Deutsch-polnischer Grenzverkehr: Makler am Ende der Welt

Sie kommen, kaufen ein Haus in Deutschland - verdienen aber weiter in der Heimat ihren Lebensunterhalt.*Schon vor der neuen EU-Freizügigkeit gehört für viele Polen die Fahrt über die deutsche Grenze zum Alltag. Getragen vom eigenen Aufschwung, küssen Stettiner die verschlafene Uckermark wach.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...759607,00.html
  1. #10

    Oh waja! Diese Komplexe.

    "Schauen Sie sich die Autos an, die hier herumfahren. Die großen und teuren Wagen haben alle polnische Kennzeichen."

    Meine Güte, was für eine Tiefe; Auto (anscheinend immer noch) als zentrales Statussymbol.

    "Die beiden unterhalten sich auf Englisch, obwohl Popiela gut Deutsch spricht. "So reden wir auf einer Ebene miteinander", sagt Polzer."
    Wieso denn egentlich? Würden sie nicht "auf einer Ebene" reden, wenn Popiela deutsch sprechen würde? Ein bisschen krank ist das ganze immer noch.
  2. #11

    Ja, schon klar

    Zitat von ka117 Beitrag anzeigen
    "Schauen Sie sich die Autos an, die hier herumfahren. Die großen und teuren Wagen haben alle polnische Kennzeichen."

    Meine Güte, was für eine Tiefe; Auto (anscheinend immer noch) als zentrales Statussymbol.
    Dieser Teil Ihres Beitrags liest sich für mich so: Weil „der Pole“ andere Wertvorstellungen hat als Sie selbst, ist er doch eigentlich ein rückständiger Dummkopf.

    Vielleicht fangen Sie jetzt noch an, den Menschen das Pendeln nach Stettin (Umweltverschmutzung!), das Leben auf dem Lande (Zersiedelung!) oder andere Sachen vorzuwerfen.
    Ihnen ist schon klar, in welche Ecke man Sie dann schieben könnte, oder?
    Sorry, aber das musste raus.
  3. #12

    Zentrum für was?

    Zitat von Kniefall Beitrag anzeigen
    ...
    Versöhnlich gesehen ist es schön, daß nun ohne Grenzen auch Vorpommern und die Uckermark wieder ihr altes Stettin als Zentrum wieder haben.
    Zumindest als ein Zentrum ausschwärmender ausländischer Immobilienjäger. Ist nicht zu erwarten, dass neben Wohlstand - wie üblich -auch Kriminalität und bestimmte Umweltbelastungen von der Großstadt ins vorher gegenüber beiden Einflüssen abgeschottete Umland transportiert wird?
    Das politische Zentrum von Vorpommern bleibt wohl vorerst Schwerin in Mecklenbg.
  4. #13

    Schachtschicht

    <QUOTE=chrome_koran "Wäre Stettin in Deutschlands SBZ geblieben, wäre da 1989 längst Schicht im Schacht gewesen, die Stadt wäre zerfallen, oder wie toll ging es nochmal den einst florierenden Städten wie Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald in der DDR? "

    So schlecht ging es den Küstenstädten wirtschaftlich da gar nicht, da sie u.a. Stettin als Küstenstandort ersetzen mussten.
    Schicht im Schacht wäre demnach vor allem erstmal nach der Wende gewesen;) Die historische Innenstadt von Stettin war übrigens bereits fast vollständig im WK2 "zerfallen".
  5. #14

    Titel: kann man kaufen...

    Zitat von ka117 Beitrag anzeigen
    "Schauen Sie sich die Autos an, die hier herumfahren. Die großen und teuren Wagen haben alle polnische Kennzeichen."

    Meine Güte, was für eine Tiefe; Auto (anscheinend immer noch) als zentrales Statussymbol.
    Das ist nun Mal deutsche Realität. Man(n) wird sehr am Auto beurteilt, das man(n) fährt (Frau meiner Erfahrung nach etwas weniger, was zwar in die richtige Richtung geht, aber leider aus und trotz Geschlechterdiskriminierung). Was mich viel mehr wundert ist, dass die Bewohner ihr Auto nicht am Wohnort anmelden...

    Zitat von ka117 Beitrag anzeigen
    "Die beiden unterhalten sich auf Englisch, obwohl Popiela gut Deutsch spricht. "So reden wir auf einer Ebene miteinander", sagt Polzer."
    Wieso denn egentlich? Würden sie nicht "auf einer Ebene" reden, wenn Popiela deutsch sprechen würde? Ein bisschen krank ist das ganze immer noch.
    Sie haben wirklich nicht viel mit Personen zu tun deren Muttersprache NICHT deutsch ist oder sind fast nie im Ausland geschäftlich unterwegs und müssen sich dort mit Personen in deren Muttersprache verständigen? Oder?? Man kann mit Sprache viel machen; verschleiern überspitzen, den Anderen in die Irre führen - das passiert bewusst oder unbewusst - ist in der Muttersprache ganz leicht, in allen anderen aber meist viel schwieriger. Level playing field würden dass die Erfinder des Fair Play, die Briten, nennen... ...eine exakte deutsche Übersetzung scheint es nicht zu geben...

    ...interessant, nicht wahr?
  6. #15

    Wo ist das Problem

    für einige der Forumsschreiber?
    Wenn Deutsche sich irgendwo im Ausland zu Hauf Häuser kaufen und dort wohnen (wie eben Belgien oder auch die deutsch- französische Grenzregion) regt sich hier niemand auf.
    Wenn aber ein paar Polen sich in der Ückermark Häuser kaufen, dort leben, ihr Geld ausgeben und sogar Arbeitsplätze schaffen, jaulen hier gleich ein paar ewig Gestrige auf.

    Und das Gerede von "Stettin, widerrechtlich von den Polen angeeignet" usw.
    Erstens: Wir haben den Krieg angefangen und verloren. D.h. wir hatten überhaupt nicht mehr auf irgendetwas zu bestehen oder das Recht anderen "widerrechtliches Handeln" vorzuwerfen. Auch noch ausgerechnet Polen, das am meisten von allen unter dem von uns angefangenen Krieg gelitten hat.

    Zweitens: Wer glaubt eigentlich, das Polen nach dem Krieg irgendetwas zu melden hatte oder eigene politische Entscheidungen treffen konnte? Polen und die damalige, dortige Regierung standen komplett unter der Fuchtel von Stalin und den Russen.
    Es war Stalin, der beschloss auch noch Stettin von Deutschland abzutrennen, genauso wie er eine andere Oder- Neiße Grenze gezogen hat, als die West-Mächte ursprünglich gedacht hatten.

    Und die Absicht von Stalin war (durchaus weitsichtig gedacht): Deutschland (auch wenn es in diesem Fall nur erstmal Ostdeutschland war) und Polen immer genug Stoff für Grenzstreitigkeiten zu lassen für die Zukunft. Stalin hat nämlich früher oder später mit einer Vereinigung der Besatzungszonen gerechnet, seine "SBZ" eingeschlossen.

    Immerhin hielt er Deutschland und auch Polen für wichtig und stark genug in der Zukunft, das er es für besser hielt, beiden ein paar "Zankäpfel" für eben diese Zukunft zu hinterlassen, was er mit seiner Grenzziehung dann tat.

    Ich begrüsse es sehr, das Polen auf diese Art und Weise nach Deutschland kommen. Das widerspricht so schön dem Klischee des "polnischen Hilfsarbeiters" in Deutschland, der aus dem "armen" Nachbarland ins reiche Deutschland kommt, um ein bisschen Geld zu verdienen.

    Wir können von dieser Zuwanderung nur profitieren und mehr gebrauchen!!!
  7. #16

    Malmedy ist französischsprachig

    Zitat von yilderim Beitrag anzeigen
    Das liegt daran, daß Eupen-Malmedy deutsch(sprachig) ist und nach dem 1.WK von Belgien annektiert wurde.
    Das ist falsch!Schon vor 1919 war in und um Malmedy die französische Sprache vorherschend!
  8. #17

    ....

    Zitat von scholli1983 Beitrag anzeigen
    Das ist falsch!Schon vor 1919 war in und um Malmedy die französische Sprache vorherschend!
    Wie süss! Und warum trauten sich die Belgier und Franzosen nicht eine Volksabstimmung durchzuführen? Weil die wenigen französischsprachigen nicht ausgereicht hätten.

    Aber bleiben Sie ruhig bei ihrem Mythos vom immerschuldigen bösen Deutschen.
  9. #18

    Aufpassen Yilderim

    Zitat von yilderim Beitrag anzeigen
    Wie süss! Und warum trauten sich die Belgier und Franzosen nicht eine Volksabstimmung durchzuführen? Weil die wenigen französischsprachigen nicht ausgereicht hätten.

    Aber bleiben Sie ruhig bei ihrem Mythos vom immerschuldigen bösen Deutschen.
    Was ist das denn für eine abstruse Aussage?
    Ich schrieb ausdrücklich Malmedy und nicht Eupen-Malmedy!
    Die heutige Deutschsprachige Gemeinde Belgiens ist deshalb nur ein Teil der als Eupen-Malmedy beeichneten Region.
    In der Gesamtregion Eupen-Malmedy-St.Vith war die deutschsprachige Bevölkerung in der Mehrheit, in Malmedy aber nicht!
    Ein wenig differenziertes Denken statt braunen Parolen würde ihnen gut stehen!
  10. #19

    Integrationsverweigerer :-/

    Netter Artikel.

    Um etwas Kontext herzustellen, könnte ruhig mal erwähnt werden, dass entlang der polnischen Grenze die Deutschen in großer Mehrheit de facto Integrationsverweigerer sind. Die vorher abgeschottete Grenze ist jetzt seit 20 Jahren geöffnet (anfangs mit gelegentlichen, milden Kontrollen), aber trotzdem hat kaum ein Deutscher Polnisch gelernt. Umgekehrt lernen die meisten Polen in Grenznähe ganz selbstverständlich Deutsch.

    Jetzt rächt sich das. Sind die allerletzten Freizügigkeitshürden endgültig gefallen, werden die schlecht gebildeten – weil einsprachigen – Deutschen in der Region komplett überflüssig sein.

    Wie würde Sarrazin sagen? Selbst Schuld! ;-)