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Deutsche in den USA: "Glaub an dein Ziel"

Manchmal geht es ganz schnell mit dem Job in den USA. Ein Animations-Spezialist aus Leipzig fand über ein Praktikum eine feste Stelle. Eine Musikerin setzte alles daran, Auftritte zu bekommen. Beide kommen in New York gut zurecht und erzählen, worauf Einsteiger achten sollten.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...763969,00.html
  1. #20

    my five cents worth

    Die USA sind ein Land mit mit unglaublich grossen oertlichen Unterschieden, was Kultur, gesellschafliche Gewohnheiten und auch die so oft zitierte "Gewaltkultur" oder "veraltete" Infrastuktur oder auch das U-bahn System betrifft. Verallgemeinerungen wie ich sie so oft lese sind schlicht und einfach falsch. Ich lebe seit 33 Jahren in den USA, New Orleans, Boston, Atlanta, New Jersey, jetzt im Nordwesten, weiss also wovon ich spreche.
    Ich wollte Chirurgin werden so lange ich mich erinnern kann, aber wurde, genauso lange in Deutschland nur ausgelacht, als Frau. Dann absolvierte ich waehrend des Medizinstudiums mehrere Praktika in den USA und hatte daraufhin von den USA schon mehrere Angebote zur Facharztausbildung in der Tasche, noch vor dem Staatsexamen und dem (ehrlich erworbenen) Doktortitel. Ich habe es bis zur Professorin gebracht und lebe heute in einem Staat, der als Paradies fuer Radfahrer gilt, recycling ist fast 100%, und zwar gemischt Papier, Metall, Kunstoff, Glas alles zusammen in einer Tonne,gehoert zur Muellabfuhr und wird woechentlich abgeholt. Der Restmuell ist sehr wenig, da die meisten kompostieren. Organische Lebensmittel gibt es vom Billigladen ueber die zahllosen Samstag- und Strassenrandmaerkte bis zum Feinkostpalast zu kaufen. Gruen-und Niedrigenergiebauen ist mainstream und einfach zu machen und bringt Steuervorteile. Wir haben ein ausgebautes Netz von Wanderwegen und Laufpfaden und sind von Naherholungsgebieten umgeben, an "Outdoor" Paradies. Das gesellschaftliche Motto in meiner Stadt ist leben und leben lassen, je "weirder" desto besser. Dresscode gibt es fuer mich keinen. Das oeffentliche Verkehrssystem hier in der Stadt ist hochmodern und wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Ach ja und ich bin mit einem dieser "faschistischen" Polizisten verheiratet, und schon seit ueber 20 Jahren, als "independent". Urlaub habe ich 5 Wochen im Jahr.
    Zuckerschlecken war es keines, in den Schoss gefallen ist mir nix, und auch heute ist das noch nicht so. Ich habe 2 Fachaertze und muss beide Facharztpruefungen alle 10 Jahre wiederholen. Fortbildungseinheiten sind teuer, aber Pflicht, um die Praxislizenz und die Anstellung am Krankenhaus aufrechtzuerhalten.
    Ich arbeite durchschnittlich 60 Stunden pro Woche, bezahlt werde ich fuer 40, Bereitschaftsdienst wird nicht extra verguetet, auch Forschung, Lehrtaetigkeit oder administrative Leistungen nicht. Machen muss man das trozdem und bekommt dann einmal pro Jahr einen "Performance Pay" also einen Bonus von hoechstens $ 15 000 vor Steuern. Krankenversicherung und Rentenversicherung sind im Gehalt miteinbegriffen, muss aber von mir mitfinanziert werden. Zusaetzlich kann ich bis zu $ 16000 pro Jahr an Rentenbeitraegen leisten, die vor Steuern in monatlichen Raten von meinem Gehalt abgezogen werden, bis zu $5000 werden die Beitraege vom Arbeitgeber 1:1 aufgestockt.
    Diese Lohn-und Arbeitsbedingungen gelten fuer alle, nicht nur fuer die gehaltsmaessig besser Gestellten.
    So wie es in Deutschland das Ruhrgebiet, Neukoelln und den Schwarzwald gibt, ist Amerika ein ausgesprochen buntes vielfaeltiges Land, und bieten tut es fuer fast jeden etwas. Es ist far from perfect, aber es stimmt, wenn man seinen Traeumen folgt, rennt man sprichwoertlich auch heute noch offene Tueren ein.
    Und deshalb lieber Spiegel, vielen Dank fuer diesen exzellenten Beitrag, und liebe Foristen bitte seien Sie vorsichtig mit Verallgemeinerungen, besonders wenn sie ausgesporchen negativ sind.
  2. #21

    Künstlervisum ohne Problem.

    Ich möchte diesem Artikel, vor allem bezüglich der "Jazzmusikerin" etwas ergänzen.
    Ich selbst habe in den 90'ern ein Vollstipendium für die renommierte Berklee School of Music erhalten. Dies ist wirklich recht rar. Darauf war es möglich, ein Jahr "Pracical Training" Status, ein Jahres Visum zu erhalten. Ich habe diese Zeit genutzt um in New York Jazz zu spielen. Die Liste der Musiker, mit denen ich zusammenarbeiten durfte ist um einiges abendfüllender als die von Frau Orni, namedropping wäre jetzt etwas am Thema vorbei.
    Dann war es an der Zeit, das beschriebene Künstlervisum zu beantragen. Ich mußte von meinen Mitmusikern, sorry jetzt doch namedropping, zB Lionel Loueke, Massimo Biolcati uva erfahren, daß sie, die zB in Herbie Hancocks fester Band arbeiten, über einen Immigration Lawyer, einen Einwanderungs Anwalt den entsprechenden Antrag stellen mußten.
    Dies kostete damals mindestens um die 2500 US Dollar.
    Ist das jetzt UMSONST?
    Ich habe von der Frau noch nie was gehört.
    Adel?
  3. #22

    Als Künstler

    ist es ja verständlich, wenn man in anderen Ländern arbeiten möchte. Es ist nun einmal unbestritten, dass die internationale Erfahrung den Horizont erweitert.
    Unklar ist mir jedenfalls, warum der SPIEGEL diese Serie veröffentlicht. Auch wenn New York sicherlich eine faszinierende Stadt ist, aber Paris, Rom oder London sind das auch. Gleichgültig was die einzelnen antreibt, in die USA auszuwandern oder nur um dort Erfahrungen zu sammeln, Tatsache ist und bleibt, dass das Land letztlich ein Ausbeuterland ist. Es hat seine wirtschaftliche (Noch-)Vormachtstellung auf dem Rücken der Sklaven, der armen Einwanderer zuerst aus Europa und dann aus Latainamerika und Asien erworben.

    Die Grundeinstellung des Landes wird es in den nächsten Jahrzehnten in die zweite Reihe in der Welt relegieren (auch nach Aussage des ehemaligen Präsidenten Clinton). Das Leute als Spitzenpolitiker hohe Ämter bekleiden und beispielsweise eine Reform des Krankenversicherungssystems als ´Armageddon´ bezeichnen, bestätigt überdeutlich diese Grundeinstellung.

    Das Land ist interessant, aber als Arbeitsstätte nicht zu empfehlen. Wie überall, bestätigen auch hier die Ausnahmen die Regel.
  4. #23

    Als Künstler

    ist es ja verständlich, wenn man in anderen Ländern arbeiten möchte. Es ist nun einmal unbestritten, dass die internationale Erfahrung den Horizont erweitert.

    Unklar ist mir jedenfalls, warum der SPIEGEL diese Serie veröffentlicht. Auch wenn New York sicherlich eine faszinierende Stadt ist, aber Paris, Rom oder London sind das auch. Gleichgültig was die einzelnen antreibt, in die USA auszuwandern oder nur um dort Erfahrungen zu sammeln, Tatsache ist und bleibt, dass das Land letztlich ein Ausbeuterland ist. Es hat seine wirtschaftliche (Noch-)Vormachtstellung auf dem Rücken der Sklaven, der armen Einwanderer zuerst aus Europa und dann aus Latainamerika und Asien erworben.

    Die Grundeinstellung des Landes wird es in den nächsten Jahrzehnten in die zweite Reihe in der Welt relegieren (auch nach Aussage des ehemaligen Präsidenten Clinton). Das Leute als Spitzenpolitiker hohe Ämter bekleiden und beispielsweise eine Reform des Krankenversicherungssystems als ´Armageddon´ bezeichnen, bestätigt überdeutlich diese Grundeinstellung.

    Das Land ist interessant, aber als Arbeitsstätte nicht zu empfehlen. Wie überall, bestätigen auch hier die Ausnahmen die Regel.
  5. #24

    ...

    Zitat von elli1965 Beitrag anzeigen
    ... ich persönlich ziehe jedenfalls die europäische Mentalität vor. Dies betrifft sowohl die soziale Absicherung von Arbeitnehmern, die Trennung von Religion und Staat als auch das weniger ausgeprägte Sendungsbewusstsein der Europäer. .
    Faszinierend. Trennung von Religion und Staat? Ist sicherlich nirgendwo so ausgepraegt wie in Amerika. Ich hab hier noch niemanden getroffen, der nicht 100% verinnerlicht haette, dass Religion eine private Angelegenheit ist. Und Trennung von Religion und Staat heisst ja nicht, dass Religion nicht existent ist und Teil des oeffentlichen Gespraechs ist.

    Und dass Europaeer nicht mit "Sendungsbewusstsein" daherkaemen, halte ich auch fuer ein Geruecht. Wobei das erst mal nichts schlimmes an sich ist. Wobei ich schon oft erschuettert ueber den Inhalt bin.

    Aber eines Tages wird mir mal jemand erklaeren koennen, was eigentlich die "soziale Absicherung von Arbeitnehmern" ist.
  6. #25

    ...

    Zitat von marvinw Beitrag anzeigen
    Könnte sein dass es in USA regional anders sein kann
    Genau das war mein Punkt. Natuerlich ist es regional verschieden, denn all dies wird i.d.R. von den Buergern per Wahl entschieden. Dass pauschal alle Hotels veraltete Ausstattung haben ist auch nicht richtig, da haben Sie vermutlich nur die falschen besucht.
  7. #26

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    ...Dabei hat man nicht den "Vorteil" zwei Weltkriege angezettelt zu haben, nach denen hinterher alles kaputt war und man (auch auf Amerikas Kosten) nochmal von vorne anfangen konnte...
    Erstmal zur Klarstellung - ich habe Verwandschaft in den USA.
    Genauergesagt in AK - Anchorage, dort selbsständig seit Jahrzehnten.

    Aber der Hauptgrund ist der obige Auszug, der die Tatsache ja etwas beschönigt darstellt.
    Der Marshall-Plan auf welchen der (in den USA lebende Forist) anspielt wurde für EUROPA entwickelt und das Geld und die Mittel wurden über das gesamte Gebiet der Allierten verteilt, nur unter der Prämisse, dass diese Länder dann später auch den USA wohlgesonnen sind und auch eine gewisse Abhängigkeit haben und so nicht den "bösen Kommunisten" in die Arme laufen.
    Denn bereits etwas früher begann die damalige UdSSR in ihrem "eroberten" Bereich auch das "Füllhorn" und die "Wohltaten" des "Roten Bruders" zu verteilen.

    Zudem brauchte in den USA nach dem 2. Weltkrieg so gut wie nichts wieder aufgebaut werden, da die USA selbst, kaum im eigenen Land Kriegsschäden und Opfer zu beklagen hatten.
    Pearl Harbour (Hawaii) gehörte damals noch nicht zu den Staaten. Daher bestand auch kein Grund das "Land" neu aufzubauen.
    Die beiden letzten Staaten waren Alaska 3. Jan. 1959 (49. Bundesstaat) und danach Hawaii 21. August 1959 (50. Bundesstaat).
  8. #27

    -

    Zitat von Hubert Rudnick Beitrag anzeigen
    ..., denn in der Realität sieht alles ganz anders aus.
    Ach Rudnik, Sie doch über Pusemuckel (Nirgendwo) noch nie hinausgekommen. Wie wollen Sie das beurteilen?
  9. #28

    Im Westen ist's am besten

    Zitat von Hosterdebakel Beitrag anzeigen

    Aber der Hauptgrund ist der obige Auszug, der die Tatsache ja etwas beschönigt darstellt.
    Der Marshall-Plan auf welchen der (in den USA lebende Forist) anspielt wurde für EUROPA entwickelt und das....
    Und? Wo ist da das Problem? Als jemand, der in Westdeutschland geboren wurde, bin ich dafuer sehr dankbar. Aber darum gings ja gar nicht, sondern um diese albernen Aussagen zur "Infrastruktur", die bei diesen Diskussionen (direkt nach dem "Urlaubsproblem" und der angeblich schlechten Krankenversicherungslage) immer sofort kommt.

    Zitat von Hosterdebakel Beitrag anzeigen
    Zudem brauchte in den USA nach dem 2. Weltkrieg so gut wie nichts wieder aufgebaut werden, da die USA selbst, kaum im eigenen Land Kriegsschäden und Opfer zu beklagen hatten.
    Pearl Harbour (Hawaii) gehörte damals noch nicht zu den Staaten. Daher bestand auch kein Grund das "Land" neu aufzubauen.
    Die beiden letzten Staaten waren Alaska 3. Jan. 1959 (49. Bundesstaat) und danach Hawaii 21. August 1959 (50. Bundesstaat).
    Eben. Darum stoer ich mich auch nicht daran, hier in meiner jetzigen Heimat taeglich mit einer der aeltesten U-Bahnen der Welt zu fahren. Ist es mitunter etwas frustrierend, dass einige der aeltesten Abschnitte nur sehr schwer und fuer viel Geld auf einen neuen Stand zu bringen sind? Durchaus. Allerdings nicht so frustrierend, wie die Tatsache, dass der Laden immer noch in kommunaler Hand - und damit im Wuergegriff der Gewerkschaften ist.

    Das sind aber unsere internen Kleinigkeiten, mit denen man sich hier rumaergern kann. Mit dem Kopf schuetteln kann ich dann aber immer nur, wenn irgenwelche Schlauberger dann sowas sehen oder mal von gehoert haben und dann gegen Privatisierung und boesen amerikanischen Turbokapitalismus wettern. Dabei herrschen bei kommunalen Betreibern (also die Leute, die hinter dem stecken, was man als oeffentliche Infrastruktur darstellt) oft eher roemisch-griechische Verhaeltnisse mit unkuendbaren Positionen, Mehrfachpensionen fuer Mittvierziger, horrende Gesundheitskosten, keine Konkurrenz - und zumindest hier in Massachusetts eine seit Jahren regierende Clique von teils korrupten Einheitspartei-Apparatschiks (uebrigens Democrats), die darueber schuetzend die Hand halten und die der Waehler irgendwie nur sehr schwer los wird. Aber wir arbeiten dran.
  10. #29

    Uns gehts gut in den USA

    Immer diese Meckerei und Besserwisserei. Ich habe 30 Jahre in Deutschland gewohnt, wo ich meine Groschen in der Fabrik verdienen musste, war so wenig das ich mir knapp eine 1-Zimmerwohnung und kein Auto leisten konnte. In Norwgen habe ich 14 Jahre gewohnt- wo ich beste Ausbildungshilfen bekommen habe- aber dann keine Arbeit bekam. War eben aus dem selben Land wie Adolf.. selbst wenn ich sehr hart versucht habe meinen deustchen Akzent herauszuwaschen ! Mit meiner Ausbildung als Techniker habe ich in 14 Jahren keinen Technikerjob bekommen ! Habe hunderte Bewerbungen herausgeschickt .. Dann USA- was mir endlich ein Leben geboten hat das wuedrig war. Gut bezahlte Arbeit, kein Rasismus !, und wenig Steuren. Lebe gut von meinem Einkommen, habe ein komfortables Haus mit 3 Schlaf-/2 Badezimmern, einen Nissan Frontier und einen Toyota RAV und habe 2 mal im Jahr Urlaub ! Ich arbeite hart dafuer und wir haben Probleme um unser Land besser zu machen- wie ueberall auf der Welt. Aber wenn ich gefragt wuerde wo ich am liebsten wohnen wuerde brauche ich keine Sekunde zu ueberlegen . USA ! Ich weiss ,die Besserwisser werden mich jetzt kreuzigen- gibt doch immer Leute die meinen alles Besser zu wissen . Ich weiss eben was ich aus Erfahrung weiss.








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