Forum


 

Deutsche Helden: Fußball in Schlumpfhausen

Fleißig, lustig, süß: Für die EM wurde ein Boygroup gecastet, bei der jeder Spieler eine ganz bestimmte Image-Funktion übernimmt. So entsteht das Gruppenbild eines dynamischen, modernen und attraktiven Deutschlands, wie sich das Merkel nur wünschen kann.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...837717,00.html
  1. #50

    Ich muss sagen, dass mir dieser Artikel nun so gar nicht gefallen hat.
    Keine der ach so lustigen Pointen hat gezündet, und allein die Feststellung, dass nicht alle Nationalspieler sich genau gleich verhalten und durchaus unterschiedliche Eigenschaften und Attribute haben, die über ihr Spiel hinausgehen macht noch keinen Witz.
    Der Versuch dann, mit diese glorreiche Erkenntnis eine Parallele zu den Schlümpfen zu ziehen ist bestenfalls als ärmlich zu beschreiben.
    Denn würde man versuchen eine Mannschaft aufzubauen, deren Spieler keinen eigenen Charakter haben und außerhalb des Spielfeldes nicht mehr leben, so würde man über kurz oder lang bei einer Mannschaft aus Robotern landen, und die gibt es schon, interessiern aber auch kein Schwein.
    Meine Hochachtung aber davor, dass sie es geschafft haben, die Feststellung, dass nicht alle Nationalspieler gleich sind in einen Artikel zu packen und diesen veröffentlicht zu bekommen.
    Mein Vorschlag für die nächste Kolumne:
    "Deutscher Frauenfußball, auch hier Persönlichkeiten diagnostiziert"
  2. #51

    optional

    das die Dame lustig pointiert schreiben kann steht ausser Frage- aber wofür oder wogegen schreibt sie denn nun? Man kann den Spielern natürlich die entsprechenden Stereotypen überstülpen- aber warum? Ich verstehe irgendwie nicht was Frau Burmester uns mit diesem Artikel sagen will.
  3. #52

    was spricht eigentlich dagegen die deutsche Elf in den Uno Sicherheitsrat aufzunehmen, das ist nen astreiner Diplomatenkader mit Gespür für die menschlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, soviel Rechtschaffenheit, Liebenswürdigkeit und Weisheit hat die Welt gar nicht nötig wie diese Jungs faehig waeren zu geben, vergesst den verdammten Fussball, der war doch sowieso niemals zu mehr nutze als sich gesellschaftlich völlig ungeaechtet das alltagsverklumpte Blut mit einer glückspendenden Gersteninfusion ein wenig verdünnen zu dürfen und sich im Anschluss auch noch mit einem heissen Strahl prickelndem Patriotismus einzuschiffen zu können.
  4. #53

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fleißig, lustig, süß: Für die EM wurde ein Boygroup gecastet, bei der jeder Spieler eine ganz bestimmte Image-Funktion übernimmt. So entsteht das Gruppenbild eines dynamischen, modernen und attraktiven Deutschlands, wie sich das Merkel nur wünschen kann.

    Silke Burmester: Ein EM-Team wie aus Schlumpfhausen - SPIEGEL ONLINE
    Ein trefffender Artikel. Ein Wayne Rooney Charakter hätte in unserer Mannschaft keine Chance.
    Vielen Dank, Laber - Schlumpfine!
  5. #54

    Das hat aber lange gedauert...

    Bei der EM denken viele, tief in den Menschen blicken zu können. Wörter wie Spaß, Gelassenheit, Einfach mal nach dem Arbeitstag aus sich herausgehen, kennen viele Tiefblicker da nicht. Es mutet einfach nur obszön, wenn man selbst mal wieder depressiv in seiner dunkeln
    Ecke sitzt und sich Gedanken macht, wie man die Welt verbessern kann bzw. wie man attraktiv auf das andere Geschlecht wirkt und die Menschen kleiden sich einfach schwarz-rot-gold und haben Spaß.
    Man kann aber auch bei EM-Kritikern meist sehr tief - ja, bis zum Boden - blicken.
    Das dümmste an dem Text ist, dass man so tut, als würden sich die Spieler ihre Rolle selbst aussuchen. Das ein Boateng nicht mehr das machen darf, was ich in seinem Alter ständig gemacht habe, ohne gleich ein Stigma verpasst zu bekommen, ist schon traurig.
    Gomez sollte wahrscheinlich arroganter werden - aber dann wäre er ja auch unten durch - so gesehen ist es egal was er macht - wenn der Text geschrieben werden
    muss, findet man was. Und es fällt auch nicht ein, die bunte Presse zu kritisieren, die genau diese Stigmas in die Welt setzt. Es ist schon ein großes Verbrechen von Mario Götze, dass er mit 18 noch keine Falten, Hackennase und Vollbart hat. Für so eine Unverschämtheit, hätte ihn ein kritischer Gesellschaftsdenker sicher zu Hause gelassen - als Strafe.
    Lahm macht auch das einzig richtige. Er fährt zur EM um Fußball zu spielen und schon wird man mit der Politik konfrontiert. Weil ein toller Fußballspieler muss
    ja auch mehr Ahnung von Politik haben, als ein Stammtischphilosoph. Versuchen Sie es doch mal damit: Der eine ist sensible, der andere langweilig,
    der dritte ist schwul, der nächste etwas aufgedreht - so heterogen wie die Gesellschaft nunmal ist mit dem Unterschied, dass sie im Gegensatz zu uns
    gut Fußball spielen können. Ist zwar nicht lustig, aber erfundene Klischees sind meines Erachtens auch nicht so lustig.
    Das gleiche gilt für Gesellschaftskritik. Die Zeiten, in denen man finanziell überlegen sein wollte sind vorbei. Heute geht es darum, besonder kulturbewandt zu sein um dann
    auf die dummen Idioten vor den Fernsehschirmen herabmotzen zu können, die zusehen, wie 22 Leute einem Ball hinterher rennen - als ob anderer Sport komplexer wäre.
  6. #55

    richtig..

    Zitat von spiegelgabel Beitrag anzeigen
    Entgegen weitverbreiteter Meinung dienten die Gladiatorenspiele weder der Erbauung der Damenwelt durch das Zurschaustellen freier Oberkörper, austrainierter Waden oder der neuesten Frisur; noch dienten sie als Laufsteg für publicitygeile Römer.

    Es geht ging einfach nur um die Fähigkeit, einen Gladiator in ein oder zwei Teile zu hauen oder zu köpfen.

    Haha..
    Fußballer sind moderne Gladiatoren, richtig. Und auch damals ging es in erster Linie um den Kampf, also um den "Sport" wenn man so will. Brutal und menschenverachtend sicherlich, aber Rom war ein Militärstaat, der ständig irgendwo Krieg führte.
    Kämpfen mit dem Schwert war also eine wichtige Tätigkeit.

    Sicher wurde auch damals schon über die Vorzüge der Athleten fachgesimpelt, nicht anders als heute. Und ganz bestimmt gab es damals schon nervende Gladiatorenfrauen, die das Event benutzten...
  7. #56

    Danke

    Zitat von prüderiegegner Beitrag anzeigen
    "Kund tun"? Liebe Frau Burmester, derartige Fehlkonstruktionen resultieren aus der Übergeneralisierung des unsäglichen Schwachsinns, mit dem wir alle seit ein paar Jahren seitens der Medien überzogen werden und der sich "Rechtschreibreform" nannte. Ernsthaft: warum machen so Viele bereitwillig bei diesem gemeinschaftlichen Mord an der deutschen Sprache" mit? Und warum ebenfalls "Der Spiegel"? Eine weitere Form des Sichabschaffens dieser Nation? Sowas muß man doch nicht noch fördern! Frau Burmester, das Verb lautet nach wie vor "kundtun"!
    Danke, daß es tatsächlich noch Menschen gibt, denen diese katastrophale neue Schreibung Bauchschmerzen bereitet. Und dabei hat der Spiegel ja noch eine vergleichsweise konservative Version.








TOP



TOP