Während in Deutschland also auch ein Jahr nach Fukushima Daiichi auf notwendige Sicherheitsempfehlungen "gewartet" und wahrscheinlich gehofft wird, dass das Thema bis zum Herbst endgültig in Vergessenheit geraten ist, zeigen sich die Japaner konsequenter: Dort sind gegenwärtig 52 von 54 Kernkraftwerken abgeschaltet, weil lokale Behörden die notwendigen Genehmigungen zum Wiederanfahren verweigern. Und es ist nicht der Fall, dass dort nun die Leute im Dunkeln sitzen würden oder so. Das lernt uns erstens, dass Kernkraftwerke selbst in einem Land, das keine Elektrizität von seinen Nachbarn importieren kann, nicht unbedingt notwendig sind,
zweitens, man auch (oder gerade?) ohne eine Grüne Partei im Lande innerhalb eines Jahres "Atomausstieg" machen kann,
drittens, selbst die Betreiberfirmen der Kernkraftwerke offenbar nicht an deren Versorgungssicherheit geglaubt haben, da sie praktisch die gesamte Kernenergie-Kapazität in Form von Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken vorhalten.
Auch die Altmeiler von Fukushima Daiichi standen mehr oder weniger kurz vor dem Ende ihrer jeweiligen Laufzeit. Die erste Lehre, die wir in Deutschland aus der Katastrophe dort ziehen müssen, ist doch wohl, dass es eben gar keine gute Idee ist, die Augen zu verschließen und zu hoffen, dass bis zur Stillegung schon alles irgendwie gut gehen wird.
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