ProSiebenBierdosen klauen, Sanitäterinnen klarmachen: Der ProSieben-Film "Willkommen im Krieg" verpflanzt die Pubertäts-Klamotte ins Krisengebiet. Könnte einen kaltlassen - wäre da nicht der Krieg in Afghanistan, meint Omid Nouripour, Sicherheitsexperte der Grünen im Bundestag.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,825702,00.html
....Vieles wirkt unrealistisch. Hauptgefreiter Martin (Constantin von Jascheroff) ist eigentlich gar nicht bei der Bundeswehr, sondern der Kumpel eines Soldaten, mit dem er im Suff getauscht hat. So kommt er ins Einsatzgebiet, ohne dass es jemandem auffällt. Die Bundeswehr hat also ihren Laden nicht im Griff.
Das war schon 1967 bei "Hair" einfach nur strunzdumm und grottendämlich.
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....Im Lager angekommen, marschiert er ein und aus, wie er will, kauft literweise Bier ein und organisiert Poker-Turniere. Die Bundeswehr geht also leichtfertig mit der Gefahr im Einsatz um. Als Martins neue Kameraden merken, dass er kein Soldat ist, bringen sie ihm einfach nebenher den Umgang mit dem Maschinengewehr bei.
Man darf davon ausgehen, daß die große Mehrheit der Medienleute, Filmproduzenten, Drehbuchautoren und Regisseure Wehrdienstverweigerer waren und weder die Bundeswehr noch eine andere Armee jemals von innen gesehen haben...
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....Spätestens hier wird klar: Martin ist weitgehend von Lt. Holden abgekupfert, gespielt von einem furiosen Tony Curtis in "Operation Petticoat". Nur: Was bei Tony Curtis auf phantastische Art und Weise leicht wirkt, ist bei Jascheroff verkrampft. Das liegt vor allem am absurden Drehbuch. Gewöhnt man sich daran, könnte der Film einfach zu Ende plätschern. Gäbe es da nicht noch Afghanistan.
Die leichte Komödie ist das schwierigste Genre überhaupt. In Hollywood weiß man das.
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...."Männer, können wir nicht mal für ein paar Minuten so tun, als wären wir keine Soldaten, sondern einfach nur ganz normale Menschen?", heißt es im Film. "Müssen wir immer auf den Befehl hören? Können wir nicht mal fragen, was richtig ist?" Naivität ist ein Grundzug aller Anti-Kriegsfilme.
Genau da liegt vermutlich der entscheidende Irrtum.
Der Grundzug aller guten Anti-Kriegs-Filme ist nicht Naivität, sondern ein bitter genaues Verstehen dessen, um das es geht.
Genau deshalb konnten übrigens Pazifisten auch noch niemals gute Anti-Kriegs-Filme machen.
Genau so sieht's aus. Das es sich um eine Eigenproduktion des deutschen Privatfernsehens handelt, sagt doch eigentlich schon alles aus und macht bereits vor Film"genuss" deutlich, was man erwarten darf.
Ein Artikel darüber wäre eigentlich nur nötig gewesen, wenn sich so ein Film aus Versehen mal von den besagten Erwartungen deutlich abheben würde, so unwahrscheinlich dies auch ist.
Richtig. Nur haben die sich alle freiwillig für den Job entschieden. Das heißt natürlich nicht, das einem deren Tod über die Maßen egal sein sollte, aber die Verantwortung tragen die Betroffenen nun mal selbst. Bundeswehrsoldat in den heutigen Zeiten zu sein beinhaltet nun mal in den meisten Fällen das Berufsrisiko des Todes.
Und das bei der Bundeswehr nicht gerade die Elite des Landes beschäftigt ist, ist auch kein Vorurteil, sondern Realität.
..da genau liegt das Problem! Es interessiert 99,9% der Bevoelkerung nicht was die Bundeswehr macht
Nun gut, in einer Parodie - die dieser Film ja offensichtlich darstellen soll mag das ja zutreffen. Allerdings wuerde das bedeuten das bis jetzt so ziemlich jede Produktion (ob Krimi, Abenteuer oder Actionfilm) die ich zu dem Thema gesehen habe eine Parodie sein sollte, was schon sonderbar waere...
Freut mich dass sie die Sache mit dem Pizzabaecker schon gehoert haben, aber ginge es nur um Trageweisen von Ausruestung waere mir das ja noch egal. Es geht generell um das falsche wiedergeben von Tatsachen.. ich weiss ja nicht in welcher Branche sie taetig sind aber mich belastet es wenn, gerade bei einem so sensiblen Thema wie Armee/Krieg, Tatsachen falsch wiedergegeben werden. Weil sich sowas in den Koepfen der Menschen festsetzt und damit falsche Vorstellungen und Vorurteile geweckt werden.. (was uebrigens in alle Richtungen gilt, Stichwort: Kriegsverherrlichung)
Ich weiss nicht ob ihnen entgangen ist dass eines der groessten Probleme der BW die Tatsache ist, dass in der Bevoelkerung "freundliches Desinteresse" herrscht? Denn genau damit zuechten wir einen Staat im Staate und genau damit zuechten wir Soldaten mit Soeldnermentalitaet. Aber das interessiert sie wahrscheinlich ebensowenig wie die Risiken die damit verbunden sind..
Die Frage fuer mich ist dann nur noch ob sie in mein Bild vom Wohlstandszivilisten hineinpassen.. deshalb mal 4 Fragen an sie: Wieviele Wochen oder Monate ihres Lebens haben sie in Laendern der dritten Welt verbracht? Wie vielen Menschen haben sie ganz akut das Leben gerettet? Wie oft haben sie Menschen beim sterben zugesehen?
Oder gehoeren sie etwa zu den Menschen die diese Welt nur aus dem Fernsehen kennen?
Ihnen scheint entgangen zu sein, dass der dargestellte OG der Hauptdarteller ist, der im Suff zur BW kam.
Die falsch getragene Klappe soll dies vermutlich unterstreichen, vielleicht soll es aber auch witzig sein.Zitat aus dem Artikel: Hauptgefreiter Martin (Constantin von Jascheroff) ist eigentlich gar nicht bei der Bundeswehr, sondern der Kumpel eines Soldaten, mit dem er im Suff getauscht hat.
Ausserdem handelt es sich um eine Fiktion bei diesem Film, was echauffieren sie sich also über falsch dargestellte Symbole?
Man kann es auch übertreiben.
Ansehen muss man diesen "Film" sicher nicht, um zu erahnen, dass er nichts taugt.
Fraglich finde ich, dass Spon einen Artikel darüber bringt, sind Chinas Reissäcke aus?
Herr Nouripour,
wenn sie sich wirklich ernsthaft auf die Suche danach machen wollten, warum der Afghanistankrieg im Einsatzraum der Bundeswehr keine Fortschritte bringt, und Soldaten unter Schwachsinn leiden, und Kommandeure in einer Tour der Politikerkaste blödsinn vorlügen müssen, dann nehmen sie einen SPIEGEL zu hilfe!!
Sie althergebrachten natürlich, mit reflektierender Oberfläche!
Seit Beginn der Operationen 2002 wurden alle wesentlichen Entscheidungen NICHT von den Profis getroffen (das sind nämlich Soldaten, also potentielle Mörder und Halbnazis) sondern von "Experten" wie ihnen.
Um es glasklar zu sagen, Leute (typischerweise ungedient), die beim Versuch einem LVU auf der Lagekarte zu verfolgen jämmerlich scheitern würden, geben den Soldaten vor, wie sie gefälligst ihren Job tun sollen.
Wer sich einmal ansieht, wie die kanadischen Kameraden mit feinsten deutschen Waffen in ihrem Operationsgebiet operieren dürfen, der bekommt das kalte Kotzen, wenn er weiß, was Vorgaben von Leuten wie IHNEN der Truppe und jeglichen Erfolgsaussichten bzgl. des Auftrags angetan haben und weiter tun.
Leider vergessen Sie zu erwähnen, was einem Kommandeur blüht, der beim Bonzenbesuch den Politikern nicht vorlügt, daß die Vorgaben aus Berlin seien ein haufen brillianter Ideen.
Eine realistische Komödie über Afghanistan müßte eine Variante von Dr. Seltsam sein, im Kommandobunker lauter "Experten" aus dem Bundestag. Und in Afghanistan der Arme Group Captain Mandrake, dessen Leute einer nach dem anderen Fallen, aber den Knallern am anderen Ende ständig deren eigene Großartigkeit bestätigen muß.
Ein Schlag ins Gesicht der Soldaten und Angehörigen. Zudem entbeert dieser Film keiner Komik. Die Schauspielerische Leistung ist unter aller Sau, das Drehbuch ist genauso armseelig wie die Produktion. Ich bin schon lange ein Freund des deutschen Unterhaltungsfernsehens mehr, aber mit diesem Film setzt PRO 7 neue Maßstäbe in Sachen pietätslosigkeit. Ich hoffe wenigstens einer der Verantwortlichen liest das hier. Ich frage mich, wie man so tief sinken kann?
Ich kann meinem Ekel kaum Ausdruck verleihen.
Ein Grund mehr den Fernseher in Zukunft aus zu lassen.