen so umerziehen will, dass sie in sein Gesellschaftsbild passen. Das wird nicht funktionieren.
    Wenn wir uns endlich einfach mal vor Augen führen, dass der Staat eine verfassungsmäßige Verpflichtung hat, das soziokulturelle Existenzminimum jedes Einzelnen zu sichern, dann wäre es vieleicht einfacher, nach praktikablen Lösungen zu suchen, die
    1. nicht so massiv in den Arbeitsmarkt eingreifen und
    2. nicht diejenigen bestrafen, die bereit sind, zum wirtschaftlichen Fortschritt der Gesellschaft durch eigene Erwerbstätigkeit beizutragen.
    Letztendlich geht das nur durch ein "bedingungsloses" Hartz4 und der Begrenzung der Anrechenbarkeit des eigenen Nettoeinkommens auf 50%.
  8. #967

    ohne

    Zitat von Mathesar Beitrag anzeigen
    1 Leistungen Regelleistungen/Sozialgeld
    Antragsteller (Rheinland-Pfalz):
    337.00 €
    Ehepartner/in, Partner/in, Lebenspartner/in:
    336.60 € .....
    Wenn Sie meinen, dass das zuviel Geld für diese Familie ist, dann prangern Sie doch mal die hohen Mieten an oder die hohen Heizkosten oder überhaupt die hohen Lebenskosten. Was soll eine Familie mit Kindern denn tun? Schlagen Sie was vor. Nissenhütten bauen, die Leute sollen das Holz für den Ofen selber sammeln oder was? Es gibt nun einmal in Deutschland einen bestimmten Lebensstandard, der auch für diese Leute gelten muss. Wenn die Ehepartner nicht arbeiten, weil sie faul sind, trinken, Drogen nehmen oder ähnliches, dann beschweren Sie sich bei den zuständigen Behörden, die hier keinen Dampf machen. Aber es könnte doch auch sein, dass diese Eltern unverschuldet in Not geraten sind. Einfach nur irgendeine Familie ohne Hintergrund herauszugreifen, um die hohen Zuwendungen zu beklagen, ist nicht hilfreich. In Deutschland muss niemand hungern oder frieren. Darauf sollten wir stolz sein. Aber das kostet. Oder wollen Sie überall Ghettos für Arbeitslose, Errichtung von Elendsvierteln, möglichst noch eine Mauer drum rum? Es gibt Länder, die das tun. In so einem Land möchte ich nicht leben. Wenn meine Steuern für Hilfsbedürftige drauf gehen, ist mir das lieber als manch andere staatliche Verschwendung, über die man auch Bücher verfassen könnte. Und wenn der eine oder andere dabei ist, der diese Hilfe unberechtigt bekommt, so nehme ich das hin. Das ist immer noch besser als arme Leute links liegen zu lassen und sie als Faulenzer zu beschimpfen. Ich weiß, das haben Sie in Ihrem Beitrag nicht getan, aber so eine Aufrechnung spricht für sich.
  9. #968

    Zitat von Mathesar Beitrag anzeigen
    Erläutern Sie doch mal bitte, was Sie unter gesellschaftlicher Teilnahme verstehen!
    Wollen wir das nicht einfach dem BVerfG überlassen? Aktuell ist ja wieder ein Verfahren anhängig.
  10. #969

    Zitat von diskutant16 Beitrag anzeigen
    Auch wenn einiges aus dem Artikel zutrifft: allen, die hier so gerne auf die Gutmenschen und "Sozialschmarotzer" eindreschen, empfehle ich einen Besuch in amerikanischen Großstädten. Obdachlose, Kriminelle, verwaiste Innenstädte. Sozialer Frieden hat eben seinen Preis und ist blankes Eigeninteresse.
    Wegen der desolaten Lage hat sich nun Stephen King zu Wort gemeldet. Er gehört zu den reichen Amerikanern, die eine gerechte Besteuerung für die Reichen fordern. Er schreibt, dass die Reichen sich eben nicht *freiwillig* von ihrem Geld trennen und selbst wenn, unterstützen sie nur einzelne Projekte, die *ihnen* am Herzen liegen, aber für die Gesellschaft von geringer Bedeutung sind.

    Den Grund für die Weigerung, die Steuern zu erhöhen, sieht es an der irrationalen Bewunderung der Superreichen seitens der Republikaner. Er vergleicht dieses Phänomen mit der Anbetung eines Teenie-Idols wie Justin Bieber. Ich kann auch keinen anderen, und schon gar keinen rationalen Grund erkennen: Eine vollständige Verblendung, indem sich Durchschnittsbürger mit den Interessen von Milliardären identifzieren, deren Vermögen unerreichbar, ja Lichtjahre entfernt ist, während man rational gesehen nach einer ganz einfachen Rechnung mit den Hartz-IV-Empfängern in einem Boot sitzt, selbst mit einem guten Job.
    Stephen King nimmt kein Blatt vor den Mund, sehr lesenswert.
    Stephen King: Tax Me, for F@%&
    Hier Auszüge auf Deutsch:
    Wutbürger Stephen King - Sie lassen ihn nicht bezahlen - Kultur - sueddeutsche.de
    Hätte Günter Grass mal lieber den Mut gehabt, so etwas zu schreiben, aber er hatte ja lieber den Initiator der Misere, Gerd Schröder, zur Kanzlerschaft mit verholfen.








TOP



TOP