APMit dem Volteis V+ präsentierte die Elektrogilde auf dem Genfer Autosalon wenigstens einen Blickfang: Ein Gefährt nach Art des seligen Citroën Mehari, gezeichnet von Philippe Starck. Der zweite Blick lässt aber schon erkennen: Der Designmeister interessiert sich herzlich wenig für Autos.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...821545,00.html
Die Moto6.5 - von ihm gezeichnet, hätte man ruhig erwähnen können, http://upload.wikimedia.org/wikipedi...right_side.jpg
und in Ferienhausregionen am Mittelmeer könnte sowas ein Modevehikel werden.
Vom Grundprizip her sind solche Vordenker und Quereinsteiger unerlässlich, um in der verkrusteten Autodesignwelt einen Paradigmenwechsel einzuleiten. Was heute an Elektromobilen gebaut wird ist insgesamt einfach zu schwer und zu teuer. Oder man nimmt einen Kleinwagen als Basis und pappt einen Elektroantrieb rein - und verschreckt anschließend potenzielle Kunden mit einem Märchenpreis.
So wird das nichts! Man muss schon radikal umdenken: Gewicht leer maximal 600 kg, Fahrzeuge mit schnell auswechselbaren, dazuleasbaren Antriebssträngen je nach Einsatzzweck, oder Nabenmotoren mit standartisierte Speichereinheiten, Bremsenergierückgewinnung mit Schwungscheibentechnik, Geschwindigkeit je nach Einsatzort, für Stadtmobile max. 65 km/h, Überlandmobile max. 120km/h.
Die Technik ist da, es fehlt an kreativen Köpfen. Tesla-Roadster bauen für ein "Schweinegeld" kann jeder!
wobei für große Teile der Zielgruppe Autokäufer die Beschimpfung die einzige noch akzeptable Form der Kommunikation ist. Aber wenn Starck sagt '(Autos) seien laut, verpesteten die Umwelt und brächten das Schlechteste im Menschen zum Vorschein', dann ist das keine Beschimpfung, sondern einfach nur die Wahrheit!
Ah, Sie sind mir zuvor gekommen.
Aprilia Moto6.5 von Philippe Starck... als ich die zum ersten mal sah, dachte ich: "Mann Philippe, bleib mal lieber beim designen von unbrauchbaren Zitruspressen!"
Und das dachten wohl auch viele Aprilia Kunden. Das Ding stand sich bei den Händlern die Reifen platt.
Nette Anekdote (Quelle unbekannt):
KTM hatte einst die erste Studie seiner 2-Zylinder Adventure auf einer Messe präsentiert. Die war "organisch" und "rund" designed.
Ein Besucher kam und meinte: "Boah toll! Die sieht ja aus wie meine Aprilia Moto6.5!"
Der anwesende KTM Manager danach: "Sofort alles ändern! SOFORT!!!"
Die Serien Adventure kam dann in einem eckigen, kantigen, aggresivem Design.
Sah viel besser aus!!!
Also Philippe: BLEIB BEI UNBRAUCHBAREN ZITRUSPRESSEN!!!
Na endlich mal ein Fahrzeug, daß Menschen nicht voneinander und von der Außenwelt abschließt, sondern kommunikativ ist. Mal kein Panzerspähwagen, sondern ein Auto, daß mit Sicherheit zu defensivem Fahren verhilft. Als Fußgänger und Radfahrer freue ich mich immer, wenn ich gesehen werde und auch die Fahrer sehe. Man könnte an der Ampel sogar mal übers Wetter plaudern, wie sonst nur unter Radlern und Fußgängern möglich.
Aber einer der wichtigsten Gründe fürs Autofahren ist natürlich, daß man mit "denen da draußen" eben nichts zu tun haben will. Ein BMW x6 spricht da eben eine ganz andere Sprache, und die ist z.Zt. vorherrschend. Da werden dann die letzten Sehschlitze nach hinten auch noch abgedunkelt, so daß man glauben könnte, Graf Dracula sei unterwegs. Und Fußgänger werden idealerweise gar nicht selbst wahrgenommen, sondern auf einem Display angezeigt wie bei Star Wars: Vorsicht humanoid.
Nur, bei dem Bike, war es die Klasse und deren Preissegment, welches den zu exklusiven Versuchsballon platzen ließ - das Bike selber war gut und, wie ich finde, auch schön - inzwischen ist es ein begehrtes Sammlerstück, eben durch die rel. geringe Auflage.... btw, seine Saftquetsche funzt hervorragend und lässt sich noch dazu extrem leicht sauber machen.
Die Alltagstauglichkeit des Vehikels bezweifle ich, ansonsten haben Sie recht - in allem.
Deutlich unter 1 Tonne, max 120 o.ä., offen, freundlich, große Fenster, gerade Scheiben - so gehts.
Wer will, kann ja gerne noch die alten Ungetüme und Wasserwerfer fahren, hab ich nichts dagegen. Man kann ja auch noch ne Speitüte für Passanten nebendranhängen :))
Das Problem ist, daß Leute, die vernünftige und ansehnliche Autos kaufen wollen, überhaupt keine Chance haben - da ist die übliche Wahl "A" ist schei**e - und "B" ist auch schei**e.
Ob das gezeigte Vehikel jetzt der Brüller ist oder nicht - ALLES ist besser als das, was wir zur Zeit haben.
Da schaue der geneigte Leser mal auf den "Citroen Osmose" aus dem Jahr 2000 - hier einige Entwürfe und die Geschichte dazu:
Citroën Osmose
sowie als 2-Sitzer auch schon dagewesen: "Citroen Mini-Zup", das war 1972:
Citroën Mini~Zup
Insofern - nix "starck", sondern "starck kopiert", oder sagen wir mal neu gemixt aus alten Ingredienzien...
Aber heut ist ja mehr "Branding" angesagt, der Name "Starck" zählt, egal ob es innovativ ist oder nicht. Jedenfalls für die 400 Lemminge.