Forum


 

Deutsche AKW-Gegner im Ausland: Die Nervensägen von nebenan

Nach der Wende ist vor der Wende: Deutsche Umweltschützer machen gegen geplante Kernkraftwerke in den Nachbarländern Polen und Niederlande mobil. Dort kommt der Protest von drüben*in der Regel gar nicht gut an.

Deutsche AKW-Gegner im Ausland: Die Nervensägen von nebenan - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
  1. #230

    Na supi

    Zitat von Promethium Beitrag anzeigen
    Transmutation wird seit über 60 Jahren großtechnisch zur Erzeugung von Plutonium benutzt.
    Da geht's mir doch gleich viel besser, ween ich weiß, dass der ganze Atommüll in Plutonium (oder war es Promethium) umgewandelt wird. Übrigens auch jenseits der Radiaktivität und einer Halbwertzeit von 80 Millionen Jahren eine giftigsten Substanzen auf diesem Planeten.

    Wenn Transmutation zur Atommüllbehandlung so toll funktioniert, wer machtes denn dann? Müßte doch einen Bombengeschäft (wörtlich!) sein, den ganzen Atommüll der Welt in harmloses Plutonium zu verwandeln.
  2. #231

    Eigene Quelle gelesen?

    Zitat von Promethium Beitrag anzeigen
    Weder noch! Mononatriumglutamat hat Recht!
    Leider konnte ich Ihrem Link folgend nichts über eine 100-Prozent Überlebensrate bei Schilddrüsenkarzinomen finden.

    Was führt Sie also zu dieser Behauptung?
  3. #232

    Beruf und Berufung

    Zitat von Promethium Beitrag anzeigen
    Das glauben unsere Kernkraftgegner aber nicht! Die würden sonst nämlich nicht anfangen im Ausland Theater zu machen.

    Und warum beschäftigen Sie sich noch mit dem Thema?
    Naja, es muss doch ein Gegengewicht zu den Atomikerngeben. Wenn keiner mehr gegen Atomkraft demonstriert könnte noch jemand auf die Idee kommen Kernkrafte wäre sicher, sauber und prieswert.

    Warum ich mich mit dem Thema beschäftige?
    Weil ich davon überzeugt bin, dass Atomkraft und das Verfeuern fossiler Energie ein Irrweg ist und der einzig zukunftsfähige Weg ein EE-Mix ist.
    Der Ausstieg aus der Kernkraft ist dann nur Folgerichtig, aber auch nur ein erster Schritt. Die Fossilen sind als nächstes dran, auch wenn sie z.Zt. noch als "Brückentechnologie" gebraucht werden (kommt Ihnen bekannt vor, diese Formulierung, oder?).
  4. #233

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen
    Da geht's mir doch gleich viel besser, ween ich weiß, dass der ganze Atommüll in Plutonium (oder war es Promethium) umgewandelt wird.
    Sie haben den Zusammenhang mal wieder nicht verstanden.

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen

    Übrigens auch jenseits der Radiaktivität und einer Halbwertzeit von 80 Millionen Jahren eine giftigsten Substanzen auf diesem Planeten.
    Dafür kann man Plutonium prima in Kernreaktoren spalten. So wird man Plutonium los. Die Idee der Grünen Plutonium zu vergraben ist krank.
  5. #234

    Zitat von W. v. Ockham Beitrag anzeigen
    Leider konnte ich Ihrem Link folgend nichts über eine 100-Prozent Überlebensrate bei Schilddrüsenkarzinomen finden.

    Was führt Sie also zu dieser Behauptung?
    Es sind nicht ganz 100% sondern je nach Typ zwischen 80% und 90%.

    Da gibt es wesentlich schlimmeres. Etwa die Säuglingssterblichkeit in Nichtatomstaaten.
  6. #235

    Zitat von W. v. Ockham Beitrag anzeigen
    Fällt das jetzt unter
    a) Unkenntnis,
    b) Ignoranz oder
    c) zweckgerichtete Falschbehauptung?
    Es fällt unter
    d) aktueller Stand von Forschung und Wissenschaft.
  7. #236

    Deutsche AKW-Gegner im Ausland: Die Nervensägen von nebenan

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen
    Wenn Transmutation zur Atommüllbehandlung so toll funktioniert, wer machtes denn dann? Müßte doch einen Bombengeschäft (wörtlich!) sein, den ganzen Atommüll der Welt in harmloses Plutonium zu verwandeln.
    Nö, Aufbereitung und Transmutation zur Müllreduktion sind schlicht teurer als die Alternative und rational betrachtet müsste es niemanden interessieren wenn das Zeug in einer Halle rumliegt. Das ist der Grund dafür, dass es außer dem WIPP und einigen kleinen Lagern noch keine "großen" Endlager gibt: die sieht schlicht niemand in der Fachwelt als zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll an. Die OECD schreibt jedes Jahr in den Waste Management Berichten, dass Atommüllendlagerung ein pures politisches Problem ist, dass vom viel größeren Problem, konventionellem Müll, ablenkt. Der fällt in millionenfacher Menge an und hat typischerweise noch nicht mal eine Halbwertszeit.
    Hinzu kommt, dass viele Länder in den nächsten 10, 20, teils 50 Jahren noch gar nicht einlagern wollen, warum sollten die also heute schon etwas bauen, das bis dahin heillos veraltet ist -- und warum sollte man heute Transmutation oder Aufbereitung verwenden, wenn neuere Brüterkonzepte den "Atommüll" so oder so herunterbrennen können und dabei noch Strom produzieren?

    Allgemein zum Artikel: Mir fällt mal wieder auf, wie dumpf die Argumente sind: "Die Technologie ist unkontrollierbar, weil ein 50 Jahre alter Wasserkocher der mies gewartet war explodiert ist!" Genau, lasst uns alle Autos verbieten, die Autos aus den 60ern hatten keine Gurte und man kann ja unmöglich seitdem gelernt haben. IEEE Spectrum fasste das gut zusammen: Alle Dinge die in Fukushima schief gingen waren seit Jahren bekannt und hätten teils mit trivialsten Mitteln verhindert werden können. Die Typen haben geschlampt und Mist gebaut. Das kann man ihnen vorwerfen. Über heutige Reaktordesigns sagt das aber dummerweise null aus.
  8. #237

    Ursache?

    Zitat von Promethium Beitrag anzeigen
    Die Idee der Grünen Plutonium zu vergraben ist krank.
    Mag sein, aber das Problem "Plutonium" ist doch ursächlich auf dessen Entstehung zurückzuführen.

    Ich zitiere:
    Plutonium ist nicht nur als chemischer Stoff giftig.[...]
    Sehr viel gefährlicher sind Spätwirkungen von Plutonium[...]
    Es gibt keine Schwellendosis der Unwirksamkeit von inkorporiertem, d. h. in den Körper aufgenommenem Plutonium.[...]
    Nach Absorption [...]verteilt sich Plutonium im Körper und wird [...] angereichert. [...]
    Für Kleinkinder ist eine um den Faktor 10 höhere Resorption anzunehmen.[...]
    Die Verweilzeit von inkorporiertem Plutonium im Knochen beträgt etwa 50 bis 100 Jahre[...]
    Bei Zufuhr einer gleichen Aktivität von Plutonium mit der Atemluft im Vergleich zur Inkorporation durch die Nahrung ist das Krebsrisiko in Abhängigkeit von der chemischen Form rund 100 Mal größer.[...]
    Bei den Beschäftigten der sowjetischen Plutonium-Fabrik MAYAK im Südural wurde eine erhöhte Lungenkrebssterblichkeit in Abhängigkeit von der Menge inkorporierten Plutonium beobachtet (Gilbert et al., Radiation Research, Vol. 162, Seite 505-516, 2004).[...]


    Unter Berücksichtung dieser Fakten halte ich alleine die Idee, Plutonium herzustellen, für eine der beklopptesten in der Menschheitsgeschichte. Die Zielsetzung ebenfalls.

    Das Zeug zu vergraben ist sicher keine geniale Lösung. Es über Jahrzehnte herumliegen und danach (vielleicht!) hochkomplexe technische, nukleare und chemische Prozesse (Transmutation) durchlaufen zu lassen aber leider ebensowenig.
  9. #238

    Lasse doch rumzetern...

    ""Es ist mir unverständlich", schrieb die Potsdamer Umweltministerin nach Warschau, "dass unsere polnischen Nachbarn auch nach dem Fukushima-Desaster an ihren Plänen festhalten wollen."

    Genau! Diese Frau spannt auch den Regenschirm auf, weil sie gerade gehört hat, dass es in Japan regnet.

    Tja, die Polen und der Rest der Welt haben den schwachsinnigen Aktionismus nicht mitgemacht. Die AKW Abschaltung war eh´ein Politikum.

    Und weiters glaube ich bis heute nicht, dass die deutsche Mehrheit den Ausstieg wollte...ich habe mich nicht dafür ausgesprochen, weil es eine hirnrissige Entscheidung aufgrund eines Vorfalls war, der am andere Ende der Welt geschehen ist, mit ganz anderen Einflussfaktoren.

    Und viele in meinem Umfeld sehen das genauso. Also wo ist diese Mehrheit, die den Atomausstieg wollte?

    Würde ich in meiner Arbeit die gleichen Ableitungen aus Ursache und Wirkung treffen, dann würden mir meine Auftraggeber ausgeprägte Inkompetenz bzw. Dummheit attestieren...und das ganz zu Recht!

    Aber wahrscheinlich wurde für die angebliche Mehrheit, der Deutschen, die für den Ausstieg waren wieder mal eine Hochrechnung bzw. ein statistischer Wert herangezogen. Und welche Berechtigung sowas hat, wissen wir alle...damit kann man sich getrost den A.... abwischen.

    Wie Churchill schon sagte: Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe."

    Und das war hier mit Sicherheit auch wieder der Fall. Oder gabs einen Volksentscheid?! Und jetzt setzen wir wieder auf Kohle, um das Defizit auszugleichen? Herr, lass Hirn regnen!
  10. #239

    Typisch und sehr schade

    Bei der Katastrophe in Japan ging es in erster Linie um eine Tsunami, der 10.000ende Opfer forderte. Diesen Opfern sollte unser ganzes Mitgefühl gehören. Leider wird, typisch deutsch und mehr als in jedem anderen Land, das Thema nur auf den Atom-GAU und Industrieunfall in Fukushima reduziert, bei dem bis jetzt, auch tragischerweise, 2 oder 3 Arbeiter verstorben sind.
    Dazu sollte man erst einmal innehalten - und dann in Ruhe Energieprobleme diskutieren. Ich wünschte mir, die Deutschen hätten mehr von der Gelassenheit unserer holländischen, polnischen, französischen oder tschechischen Nachbarn.
    Mein persönliche Geschichte dazu: Gestern war ich auf einer Veranstaltung deutscher Atomgegner und Ökolobbyisten. Die Referentin, eine sehr gut verdienende hohe Beamtin, hat das ganze Dach voller PV (durch uns subventioniert), fährt einen dicken Audi A5 mit Anti-Atomkraftaufkleber - und hab mich gefreut mit meinem Smart heimzufahren. Das ist nämlich auch typisch deutsch, Wasser predigen und Wein saufen. Gegen Massentierhaltung und nach der Demo gleich noch bei ALDI die billigsten ChickenWings kaufen. Für Beratung keinen Cent zahlen und über Provisionen schimpfen. Energiesparlampen kaufen und mit dem Billig-Jet nach Barcelona düsen...


TOP



TOP