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Deutsche in Barcelona: Wohlfühl-Migranten in der Existenzkrise

SPIEGEL ONLINESo hip, so kreativ: Während des Booms zogen viele Deutsche in die Trend-Metropole Barcelona, um sich selbst zu verwirklichen. Dann stürzte die spanische Wirtschaft ab - und für die Zugewanderten steht plötzlich viel auf dem Spiel.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...816386,00.html
  1. #60

    Spanischer Dialekt?

    Zitat von gkbcn Beitrag anzeigen
    Stimmt genau, ich habe kein eigentliches problem mit Katalan, verstehe es, habe in meinem Büro 4 katalanische Mitarbeiter, mein Büropartner ist es auch, ich spreche auc die ganze Zeit Englisch, Französisch und Deutsch. Aber es ist die Stimmung die sich hier verändert hat mit der ganzen "positivien Diskriminierung" des Castellanos, auf jeden Fall wird es so hier bezeichnet(!). Und für Firmen ist es wirklich ein Chaos, Theater gibt es auch fast nur noch in Katalan, etc... Man stelle sich vor auf einmal müssen alle Kölsch reden und schreiben, alle Kinder nur noch Kölsch in der Schule haben weil sonst die lokale Kultur stirbt. Weiss nicht, die deutsche Sprachreform hat noch keinen Dialekt in Deutschland gekillt und Bayern ist immer noch Bayern, und Hamburg ist immer noch Hamburg. Die Leute sind alle sehr nett und offen, auf jeden Fall bis es zur Heirat kommt, dann wird zuhause gegessen! ...Ein schweres Thema, bei dem es kein Richtig und kein Falsch gibt.
    Obwohl Sie es ja auch wissen (müssten), sei es noch einmal gesagt: Katalanisch ist kein Dialekt des Spanischen, sondern eine eigenständige romanische Sprache mit allem drumherum, inklusive seinen eigenen Dialekten (z.B. Mallorquinisch).
    Der Verwandtschaftsgrad mit dem Spanischen ist in etwa wie der des Portugiesischen -und Portugiesisch für Sie kein spanischer Dialekt (sagen Sie das mal einem Portugiesen oder Brasilianer).
    Also, ein bisschen mehr Respekt für die Kultur Ihrer Gastgeber, und lassen Sie bitte die Finger vom unpassenden Kölsch-Vergleich.
    Kein Wunder, dass sich die Katalanen von Madrid abwenden. Im eigenen Staat wären Sie wie die Niederländer - nicht einmal ein Deutscher würde sich in Amsterdam darüber beschweren, dass die Gastgeber partout kein Hochdeutsch sprechen wollen.
  2. #61

    Zitat von CampoViejo Beitrag anzeigen
    Diese sogenannten "Kreativen" (substituierbar mit: "irgendwas mit Medien", "Designer", "Autoren" etc.), die glauben, dass das Tragen von Nerd-Brillen, Skinny-Jeans und Vollbärten (übrigens sowas von 2009!) stelle an sich schon eine Leistung dar, kommen nun in's Jammern? Mal aufwachen, Leute! Erfolg in kreativen Berufen hat man ausschliesslich durch härteste Arbeit und nicht durch dümmlich spät-pubertäres Lifestyle-Getue. Und meine Güte, dieser ganze Hype um "hippe Städte". Es gibt eine ganze Menge grundsolider kleiner und mittelgrosser Unternehmen (gerade in D, A, CH), die tolle Dinge produzieren und in der "Provinz" ansässig sind. Muss also nicht immer eine überteuerte Grossstadt sein.
    Darf ich Sie, verehrteste Alte Rebe zitieren mit dem Satz: "Vollbärte sind sowas von 2009"? Ja? Danke!
  3. #62

    Zitat von Anaconda Beitrag anzeigen
    Ja. Und im Gegensatz zu Deutschland ist es hier viel einfacher, sich fuer einen Informatik-Job zu bewerben. Keiner hat mir Zeugnisse verlangt, das Unidiplom wurde mir nur einmal verlangt bei ungefaehr 20 Vorstellungsgespraechen. Und das Verhaeltnis Bewerbung - Vorstellungsgespraech lag zirka bei 3 zu 1. Ich konnte relativ schnell einen Job finden, obwohl ich Auslaenderin bin und am Anfang auch die Sprache nicht richtig verstand, dafuer aber relativ gute technische Kenntnisse hatte bzw. habe. Zu den ersten Gespraechen ging ich sogar mit dem Woerterbuch in der Tasche.
    Und die Stadt ist nicht nur Hype. Es ist eine schoene, lebendige Grossstadt mit jungen und weltoffenen Einwohnern. Ich fuehle mich hier zu Hause und bereue es gar nicht, Deutschland verlassen zu haben.
    Durch die Wirtschaftskrise dürfte Barcelona wohl endgültig den Spitzenplatz der grössten Dichte an sich selbstverwirklichenden und Crinkle-Schal tragenden Mediendesignern an Köln und Berlin endgültig verloren haben.
  4. #63

    Auch...

    Zitat von gkbcn Beitrag anzeigen
    Theater gibt es auch fast nur noch in Katalan, etc... Man stelle sich vor auf einmal müssen alle Kölsch reden und schreiben
    ... Ihnen sei geraten, sich einmal mit der jüngeren Geschichte Spaniens auseinanderzusetzen.
    Catalán ist im übrigen KEIN Dialekt wie das von Ihnen erwähnte Kölsche, sondern eine SPRACHE.

    Im übrigen eine der in der spanischen Verfassung festgehaltenen LANDESsprachen auf der Halbinsel.

    Und wenn Sie nun noch den Hinweis mit der Auseinandersetzung mit spanischer Geschichte des 20. Jhts. ernstnehmen, wissen Sie auch, WARUM die Katalanen so großen Wert auf ihre Sprache legen.
    Erst informieren, dann posten!
  5. #64

    iVaya!

    Zitat von huelin Beitrag anzeigen
    Der katalanische Nationalismus nervt total. Viele tragen ihn wie eine Ideologie vor sich rum, und immer mit erhobenem Zeigefinger. Und dann diese Aversion gegen Spanien, über 30 Jahre nach Franco - und das, obwohl in keinem Land der Welt die Minderheiten mehr Rechte haben als in Spanien.
    Informieren Sie sich einfach mal ein wenig über spanische Geschichte (zumindest der des 20. Jhts.), vielleicht fangen Sie dann ja an zu verstehen. Und können sich selbst solch peinliche Aussagen wie "katalanen als Minderheit in Spanien" künftig ersparen.

    Ach, und Ihr empörtes "30 Jahre nach Franco": Schauen Sie mal in den Osten D's – 22 Jahre nach Mauerfall…
  6. #65

    Zitat von Lektorat Berlin Beitrag anzeigen
    ... Ihnen sei geraten, sich einmal mit der jüngeren Geschichte Spaniens auseinanderzusetzen.
    Catalán ist im übrigen KEIN Dialekt wie das von Ihnen erwähnte Kölsche, sondern eine SPRACHE.

    Im übrigen eine der in der spanischen Verfassung festgehaltenen LANDESsprachen auf der Halbinsel.

    Und wenn Sie nun noch den Hinweis mit der Auseinandersetzung mit spanischer Geschichte des 20. Jhts. ernstnehmen, wissen Sie auch, WARUM die Katalanen so großen Wert auf ihre Sprache legen.
    Erst informieren, dann posten!
    ...kenn ich alles, keine Sorge, alles durch nächtelange Gespräche erörtert und versucht zu verstehen. Sie haben recht, es ist vielleicht ungeschickt einen Vergleich mit Kölsch anzustellen. Aber ich empfinde hier nunmal genau das gleiche wie als ich nach Köln zog, da habe ich am Anfang auch nichts verstanden. Zum anderen um zu verdeutlichen das es keiner Regulierung von oben bedürfen sollte un braucht um eine Sprache am leben zu erhalten, deswegen der Vergleich. Das katalanische hat auch schon vor Franco viele Jahrhunderte trotz Verbote etc überlebt.

    zur Info:

    Kölnisch:
    ist die nach Sprecherzahl größte Variante des Ripuarischen und des Zentralripuarische.

    Ripuarisch: auch Ripwarisch oder Nordmittelfränkisch (Eigenbezeichnung: Ripoarėsch oder einfach Platt) – ist eine kontinentalwestgermanische Dialektgruppe... Sprachgeschichtlich wie phonetisch am nächsten verwandt ist das Limburgische. Das ist eine in Nordbelgien und der südostniederländischen Provinz Limburg sowie einem schmalen Streifen von Heinsberg bis zum Niederrhein in Deutschland verbreitete niederfränkische Varietät. Diese genießt in den Niederlanden den offiziellen Status als Minderheitensprache nach der EU-Charta.

    Minderheitensprache:

    Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen vom 5. November 1992 definiert den Begriff als von einer Minderheit in einem Staatsgebiet gebrauchte Sprache, die sich von der Amtssprache unterscheidet und weder ein Dialekt, noch die Sprache von Zuwanderern ist. Die Charta unterscheidet nicht zwischen Minderheiten- und Regionalsprachen, wissenschaftlich werden die ersteren oft jedoch ethnisch bestimmt, letztere über die regionale Verbreitung. Oftmals überschneiden sich beide Kriterien aber.
  7. #66

    Zitat von hadroncollider Beitrag anzeigen
    "Nach einen Streik ging es abwärts" - so ungefähr wird das Erleben eines Spanienmigranten geschildert. Nicht untypisch. Auch in Deutschland meinen ja viele, Protest gegen die Unternehmer, "Kapitalismus" und Erfolg-Reichtum - ausgerechnet -, sei nicht arbeitsplatzvernichtend, sondern arbeitsplatzschaffend. Aber in Deutschland haben wir die Streikwut des Wutbürgers am erfolgreichsten niedergehalten, weshalb wir auch die erfolg-reichsten sind.

    Die Zusammenhänge versteht eigentlich jedes Kind. Wir können einfach am Stimmenanteil der SED ablesen, wie gut es uns demnächst geht.
    gottseidank gibt es auch Leute die ihre Logik nicht verstehen, ansonsten wären Stundenlöhne von 50 Cent an der Tagesordnung und solche Gedanken wie die ihren müssten sich vor marodierenden Banden in Sicherheit bringen.
  8. #67

    Beziehe Titel von externen Links automatisch

    Zitat von gkbcn Beitrag anzeigen
    Stimmt genau, ich habe kein eigentliches problem mit Katalan, verstehe es, habe in meinem Büro 4 katalanische Mitarbeiter, mein Büropartner ist es auch, ich spreche auc die ganze Zeit Englisch, Französisch und Deutsch. Aber es ist die Stimmung die sich hier verändert hat mit der ganzen "positivien Diskriminierung" des Castellanos, auf jeden Fall wird es so hier bezeichnet(!). Und für Firmen ist es wirklich ein Chaos, Theater gibt es auch fast nur noch in Katalan, etc... Man stelle sich vor auf einmal müssen alle Kölsch reden und schreiben, alle Kinder nur noch Kölsch in der Schule haben weil sonst die lokale Kultur stirbt. Weiss nicht, die deutsche Sprachreform hat noch keinen Dialekt in Deutschland gekillt und Bayern ist immer noch Bayern, und Hamburg ist immer noch Hamburg. Die Leute sind alle sehr nett und offen, auf jeden Fall bis es zur Heirat kommt, dann wird zuhause gegessen! ...Ein schweres Thema, bei dem es kein Richtig und kein Falsch gibt.
    Ja so habe ich auch mal gedacht.. Aber wenn man sich mal etwas informiert merkt man:

    1) Katalanisch ist nachgewiesen älter als Spanisch
    2) Es erfüllt alle Voraussetzungen einer Sprache und ist kein Dialekt
    3) Das "Land" wurde seit dem Anfang des spanischen Bürgerkriegs stetig unterdrückt (das sind mehr als 40 Jahre)


    Un da wundern Sie sich, dass man da jetzt ein Fass aufmacht?
    Ob es manchmal übertrieben ist und nervt? - Ja. Aber sollte man doch zumindest mal schauen was dahinter steckt. Oder halt nicht posten.
  9. #68

    Der Fallschrim bleibt aufgespannt

    Zitat von guteronkel Beitrag anzeigen
    Wie darf ich das verstehen? Ist es nicht eher so, dass diese ach so hippen, erfolgsverwöhnten Yuppies sich entschlossen haben, ihr Glück in Barcelona zu suchen. Sie haben es dort auch gefunden. Soweit - so gut. Doch jetzt ist die Sommerzeit vorbei, und der Winter steht vor der Tür. Jetzt erinnert man sich an die Heimat. Das ist ja schön. Als es denen gut ging, verschwendeten diese Schmarrozer keinen Gedanken an unser Sozialsystem, aber jetzt, in eisigen sozialen Kälte der wirtschaftlichen Depression, fällt denen ein, dass es in der BRD ein Sozialamt gibt. Ich für meinen Teil würde diesen Leuten eine Stelle am Meer zeigen. Da könnten die dann ins Wasser gehen.
    Mein Cousin lebt seit 20 Jahren und mittlerweile Ehefrau und 2 Kleinkindern in Florida. Was glauben Sie, hat der alles angestellt, um die amerikanische Staatsbürgerschaft zu bekommen und sich den Traum von der unbegrenzten Weite und dem American Dream zu erfüllen.

    Jetzt, mit hart auf die 50 zugehend, in größten Existenzkämpfen, ist ihm auch eingefallen, welche unbestreitbaren Vorteile die ehemalige Heimat bietet. Noch geht es gerade so, aber wenn die Kinder alt genug sind, will er mit seiner Familie nach D zurück. Das amerikanische Schulsystem will er ihnen dann doch nicht zumuten. Dazu kommt noch, dass es sich für alle günstiger rechnet, wenn ein Familienmitglied krank wird.

    Ich höre übrigens in der letzten Zeit, dass Ärzte, die nach GB "ausgewandert" sind, wieder in D sind, und ähnliche bezeichnende Beispiele. Ich glaube nicht, dass das Gras irgendwo grüner ist.
  10. #69

    Ich lebe schon 16 Jahre in Spanien und in Barcelona moechte ich nicht tot uebern Zaun haengen.Mir reicht es schon wenn ich da mal mit,n Auto durch muss. Wo bitte ist da Lebensgefuehl ?


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