Türkisch oder Deutsch, was sollen Einwandererkinder zuerst lernen? Nicht so wichtig, sagt Sprachforscherin Petra Schulz. Im Interview plädiert sie für Zweisprachigkeit schon für die Kleinsten - und erklärt, warum auch jugendlicher Kauderwelsch nicht schadet.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...748786,00.html
Sie tun ja gerade so als ob man im Kindi oder in der Grundschule Doktorarbeiten schreiben muss. Sie haben damit Recht, dass die zeitliche Abfolge keine Rolle spielt. AAAABER, ein Kind welches die Muttersprache sehr gut spricht und gefördert wurde kommt sehr wohl im Unterricht mit. Sie wären überrascht wie schnell ein Kind eine Sprache lernt wenn es gefördert wird. Bsp. Mathe: 2+2=4 egal in welcher Sprache, das ist mit anderen Fächern in der Grundschule ähnlich. Ihre These das Eltern mit Migrationshintergrund es als nicht wichtig erachten ihren Kindern Deutsch beizubringen stimmt so nicht. Die Gastarbeiter von damals wurden geholt zum Arbeiten und nicht um Deutsch zu lernen. Die Deutschen haben sich in der Zeit nie als Einwanderungsland gesehen. Somit gab es auch nie Angebote oder entsprechende Forderungen von den Deutschen das die Gastarbeiter die Landessprache perfekt sprechen. Man dachte das sich das Problem von selbst löst. Durch diese Parallelgesellschaften, die sich hauptsächlich in Ghettos gebildet haben, entstand dieses Sprachproblem. Bei uns auf dem Land sprechen alle Migranten in der 2ten Generation perfekt. Ich finde es gut und richtig dass Mütter mit ihren Kindern daheim ihre Muttersprache sprechen. Wenn Sie auswandern würden, würden Sie das auch tun. Sie wollen ja auch das Ihre Kinder wissen wo sie herkommen. Oder würde es Ihnen gefallen wenn Ihre Kinder ihre Großeltern nicht verstehen?
WAs mich aktuell sehr stört sind diese aggresiven Diskussionen im Hinblick auf die "Türken". Besonders die Sarrazin Debatte und das sinnfreie Geschwätz des Herrn Seehofer tragen nicht dazu bei dass sich diese Bürger mehr bemühen. So wie ich die Kultur dieser Minderheiten sehe wird es genau das Gegenteil bewirken.
P.S
Für mich als Migrantin war es immer komisch das die "Deutschen" in meiner Klasse schlechter im Fach Deutsch waren als ich.
Praktisches Beispiel: Unser Sohn lebt in Thailand. Mit seiner japanischen Ehefrau unterhält er sich in Englisch. Mit seinen Kindern spricht er deutsch. Die Mutter spricht mit ihren Kindern japanisch. Die Kinder sprechen mit ihren Nachbarkindern Thai. Die Kinder gehen auf eine englischsprachig geführte Schule. In der Schule wird Thai und Englisch gesprochen. What ever?
Ich glaube es gibt kaum ein Grund warum ein Kind nicht zwei oder mehr Sprache beherrschen sollte oder könnte. Die Reihenfolge hängt von der Herkunft ab.
Das Wichtigste ist das die Kinder zuhause Unterstützt werden. In der Schule lernen die Kinder Deutsch, haben aber schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben etc. hier sind die Eltern gefragt, sie müssen in der Lage sein den Kindern in deutsch zu helfen, hier gibt es in der türkischen Community oft defizite vor allem dann wenn beide oder ein Elternteil nicht hier geboren und Aufgewachsen ist (die Mutter ist hier sehr wichtig).
Wenn eine Mutter die Grundschulaufgaben des Kindes nicht nachvollziehen bzw. vernüftig erklären kann und die Schule diese Kinder abschreibt wird der Werdegang vorprogrammiert sein. Diese defizite holt man nicht mehr so schnell auf.
Ein weiteres Problem ist der geringe Kontakt zu deutschen Kindern. Das liegt aber nicht daran, dass man nichts miteinander zu tun haben möchte, schon gar nicht was die Kinder angeht, sondern die sozialen und räumlichen Umstände sorgen für eine Ausgrenzung. Türkenviertel, Ausländerschulen, Kindergärten mit vielen Ausländische Kindern wo soll da ein Kontakt statt finden ?
unterliegen Sie mit dieser Auffassung einem Irrtum: der Kontakt ist nicht gewünscht! Unsere Kinder haben während ihrer Schulzeit immer und immer wieder türkischstämmige Mitschüler eingeladen - die durften nicht kommen. Bei zufälligen Begegnungen im Park, bei denen Eltern anwesend waren, wurden unsere Kinder weggeschickt, wenn sie versuchten, die Mitschüler zum Spielen mitzunehmen. Und meine Schwiegertochter bestätigte mir, dass auch in ihrer Familie der Kontakt zu Deutschen nicht erwünscht war und den Kindern untersagt wurde.
Das alles hat nichts mit räumlichen Umständen zu tun - wir leben in keinem Türkenviertel; die türkischstämmigen Kinder in der Grundschule stellten vor 20 Jahren etwa 25% der Schüler - trotzdem s.o.
Sie vergessen, dass die Kinder, die große Schwierigkeiten mit der Landessprache haben, alle in der Muttersprache aufgewachsen sind. Wenn das Erlernen der Muttersprache angeblich Voraussetzung für den Erwerb der Landessprache sein soll, wie immer wieder hartnäckig behauptet wird, wieso haben wir dann diese Probleme? Das ist doch ein ganz offensichtlicher Widerspruch. Die Realität widerlegt Ihre These.
Wenn ein Kind gefördert wird, kommt es immer im Unterricht klar, ob es in Muttersprache gelernt hat oder nicht.
... meine Heimat ist zum Beispiel NRW und dennoch habe ich meine Muttersprache gemeinsam mit der von Ihnen genannten "Volkssprache" DEutsch gelernt und wissen Sie was, es machte für mich keinen Unterschied, weil mein Intellekt nichts dagegen hatte zwei Sprachen gleichzeitig zu lernen. Versuchen Sie es doch auch einmal;-))
By the way Deutschland ist die Heimat von vielen Menschen, auch von Menschen mit zusätzlichen Muttersprachen und kulturellen Backgrounds. Ach und bevor ich es vergesse, ich spreche mittlerweile 5 Sprachen fliessend und das verdanke ich auch dem exzellenten deutschen Bildungssystem, welches viel besser als sein Ruf ist.
Bleiben Sie cool, Deustchland wird nicht nicht untergehen und die deutsche Sprache ist die, die uns alle verbindet.
Beste Grüsse
Antípodas