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Deutsche Sozialpolitik: Der Hartz-IV-Irrtum

Nirgendwo wird so beständig Mitgefühl mit Sentimentalität verwechselt wie in der Sozialpolitik. Bislang ging das gut. Weil Deutschland ein reiches Land ist.

Jan Fleischhauer: Der Hartz-IV-Irrtum - SPIEGEL ONLINE
  1. #200

    niveaulos

    Oh Mann Fleischhauer, haben sie ihr intellktuelles Pulver bereits derart verschossen, dass sie jetzt wieder mal mit den "dekadenten" HartzIV-Beziehern ein bisschen Applaus beim rechten Spießermilieu erheischen müssen?
    Da weiss man als Forist garnicht wo man anfangen soll. Nur ein Beispiel:
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tatsächlich hat sich die Hartz-IV-Welt vom normalen Arbeitsmarkt weitgehend entkoppelt. In der Berichterstattung findet das kaum Beachtung, dabei ist diese Entwicklung zur Parallelgesellschaft für die Zukunft des Landes mindestens so bedeutend wie das Nebeneinander von Deutschen und Muslimen.
    Nope. Diese Parallelgesellschaft wird medial äussert intensiv dargestellt und sind elementar für das "richtige" Verständis der HartzIV-Politik. PR-Arbeit wie ihr Kommentar, Herr Fleischhauer.:

    Doku-Soaps: Der produzierte Prolet | Kultur | ZEIT ONLINE
    Wirklich traurig, dass SPON sich für derartige niveauarme Verbal-Diskriminierungen hergibt. Wenn HartzIV ausserdem derart bequem für die Betroffenen ist, empfehle ich Herrn Fleischhauer seine Kolumne dranzugeben und sich dem Müßiggang mit einem HartzIV-Regelsatz zu widmen. Da bliebe uns einiges erspart.
  2. #201

    hoffnung

    an vielen stellen hofft man doch sarkasmus zu entdecken - bei der breiten verallgemeinerung der geistigen haltung von "unterschichtangehörigen", eine verallgemeinerung, die man auf eben diesem niveau finden mag; als auch bei der nennung des beispielhaften hartz iv satzes für eine vier köpfige familie.
  3. #202

    Zitat von celsius234 Beitrag anzeigen
    Wenn 10 Menschen auf 9 Stühle müssen bleiben immer 10% stehen.
    Wenn die schnell wechseln, stehen immer noch 10%
    Wenn Sie den 10. beschimpfen, gehts auch nicht besser.
    Wenn Sie das nicht verstehen, Fragen Sie lieber einen Arzt.
    Sie sind also der Meinung des Foristen, dem geantwortet habe, dass in ein ALG2 Empfänger, kein Mitspracherecht in Bezug auf seine Arbeit hat? Er kann sich auch nicht selbst in seinem Traumjob bewerben? Darf er das nicht?

    Die 10% von denen Sie sprechen, sind alle arbeitswillig und auch einsetzbar, also in einem gewissen Rahmen qualifiziert und motiviert? Es scheitert also nur am Angebot?

    Tut mir leid, dass ist Blödsinn.
  4. #203

    Hartz-IV ist soooo super...

    Ich hing selbst im Teufelskreis von Hartz IV. Gerettet hat mich meine Schwester. Von alleine hätte ich es nicht geschafft. Dazu war der Abstand zu einem Normalo zu groß. Man hat schon von weitem gesehen, dass ich Hartz IV-Empfänger war. Ich habe es sogar im Spiegel gesehen. Schon nackt hat man mich erkannt. Angezogen erst recht. Und daran ändern konnte ich nix. Schon von Kindesalter an.
    Ich bin in diesem Sumpf gelandet, weil in der wichtigsten Phase meines Lebens (in der Abizeit) der allerwichtigste und einzig wirklich nahe Mensch in meiner Welt sich das Leben genommen hat. Mein Lehrer hat mir wortwörtlich vor der ganzen Klasse prophezeit in 5 Jahren "einen dicken 100.000 Wagen zu fahren, abbezahlt!". Was wirklich war: Ich hing da, kettenrauchend, übergewichtig, leblos, freudlos und saß 10-15 Stunden am Tag am PC. Faul und fast schon Langzeitarbeitslos. Und ständig nur am Zocken. Je mehr ich zockte, desto weniger musste ich in die deprimierende Hartz-IV Welt schauen. Mein Leben war eigentlich irgendwie zu Ende.

    Ich wollte da zwar immer raus, hab immer wieder gekämpft, aber ständig nur Dämpfer. Absagen, Absagen, Absagen. Ich war Hartz4 und solche Leute wollte man nicht. Das änderte Joggen oder sich mal Solarium zu leisten auch nix dran. Man roch schon, dass ich kein Selbstvertrauen hatte und im Sumpf hing. Die Lücken im Lebenslauf wurde so ausseinandergenommen, dass man sich am Ende nur als Stück Dreck gefühlt hat. Mehr als zuvor. Versuche da raus zu kommen wurden immer wieder auf's Neue bestraft. 400 Euro Jobs (was effektiv ein Stundenlohn von 1-3 Euro ergab) gab's immer wieder mal. Aber übernehmen konnten sie mich eh nicht. Einmal wurde es mir versprochen. Bei der Kündigung aber offen zugegeben, dass es gar nicht erst möglich gewesen wäre. Klasse Aussichten!
  5. #204

    Vielen Dank auch für die tatkräftige Unterstützung

    Zitat von Eros1981 Beitrag anzeigen
    Ich bin 30 Jahre jung, habe noch nie wirklich gearbeitet und im August diesen Jahres feiere ich mein 5-jähriges Hartz4-Jubiläum.
    aller die meinen, Arbeit sei für jeden da und Sie und alle restl. Sozialleistungsbezieher seien die Schmarotzer der Gesellschaft.
  6. #205

    Hartz-IV ist soooo super... II

    Wie gesagt: Mein Leben war irgendwie festgefahren und quasi zu Ende. Ich hab in dieser Zeit Menschen immer beneidet, die mit der Situation klar kamen, "sich mit Hartz-IV eingerichtet" haben. Denn diese konnten wenigstens halbwegs damit Leben. Zumindest nach aussen hin... Ich bezweifle ganz stark, dass es Menschen gibt, die wirklich einfach nur da sitzen wollen und Hartz-IV kassieren wollen. Innerlich muss das einen Menschen zerfressen anderen in die Augen zu schauen und zu sagen, dass man "nix macht". Dann würd ich das ganze doch eher überspielen und so tun als sei man stolz drauf "auf Kosten des Staates zu leben". Das ist wohl besser als meine Variante anderen gar nicht mehr in die Augen schauen zu können und nach Bekannten Ausschau zu halten, damit man ihnen aus dem Weg gehen kann...

    Was mich gerettet hat war nix mehr als Vitamin-B: Meine Schwester hat sich den Allerwertesten aufgerissen und mich in eine Ausbildung gebracht. Sie war im Prinzip meine einzige Chance. Und auch sie kam nur durch ihren Lebensgefährten zu ihrer Ausbildung. Unsere Familie oder was davon über ist sitzt vornehmlich in Polen. Nur wir beide wurden hier geboren und sind hier heim.
    2 Jahre nach dem ersten Versuch klappte es dann bei mir aus Mangel an Azubis auch mit der Ausbildung...

    Nun bin ich mit 29 in der verkürzten Ausbildung (zum ersten Mal hat sich mein Schulabschluss bezahlt gemacht) am Ende des 1. Jahres und hab noch 1 Jahr vor mir. 1 Jahr Zeit um die Leute, die von Anfang an von oben auf mich "Hartz-4-Azubi" runtergeguckt haben immer wieder über meine Fähigkeiten zu überraschen. Jedes Mal auf's Neue überraschen die auch mich, indem sie sich wundern, dass ich was drauf habe. Mittlerweile übernimmt der andere Azubi sogar die Aufgaben von mir, weil es ja doch irgendwie schade ist, wenn ich nicht die wichtigen Aufgaben, die auch Geld einbringen machen kann. Anfangs war das alles mein Ding mit Müll und Lager und so. Soll ich gar nicht mehr. Und der Chef hat sogar Respekt vor mir. Seltsam so plötzlich. Und ich bekomme immer noch 300 Euro Hartz-4. Ich erspare es mir aber das zuzugeben, solange ich mich endlich mal gleichwertig fühle bzw. wenn Leute mich wie nen gleichwertigen behandeln. Das Risiko ist es mir nicht wert und so werde ich bis zum Ende nur von BAB reden. Traurig, dass ich wegen sowas lügen will und muss.

    Die dachten anfangs echt ich bin in ner Mülltonne geboren und hatte als Grundbildung das Mittagsprogramm von Pro7. Weil Hartz-4. So tickt Deutschland. Erbärmlige Hartz-4-er. Schnorrer, Nixtuer. Aber wenn man ihnen mal die Chance geben soll, dass sie aufhören "faul rumzusitzen" und alles, dann tut es keiner. Wieso auch. Sind ja immerhin Hartz-IV-er...
  7. #206

    optional

    Alternative Titel für den Artikel, Herr Fleischhauer:

    Das internationale HartzIVlertum! / Wollt ihr den totalen Sozialkrieg? / Das habe ich von Thilo gelernt!

    Erschreckend sind die Kommentare: Hier sieht man wieder schön, wie die braunen Mitbürger mutig werden und ihre BLIND Parolen gröhlen.
  8. #207

    Zitat von dhanz Beitrag anzeigen
    Nun, wer die Vermittlungsbemühungen der Sachbearbeiterin als "Gekeife" bezeichnet, liefert doch den Beweis für die Richtigkeit dieser Aussage.
    Waren Sie schon einmal bei einer ARGE? Wissen Sie, wie die Menschen dort behandelt werden? Nein? Dann sollten Sie ganz schnell Ihren Mund halten!
  9. #208

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nirgendwo wird so beständig Mitgefühl mit Sentimentalität verwechselt wie in der Sozialpolitik. Bislang ging das gut. Weil Deutschland ein reiches Land ist.

    Jan Fleischhauer: Der Hartz-IV-Irrtum - SPIEGEL ONLINE
    Es gibt immernoch genügend Hartz4-Empfänger die arbeiten wollen.
    Fleischhauer, schaffen sie doch erstmal für diese Jobs. Die jeden Tag suchen, aber nichts finden.
    Wenn für die etwas gefunden wurde, dann...
    ...können wir auch meinetwegen die faulen angehen, die morgens nicht aufstehen können, etc.
  10. #209

    .

    deutschland muesste sich eigentlich wundern warum es nicht von englischen arbeitslosen ueberrannt wird. ein paar bekommt dort 400 pfund plus kaltmiete im monat. fuer zusaetliche 2 kinder wird man dort wohl kaum die 800 pfund ueberschreiten.
    deutschland und frankreich koennen sich gluecklich schaetzen, dass die englischen arbeitlosen kein zusaetzliches geld fuer einen 90 pfund passport haben, um damit das land verlassen zu koennen...








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