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Deutsche Sozialpolitik: Der Hartz-IV-Irrtum

Nirgendwo wird so beständig Mitgefühl mit Sentimentalität verwechselt wie in der Sozialpolitik. Bislang ging das gut. Weil Deutschland ein reiches Land ist.

Jan Fleischhauer: Der Hartz-IV-Irrtum - SPIEGEL ONLINE
  1. #490

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Ich kann bis drei zählen...
    Sicher?


    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Ausser, was der andere Forist schon angemerkt hat: Arbeitspflicht für alle arbeitsfähigen, jeden Tag um 7h mit 40 h-Woche, wer kommt, kriegt ein wenig mehr, wer nciht kommt, kriegt nweniger bis gar nichts.
    Einverstanden, fast. Ich sehe die Notwendigkeit von zusätzlichen H4-Leistungen in Ihrem Beispiel nicht. 40h-Arbeit, also Fulltime, die nur oder wenig mehr als H4 einbringt, kann ja wohl nicht Ihr Ernst sein. Entweder muss die Arbeit, die Sie hier meinten, erledigt werden. Dann sollte sie auch so bezahlt werden. Anderenfalls scheint sie nicht nötig zu sein, weil sie keinen Wert in Form von Lohn erbringt.
  2. #491

    Zitat von heragema Beitrag anzeigen
    Alle Zahlen aus: Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg und
    tatistisches Bundesamt - Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Inlandsproduktsberechnung
    Fachserie 18 / Reihe 1.5 Stand: Mai 201 und "Rente in Zeitreihen der DRV vom Oktober 2011 S. 110 ff
    heragema
    Hier noch die URL http://www.deutsche-rentenversicheru...reihen_pdf.pdf
    für die nicht übertriebenen Zahlen. Originalzahlen über Beträge die tatsächlich an die Rentner monatlich gezahlt werden. Ca. 10 % erhalten noch überbetriebliche Zahlungen
  3. #492

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nirgendwo wird so beständig Mitgefühl mit Sentimentalität verwechselt wie in der Sozialpolitik. Bislang ging das gut. Weil Deutschland ein reiches Land ist.

    Jan Fleischhauer: Der Hartz-IV-Irrtum - SPIEGEL ONLINE
    Wer bezahlt Sie für diesen Unsinn ???
  4. #493

    Zitat von salamist Beitrag anzeigen
    Die Idee mit der Patenschaft ist gar nicht so schlecht angedacht, allein,
    mir kommt es allerdings so vor als hätten Sie das vor lauter Haß schon gar nicht mehr gemerkt.

    Wussten Sie übrigens schon das Sie in einem angeblich sozialem Bundesstaat leben laut Grundgesetz?
    Grundgesetzt, googeln Sie mal, lohnt sich zu lesen!
    Leider ist es nicht in Fettschrift, Stammelsätzen und Farbbildern von nackten Frauen oder von ca. 8 Millionen menschen am Tag gelesen, aber umsonst und nicht vergebens ist es dafür!
    und sollte in diesem Punkt dringend überarbeitet werden. Vor über 60 Jahren als das GG entstanden ist, war es eine Schande von der Fürsorge zu leben und jeder wollte dieser Schande möglichst schnell wieder entkommen. Heute richten sich die Leute gemütlich in ihrem H4 ein. Und bevor sich jetzt wieder einer aufregt im Gegensatz zur Fürsorge von damals ist H4 der reine Luxus.

    H4 krankt in meinen Augen nur an einem Punkt, dass alle in einen Topf geworfen werden, verschiedene Erwerbsbiografien, Alte, Kranke usw.
    Wenn das vernünftig sortiert würde, dann könnte man sicher problemlos zwischen wirklich Bedürftigen und Schmarotzern unterscheiden. Die einen sollte der Staat ordentlich versorgen, die anderen können von mir aus gerne unter der Brücke enden.
  5. #494

    Mit Geld umgehen

    Zitat von wutentbrannt Beitrag anzeigen
    ... ganz ohne oder mit nur geringer Qualifikation eigentlich mit Geld haushalten können?
    Sollten diese vor Hartz IV bei einer Bank gearbeitet haben, oder wurden sie als Unternehmensberater ausgebildet - dann habe ich auch meine Zweifel.
  6. #495

    Wer ist alles

    Ich selber erhalte von der Rentenversichrung eine volle Erwerbsminderungsrente, obwohl ich prinzipiell als mehr als 3 Stunden erwerbsfähig eingestuft wurde, da es nach der Begutachtung der Rentenversicherung für mich keine Arbeitsplätze auf dem regulären Arbeitsmarkt gibt.
    Da meine Rente zu gering zum Leben ist und ich mehr als 3 Stunden erwerbsfähig bin, beziehe ich aufstockend
    Hartz4. Derzeit bin ich in einem 1-Eurojob. In dieser Arbeitsgelegenheit sind lauter Leute mit ganz erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die
    gesundheitlichen Problem reichen von Aids über schwere
    psychische Probleme bis hin zu Multipler Sklerose.
    Alle sind jedoch als 3 Stunden täglich erwerbsfähig eingestuft, und damit als Erwerbsfähige Hartz4-Empfänger.
    Wenn Sie also über die Faulheit der erwerbsfähigen Hartz4-Empfänger herziehen, dann nehmen Sie bitte zur
    Kenntnis,dass dazu auch viele Leute mit schweren gesundheitlichen Problemen gehören.
  7. #496

    Doch

    Zitat von lapje Beitrag anzeigen
    Waren Sie schon einmal bei einer ARGE? Wissen Sie, wie die Menschen dort behandelt werden? Nein? Dann sollten Sie ganz schnell Ihren Mund halten!
    Hallo,

    in einem anderen Artikel (so denn freigeschaltet) schrieb ich von eigenen Erfahrungen mit HartzIV. Und tatsächlich bin ich auch mal angekeift worden (ich hatte nach Fortbildungen in der EDV-Branche gefragt).

    Was habe ich gemacht? Ich habe einen geharnischten Brief an den Amtsleiter geschrieben und auch eine Antwort, per Brief, erhalten. Es wurde sich glaubwürdig (!) entschuldigt und laut Brief mit der betreffenden Sachbearbeiterin ein Gespräch geführt. Danach, was Wunder, lief es gut.

    JEDER hat diese Möglichkeit, JEDER kann und darf sich beschweren, und ich bin sicher, JEDER, der das wortgewandt, höflich und eloquent formuliert, hat damit Erfolg. Wer natürlich rummotzt, fährt voll auf, zu recht. Eigeninitiative war meine Lösung.

    Gruß,
    Eldegar
  8. #497

    Zitat von WHO23 Beitrag anzeigen
    Bei 4 Personen kommen zu den 1.112 € noch die Regelsätze für 2 Personen plus Miete dazu?
    4 (Kinder) x 278 Euro = 1,112 Euro zzgl. der beiden Erwachsenen (2x Regelsatz für Zusammenlebende), plus Miete, plus Heizungskosten...zzgl. Mehrbedarf....
  9. #498

    Zitat von Eldegar Beitrag anzeigen
    Hallo,

    entgegen meiner Art was persönliches, denn auch ich war in den Mühlen der Arge aufgrund betriebsbedingter Kündigung und folgender Arbeitslosigkeit unter HarzIV. HartzIV habe ich freilich nicht bekommen, weil meine Frau 70 € (in Worten: siebzig Euro) zuviel verdiente (es gab danach eine Gesetzesänderung hinsichtlich Krankenkassenbeiträgen, so dass ich nun bei gleicher Lage Anrecht auf HartzIV hätte...damals war es noch anders). Dass wir Abtrag für eine winzige DHH zahlen, hat natürlich keinen interessiert. Lieber die Altersvorsorge (und damit Entlastung für das Alter von mir UND der Gesellschaft) verscheuern sollten wir. Absurd!

    Ich hatte also weniger bekommen (0 Euro) als in der Prä-HartzIV-Ära einer, der niemals auch nur einen Furz in irgendwas eingezahlt hat. HIER, und NUR da, liegt der Fehler von HartzIV, in der Gleichgewichtung der Erwerbsbiographien. 30 Jahre eingezahlt? Egal, Haus verkaufen (Eigentum zu Geld machen) und dann gibt es vielleicht HartzIV. Altersvorsorge bitte auch versemmeln...von daher bin ich immer gegen eine Gleichsetzung von Sozialhilfe und HartzIV gewesen, DAS ist unwürdig.

    Was habe ich gemacht?
    Tatsächlich eine ich-AG gegründet, habe mich damit über Wasser gehalten (das ist nicht in jedem Beruf so gut möglich wie in meinem, das ist richtig). Dabei wie ein Wilder Bewerbungen geschrieben im Umkreis von 80 KM und - oh wunder - nach 13 Monaten wieder eine Stelle gefunden. Das war Ende 2005. Ich bin allerdings immer noch kein Gutverdiener, und kenne beide Seiten der Medaille (meine Frau hat übrigens bei einer Arge gearbeitet, jaja, öffentlicher Dienst. Die arbeiten dort, entgegen vieler Vorurteile, sehr viel. Auch am nachmittag, wenn die Ämter für die Bürger geschlossen sind...).

    Recht gebe ich Ihnen, dass es nicht genug Arbeit gibt, die jedem gefällt. In meiner Ecke voller Baumschulen sind sehr viele polnische Freunde auf den Feldern zu sehen, und zum Thema Spargelstechen gab es in den letzten Jahren auch viele Artikel. Arbeit als solche ist GENUG vorhanden. Ob sie würdevoll ist, mag dahingestellt sein.

    Ich bin sicher, dass die meisten HartzIVler wie ich ohne eigenes Zutun in diese Situation gerutscht sind, und da ist Empathie und Hilfe gefragt. Aber es gibt sie eben auch, die, die nicht wollen, aber können. Denen muss anders begegnet werden.

    Wir sollten daher weder die Arbeitnehmer in einen Topf schmeissen, noch die HartzIV-Bezieher. Denn wer was vorhat im Leben und was erreichen will, für den ist HartzIV eine Frechheit und ein Hemmnis, auch in der Biographie.

    Gruß,
    Eldegar
    Ach ja? UNd was kann bitte der 30jährige, der ein gutes Studium hingelegt, und trotzdem keinen JOb findet dafür, dass er nicht die Möglichkeit hatte zu arbeiten?

    Sie prangern hier die große "Ungerechtigkeit" an, verhalten sich aber selber so!
  10. #499

    Zitat von bauklotzstauner Beitrag anzeigen
    Bei vier Kindern! Hier war aber von einer vierköpfigen Familie die Rede. Haben Kama und Papa keinen Kopf?
    Mathesar hat studiert, Sie müssen schon glauben was er schreibt.


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